Hallo ihr Lieben.
Ich weiß, dass es dieses Thema sicherlich schon recht häufig hier im Forum gab, doch ich hoffe einfach, dass ihr mir eine kleine individuelle Beratung geben könnt.
Vorab sei zu sagen: Ich habe bereits viel im Internet recherchiert und mir auch hier das ein oder andere zum Thema durchgelesen. Ich gehe also nicht als völliger Laie an die Sache heran und bin nicht zu faul zum googlen *grinst*
Nun zum Thema. Ich werde versuchen es so gut es geht zu beschreiben:
Mitte Januar dieses Jahres haben mein Freund und ich uns unsere erste Katze - Kira - zugelegt, bzw. sie hat sich uns ausgesucht

Die Kleine ist eine
BKH Rassekatze (zum jetzigen Zeitpunkt 7 Monate alt), ruhig, absolut sanftmütig, geduldig und unglaublich liebevoll. Beim spielen und sonstigen Aktivitäten ist/war sie immer sehr vorsichtig und verletzt uns nie mit Absicht. Natürlich bekamen wir mal den ein oder anderen Kratzer ab, aber das hat uns nicht gestört & ist völlig normal. Sie war jedoch nie die typische "Kuschelkatze", d.h.: sie schnurrt nicht um die Beine herum oder kommt mit dem Köpfchen. Wenn sie gestreichelt werden wollte kam sie auf den Schoss gesprungen hat sich ausgiebig kraulen lassen und ist dann danach meist in ihren Kratzbaum gehüpft, eben wie eine normale Katze (denke ich). Unter dem Kinn kraulen, oder unsere Haare putzen war der absolute Hit und der Schnurrmodus kam auch sofort in Gang, am Bauch dagegen eher weniger. Wenn wir sie gestreichelt haben, hat sich auch der Schwanz aufgerichtet und/oder sie hat die Augen dabei zugemacht. Gefressen hat sie bis zu 4x 100g am Tag, mal mehr mal weniger. Sie hat uns nie angefaucht, uns nie gebissen oder sonstige Merkwürdigkeiten an den Tag gelegt.
Soweit ich bisher über Katzen gelesen und mich informiert habe, scheint dies alles soweit ein normales Verhalten zu sein.
Nach 2 Monaten dann ist mir aufgefallen, dass sie anfing mein Sessel als Kratzbaum zu missbrauchen. Wie verrückt ist sie auf das Ding rauf gesprungen und hat ihre Krallen genüsslich in den Sessel vertieft. Ein "nein" kannte/kennt sie nicht wirklich, da sie mein erstes Fellnässchen ist und auch allgemein mein erstes eigenes "Haustier/Familienmitglied" (in meinem Elternhaus hatten wir nur Vögel) und ich irgendwie nicht die nötige Strenge aufbringen konnte, sobald ich in ihre riesigen Kulleraugen blickte *seufz* Nicht gerade sehr förderlich, ich weiß! Mein Freund hat da schon eher Erfolg, denn auf sein "Ab" (wenn sie zum Beispiel auf der Küchenzeile herumklettert) hört sie.
Ebenso begann sie jeden Morgen an der Schlafzimmertür zu kratzen. Nicht mit den Krallen, nur mit den Tatzen, aber laut genug um uns permanent aus dem Schlaf zu holen. Ich durchforstete also das Netz und neben zahlreichen Tipps, die mir persönlich nicht wirklich zusagten (Doppelseitiges Klebeband an der Tür & Katzenfernhaltespray), fand ich auch einen Beitrag bei dem man uns riet sie zu ignorieren. Gesagt, getan. Es half, kurze Zeit, doch wenige Zeit später fing sie wieder an. Mein Freund war dagegen sie ins Schlafzimmer zu lassen, gerade weil er seinen Schlaf brauchte und nicht wollte, dass ihn Nachts eine Katze auf dem Kopf herumtanzte.
Mit der Kastration (die vor 2 Wochen stattfand) änderte sich jedoch seine Meinung und sie durfte von nun an im Schlafzimmer schlafen

Die Maus hat sich ans Ende meiner Bettdecke zu meinen Füßen gekuschelt und brav geschlafen, alles Top!
Nun zum eigentlichen Thema & weswegen ich eure Hilfe benötige.
