Eure Katzengeschichten

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  • Eure Katzengeschichten Beitrag #1
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Gizmo und Murphy

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Ich hoffe so ein Thema gibt es noch nicht und ich würde mich wirklich freuen, wenn auch ihr hier eure lustigsten, spannenden, vielleicht auch traurigsten Erlebnisse erzählt.

Ausgesperrt

Meine Lieben:
Im Bett macht ihr euch so breit, als hättet ihr mindestens die Körperlänge und Statur eines Vitali Klitschko .Wenn euch etwas missfällt, ihr etwas von mir wollt, oder wenn euch auch einfach mal nur etwas nicht schnell genug geht, motzt und quengelt ihr in den jämmerlichsten Miautönen. (Und zwar so lange, bis auch der nervenstärkste Mensch nachgeben muss und alles dafür tun würde damit wieder Ruhe herrscht.)
Euer Spielzeug verteilt ihr in schöner Regelmäßigkeit kreuz und quer in der ganzen Wohnung. Aufräumen muss das selbstverständlich immer ich. Klar, ihr seid ja “nur“ Katzen. Warum vergesst ihr das dann aber beim Fressen und hinterlasst mir stattdessen lieber eine Schweinerei? Da wird das Futter munter in der ganzen Küchen verteilt, oder, weil es so viel Spaß macht, mit voller Absicht beim planschen die Wasserschale umgekippt.
Ja, manchmal nervt ihr mich nicht nur. Manchmal macht ihr mich regelrecht wahnsinnig.
Und dann gibt es Tage wie diesen:

Ich stehe vor der verschlossenen Haustür. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Wäre da nicht der Umstand, dass mein Schlüssel auf der anderen Seite im Schloss steckt und ich weder Jacke noch passende Kleidung anhabe um 25 Minuten durch strömenden Regen zu laufen und einen rettenden Ersatzschlüssel zu besorgen. (Warum zum Teufel habe ich hier nicht wenigstens irgendwo einen Schlüssel für mein Auto versteckt? Oder mein Handy mit vor die Tür genommen? Wo sind all die netten Nachbarn mit ihren nützlichen Telefonen hin, wenn man sie mal braucht? Insbesondere die Nachbarin mit Ersatzschlüssel Nr.2? )
Verdammt, ich wollte doch nur mal kurz Schuhe vor die Tür stellen und habe reflexartig hinter mir zugezogen, weil ich gleich weg muss und keiner von euch Monstern auf die Idee kommen sollte das Treppenhaus und den Keller unsicher zu machen. Wo wir schon dabei sind:
,,Murphy, ich finde es absolut nicht witzig, dass du auf Türklinken springen und Türen selber aufmachen kannst, nur weil dir einfach mal danach ist!“
Und genau dieser Gedanke bringt mich dann auch auf eine völlig bekloppte Idee. Ich muss dir irgendwie verständlich machen, dass du mir jetzt die Tür aufmache musst. Leichter gedacht als getan. Katzen sind ja bekannt dafür nur das zu machen, was sie wollen. Es muss gar einen unumstößlichen Ehrenkodex geben der besagt: Je dringender dieser komischen Zweibeiner etwas von mir wollen, desto weniger will ich! Ein Versuch ist es trotzdem wert und da niemand da ist, der hören könnte wie mich zum Vollhorst mache, beginne vor der Tür deinen Namen zu rufen.
Ich höre dich miauen. Ich beginne auf Höhe der Türklinke mit meinen Fingernägeln leicht an der Tür zu kratzen und weiter deinen Namen zu rufen. Du bist neugierig und verspielt. Vielleicht ist das Geräusch ja so spannend, dass du auf der anderen Seite hochspringst? Du sitzt zwar vor der Tür und antwortest auf jeden meiner Rufe, aber rühren tust du dich nicht. 5 Minuten vergehen. Ich starte einen letzten verzweifelten Versuch und fange an so zu miauen wie du es tust, wenn du etwas von mir willst. Und dann höre ich es klar und deutlich. Erst einmal, dann zum zweiten Mal. Du springst und ich höre das sich die Türklinke bewegt. Noch einmal. Du musst sie noch weiter runter drücken! Gleich hast du es!Auch ich drücke die ganze Zeit gegen die Tür und auf einmal gibt sie tatsächlich nach.
Ich stürme in die Wohnung. Keine 15 Minuten nachdem die Tür zugefallen war. Überschütte dich mit allem Lob der Welt, knuddle und liebkose dich. Heute bist du mein Held. Und irgendwie hast du das auch verstanden. Ich kann es nicht richtig beschreiben, aber den ganzen Tag bist du herumstolziert wie der Gockel persönlich. Als wärst du kein Kater, sondern ein stolzer Löwe, dem niemand etwas anhaben kann. Und natürlich hat der Löwen dann abends auch seinen wohlverdienten Lohn bekommen. Ein großes Stück Hähnchenbrustfilet. Neben rohem Rindergulasch seine absolute Leibspeise. Zubereitet wie er sie am liebsten mag. Nicht roh, sondern in Wasser aufgekocht. Tja, ein richtiger Löwe bist du dann wohl doch nicht.....
 
