Aggression bei 10-jähriger Katze

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Muppel

Muppel

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Hallo zusammen,
wie manche schon gelesen haben sind wir auf der Suche nach einem neuen pelzigen Begleiter. Dabei sind wir über eine 10-jährige Katzendame gestolpert, die schon über ein Jahr im Heim sitzt. Das was ihrer sofortigen Abholung im Wege steht sind ihre Aggressionen. Wir haben schon mit der Pflegerin geredet ("ja ab und an hat sie ihre Phasen") und auch mit der Ärztin ("Das macht sie ohne anzeichen, springt an Scheiben bei Bewegung und hat gestandene Pfleger aus dem Haus getrieben"). Das sind ja nun zwei recht verschiedene Meinungen, ich denke die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen. Jetzt sind wir natürlich etwas unsicher, ob wir die Kleine bei uns aufnehmen können/wollen. Was wir auf alle Fälle vermeiden wollen ist dass sie dann doch wieder zurück muss, weil wir es nicht "geschafft" haben!

Ich versuche das mal zu Beschreiben: Die Kleine hat eine SDÜ, die eingestellt ist und hat andere "nervengeschichten" (eingestellte Epilepsie und Ataxie der Hinterbeine).
Wir haben sie auch schonmal kennengelernt und sie ist, wenn man sie ruft, vom Kratzbaum runter geklettert (schaut etwas komisch aus wegen der Ataxie aber schafft sie) und ist dann freudig zu uns, hat sich kuscheln lassen und konnte sich in dem moment nicht entscheiden von wem sie sich grad mehr streicheln lassen möchte und tigerte immer zwischen Menne und mir hin und her. Sie hat interessiert an meiner Nase geschnuppert und sich dran gerieben, bei Menne hat sie sich direkt auf den Rücken geworfen und sich kraulen lassen. Wir haben sie also also super liebe (wenn auch etwas hyperaktive) kuschlerin kennengelernt.
Mündlich haben wir dann folgendes gehört: Wenn sie im Gang spazieren geht und es ihr mit den anderen Katzen zu viel wird, beginnt sie aggressiv auf jegliche Bewegung zu reagieren. Dann ist sie auch nicht mehr richtig ansprechbar/abrufbar, lässt sich erst recht nicht mehr anfassen. Oft mussten sie sie dann mit einer Decke überziehen und in ihren Bereich zurücksetzen. Dort beruhigt sie sich manchmal schnell innerhalb von Minuten oder selten über mehrere Tage. In dieser "Anfallsphase" kommt es auch vor, dass sie dann gegen die Glasscheibe ihres Bereiches springt wenn jemand dran vorbei läuft, so dass sie auch die abhängen, damit sie sich beruhigen kann.

Das klingt alles schon recht heftig...Ich würde mir zutrauen in diesen Situationen mit ihr umzugehen, bzw habe schon ein recht gutes Gefühl wenn sich Katzen anspannen und "kurz davor sind". Bei Menne ist noch nicht so viel Erfahrung da, er würde sich dann eher aus der Situation entfernen (andere Ecke oder anderer Raum). Ich hätte einfach die Hoffnung, dass sie in einer häuslicher Umgebung wo keine anderen Katzen sind, es ruhiger zugeht, sich etwas entspannen kann und diese Aggression eventuell garnicht so dramatsich sind. Ich möchte aber ohne Sorge für zwei Wochen auf meine Fortbildung fahren und Menne da nicht "Überfordert" zurücklassen. Tabletteneingabe soll in 99% ohne Probleme sein (über Leckerli und beim Kuscheln ins Maul werfen). Und zu gucter letzt wollen wir uns in unserer Wohnung natürlich zu einem gewissen Grad auch entspannen können ohne in ständiger Angst vor einem fiesen Angriff haben zu müssen. Uns ist auch Bewusst, dass die erste Zeit 50:50 Chance hat ruhig oder schlimmer zu sein im Vergleich zur jetzigen Situation im Heim.

