Hallo zusammen!
Bisher war ich nur immer stiller Leser, nun jedoch musste ich gestern meine Katze Mia in die Tierklinik bringen.
Am Besten ich fange von vorne an, ich hoffe, ich kann es verständlich beschreiben, in meinem Kopf herrscht momentan ein ziemliches Durcheinander.
Insgesamt leben hier 4 Katzen, 2 Kater (je 14 Jahre, Tiger und Dicki), 2 Katzen (je 5 Jahre, Mia und Ronja).
Tiger, Dicki und Mia sind schon immer ein Traumteam, Ronja und Mia haben sich irgendwann im Teeni-Alter von einander distanziert, Ronja kann Mia nicht ausstehen, gibt geknurre, aber sie können sich aus dem Weg gehen.
Seit ca. 2-3 Wochen ist Mia komisch. Es fing an, dass sie nicht wirklich was gefressen hat, nur mal ein-zwei Happen, dann wieder weg. Ok, sie ist sehr zickig und wählerisch, was das Futter angeht. Also hab ich das Futter umgestellt, gab dann das Dosenfutter von der REWE-eigenen Marke. Dann hat's funktioniert. Anfangs. Aber sie jammert, wo man ihr begegnet, da hat sie sofort miaut, gejammert mit dem Eindruck "los, streichel mich!", man konnte sie schon immer stundenlang auf dem Arm halten und streicheln. Aber seit 2 Wochen ist das anders, wollte nicht lange gestreichelt werden, sofort runter, das war seit dieser Woche noch extremer, jetzt schrie sie sogar regelrecht. Die anderen scheinen mittlerweile auch genervt von ihr zu sein, sie liegt nur noch alleine in einem Körbchen, vorher war Gruppenkuscheln an der Tagesordnung. Nun aber fauchen Tiger und Dicki sie an, sogar gehauen wird sie.
Am Freitag als ich aufstand, saß sie vor der Schlafzimmertür, hat 2x mega laut geschrien, ihre Hinterbeine waren so leicht nach hinten abgewinkelt, und vor ihr sah ich dann einen kleinen Fleck, wo sie scheinbar gekotzt hatte, mehr durchsichtiger Schleim. Man sieht sie eigentlich nie kotzen, ihre Haltung und das Schreien hab ich dann darauf geschoben. Tiger lässt auch immer solch laute Töne von sich, wenn er z.B. Haare erbricht, daher habe ich mich nicht soo sehr darüber gewundert. Ich wollte ich sie hochnehmen, miaut, geschnurrt, gejammert, total festgekrallt, fast panisch, wieder runter gelassen, und sie ist normal weiter gelaufen, miauend und jammernd, zurück in ihr Körbchen. Dort lag sie schon fast bissi apathisch. Wenn sie rumläuft, hat man den Eindruck, sie wüsste nicht wohin mit sich, sehr unruhig, dann schmeißt sie sich regelrecht wieder in ihr Körbchen. Beim Anfassen nichts entdeckt, was ihr Schmerzen bereiten könnte. Die Zähnchen hatte ich auch schon versucht mir anzuschauen, gesehen hab ich nicht viel, das findet sie alles andere als toll. Freitags Mittag hat mein Tierarzt zu, also dachte ich mir, am Samstag lässt Du sie mal durchchecken.
Samstag morgens hatte Mia auch wieder nicht viel gefressen. In der ganzen Zeit hatte sie aber auch nicht wirklich viel abgenommen, sie ist sehr klein und zierlich, wiegt gerade mal 3,1kg, max. 3,3kg. Sie hatte am Samstag Morgen auch wieder etwas apathisch im Körbchen gelegen. Als ich ihr näher kam, hat sie wieder sofort angefangen zu miauen und zu jammern. Ich habe sie hochgenommen, sie sich wieder sofort an mich gekrallt und plötzlich mega geschrien, ich war total erschrocken! Sie war dann kurz panisch, als würde ihr was wehtun, aber nichts ersichtlich, sie ist dann wieder in ihr Körbchen. Ab zum Tierarzt!
Beim Tierarzt war eine Untersuchung kaum möglich, so habe ich Mia noch nie erlebt! Die Zähne hat sie sich noch schauen lassen, die müssten maal gemacht werden, sagte die Tierärztin, da ist auch ne kleine Entzündung am Zahnfleisch, aber nichts wildes. Danach war nichts mehr möglich, Mia ist regelrecht ausgetickt, hat geschrien wie am Spieß, gestrampelt, außer sich, Tierärztin meinte, abbrechen, ab ins Körbchen, Mia lag halb auf der Seite, Maulatmung, fix und fertig. So hätte das keinen Sinn, sie gibt mir ein Schmerzmittel mit, Meloxicam, das solle ich erst mal so versuchen, falls sie tatsächlich Schmerzen habe, und dann vielleicht nochmal wenn sie sich bissi beruhigt und stabilisiert hat, nächste Woche nochmal genauer versuchen zu untersuchen. Puh, okee, ich musste ihr vertrauen und habe Mia wieder mit nach Hause genommen.
