Wenn du deine Katze an eine Transportbox gewöhnen möchtest, geht das, meiner Meinung nach, am besten so:
1.Eine neue Box kaufen
Die Katze hat mit der alten Box nur negative Erfahrung gemacht und es ist kaum möglich, das Körbchen nun auf einmal in etwas positives zu verwandeln. Wichtig ist, dass die Box nicht zu groß oder zu klein ist, sich gut reinigen lässt und möglichst bequem, sollte sie natürlich auch sein. Gibt dazu ja auch einige Forenbeiträge zu dem Thema...
2. Ganz viele Leckerlies
Die ersten Erfahrungen mit dieser Box müssen posititiv sein.
Die meisten Katzen sind bei Körben neugierig und ängstlich zugleich. Sie gehen hin, schnuppern von außen dran, trauen sich aber nicht rein zu gehen. Also muss die Box erst einmal ein paar Tage irgendwo auf den Boden gestellt werden (am besten dort wo sich die Katze gerne aufhält z.B im Wohnzimmer) und dann versucht werden durch Futter, Leckerlie reinwerfen oder im Spiel, die Katze ganz behutsam in die Box reinlocken. Geht die Katze in die Box, muss sie spätestens da immer noch einmal extra gelobt werden und z.B noch ein Leckerlie bekommen. Die Tür wird nicht zu gemacht. Die Katze soll erst einmal ganz entspannt immer rein uns raus dürfen wie sie möchte. Je länger und öfter sie freiwillig in der Box bleibt, desto besser. Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, dann wird die Katze gerne in die Box gehen, sobald du Leckerlie rein wirfst. Vielleicht wird sie sogar dort drin schlafen, wenn die Box an der richtigen Stelle steht und der Katze gut gefällt.
3) Tür zu machen
Nach ein paar Tagen kannst du dann einmal für ein paar Sekunden,während die Katze in der Box ihre Leckerlies frisst, die Tür zu machen. Am besten so, dass es die Katze gar nicht so mitbekommt. Sobald die Katze Panik bekommt und raus will, sofort wieder auf machen. Es war dann schon zu lange, und nach so einer Situation, am besten die Katze auch sofort noch mal zurück in die Box locken und die Tür auf lassen. Schritt für Schritt sollte es dann aber schon so laufen, dass du problemlos die Katze in die Box locken kannst und auch die Tür schließen kannst, ohne dass das Tier gleich durchdreht. Du verlängerst dann die Zeit. Im Idealfall bleibt die Katze irgendwann ohne Probleme ein paar Minuten ruhig in der Box liegen, bevor du die Tür wieder aufmachst und sie ihr Leckerlie bekommt. ( Also Leckerlie rein werfen, Katze geht rein, frisst Leckerlie, Tür geht zu, Katze bleibt ruhig, Tür geht auf, Katze bekommt noch ein Leckerlie)
4. Box an andere Orte stellen
Ich habe meine Boxen an dem Punkt auf den Schrank und aufs Terrarium gestellt, weil die Katzen dort oben gerne schlafen. Die Boxen wurde dort auch sofort als Schlafhöhlen angenommen. Im Wohnzimmer auf dem Boden nicht. Also wurde die Boxen regelmäßig zum Training runter genommen und dann wieder auf den Schrank/das Terrarium gestellt.
5. Das Tragen wird geübt
Jetzt wird die Box regelmäßig geholt, Katze wird wie gewohnt eingesperrt und der Korb dann erst angehoben und später auch getragen. Immer in ganz kleinen Etappen. Die Katze soll sich nicht aufregen und die Wohnung wird nicht verlassen.
6. Der erste Tierarzt-Besuch
Irgendwann kommt der Tag, an dem es zum Tierarzt geht. Der Tierarzt-Besuch sollte nicht erst stattfinden, wenn die Katze schon krank ist. Optimal ist die jährliche "Routineuntersuchung" oder maximal ein Impftermin. Die Katze wird ganz normal eingesperrt und erst dann, wird sich Jacke etc angezogen. Die Katze dachte also, es würde ein ganz normales Training stattfinden.
7. Nach dem Tierarzt-Termin
Nach dem Tierarzt Termin wurden die Boxen von mir ganz normal wieder auf den Schrank/das Terrarium gestellt und mein Murphy ist dann auch direkt hoch auf dem Schrank gesprungen, um dort oben seine Ruhe zu haben. Die Box wurde bei mir als Schlafplatz also weiter ganz normal akzeptiert. Nur, als ich dann gleich am nächsten Tag wieder mit meinen beiden Jungs ganz normal üben wollte, haben beide zuerst gezögert in ihre Boxen zu gehen. Mit viel Geduld ging das Reinlocken aber, eben weil sie 20-30 Mal nichts schlimmes darin erlebt haben und nur einmal etwas "komplett anders gelaufen" ist und ich habe dann einfach ganz normal wieder die oben genannten Übungen gemacht. Man muss es ja nicht jeden Tag machen, aber einmal im Monat mache ich das schon. Meine Jungs kennen und lieben die Box, weil halt zu 99% nichts schlimmes darin passiert und sie nach 1-2 Minuten durchs Zimmer tragen wieder raus dürfen und nur für solche Sachen Leckerlies bekommen. (Hähnchenbruststücken, Aldistangen, Trockenfutterbröckchen etc)
Die alte Transportbox solltest du so lange, wie die neue Box noch nicht geliebt wird, behalten. Musst du in der Zeit mit der Katze zum Tierarzt, dann nimmst du die alte Box. Die Mühe lohnt sich. In der neuen Box wird deine Maus auch im Wartezimmer beim Tierarzt viel ruhiger sein, einfach, weil sie Box kennt und sich sicher in ihr fühlt. Und ein paar Minuten in der Woche oder im Monat kann man sich doch wohl nehmen. Natürlich ist das Training am Anfang sehr zeitaufwändig, aber auch da denke ich, dass man 10 Minuten zwei mal täglich opfern kann. So lange dauert es bei den meisten Katzen auch nicht, sie in eine fremde Box zu locken. Im Notfall muss man es halt wie mit Wildlingen machen, die in eine Falle tappen sollen. Also Futter in die Box und warten, bis der Hunger so groß ist, dass Katze in die Box muss, um sich Futter raus zu klauen. Nur hinter ihnen fällt halt nicht die Tür zu...