Medizinisch ist sie soweit abgecheckt. Man kann natürlich nie sagen ob sie nicht doch einfach einen Knacks weg hat, da sie ja schon andere Nervliche Abnormalitäten zeigt...

Wir wollten am Wochenende nochmal hin und sie nochmal real erleben bzw. genauer mit den Pflegern reden. Vor allem wollen wir ein besseres Bild bekommen wie oft sie denn so in Rage ist, was ihre Erfahrungen sind ob/was es für Auslöser sind und wie sie sich dann Verhalten. Ich wollte aber vorher auch hier nochmal nachfragen, ob jemand Erfahrungen mit solchen Tieren hat.

Ich habe schon viele Themen hier gelesen, in denen ging es Hauptsächlich um jüngere, meist männliche Tiere ging, wo oft die Lösung ein Partner war. Ich denke das hier ist eine andere, speziellere, seltenere Situation, zu der ich erstmal nichts gefunden hab.

Sry für den langen Text und danke fürs lesen !
Das verrückte Seniorenhospiz =)
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #2
Guten Morgen!

vorweg: ich finde es absolut bemerkenswert, dass ihr euch dieser Katze annehmen wollt!

mit so einem speziellen Fall habe ich auch noch keine Erfahrungen gemacht. Unsere Katzen haben bspw. nichts mit denen von den Pflegern beschriebenen gemeinsam. Sarabi hat sich in ihrer Glasbox nur versteckt und war überhaupt nicht ansprechbar/anfassbar. nach 2 Tagen hatte ich eine völlig andere Katze zu hause.

meine ganz subjektive Meinung ist, dass die Pfleger unsere Katzen überhaupt nicht kannten. Was vielleicht daran liegt, dass unsere Fellis noch nicht so lang da waren, es dort eh einen wahnsinnigen Durchlauf an Tieren gibt und man das gar nicht schaffen kann. Gut möglich, dass das bei Tieren, die schon länger da sind, sich ganz anders verhält.

Es kann sein, dass die Katze bei euch total anders/entspannt ist. Wenn ich mich an dieses Gewusel, die Lautstärke, die Enge und einfach an diesen geballten Katzengeruch erinnere, könnt ich spontan auch gegen die Scheibe springen :???:
Wochenende ist wohl immer Hochkampfzeit im Tierheim...

ich kann aber auch total verstehen, dass ihr Bedenken habt und die Kleine dann nicht wieder zurückbringen wollt, wenn es gar nicht funktioniert.

ich hoffe, es meldet sich noch jemand, der da Erfahrungen hat und euch bei der Entscheidung helfen kann!

ich drück euch auf jeden Fall die Daumen
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #3
Danke Sarabi =)
Eben weil es in der normalen Vermittlung so hektisch zu geht sitzt die Kleine auf der Krankenstation. Da ist sicher auch ein "komischer" Tierarztgeruch aber doch deutlich ruhiger. In der normalen Vermittlung hatte sie öfter diese gegen-die-Scheibe-Aktion gezeigt, was natürlich auch für potentielle Interessemten erschreckend war.

Was ich noch vergessen hab: sie wurde zuerst ausgesetzt und beim zweiten mal aufgrund der Aggression gegen Besitzer (aber vor allem gegenüber dem Baby) abgegeben. Die Arme soll ja auch kein Wanderpokal sein...
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #4
Als ich mich wegen meinem Pflegi Pio mit Epilespie beschäftigt habe, habe ich mehrfach auch von Aggressionen gelesen. Diese Art Aggressionen kann eine Begleiterscheinung sein, deutet aber - nach dem was ich gelesen habe - das die Medikamente nicht richtig eingestellt sind. Und es meistens Auftritt kurz vor einem Anfall.