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  • Eure Katzengeschichten Beitrag #2
:-D HERRLICH!!
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #3
Danke für dein Feedback. :grin:
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #4
Tolle Geschichte.Sehr schön erzählt.
Mein Mann u ich hatten uns auch mal ausgesperrt aber auf die Idee unsere Ausbrecherkönigin um Hilfe zu bitten sind wir leider erst gekommen als wir die Scharniere abgeschraubt hatten.
Murphy ist schon toll.Auch wie du beschreibst dass er stolz auf sich war,ein Knaller.
 
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  • Eure Katzengeschichten Beitrag #5
:shock: Ich kann das kaum glauben. Klasse wie Du das erzählt hast. Und Dein Kater ist stolz wie Bolle. Logisch, wäre ich auch, wenn ich Kater wäre:-D.
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #6
Danke, Danke, Danke...:oops:
Scharniere abschrauben ist aber auch eine tolle Idee.
Da wäre ich nie drauf gekommen.
Und stimmt. Der Kleine war da echt auf Zack. Und er hat definitiv gemerkt, dass er etwas ganz besonders gut gemacht hat. Den ganzen Tag ist er mir nicht von der Seite gewichen, ständig ist er mir um die Beine, wollte gestreichelt werden und war einfach nur den ganzen Tag so richtig happy. Er hat sich absolut verhalten, als ob er sonst was vollbracht hätte.:lol: Aber ich merke das auch beim Clickertraining. Wenn ihm irgendeine Übung so richtig Spaß macht und er dafür auch noch gelobt wird, dass freut ihn wie Bolle und dann hat er auch so eine Art "will to please" und versucht immer besser zu werden und ist super dabei.
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #7
Haben jetzt(leider)keine Klinke mehr dran weil sie uns nur noch ausgebüxt ist und mein Mann sich an das ständige zu schließen nicht gewöhnen konnte:???:
Also heißt es in Zukunft aufpassen dass der Schlüssel dabei ist.
Ach unsere Kätzchen.Da hat ja schon jeder seine Storys erlebt.
Du schreibst sehr anschaulich und lustig.Könnte man ewig weiter lesen.

ach ja,was ich noch sagen wollte,ich lache mich hier grad richtig schlapp bei der Vorstellung wie du jämmerlich mauzend vor der Tür stehst und mit den Fingernägeln kratzt.:g035::g035::g035:
HAMMER
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #8
Oh ja. Es war genau so peinlich wie es sich liest. Ich bin so froh, dass niemand das gehört und gesehen hat.:lol:
Deinen Mann kann ich absolut verstehen. Mich nervt es auch immer abzuschließen. Vielleicht ändere ich das auch bald mal.
Und vielen Dank noch einmal für das tolle Kompliment. Ich habe mich sooooo darüber gefreut.:-D

Ich habe noch so ein paar Momente auf Lager, die ich aufgeschrieben habe. Hier kommt mal der Nächste. Den kennt bestimmt jeder Katzenbesitzer.:) Ich hoffe er passt trotzdem noch, auch wenn es jetzt im Moment draußen gerade warm ist.