Das veränderte Verhalten meiner Kira, brachte mich dazu mal ein wenig zu recherchieren. Warum sie an der Schlafzimmertür kratzte oder meinen Sessel zu ihrer neuen Kratzgelegenheit umfunktionierte. Ich las viel und stieß jedes mal auf den selben Grundinhalt: Eine Katze ist nicht gern allein, sie benötigt einen Spielpartner. Nachdem ich mich, über einen längeren Zeitraum, informiert hatte trat ich mit meiner Bitte, ein/e zweite/n Kat(z)e/r anzuschaffen, an meinen Freund heran und erläuterte ihm die Vorteile einer Vergesellschaftung bzw. der Anschaffung einer zweiten Fellnase. Begeistert war er nicht, denn er konnte sich nicht noch so ein verspieltes "Ungetüm" (;D) in unserer 77m² Wohnung vorstellen. Trotz all seiner Bedenken, vereinbarte ich spontan einen Kennenlernen-Termin bei einem anderen Züchter, als den von der wir Kira haben, und gemeinsam schauten wir uns die kleinen
silver-
tabby BKH's an. Kaum waren wir da, war mein Freund ganz vernarrt in einen kleinen Kater, der aktiv, verspielt und sehr verschmust war. Und was soll ich sagen? Ruckzuck war er überzeugt und am letzten Freitag (30.05) durften wir unseren 3 Monate alten Neuzugang dann auch abholen. Dieser Tag war terminlich perfekt, gerade weil wenige Stunden zuvor bei Kira die Fäden der Kastration gezogen wurden und sie endlich ohne Trichter auf dem Kopf frei herumtollen konnte.
Die ersten 30 Minuten verschwand mein Freund mit dem kleinen Tiger in meinem separaten Arbeitszimmer, damit er erst einmal in Ruhe ankommen & sich entspannt die neue Umgebung anschauen konnte. Ich wartete derweil mit Kira im Wohnzimmer, spielte und verwöhnte sie (gerade weil das Spielen die Tage zuvor mit dem Trichter nicht so wirklich ging) bis wir uns dann entschlossen die "Pforten" zu öffnen, und die beiden aufeinander "los" zu lassen ^.^ Sie fauchte nicht & machte vorerst keine Anstalten ihm irgendwas zu tun. Sie wich zurück, wenn er näher kam und er wich zurück wenn sie näher kam. Nach ca. 30 Minuten dieses hin und her's, fing Kira dann, Arttypisch, an ihr Revier zu verteidigen. Sie schnappte ein paar mal nach ihm, wollte ihm aber scheinbar nie richtig wehtun & er bekam ein paar Tatzenhiebe ab. Der Kleine hat sich davon jedoch nicht beirren lassen, wehrte sich kräftig & fauchte gelegentlich (im Gegensatz zu Kira, die fauchte kein einziges mal). Ein paar Stunden später jagten die beiden immer wieder hintereinander her, teilweise besprang Kira ihn von oben, aber es geschah nichts "ernstes". Ich würde sagen grundsätzlich ist die erste Kontaktaufnahme ziemlich sang- und klanglos von statten gegangen. In der Nacht schliefen die beiden dann auch im Schlafzimmer und waren eigentlich recht entspannt.
Was mir aufgefallen ist: Kira behält Sammy permanent im Auge & "dackelt" ihm ständig nach. Ich hab das Gefühl, dass sie sich ein wenig, wie eine Glucke verhält, dass auf ihr Junges aufpasst, aber ob das sein kann? Vielleicht wollte sie auch einfach immer nur wissen, was er "böses" vorhat und wie er ihr das Revier streitig machen konnte, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall kam es zu keinem knurren, fauchen oder sonstigem. Sie läuft ihm einfach nur nach & behält ihn im Auge.
Am Samstag lagen die beiden dann schon relativ nahe beieinander und erste Nasenstubser wurden verteilt, alles jedoch ziemlich verhalten (Annäherungsversuche sind rar gesät). Die eine schlief immer da wo der andere war und umgekehrt. Sie teilen sich teilweise sogar das selbe Katzenklo (obwohl wir extra ein zweites angeschafft haben) und/oder fressen aus einem Napf. Prinzipiell würde ich sagen, dass sich das ganze durchweg positiv anhört/liest. Ist es auch, aber trotz allem mache ich mir Sorgen. Natürlich ist die Vergesellschaftung erst wenige Tage alt. Man kann keine Wunder erwarten & ich weiß, dass dieser Prozess teilweise Tage bis Monate andauern kann. Alles in allem haben wir es wohl gut getroffen, doch nun kommt der Knackpunkt.