Da Epilepsie bei Katzen nicht soooo häufig ist, würde ich mal mit einem Tierarzt sprechen, der da mehr Erfahrungen hat als die TÄ im Tierheim. Für mich deutet es auf eine Aura-Form hin, die noch viel seltener ist und mit der sich nur wenige TÄe auskennen. Pio hatte auch eine Aura, allerdings zeigt sie sich bei ihm nicht in Aggressionen, sondern in Hyperaktivität - und mit seinen Medikamenten ist er jetzt so eingestellt, das es fast weg ist. Allerdings ist Pio schon Ende September 2013 in sein endgültiges Zuhause umgezogen und somit kann ich da nicht mehr aus Erfahrung berichten.

Ergänzung: Bei Pio brauchte es eine Kombination aus Phenoleptil (Phenobarbital) und Diazepam (Valium) um die Epilepsie in den Griff zu bekommen, die konserative Behandlung (nur Phenobarbital) schlug bei ihm nicht richtig an. Diazepam gibt man heute eigentlich nur bei einem Anfall, aber erst die Kombination hat die Aura "abgefangen" und auch die Anfälle merklich verringert.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #5
Danke Ice! Die Ärztin meinte dass sie die Epilepsie und die Aggression als zwei versch Prozesse vermutet. Sprich dass sie sich eben auch so verhält wenn sie sich zB erschrickt. Wenn wir sie wirklich nehmen würde ich mich auch nochmal eingehender mit Spezialisten unterhalten. Erstmal gehts ja darum ob jemand von euch Erfahrungen mit aggressiven Phasen von Katzen hat. Was macht ihr dann, was waren bei euch Vorzeichen, wie entspannt ist für euch das Leben mit so einer Katze...
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #6
Also ich kann dir da bestimmt nicht so gut weiterhelfen, aber ich habe selbst eine Schilddrüsen-Unterfunktion. Wenn ich mit meinen Medikamenten zu hoch eingestellt war, war ich auch immer sehr schnell reizbar. Vielleicht ist die Medikation da auch noch nicht so perfekt eingestellt, das sie sich wirklich entspannen kann in dem Troubel der da herrscht. Vielleicht könnte da eine zweite Meinung vom Tierarzt helfen.
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #7
Na ja, auch das Erschrecken kann bei einer Epi-Cat vorkommen und die Aura kann von wenigen Minuten bis zu einer Woche andauern. Also ich denke, das da ein Zusammenhang besteht zwischen der SDÜ, Epilepsie und der Aggression. Es kann sein, das es für sie einfach bei den anderen Katzen unerträglich ist...

Und wegen dem Erschrecken... Pio war immer total relaxt, wenn ich gestaubsaugt habe. Man kann bis auf 10 cm um ihn herumsaugen, aber bei walks-with-cats hat er sich mal vor dem ausgeschalteten Staubsauger erschreckt und es war wohl ein Vorbote eines Anfalls. Wie gesagt, er wurde Hyperaktiv und nicht Aggressiv. Und da die (falsch eingestellte) SDÜ zu Ängstlichkeit und Aggression führen kann, sehe ich da auch einen Ansatz.

Ich denke einfach, man sollte erst einmal sehen, ob die Aggression damit zusammenhängt, vorher macht es für mich keine Sinn sich wegen der Aggression einen Kopf zu machen.
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #8
Muppel,
diese Katze kuschelt also und lässt sich auch gut ihre Medis verabreichen.
Kann es sein, dass die Agressivität stark durch den Tierheim Aufenhalt beeinflusst wird?, Du schriebst beim spazieren durch die Gänge reagiere sie gestresst auf andere Katzen.
Wenn Du dieser Katze ein Zuhause als Einzeltier bieten kannst, würde ich sagen nehmt sie auf, zumal sie auf Euch -also Menschen- doch freundlich reagiert
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #9
Ja russian das ist auch meine Hoffnung. Laut Beschreibung geht sie in ihren Phasen auf auf Menschen. Hat ja auch schon eine pflegerin aus dem haus gejagt... sie reagiert dann auf alles was sich bewegt. Oder eben wenn sie nicht mitbekommt dass sich ihr jemand nähert und sie sich erschrickt. genau desswegen wollen wir am we nochmal mit denen ausführlich reden. Wann/wie stark sich das äußert... für mich klingt es mom auch noch eher nach Stress bedingten Reaktionen. Ob da noch ne Epilepsie dadrunter liegt ist dann nat auch schwer beurteilbar? Aber die Ärztin war da auch schon recht drastisch in ihrer Beschreibung.