Kälte


Mein Wecker klingelt um kurz nach drei. Alles ist friedlich, ruhig und dunkel. Nur etwas Mondlicht erhellt das Zimmer. Draußen nieselt es. Bestimmt ist es auch kalt. Es ist November. Ich möchte gerne noch liegenbleiben. Mein Bett ist warm und gemütlich. Aber ich muss aufstehen und raus. Zeitungen austragen. Leise ziehe ich mich an. Selbst die Katzen wollen noch schlafen und kommen nicht angerannt. Ich will sie nicht stören, doch meine Mütze liegt im Wohnzimmer. So leise es geht schleiche ich mich hinein. In der Dunkelheit sehe ich das meine Jungs zusammen auf dem Sofa liegen. Ganz artig auf ihrer Katzendecke. Ich kann nicht anders und muss sie aus der Nähe betrachten. Gizmo hat mir den Rücken zugewandt. Auf der Seite liegend schnurrt er leise vor sich hin. Also ist er wach und hat mich gehört, mag sich aber nicht bewegen. Öffnet nicht einmal die Augen. Murphy dagegen hebt kurz den Kopf und blinzelt mich verschlafen an. Er hat es irgendwie geschafft sich zwischen Gizmo und die Sofalehne zu quetscht. Weil es so eng ist, liegt er halb auf ihm drauf. Bauch an Bauch. Das was mir aber zuerst ins Auge fällt sind seine Pfoten. Er hat sie sanft um Gizmos Hals geschlungen. Es sieht aus als würde er ihn im Arm halten. Und Gizmo tut es ihm gleich um nicht rückwärts runter zu fallen.Ich streichle Murphy über den Kopf und auch er fängt jetzt an zu schnurren und vergräbt dabei seine Nase tief in Gizmos Fell. Als wäre dieser sein Kissen. Plötzlich macht es mir gar nichts mehr aus raus in die Kälte zu gehen. Irgendetwas wärmt mich von innen.

Und jetzt her mit euren Momenten, die ihr so mit euren Süßen erlebt. :-D
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #9
So wie ich bei der ersten Geschichte geschmunzelt habe, habe ich bei der zweien Tränchen in den Augen. Sag mal, bist Du Schriftstellerin oder so?
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #10
Nein..Nein...:lol::lol::lol:
Ich habe nur irgendwann angefangen solche "besonderen" Momente mal aufzuschreiben. Einfach um für immer etwas zu haben und mich an so etwas immer zurück erinnern zu können.
Schön das es dir so gut gefällt.


Ich gehe gleich ins Bett, aber die nächste Story poste ich morgen Abend, wenn ihr denn mögt. Vielleicht postet ja noch jemand in der Zwischenzeit hier seine Geschichten. :)
 
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  • Eure Katzengeschichten Beitrag #11
Wieder ne schöne Geschichte und wieder toll und anschaulich geschrieben.
Hätte dich jetzt auch gefragt ob du Schriftstellerin bist.
Manche von den Leuten hier haben wirklich Potential zum Schreiben.
Freu mich schon auf die nächste Story mit deinen Süssen.
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #12
So, hier kommt noch einmal eine Anekdote. Leider habe ich es gestern nicht mehr geschafft etwas zu posten, weil wir Besuch bekommen haben.

