Liebe Forumsmitglieder,
ich bin neu auf diesen Seiten und kenne mich also hier noch nicht wirklich aus. Leider fehlt mir auch die Zeit, mich hier in Ruhe einzulesen und die Beiträge durchzuforsten. Deshalb muss ich heute gleich selbst die Chance nutzen, hier einen eigenen Beitrag einzustellen. Dies ist auch der Situation geschuldet, dass meine Katze sehr krank ist und wohl offensichtlich die nächste Verschlechterung eingetreten ist.
Zur Vorgeschichte:
Jedenfalls schätzte der Tierarzt vor 11 Jahren, als ich sie aufnahm, auf etwa 5 Jahre. Dabei ging er hauptsächlich nach dem Zahnstatus.
Das Alter konnte aber nicht sein, weil damals so klein, dass sie in eine Hand passte und dann noch fleißig wuchs. Deshalb schätze ich heute auf eher 12 Jahre, wenngleich nach der Einschätzung vom damaligen Tierarzt heute unterdessen 16 Jahre alt wäre.
Zur aktuellen Situation:
Irgendwann in den letzten Jahren wurde dann eine Überfunktion der Schilddrüse festgestellt, dagegen "Felimazole" 5mg, morgens und abends je 1 Tablette.
Aber das ging fast gar nicht. Denn Katze spuckte die Tabletten immer wieder aus. Alle möglichen Überlistungsversuche brachten nicht wirklich etwas. Selbst im Leberkäse gut verpackt, futterte drum herum. Und so fanden wir dann immer wieder ausgespuckte Dragees im Bett, auf der Terrasse, .... Und es ist davon auszugehen, dass der "Lumpenhund" diese auch ganz geschickt im Garten "entsorgte", nämlich dann wenn es keiner mitkriegte.
Beim Tierarzt waren die T4 - Werte, also der für die Schilddrüse, dann auch manchmal sehr hoch (teilweise bei über 18 Mikromol). Da wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nichts vom Geschick wussten, dass diese Medizin unbeobachtet "entsorgte", hatten wir keine wirkliche Erklärung und es stand immer wieder im Raum, dass es sich nur um einen Messfehler des Labors handelte.
Die laufende Woche vor "Himmelfahrt" futterte Katze urplötzlich gar nicht mehr und verweigerte alles. Da wir aber noch eine 2. Katze haben, die ebenfalls nichts fraß, dachten wir da an eine Infektion.
Wegen der Futterverweigerung nahm Katze dann auch keinerlei Tabletten mehr. Und so ging es zusehends immer schlechter.
Den Tag vor "Himmelfahrt" waren wir dann bei der Tierärztin. Die stellte ein akutes Herzproblem und "Wasser" fest. Aber es war nicht möglich, einen Herzultraschall durchzuführen.
Wir konnten die Diagnose nicht wirklich glauben, weil bis zu diesem Moment überhaupt keinerlei Herzprobleme zeigte. Und die Tierärztin hatte ihn bis dahin auch sehr regelmäßig abgehört und nie irgendwelche Herzprobleme festgestellt.
Die Tierärztin gab Entwässerungsspritze, ich glaube "Dimazon" war´s, die auch zu Hause weiter bekommen sollte und das 2x täglich. Dazu "Prilium" 75 mg, 1x täglich 0,5 mg. Sie sah keine Probleme darin, obwohl Herr Berry ja alle Nahrung verweigerte.
Am nächsten Tag, also an "Himmelfahrt" selbst, ging es Katze so schlecht, dass wir zum Notdienst in die Klinik mussten. Da erkannte ich meine Katze kaum noch wieder. Sie war mehr tot als lebendig und es schien fraglich, ob sie den nächsten Tag überhaupt noch erleben würde: Total ausgetrocknet und der ganze Stoffwechsel war zusammen gebrochen. Augen waren leer, die sonst so großen schwarzen Pupillen nur noch ganz schwach zu erkennen und das tolle Gelb in den Augen weg - Augen sahen nur noch wie "farbloses" Glas aus.