Hat denn niemand mal mit einer etwas aggressiven Katze zusammen gelebt...? Glückliche Forenwelt [emoji6]
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #10
Mit den Erkrankungen kenn ich mich nicht aus, da haben andere ja schon was zu geschrieben.

Ich hatte eine Katze aus extrem schlechter Haltung. Sie war zwar nicht aggressiv in dem Sinne, aber so verängstigt, dass ich die ersten Wochen permanent aussah, als hätte ich intensiv mit nem Rosenbusch gekuschelt ;-)
Kratzen und Beißen hatten wir ungefähr nach einem Jahr ziemlich im Griff. Dennoch hatte sie bis ans Lebensende - meiner Meinung nach traumatisch bedingte - Aussetzer. Alles war wie immer, hab sie gestreichelt und urplötzlich hat sie "geschnappt" wie ein Hund. Sie wollte und hat mich zu dem Zeitpunkt schon lange nicht mehr erwischt. Ich hab dann einfach ne Minute gewartet und dann weitergestreichelt wo wir aufgehört hatten. Im Vergleich zu dem von Dir beschriebenen Verhalten war das alles völlig harmlos. Dennoch hatte ich bis zum Schluss kein wirklich entspanntes Gefühl, wenn sie mit am Kopfende geschlafen hat.
Was ich sagen will ist, dass man unglaublich viel erreichen kann. Aber vermutlich niemals die absolute Sicherheit hat, dass das Tier nicht doch irgendwann wieder "ausflippt".
Wenn Du Dir vorstellen kannst, dass ihr damit umgehen könnt: gebt der armen Maus ein schönes zu Hause! ;-)
 
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  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #11
Hat denn niemand mal mit einer etwas aggressiven Katze zusammen gelebt...? Glückliche Forenwelt [emoji6]

einige Zeit mit meinem Mäuschen. Sie hatte zwar keine Momente wo sie auf alles losging, aber Anfassen oder Streicheln war über ein Jahr unmöglich, bei der geringsten Berührung hat sie geschlagen oder gebissen.
Ich habe sie mit Futter versorgt und beredet und ganz vorsichtig wenn sie frass mal mit einem Finger das Köpfchen gekrault.
Auch meine Nähe liess sie nicht zu, sie hat zwar ein Bettchen auf dem Sofa akzeptiert, aber nichts mit daneben setzen.
Ganz langsam über gut zwei Jahre hinweg habe ich mich angenähert, heute sind wir zwar auf Streichelkurs, aber wenn sie erschrickt -und sie ist ja blind- will sie immer noch zulangen.

Ich habe Mäuschen hier möglichst freie Bahn gelassen, sie durfte und darf in der ganzen Wohnung herumlaufen (was sie anfangs gar nicht getan hat, sondern sich in Höhlchen versteckt) und lasse sie immer noch sein wie sie will.
Inzwischen merke ich auch, wann sie genug vom Kraulen hat und bringe meine Hände in Sicherheit, bevor sie es mir zeigt :lol:
 
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  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #12
Na ja, auch das Erschrecken kann bei einer Epi-Cat vorkommen und die Aura kann von wenigen Minuten bis zu einer Woche andauern. Also ich denke, das da ein Zusammenhang besteht zwischen der SDÜ, Epilepsie und der Aggression. Es kann sein, das es für sie einfach bei den anderen Katzen unerträglich ist...