Okay Murphy,
ich habe für dich diesen Namen ausgesucht, weil du ein absoluter Clown bist und du mich mit deine ganze Art an Eddie Murphy erinnerst. Mit einem kleinen, aber doch feinen Unterschied: Eddie Murphy will witzig sein, du bist wohl eher unfreiwillig komisch. Aber wir Zweibeiner sind ja auch gar nicht so leicht zu verstehen. Ständig passieren Dinge, die für euch Katzen einfach keinen Sinn ergeben. Geschweige denn, dass sie wenigstens nach einem festes System ablaufen würden, an das man sich halten könnte. So passiert es auch dir, dass du trotz, oder gerade wegen deiner Intelligenz und deinem unverwechselbarem Charme zur Lachnummer wirst. Aber wir lachen ja mit dir und nicht über dich. So wie letztens. Hier war Streichen angesagt und du warst natürlich mitten drin im Getümmel. Es ging schon toll los. Cousine Tina kam noch mit dem Rest eines großen leckeren Vanilleeis in die Wohnung. Mir hatte sie leider keines mitgebracht. Und dir natürlich auch nicht. Aber du wärst nicht du, würdest du es nicht schaffen ihr etwas abzuluchsen. Also los:
1. Man begrüße Tina mit einem freundlichen lauten Miau und setze sich genau vor sie hin.
2. gucke man sie so lange an, bis man auch wirklich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit hat. (Super. Das hat schon einmal geklappt. Jetzt geht es nur noch darum, ob sie wohl schlau genug ist zu verstehen, was man möchtest.)
3. hebe man seine beiden Vorderpfoten an, presse sie zusammen und bewege sie schön auf und ab.
Eben eine typisch kätzische Bettelgeste, die du auch super auf Kommando abrufen kannst. Ein fröhliches Aufjauchzen zeigt dir, dass du es geschafft hast: ,,Oh wie süß. Oh guck doch mal schnell. Der Kater will auch was. Oh wie niedlich. Darf ich ihm was abgeben?“
Jackpot. Wie zum Teufel schaffst du das nur immer? Aber na warte. Ganz so einfach kommst du mir nicht davon, mein Schlingel. So eine billige Masche. Tss. Tss. Tsss
Mit meiner Antwort: „Heb deinen Zeigefinger über seinen Kopf und sag ihm, er soll “Bitte Bitte“ machen. Gib ihm erst was, wenn er es auf Kommando macht. Ich will nicht, dass er unaufgefordert bettelt und damit auch noch durchkommt.“, versuche ich noch es wenigstens ein kleinen wenig schwere für dich zu machen. Erfolglos.
Was ist schon ein nochmaliges Betteln gegen leckeres Vanilleeis?
Und völlig begeistert darüber, dass nicht nur ich, sondern anscheinend alle Zweibeiner durch dieses betteln dazu bewegt werden können etwas abzugeben und du sogar verstehst, wenn sie dir das Kommando dazu geben, versuchst du dein Glück 20 Minuten später gleich noch einmal bei etwas, was du auch unbedingt haben möchtest.
Nur dieses mal reagieren alle ganz anders und du blickst ganz erschrocken und verwirrt drein, als alle laut loslachen und Tina unter Tränen prustet: „Ich kann nicht mehr..... "Bitte Bitte Klebeband"....... Ha...ha, ha... Der Kater will Klebeband von mir....“
Aber nicht nur das. Nein. Nicht nur, dass statt des Ausrufs „Oh wie süß“ alle lachen, weil du das Klebeband zum abkleben der Leisten haben möchtest. Du wartest jetzt ganz gespannt, dass sie dir doch bitte schön, wenn sie es dir das Klebeband schon nicht gleich geben mag, wenigstens das Kommando für “Bitte Bitte“ gibt. Immerhin ist das Klebeband wichtig. Alle Zweibeiner fummeln damit rum. Da ist es doch wohl wirklich nicht zu viel verlangt, wenn man danach fragt und auch etwas abbekommen möchte. Du versuchst es also gleich noch einmal. „Hallo? Hey, könnt ihr mal aufhören mit diesem Rumgegacker? Was mache ich denn jetzt schon wieder falsch? Da habe ich mir so eine Mühe gegeben eine Geste zu finden, die ihr versteht. Dann habe ich im Clickertraining fleißig gelernt, diese Geste auf euer Kommando hin zu machen. Und nun. Alles für die Katz oder was? Versteh einer mal euch Menschen.“
Murphy, wir hatten den ganzen Tag über jedenfalls sehr viel Spaß .“Bitte Bitte Pinsel mit Farbe“ fand ich auch sehr toll. Und zum Glück hast du auch bald verstanden, dass du, wenn du “Bitte Bitte“ einfach so machst, eben oft auch nur ein „Nein“ hörst.