Zu Hause hat sie dann 3 Einheiten vom Schmerzmittel bekommen, hat sie auch brav aufgeschlabbert direkt aus der Spritze. Sie ist dann noch ne Runde gelaufen, die Hinterbeine leicht komisch wie besoffen, das war dann aber wieder weg. Lag wieder in ihrem Körbchen, sichtlich fertig, hat die Streicheleinheiten aber genossen, so schien es. Wir sind dann einkaufen gefahren, kamen nach 3 Stunden wieder und sie hat sofort mega geschrien, konnte kaum laufen, die Hinterbeine sind ihr weggekippt, total apathisch, hat sich hektisch panisch durchs Büro geschleppt, bis sie vor dem Fenster zusammenbrach, Maulatmung hechelnd und flach, total schockiert ich dachte das war es jetzt! Sie rührte sich kaum noch. Tierärztin sofort angerufen, sie tippt aufs Herz, sie rät mir sofort in die Tierklinik nach Hofheim zu fahren.
Ab in die Transportbox mit ihr, sie war wieder besser bei sich, ging freiwillig in die Box. Jammernd miauend. Bei der Untersuchung dort ist sie wieder erst ausgetickt, dann Zusammengebrochen, auch wieder Maulatmung und hechelnd. Sie wurde geröntgt, an Herz und Lunge nichts auffälliges zu sehen.
Wegen der Wesensveränderungen auch den anderen gegenüber und auch weil sie kaum auf Licht reagiert, bestehe die Möglichkeit, dass irgendwie eine Hirnveränderung stattfindet, womöglich tumorös. Wir haben die Möglichkeit einer Vergiftung nicht ausgeschlossen, das fiel uns auf dem Weg in die Tierklinik ein, denn im Büro steht ein Weihnachtskaktus, der angefressen ist....allerdings habe ich Mia noch nie an Pflanzen gesehen, Tiger knabberte die Woche genüsslich und kotzt es anschließend wieder aus. Auf dem Weg in die Tierklinik hab ich gegoogled, dass der Weihnachtskaktus giftig ist. (er ist nun außer Katzenreichweite)...
Zu erwähnen wäre noch, dass Mia seit ca. einer Woche immer wieder am Trinken ist. Auch da habe ich mir nicht soo viele Gedanken gemacht, Dicki trank diese Woche auch viel. Es trinkt normal fast nie einer der 4. Ich füge dem Dosenfutter immer Wasser hinzu. Wenn Dicki trinkt, ist das für mich ein Alarmzeichen, denn er hatte mal 3 Monate lang Diabetes, wo ich ihm Insulin spritzen musste, er trank alles leer, und seither teste ich ihn immer wieder mal auf Zucker im Urin, da war jetzt aber nichts festzustellen, also schob ich es auf die Futterumstellung, dass die beiden trinken.
Sie behalten Mia in der Tierklinik, ihr wurde dann eine Infusion gelegt, es wird versucht sie zu stabilisieren. Wenn ich der Nacht zum Sonntag nichts höre, hat sich ihr Zustand zumindest nicht verschlechtert.
Heute am Sonntag Nachmittag wurde mir mitgeteilt, ihr Zustand sei noch immer kritisch, unverändert, Mia ist nicht in der Lage ihre Körpertemperatur zu halten, hat stark erhöhte Zuckerwerte im Blut und Urin, eine Anisokorie, sprich die Pupillen sind unterschiedlich stark geweitet, letzteres könnte auf eine Vergiftung hindeuten, aber eindeutig ist nichts. Das folgende hab ich nicht so richtig verstanden, ob sie eine Bilirubin Anämie hat, aber eine Hämolyse ist wohl negativ. Sie versuchen sie weiterhin zu stabilisieren, eine bakteriologische Urinuntersuchung wird noch gemacht. Ich werde morgen Mittag wieder angerufen. Sie behandeln derzeit nur die Symptome, weil sie die Ursache nicht finden können.
Eine toxikologische Urinuntersuchung könnte man machen, allerdings würde das Ergebnis erst in ca. 6 Wochen vorliegen, bringt also jetzt im Zustand nichts. Ob ein Tumor im Gehirn vorhanden ist, kann nur durch CT oder MRT (ist das das gleiche?) geklärt werden, gestern wurde mir für ein CT knapp 600 Euro genannt, für MRT heute 800-1000 Euro... ob ich in der Lage bin, soviel aufzubringen, ist mir im Moment noch nicht klar. Einen Tag in der Klinik kostet bereits 150 Euro.
Sorry für den vielen Text, mächtig Durcheinander wie ich selbst. Ich fühle mich ziemlich hilflos und wie gelähmt, es macht mich wahnsinnig, dass man noch immer nicht weiß, was denn jetzt definitiv los ist mit Mia. Und den anderen Miezen gehts gut.
Vielleicht hat jemand ja ähnliche Erfahrungen gemacht und kann noch einen wertvollen Hinweis geben?