Und wegen dem Erschrecken... Pio war immer total relaxt, wenn ich gestaubsaugt habe. Man kann bis auf 10 cm um ihn herumsaugen, aber bei walks-with-cats hat er sich mal vor dem ausgeschalteten Staubsauger erschreckt und es war wohl ein Vorbote eines Anfalls. Wie gesagt, er wurde Hyperaktiv und nicht Aggressiv. Und da die (falsch eingestellte) SDÜ zu Ängstlichkeit und Aggression führen kann, sehe ich da auch einen Ansatz.

Ich denke einfach, man sollte erst einmal sehen, ob die Aggression damit zusammenhängt, vorher macht es für mich keine Sinn sich wegen der Aggression einen Kopf zu machen.

Ich kann alles, was IceVajal über Pio schrieb, nur bestätigen.
Die Angst vor dem Staubsauger führte hier dazu, dass es eine Extraportion Diazepam gab. Und von wegen 10 cm Abstand. Kürzlich habe ich Pio versehentlich mit abgesaugt. :oops:

Ich weiß, dass eine Katze kein Hund ist, aber so wesentlich anders werden die Reaktionen bei Katzen nicht sein.
Bei Hunden kann ein bevorstehender Anfall durchaus zu erhöhter Aggressivität führen. Während der Anfälle beißen einige wahllos um sich. Bei einer benachbarten Dackeldame verstärkt sich der Anfall, wenn man sie berührt. Da geht dann gar nichts mehr. Man hält besser Abstand. (Pio beruhigt sich, wenn man ihn fixiert um Verletzungen oder unkontrolliertes Durch-den-Raum-Fliegen zu verhindern.)

SDÜ führt bei Hunden zu erhöhter Aggressivität. Die Tiere scheinen unkontrollierbar zu sein. Wird die SDÜ nicht erkannt, landet das gefährliche Tier oft im Tierheim. Ich vermute mal, dass im Falle der SDU bei zu hoher Medikation ein ähnlicher Effekt entstehen kann. Das sollte vielleicht noch einmal überprüft werden.

Die Katze zeigte das aggressive Verhalten besonders im Besucherbereich, wo viele Katzen waren, häufig fremde Menschen herumliefen, ständig "alles in Bewegung" war. Im Krankenbereich ist sie ausgeglichener.
Vielleicht braucht sie, abgesehen von einer Überprüfung der Medikation, vor allem ein ruhiges Zuhause ohne Katzen, in dem nicht ständig "Action" ist. Ein Zuhause mit Menschen, die sich besonnen bewegen, sie nicht zwangsbekuscheln, sie einfach nur in Ruhe ankommen lassen und ihr viel Zeit geben, damit sie "sich finden" kann.
Irgendwo schriebst du, dass sie nicht merke, wenn sich jemand nähert. Wurden Gehör bzw. Sehvermögen überprüft? Wenn sie nicht gut hört oder sieht, wenn sich jemand nähert, könnte das evtl. auch zu "aggressivem" Verhalten führen. Sie erschreckt sich, haut/beißt zu und fragt dann.

Und nicht zuletzt: Hut ab vor eurer Bereitschaft, ein schwer- / nichtvermittelbares Tier aufzunehmen. Ohne ein gesundes "Ersttier" würde ich mir das nicht zutrauen.
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #13
Danke für eure Antworten, ich versuche das mal nach und nach zu kommentieren =)))))


Was ich sagen will ist, dass man unglaublich viel erreichen kann. Aber vermutlich niemals die absolute Sicherheit hat, dass das Tier nicht doch irgendwann wieder "ausflippt".
Wenn Du Dir vorstellen kannst, dass ihr damit umgehen könnt: gebt der armen Maus ein schönes zu Hause! ;-)

Danke Patentante! Genau diese Ungewissheit kann ich momentan so gar nicht einschätzen. Ich nehme mal an, dass du trotzdem einigermaßen zu Hause entspannen konntest und dann im Zweifel eben mal zu langsam reagiert hast?