Wo Kira vorher 3-4x 100g täglich selbst gefressen hat, werden nun nicht mal 2x 100g Tütchen leer. Zugegeben wir hatten bis gestern recht viel TF herumzustehen, dass ich jedoch aus Gesundheitlichen Gründen ein wenig einschränken möchte, vielleicht haben sie sich daran satt gefressen, aber da ich nicht permanent auf die Katzen acht gebe, kann ich das schwer beurteilen. Gerade weil sie so "hin und her springen" was das Fressen aus den Näpfen angeht, weiß ich nicht wer von den beiden jetzt die Portionen gegessen hat. Getrunken haben sie jedenfalls wie ein Loch ;D Beide Wassernäpfe + die Hälfte des Trinkbrunnens waren innerhalb von 2 Tagen leer. Ich habe dann gestern Abend begonnen sie getrennt voneinander zu füttern, habe Kira in der Küche ihr Fressen in den Napf getan, die Tür geschlossen und dann für Sammy im Flur seinen vollgemacht. Gefressen haben sie nicht wirklich viel und es stand bis heute morgen rum.
Doch nicht nur, dass Kira weniger frisst, nein sie "verweigert" sich uns auch ein wenig. Ich habe Sammy teilweise mal in einen anderen Raum gebracht und in Ruhe mit Kira gespielt, damit sie merkt, dass sie weiterhin die "Nummer 1" ist und bleibt, habe ihr erst immer Leckerlies gegeben und sie, auf gut Deutsch , bevorzugt behandelt, doch in letzter Zeit schnurrt sie gar nicht mehr, wenn ich/wir sie streicheln. Sie entgleitet uns bzw. "duckt" sich unter unsere Hand hindurch weg und legt sich ins Bad schlafen. Wenn ich sie unter dem Kinn kraule (was sie ja sonst geliebt hat), schließt sie zwar wie sonst immer entspannt die Augen, allerdings kommt dabei kein schnurren aus ihrer Kehle, nicht mal der Hauch. Miauen tut sie eher selten und auch das berühmte "stumme Miauen" habe ich, seitdem wir Sammy haben, nicht mehr zu Gesicht bekommen. Sie hebt zwar teilweise den Schwanz in die Höhe wenn wir ihr über den Rücken fahren, aber das war es auch schon. Vor allem wirkt sie immer sehr angespannt, sobald Sammy im Raum ist bzw. mit irgendwas spielt.
Mich macht das Verhalten meiner Kleinen natürlich unheimlich traurig, denn ich liebe sie ja nach wie vor heiß und innig & gerade, dass sie sich so in ihrem Verhalten verändert hat (jedenfalls uns, den Menschen, gegenüber) macht mich einfach ein wenig missmutig, ob das nun wirklich so eine tolle Idee mit der zweiten Katze war. Sie schläft viel, spielt mit Sammy fangen, aber ich hab das Gefühl, dass sie von uns nichts mehr wissen will. Ihr zu Liebe versuche ich Sammy teilweise auch zu ignorieren, wenn er kommt und mit dem Köpfchen mein Bein anstubst (er ist unheimlich verschmust) oder wenn er wie wild anfängt zu schnurren sobald er mich sieht, aber das kann es ja auch nicht sein.
Und somit schließe ich den LAAAANGEN Kreis der Erklärung und komme zu meiner Ausgangsfrage zurück: Ist Kira's Verhalten normal? Natürlich, sie muss sich an den Rabauken erst gewöhnen, aber meine Frage bezieht sich eher auf die Beziehung von IHR zu UNS. Wird sie denn je wieder entspannt schnurren können oder ist sie nun durch ihren Artgenossen so weit auf ihn fixiert, dass wir sie nicht mehr interessieren? Dauert das einfach nur ein paar Monate oder bleibt sie nun auf ewig ein wenig "verschlossen"? Ich wäre untröstlich, wenn die Kleine sich noch weiter von mir distanziert, gerade weil ich, seitdem sie hier ist jede freie Minute mit ihr verbracht habe & mich selbst wie eine Glucke um sie gekümmert habe.. Sicherlich handle ich mit diesem Posting hier sehr übereilt, denn wie geschrieben: die Vergesellschaftung ist gerade einmal 5 Tage alt, allerdings möchte ich einfach so gut es geht bescheid wissen & wenn ihr mögliche Tipps/Tricks habt, diese umsetzen, damit ich meine süße Maus auch weiterhin kuscheln kann im Wissen, dass sie sich rundum wohl fühlt.
Entschuldigt den "wall of Text". Ich hab's echt nicht so mit präzisen Zusammenfassungen, vor allem nicht, wenn ich versuche ein genaues Bild der Lage zu beschreiben. Ich hoffe der ein oder andere kann mir hier weiterhelfen,denn was ich bisher so bei anderen Themen gelesen habe, zeigt mir, dass ihr eine sehr hilfsbereite und nette Community seid =)
Liebe Grüße
Lysari
Edit: Gerade hat sie ganz leise geschnurrt, als ich sie gestreichelt habe, aber nur da Sammy nirgends zu sehen bzw. nicht in der Nähe war!