@littlepanda und @Krabbentier

werde schnell wieder gesund Hannes. Das mit der Bindehautentzündung ist ja echt blöd. Ich hoffe es ist bei einer Bindehautentzündung geblieben? Ich freu mich auch, dass es mit deinem Job so gut klappt Silke. Und bei Krabbe ist ja auch wieder alles gut. :-D
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #13
Ich habe auch eine Geschichte abzuliefern. Da ich deinen Schreibstil mit sicherheit nicht so gut hinbekommen werde wie du, versuche ich gar nicht erst, in deine Fußstapfen zu treten, sondern erzähle einfach mal los :)

Was ich euch erzählen möchte, ist schwer, nur über die Schrift zu erzählen, da besonders die Anblicke zum Schießen waren. Es geht um meinen Kater, Lui. Lui ist eigentlich der falsche Name, denn er ist so ein richtiger Garfield. Oder eher noch, Simon's Cat. Ich erinnere mich an drei einschneidende Erlebnisse innerhalb der ersten vier Monate, nachdem dieser Kater mit seiner Katzenfreundin zusammen zu uns gezogen ist. Lolly ist eine ganz liebe, schüchterne. Wenn sie etwas tut, was sie nicht soll, braucht man sie nur mal schief mit hochgezogenen Augenbrauen anschauen, und sie lässt es. Nicht so Lui.

Gegebenheit Nummer 1: Wohnzimmer. Schatzi und ich liegen auf dem Sofa und sehen fern. Schräg an der Gegenüberliegenden Seite steht der Schreibtisch meines Freundes. Etwa 80 cm darüber hängt eine riesige Griechenlandflagge. Kater sitzt auf dem Schreibtisch. Plötzlich kommt es ihm, ach, ich sitz jetzt schon so lang hier rum, meine Knochen, ich muss mich mal schöööööön strecken. An der Wand nach oben. Mit ausgefahrenen Krallen. Direkt auf die Flagge über dem Schreibtisch zu. Frauchen sieht nur noch im letzten Moment, wie die ausgefahrenen Krallen Millimeter von der Flagge entfernt sind und kurz davor, selbige von der Wand zu reißen. In einer Mischung aus Hoffnung, das Unglück noch verhindern zu können, und Resignation rufe ich "Lui!". Was macht der Kater? Auf den hinteren Zehenspitzen stehend, die Pfoten weiterhin bis zur Flagge hochgereckt, hät er inne, zieht den Kopf leicht zurück und sieht mich an:"Ja bitte?" :shock:
Ich sage "Nein?!?". Und er? Schaut, als wolle er gleich die Augen verdrehen und sagen "Na gut, du verdirbst einem auch jeden Spaß" und setzt sich wieder auf den Schreibtisch. :lol:

Gegebenheit Nummer 2: Unsere Katzen sind brave Katzen. Sie kratzen nur dort, wo sie kratzen sollen: an ihren Kratzgelegenheiten. Mit einer Ausnahme: wir haben ein Sofa, dessen Lehnen aus Kunstleder sind.... Lolly lässt es in Ruhe. Nicht so Lui. Er weiß mittlerweile, dass er das nicht soll. Und lässt es. In der Regel. Außer, wenn er uns gerade aus dem Bett bekommen will. Ich liege morgens im Bett, es ist noch früh, gerade 5 Uhr, ich kann noch schlafen, es ist Samstag. Plötzlich höre ich ein leises "gurrrrr". Lui's Geräusch für "ich habe Hunger". Nichts da, ich bin Frauchen, gegessen wird, wenn ich aufstehe. Ignoriert. Ein wenih energischer "jauuul" - "ich verhungere hier, du Katzenquälerin". Nein, ich bleibe standhaft. Ich werde nicht aufstehen. Bestimmt 15 Minuten lang habe ich durchgehalten. Dann höre ich es: "Kratzkratzkratz". Das ist nicht der Kratzbaum. Das ist Leder. Mein Sofa!!!
Ich springe auf. Renne aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer. Dort sehe ich - den Kater, wie er unschuldig auf dem Kratzbaum sitzt und aus dem Fenster starrt. Nanu? Sollte ich mich tatsächlich verhört haben? Ich war so sicher, dass er am Sofa gekratzt hat. Naja, es war ja noch früh. Also wieder ab ins Bett. Keine zwei Minuten später, erneut: Kratzkratzkratz. Nein, ganz sicher, das ist mein Sofa. Gleiches Spiel, ich renne ins Wohnzimmer - und finde meinen Kater auf dem Kratzbaum vor. Also hör mal, denke ich, du willst mich doch verarschen. Lege mich wieder ins Bett. Und wieder, keine zwei Minuten liege ich, da höre ich "Kratzkratzkratz". Na gut, denke ich mir, diesmal erwische ich dich. V o r s i c h t i g nehme ich die Bettdecke von mir runter. Setze lautlos die Füße auf dem Boden auf. Schleiche zur Tür. Gehe blitzschnell den Schritt ins Wohnzimmer und schaue um die Ecke. Der Anblick? Mein Kater, wie er vorm Sofa sitzt, eine Pfote noch mit den Krallen im Sofa vergraben, und mich anschaut "scheiße, erwischt". Es war mittlerweile 15 vor 6. Ich wusste nicht, soll ich lachen oder weinen?