Wir hatten überlegt, wenn dann erstmal nur das Wohnzimmer mit Küche zur Verfügung zu stellen und eventuell auch später das Schlafzimmer zu zu lassen. Das kann man ja immer noch ändern wenn man sich aneinander gewöhnt hätte. So hätten wir zumindest "sichere", ruhige Nächte.

einige Zeit mit meinem Mäuschen. Sie hatte zwar keine Momente wo sie auf alles losging, aber Anfassen oder Streicheln war über ein Jahr unmöglich, bei der geringsten Berührung hat sie geschlagen oder gebissen.

Ich habe Mäuschen hier möglichst freie Bahn gelassen, sie durfte und darf in der ganzen Wohnung herumlaufen (was sie anfangs gar nicht getan hat, sondern sich in Höhlchen versteckt) und lasse sie immer noch sein wie sie will.
Inzwischen merke ich auch, wann sie genug vom Kraulen hat und bringe meine Hände in Sicherheit, bevor sie es mir zeigt :lol:

Wir sind auch eher vom Typ "lass die Katze auf dich zukommen". Gerade bei Älteren weiß man ja nie was in dem Paket so bei ist ;P Das ist denke ich auch gerade bei solchen schwierigen Fällen immer wichtig dass man sich am Anfang nicht gegenseitig bedrängt.

Bei Hunden kann ein bevorstehender Anfall durchaus zu erhöhter Aggressivität führen. Während der Anfälle beißen einige wahllos um sich. Bei einer benachbarten Dackeldame verstärkt sich der Anfall, wenn man sie berührt. Da geht dann gar nichts mehr. Man hält besser Abstand. (Pio beruhigt sich, wenn man ihn fixiert um Verletzungen oder unkontrolliertes Durch-den-Raum-Fliegen zu verhindern.)

SDÜ führt bei Hunden zu erhöhter Aggressivität. Die Tiere scheinen unkontrollierbar zu sein. Wird die SDÜ nicht erkannt, landet das gefährliche Tier oft im Tierheim. Ich vermute mal, dass im Falle der SDU bei zu hoher Medikation ein ähnlicher Effekt entstehen kann. Das sollte vielleicht noch einmal überprüft werden.

Die Katze zeigte das aggressive Verhalten besonders im Besucherbereich, wo viele Katzen waren, häufig fremde Menschen herumliefen, ständig "alles in Bewegung" war. Im Krankenbereich ist sie ausgeglichener.
Vielleicht braucht sie, abgesehen von einer Überprüfung der Medikation, vor allem ein ruhiges Zuhause ohne Katzen, in dem nicht ständig "Action" ist. Ein Zuhause mit Menschen, die sich besonnen bewegen, sie nicht zwangsbekuscheln, sie einfach nur in Ruhe ankommen lassen und ihr viel Zeit geben, damit sie "sich finden" kann.
Irgendwo schriebst du, dass sie nicht merke, wenn sich jemand nähert. Wurden Gehör bzw. Sehvermögen überprüft? Wenn sie nicht gut hört oder sieht, wenn sich jemand nähert, könnte das evtl. auch zu "aggressivem" Verhalten führen. Sie erschreckt sich, haut/beißt zu und fragt dann.

Und nicht zuletzt: Hut ab vor eurer Bereitschaft, ein schwer- / nichtvermittelbares Tier aufzunehmen. Ohne ein gesundes "Ersttier" würde ich mir das nicht zutrauen.

Danke walk! Was meinst du mit einem gesunden Ersttier? Ich denke zu einer Katze dazu würde ich sie nicht nehmen, da sie ja im Heim schon mit recht vielen Katzen keinen Kontakt wollte.
Dass sie nicht mehr 100% sieht und hört wurde uns von Anfang an gesagt. Das ist also bekannt. Zumindest das schlecht hören haben wir auch schon bei unserem Besuch bemerkt. Auch dass sie ja schon eine Bewegungsstörung (Ataxie in den Hinterbeinchen) unterstützt wahrscheinlich eine Unsicherheit auch nur zusätzlich.