Sofortige stationäre Aufnahme, zumal auch alle Blutwerte urplötzlich ganz schlecht waren. Die Diagnose "Inappetenz, Apathie". Besonders schlecht war wohl Kaliumwert. Und deshalb pumpte das Herz besonders heftig und konnte kaum noch arbeiten.
Die Erstuntersuchung und Notbehandlung bestand dann darin, zunächst 2 Röntgenaufnahmen zu machen. Dabei stellte sich heraus, kein "Wasser" in der Lunge. Aber es gab für uns eine andere Schockdiagnose, einen Zufallsbefund: Katze war angeschossen worden und es steckte ein Diabolo eines Luftgewehrs unmittelbar neben dem Herzen. Der Tierarzt konnte nicht sagen, wann es zu diesem Einschuss gekommen war und auch nicht, ob das Projektil zwischenzeitlich eingekapselt war. Auch konnte er nicht wirklich die Schäden abschätzen und auch nicht sagen, inwieweit dieser Zustand jetzt mit zur gesundheitlichen Situation beigetragen hatte. Ebenso wenig konnte er eine Aussage dazu treffen, inwieweit jetzt die Gefahr einer Bleivergiftung bestand.
Als Erstmassnahme sofort an den Tropf gehangen und das über mehrere Stunden. Dabei 1.000 ml " Ringer - Lactat - Lösung Macoflex", 20 ml Kaliumchlorid-Lösung und 1 Ampulle "Caninsulin". Am kommenden Tag weitere 600 ml "Ringer - Lactat - Lösung Macoflex" als Infusion und 2 ml Ranitidin. Dann wurde ich von der Klinik angerufen, dass ich meine Katze sofort wieder abholen müsse. Denn so viel Angst und Kraft, dass keiner mit ihr umgehen konnte.
Zu Hause keinen schlechten Eindruck: mobil und interessiert an allen Dingen. Jetzt bestand aber die Schwierigkeit, die regulären Medikamente zu geben, bis dahin in der Station noch gar nicht bekommen, also "Felimazole" + "Prilium", zzgl. Entwässerung jetzt als Tabletten 2x tgl. 1/2. Und zusätzlich weiter das "Ranitidin", hier 2x tgl. je 1/8 - Tablette.
In den Folgetagen fand dann eine neue Herzultraschalluntersuchung statt, diesmal erfolgreich. Dabei stellte sich heraus, dass Katze einen vergrößerten Vorhof hatte. Aber die sonst so typischen Verdickungen im Herzen, bedingt durch die Schilddrüsenerkrankung, konnten nicht feststellet werden.
Später dann kamen die weiteren Diagnosen von anderen Tierärzten:
restriktive Kardiomyopathie
mittelgradige Insuffizienz der Metralklappe
Galopprhythmus
zu hohe Atem- und Herzfrequenz (Atem 60 min, Herz 180 min)
zu hoher Blutdruck (170), was aber möglicherweise auch auf den Stress und die Angst beim Tierarzt zurückzuführen ist
Der Verdacht auf "Diabetes" konnte ausgeräumt werden, genauso auf eine Nierenerkrankung.
Die bisherige Medikation sollte so weiter gegeben werden und es folgte die Aussage, dass es Katze beim Erreichen des Spiegels der Medikamente, insbesondere des Schilddrüsenhormons, deutlich besser gehen würde.
Das Gegenteil trat ein. Nach einer anfänglichen Besserung nach Station ging es Katze am nächsten Tag schon schlechter. Dann schwankte Zustand. Am darauffolgenden Morgen gut drauf und Atmung, wie Herzschlag hatten sich normalisiert. Am gleichen Abend dann der nächste Rückschlag. Jetzt drohte Katze zu ersticken und das Herz raste, ganzer Brustkorb vibrierte nur noch.
