Mein Kasi hat Pica.
Er frisst Plastik, Folie, Teppich und Glas.
Er hat nie gelernt, was man als Katze fressen kann, und was nicht. Zudem hat er aber auch noch andere "Verhaltensauffälligkeiten". Ich hab das in "" gesetzt, weil er für sich völlig logisch handelt, es aber eben doch anders ist, was eine andere Katze tun würde.
Kasi braucht immer, 24h am Tag Zugang zu Trockenfutter. Ist der Napf leer und er verpürt nur ein dezentes Hüngerchen, geht es an die oben genannten Sachen.
Nassfutter nimmt er manchmal. Ich weiß, dass diese Art der Fütterung nicht gut ist, aber sie sichert meinem Kater das Leben.
Fühlt er sich vernachlässigt, geht er auch an die Sachen. Er braucht also extrem viel Ansprache.
Schimpfen darf man mit ihm nicht, dann ist er so verunsichert, dass er aus Reflex schon die Sachen frisst, die ihn umbringen würden.
Man sagt, dass man bei Pica-Katzen alles weg räumen soll, was gefährlich ist. Das ist bei Kasi unmöglich.
Man muss sich viel, sehr viel mit ihm beschäftigen. Nicht zwangsläufig geistig, aber er braucht Ansprache. Er braucht die Bestätigung, dass er bedingungslos geliebt wird, auch wenn er einen manchmal zur Verzweiflung treibt, wenn er zu seinen Problemen, dann auch noch anfängt neben das Klo zu machen.
Alleine bleiben mussten wir erst üben. Er bekommt sonst Angst, dass ich nicht wieder komme. Zumindest das Problem konnten wir lösen. Ich kann nun auch mal eine Woche weg bleiben (Katzen werden betreut), und er zeigt kaum Auffälligkeiten.
So anstrengend das Leben mit ihm ist, so sehr liebe ich ihn, wenn ich sehe, wie sehr er die Sonne genießt, mal den Schalk im Nacken hat, oder sich schnurrend von mir streicheln lässt.