Ich gehe eigentlich davon aus, dass die Medis gut eingestellt sind. Zumindest wurde mir das gesagt. Würde mir aber definitiv im Zweifel ne Kopie von der Krankenakte geben lassen. Nur so hab ich ja auch die Möglichkeit eine andere Meinung einzuholen.

Ich hatte auch überlegt, sie einfach zu fragen ob ich dann morgens mal zur Medigabe vorbeikommen kann im Heim um das mit/selbst zu machen. Das ist ja auch nochmal ein wichtiger Punkt. Oder haltet ihr das für Übertrieben. Ich will halt auf jeden Fall vermeiden, dass es schiefgehen könnte. bzw so viele Infos wie möglich vorher sammeln. Wenn wir da Unsicherheiten bei uns haben würden wir uns eher für eine andere, ruhigere Seniorin entscheiden. Auch wenn es für die Kleine doof wäre. Aber auch Dosis müssen ja der Situation gewachsen sein?

Ich muss dann erstmal in Ruhe nochmal mit Menne reden. Wir müssen uns da ja auch einig sein und an einem Strang ziehen.

Ich geh langsam mal mit vielen vielen Gedanken zum Grübeln ins Bett...
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #14
Nee, die von euch favorisierte Katze würde ich auch als Einzeltier halten, eben weil andere Katzen sie zu stressen scheinen. Ich meinte, dass ich persönlich euren Mut nicht hätte und für mich ein "Ersttier" bräuchte, das gesund ist.

Da die Katze tatsächlich nicht mehr gut hört und sieht, könnte das natürlich ein Teil des Problems sein, das sich aber vermutlich relativiert, wenn sie in einem ruhigen Haushalt an Sicherheit gewinnt. Kann aber dauern.

Pio hat übrigens auch Ataxie, kann nicht springen oder klettern und kippt regelmäßig hinten weg. Die Epi-Medikamente können die Ataxie verstärken. Wenn Pio nicht gut frisst und seine Medis quasi auf leeren Magen schluckt, wankt er wie sturzbetrunken herum. Wenn man das weiß, ist es okay. Beim ersten Mal bekam ich fast einen Herzanfall.