Ein erneuter Notarztbesuch brachte einen weiteren stationären Aufenthalt über 4 Tage und eine intensivmedizinische Versorgung. Hier war Katze jetzt erst einmal für 6 Stunden unter dem Sauerstoffzelt. Außerdem kriegte sie jetzt 0,72 ml "Dimazon Lösung" a 50mg/l zur Entwässerung. "Wasser" in der Lunge gab es aber nach wie vor nicht und das konnte auch am Herzen nicht festgestellt werden (weitere Röntgenaufnahme diesmal nur in 1 Ebene). Dazu kriegte sie weiter regelmäßig 2x 1 Tablette "Felimazole" 5 mg und eine reduzierte Menge von 1x tgl. 0,4 ml "Prilium" a 75 mg.
Nach dem 2. Aufenthalt auf Station ebenfalls keinen schlechten Eindruck: neugierig, interessiert und auch teilweise etwas lebhaft.
Eine positive Veränderung gab es auch insoweit, dass jetzt aufgrund meiner eigenen Initiative eine Lösung für das Schilddrüsenhormon "Thiamazol" statt in Tablettenform, jetzt als Injektion gefunden wurde. Mit "Favistan" und hauchdünnen Insulinspritzen konnten nun regelmäßig die so wichtigen Schilddrüsenhormone gegeben werden, auch 2x je 5 ml. Das merkte Katze kaum noch und reagierte daher viel gelassener.
Der letzte T4 - Wert, gemessen vergangenen Freitag, liegt jetzt bei 2,7 (im oberen Normbereich). Eine weitere Absenkung könnte möglich werden, weil das "Thiamazol" jetzt direkt unter die Haut und nicht mehr über den Magen-Darmtrakt erfolgte. Das wird eine weitere Messung ergeben, die wohl frühestens nach 2 Wochen durchgeführt werden kann.
Als ich vergangenen Freitag meine Katze aus Klinik holte, zunächst aufgeweckt und an allen Dingen interessiert. Herz und Atmung rasten aber immer noch und beim Schlafen klang es so, als wenn eine Uhr tickt (Klackgeräusche). Bis Sonnabendfrüh verweigerte sie aber nach wie vor jede Nahrung und wurde am Morgen wieder apathischer. Deshalb stellten wir Katze nun beim Haustierarzt vor. Da kriegt sie ein Präparat, was dem Appetit anregte ("Cateral" oder so ähnlich). Am Sonntag futterte sie dann wie eine "9-köpfige Raupe". Und auch am Montag war sie gut drauf, schlief zwar noch viel, aber man konnte auch wieder spielen und teilweise lief sie wie ein "kleiner Hund" ständig neben einem her. Die Atmung und auch das Herz hatten sich am Montagmorgen auffallend beruhigt.
Obwohl Katze weiterhin ganz regelmäßig jeden Tag das "Prilium" für das Herz bekommt und auch "Favistan" für die Schilddrüse, aber die Entwässerung ist jetzt gänzlich weg (bereits im 2. Klinikaufenthalt eingestellt), geht es seit gestern Abend wieder schlechter. Herz und Schnute flattern, ebenso die Atmung, liegt wieder nur apathisch herum. An Futtern ist kaum noch zu denken.
Ich und offensichtlich auch die Tierklinik in xxxxxxxxxxxxxx sind mit ihrem Latein am Ende.
Hat irgend jemand eine Ahnung, was man noch tun kann und vielleicht ähnliche Erfahrungen? Ich zweifle an den Diagnosen und frage mich, ob die Behandlung bis jetzt wirklich richtig war. Wenn es wirklich das Herz ist, müsste das "Prilium" anschlagen -tut es aber nicht wirklich. Und auch die Schilddrüse sind jetzt besser denn je eingestellt, trotzdem wird sein Zustand nicht besser. Und es fällt auf, dass sein Gesundheitszustand von Tag zu Tag immer sehr stark schwankt. Mal ist es einigermaßen gut, dann im nächsten Moment wieder sehr schlecht.
Ich bin für jeden noch so kleinen Tipp sehr dankbar und hoffe nach wie vor darauf, Herrn Berry endlich wirklich helfen zu können. Denn ich hänge sehr stark an ihm und er umgekehrt auch an mir.
So lange ich das Gefühl habe, es sind noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, möchte ich auch nicht über das "Einschläfern" nachdenken.