Gegebenheit Nummer 3: Wir haben eine Pflanze. Ich habe keine Ahnung, was das für eine ist, aber da Lui des Öfteren daran geknabbert hat und noch lebt, bin ich mir sicher, sie ist nicht giftig. Dennoch möchten mein Freund und ich ungern, dass er daran knabbert. Ich, weil ich mir doch etwas Sorgen um seine Gesundheit mache, mein Freund, weil er nicht will, dass der Kater seine Pflanze zerstört. Damals stand die Pflanze bei uns im Schlafzimmer auf der Kommode. Es begann alles wie in Gegebenheit Nummer 2: gurrrr! jaul! maaaaaauuuuuuu! Standhaft habe ich es ignoriert. Plötzlich höre ich schmatzschmatz. Ich schaue auf. Sitzt der Kater auf der Kommode und knabbert die Pflanze an. "Lui" sage ich "nein!" Er schaut mich an. Scheint einen Moment zu überlegen. Sieht die zerzauste und halb schlafende Zweibeinerin zwei Meter entfernt im Bett scheinbar nicht als große Bedrohung an, wendet sich ab und knabbert weiter an der Pflanze. Ich stehe vor der Wahl: stehe ich auf? Es ist halb 5. Ich kann kaum die Augen offen halten, ich glaube nicht, dass ich meinen Beinen trauen kann. Ich nehme mir also ein kleines Kuschelkissen und werfe es in seine Richtung. Natürlich nicht so, dass ich treffe, will meinem Katerchen schließlich nicht wehtun. Ich bin nicht einmal einen Blick wert. Die einzige Reaktion ist ein kurzes Zucken mit dem rechten Ohr. "He du Arroganter Fellhintern, ich bin dein Frauchen verdammt nochmal, geh zum Teufel von der besch***** Pflanze weg!!!!" Langsam werde ich laut. Der Kater? Er ist es langsam leid. Dreht sich zu mir um, setzt sich in Pose, und während seines nächsten genüsslichen Bissens schaut er mich an, kaut herausfordernd und sieht mir in die Augen:"und was willst du jetzt tun?". Tja, was soll ich sagen? Ich bin aufgestanden und hab ihm Futter gegeben :-D
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #14
:lol::lol::lol::lol::lol:
Lui ist klasse.
Sehr sehr toll beschrieben.
Manche Katzen haben es echt drauf ihre Dosis zu erziehen.
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #15
Ja im Nachhinein find ich das auch immer klasse :-D
Das hat er tatsächlich drauf. Er erzieht sogar meinen Freund, der ja eigentlich gar keine Haustiere haben wollte und den Katzen nur unter der Bedingung zugestimmt hat, dass ich mich um sie kümmere. Dazu muss gesagt werden, wenn mein Freund PC spielt, dann hat ihn nichts zu stören. Manchmal geht er dann nichtmal ans Telefon, auch wenn ich von unterwegs anrufe und was besprechen will. Das gab schon oft Diskussionen á la "hallo ich bin ja wohl mehr wert als ein PC-Spiel". Letztens erzählt mir aber meine Schwester (die selbst gern PC spielt und ab und zu mit meinem Freund zusammen), dass mein Freund plötzlich mitten im Spiel verschwunden war. Im Teamspeak war er nicht mehr zu hören, im Spiel bewegte er sich nicht mehr. 5 Minuten später war er plötzlich wieder da und sagt ins Headset "sorry Leute, die Katzen wollten was". Da waren die noch keine 2 Monate da und hatten schon geschafft, was ich seit fast 3 Jahren versuche :-D
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #16
Dosis erziehen ist eine Sache. Dosis zum Herzschlag bringen, ist vermutlich nicht beabsichtigt.