Ich halte es nicht für übertrieben, wenn ihr bei der Medigabe dabeisein wollt. Ist doch nur logisch. Wenn man sich ernsthaft für ein Tier interessiert, das regelmäßig Medikamente benötigt, so schaut man sich das im Tierheim "live" an und übt die Aktion schon einmal.
Ihr müsst euch die Medigabe anschauen, selbst probieren, um einschätzen zu können, ob ihr damit klarkommt. Ihr müsst herausfinden, wie das Tier euch gegenüber reagiert, wenn ihr ihm eine Pille verabreichen wollt. Das geht doch nur vor Ort und ist auch ein Zeichen für ernsthaftes Interesse.
Ich habe ich mir das von IceVajal auch zeigen lassen. Wenn die Möglichkeit besteht, klar doch. Anders wäre echt dämlich.
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #15
SDÜ führt bei Hunden zu erhöhter Aggressivität. Die Tiere scheinen unkontrollierbar zu sein. Wird die SDÜ nicht erkannt, landet das gefährliche Tier oft im Tierheim. Ich vermute mal, dass im Falle der SDU bei zu hoher Medikation ein ähnlicher Effekt entstehen kann. Das sollte vielleicht noch einmal überprüft werden.
Also ich kann das nur in Bezug auf Menschen (mich selbst) bestätigen. Bei einer SDU muss man eben eingestellt werden. Sobald man die Medis nimmt meint der Körper sowieso erst mal das man in der Überfunktion ist, da er sich mit der Zeit an die SDU gewöhnt hat. Ich selbst bin nun beim dritten Arzt, der wirklich auf mich eingeht mit der Dosis, denn da gibt es eben Normwerte und "Wohlfühlwerte". Das heißt nur weil die Werte im Normbereich sind, heißt das nicht das man sich auch wohl fühlt. Deswegen könnte das eine Idee sein, das bei einem guten Tierarzt mal durchzusprechen und zu gucken womit es ihr am Besten geht.
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #16
Hm, bißchen schwer zu erklären. Meine Süße war Freigängerin und draußen relativ entspannt. Unsere intensivsten Momente hatten wir im Auto :shock:. Jeden Abend wenn ich heimkam musste sie unbedingt ins Auto. Dort stand sie dann auf meinem Schoß und ließ sich intensiv bekuscheln. Eben immer mal wieder mit Beiß-Einlagen. Das war aber irgendwann so Gewohnheit, dass es mir kaum noch bewußt war (und trotzdem hab ich schnell genug die Finger weggezogen).
Die einzig etwas "unwohle" situation war eben im Bett. Denn sie bestand darauf, direkt neben meinem Kopf zu schlafen. Obwohl sie nicht einmal gekratzt hat in der Situation wars für mich eben doch immer ein wenig wie mit einem Tiger im Bett :mrgreen:
Insgesamt war sie das anhänglichste Tier, das ich mir je vorstellen konnte! Und wie gesagt: sie hat niemals von sich aus angegriffen. Das ist sicherlich nochmal ein Unterschied zu der Katze, die Du beschreibst.

Wie soll ich das sagen: ich denk Sinn macht es wirklich nur, wenn Ihr eine Chance seht damit wirklich zurecht zu kommen. Da ist jeder Mensch verschieden. Wenn man permanent erwartet, es könnte etwas passieren würdet ihr alle drei wohl nie zur Ruhe kommen. Wobei ich tatsächlich auch davon ausgehe, dass diese Katze gut medikamentös eingestellt, in einem ruhigen, liebevollen zu Hause sich völlig verändern würde.

Ich glaube, man muss da sehr ehrlich sein mit sich: man einer empfindet es einfach als Herausforderung, einem Tier "mit Vorgeschichte" eine Chance zu geben. Mit viel Geduld und Glück kann man das dankbarste und anhänglichste Tier dafür bekommen. "Normal" wird sie aber vermutlich niemals werden.
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #17
Wir haben uns für sie entschieden und sie heute Abgeholt. =) weiter geht die normale Beschreibung also im anderen Thread vom Seniorenhospiz [emoji5][emoji5][emoji5]
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #18
Ist es wirklich Aggression oder eher ein *von Null auf Hundert* und dann praktisch durchdrehen ?
Das kannst du ja jetzt vielleicht auch besser beobachten ;-)

Was für Medi`s bekommst sie gegen die SDÜ und wann bekommt sie diese?
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #19
Sie bekommt morgens 5mg felidale und 3/4 luminette und Abends 2,5mg felidale und 3/4 luminette. Also bei der Pflegerin klingt es sehr nach "wenn sie jmd nicht bemerkt und sich erschrickt. Aber ja wir werden das jetzt mal beobachten. Bisher ist sie einfach nur kuschelig ^____^

Was wäre das "von null auf hundert" für dich?
 
  • Aggression bei 10-jähriger Katze Beitrag #20
Genau, weiter beobachten ;-).....
Das mit dem Erschrecken kenn ich, hat meine auch. Meistens *kündige* ich mich oder *das etwas* an, so das sie sich nicht erschreckt.



Sie liegt z.b. auf`m Boden und dann ganz plötzlich springt sie auf, rast los/tobt/düst.....
oder steht einfach so da und schaut mich an und dann wird losgesprintet.
Meistens schaut sie dann auch zur Decke bevor sie durchstartet.
 
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