Rhino hat nicht so genau mitbekommen, dass er ein Kater ist, den Felidae angehört. Er hält sich für einen Hund, um genauer zu sein, für einen Herdenschutz- und Hütehund und bleibt immer in meiner Nähe, bei Fuß, sozusagen.

Situation 1: Wir gehen im Wald spazieren. Wir, das sind Rhino-Kater, Kaija-Katze, Issi-Hündin an der 10-m-Schleppleine und ich. Als uns vier Jogger entgegen kommen, verschwindet Kaija im Unterholz, Rhino setzt sich neben mich. Issi entdeckt den Hund, den die Jogger mit sich führen. Die beiden Hunde beschnüffeln sich in ca. 8 m Entfernung. Issi findet den Hund - aufdringlich und grummelt leise. Rhino beobachtet, wird immer erregter, buckelt, bekommt eine "Flaschenbürste", schießt auf die Hunde zu und geht zwischen Issi und den fremden Hund. Der ist erst einmal irritiert und geht zurück. Nicht so Rhino. Der greift an. Ich werde kreidebleich und rufe Rhino zurück, werde aber etwas durch die Schleppleine behindert. Schließlich hört Rhino auf meine Rufe. Uff. Mein Herzschlag beruhigte sich. Der Gegner war ein gestandener Dobermann und die Hundehalter hatten nicht einmal eine Leine dabei.

Situation 2: Wir gehen wieder mal spazieren. An einer Pferdekoppel (ein Pferd) beschließt Issi-Hündin, dass sie diese Koppel doch einmal näher erkunden möchte und düst davon. Ich düse hinterher. Von Issi ist nichts mehr zu sehen. Zwei Schatten jagen an mir vorbei. Kaija und Rhino. Sie biegen nach links ab. Ich hinterher. Die Katzen finden Issi . Eine Katze rechts, eine links und dem Hundetier ist der weitere Weg abgeschnitten. Hundi kann nur noch in meine Richtung laufen. Uff.

Situation 3: Diese erlebe ich häufig. Die Katzen gehen mit Hundi Gassi. Irgendwann hat Kaija, seltener auch Rhino, keine Lust mehr und bleibt in einem Garten zurück. Mäusejagt! Auf dem Rückweg schließt sich das Tier wieder an. Es wartet genau an der Stelle, an der es "abhanden" kam. Sollte das Tier einmal nicht sofort zu uns stoßen, tritt Plan B in Kraft. Das Tier warte so lange an der Stelle, bis ich es abhole. Die Logik dahinter scheint zu sein: "Wenn wir mit Dosine losgehen, müssen wir auch mit Dosine nach Hause gehen." Wir reden von 200-300 m. Natürlich kennen die Katzen den Weg. Sie gehen ihn ja auch ohne mich und finden heim. Dennoch warten sie darauf, dass ich sie abhole.
Rhino treibt sich auch gerne mal mit Katzenkumpels draußen rum und passt Hundi und mich ab, um die Abendrunde mit uns zu drehen.

Aber vor, spätestens mit, Einbruch der Dunkelheit sind die Katzentiere brav zu Hause.
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #17
Oh wow. Besonders die erste Situation ist ja richtig krass.:shock: Da hätte ich aber auch einen Herzinfakt bekommen. Hat Rhino überhaupt gar keine Angst vor Hunden? Ich kenne viele Katzen die mit Hunden leben. Fremden Hunden gehen die aber alle aus dem Weg. Es gibt ja viele Hunde, die eine Katze sofort packen und totschütteln würden. Ein Hoch auf den Dobermann...;-)
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #18
Als meine Hündin Micky als Welpe bei uns eingezogen ist, wurde sie sofort von meiner Katze Susi adoptiert. Susi war eine sehr erfolgreiche Jägerin, und sebstverständlich mußte das auch ihr Nachwuchs lernen.
So kam es, das Susi durch das geöffnete Fenster reinsprang und eine lebende Maus vor dem Hundekind laufen lies. Ähm.
Nun, der Hund (Dackel-Bracke-Mischling) war seeeehr interessiert. Nur, die tollpatschigen krummen Beinchen liesen sich einfach nicht schnell genug sortieren. Und die Maus verschwand unter dem Schrank.
Susi war fassungslos! Und _das_ sollte ihr Kind sein???
Bevor Micky überhaupt wußte, was los ist, hat Susi aufgezogen und ihr links und rechts eine geknallt. Das Hündchen stand da, die Stirn in dicke Falten gelegt, Ohren und Schwanz hängend, ein Bild zum wegwerfen.

Klappe die 2.
Es gab Futter. Und Micky hatte immer Hunger. Da stand ihr Napf, sie wollte sooo gerne essen, nur - Susi war am Napf, und Micky traute sich nicht hin.
Wieder wurden dicke Dackelfalten produziert. Und dann kam die zündende Idee. Sie schoß auf Napf und Susi zu, packte den ganzen Napf und trug ihn mitsamt Futter davon.
Da haben wir auch nur noch so :shock: geguckt.

Ach ja, Micky hat das Mäuse fangen noch gelernt. Auf Katzenart. Sie saß zusammen mit den Katzen um das Mauseloch und wartete auf die Maus.
Wenn eine Katze eine Maus hatte, war Micky zur Stelle und wollte die auch haben.
Micky hielt sich für eine Katze. Oder sie dachte, das Katzen und Hunde dasselbe sind.
Und Micky hat später jede junge Katze, die hier eingezogen ist, adoptiert. Das ging so weit, das sie sogar Milch bekam, als 2 sehr junge Katzenwelpen eingezogen sind.

Allerdings, Susi war mit Mickys Jagderfolgen nie zufrieden. Sie hat immer total zweifelnd zugesehen. Es sah echt oft so aus, als ob sie den Kopf darüber schüttelt und es einfach nicht begreifen konnte.
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #19
Oh wow. Besonders die erste Situation ist ja richtig krass.:shock: Da hätte ich aber auch einen Herzinfakt bekommen. Hat Rhino überhaupt gar keine Angst vor Hunden? Ich kenne viele Katzen die mit Hunden leben. Fremden Hunden gehen die aber alle aus dem Weg. Es gibt ja viele Hunde, die eine Katze sofort packen und totschütteln würden. Ein Hoch auf den Dobermann...;-)

Rhino war mindestens 2 Jahre alt, grob geschätzt, da Fundtier, als er zu mir kam. Ich kenne seine Vorgeschichte also nicht. Er verträgt sich aber im allgemeinen mit Katzen, Hunden und Kleintieren. Hunden geht er aus dem Weg, wenn die Möglichkeit besteht und seine Mädels (Hündin und Kätzin) nicht akut gefährdet sind oder der Hundehalter irgendwie seltsam reagiert und der Hund deshalb erregt ist. Bekannten Hunden gegenüber bleibt er freundlich. Erst heute ging er mit, obwohl ein Jack Russell und sein Frauchen uns ein Stück des Weges begleiteten. Der JRT lebt allerdings mit Katzen und ist katzenfreundlich, auch gegenüber fremden Katzen.

Rhino beobachtet Hunde sehr genau und reagiert dann entsprechend. Er "liest" die Tiere und deren Gesinnung wirklich sehr gut. Ist der Hund Katzen gegenüber neutral oder freundlich eingestellt, scheint Rhino das zu erkennen und bleibt ruhig. Ist der Hund ein Katzenhasser, muss ich mitunter schnell sein und Rhino wie einen Hund "blocken" (und den Hund am besten auch) oder die Post geht ab und ich nähere mich einem plötzlichen Herztod.
 
  • Eure Katzengeschichten Beitrag #20
In der Regel würde ich mir bei solchen Situationen mehr sorgen um den Hund machen als um die Katz :p
Auch wenn Hunde eher den Jagdtrieb auf Katzen haben, sind Katzen für den Kampf besser ausgestattet :mrgreen:
 
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