Mein kleines Universum daheim und wie es dazu kam….
Seit schon langer, geraumer Zeit wünsche ich mir nichts sehnlicher als einer Katze ein Zuhause zu geben. Ich habe es ewig hinausgezögert, weil ich mir nie sicher war, ob ich meiner Katze alles bieten könnte was sie braucht. Während des Studiums bin ich immer hin und her gependelt und im Beruf bin ich viel unterwegs und das konnte ich keiner Katze antun.
Derzeit bin ich in Katar und wenn dieser Job fertig ist, dann gibt es erst mal kein Reisen mehr. Also fasste ich endlich den Mut….und somit fing alles an.
Nun konnte es ja nicht nur eine sein, denn die hätte sich sicherlich allein gefühlt, also recherchierte ich wochenlang im Netz und kam zu dem Schluss, dass wenn ich wirklich auf Nummer sicher gehen will, dass es kein Gezanke gibt während ich nicht da bin, ich ein Geschwisterpärchen suchen muss, damit das Risiko, dass sie sich nicht vertragen so gering wie möglich ist.
Ich hörte von einer Tierklinik, die Straßenkatzen aufnimmt und vermittelt und eine deutsche TÄ hat. Ich fuhr hin und mir wurde gesagt, dass sie Geschwister-Kitten da haben, 4 Monate alt und schwer zu vermitteln, weil sie nicht dem Schönheitsbild der Einheimischen hier entsprechen.
Ganz neugierig folgte ich der Ärztin und gelang in einen etwa 7qm großen Raum, mit 9 gestapelten Käfigen und jeweils 2-3 Katzen in jedem Käfig und ganz unten am Boden sah ich 6 kugelrunde Augenpaare in der Ecke eines kleinen Käfigs, aneinander gedrängt und ängstlich dreinblickend. Die TÄ erklärte mir der schwarze sei der Bruder und die anderen beiden seine Schwestern und ich könne mir zwei aussuchen. Sie öffnete den Käfig und nichts passierte bis der Junge langsam rauskroch und schnupperte, dann drehte er sich zu seinen Schwestern um und nickte….es ist wirklich keine Einbildung…. Er nickte und sie kamen ihm hinterher nach draußen. Da war es um mich geschehen… Ich konnte sie nie im Leben trennen. Die drei mussten zusammen bleiben!
Ich bat um eine Woche, um meine Wohnung katzengerecht umzugestalten und 7 Tage später zogen meine Süßen bei mir ein.
Mir wurde dann auch noch erzählt, wie sie dort landeten. Ein Frau hatte die trächtige Mama von der Straße geholt und sie bei sich daheim entbinden lassen. Als die kleinen dann keine süßen winzigen Babys mehr waren, sondern um die 3,5 Monate alt, brachte sie sie zu dieser Klinik und bat darum alle drei eiskalt einzuschläfern. Die TÄ verweigerte dies woraufhin die Frau ganz erbost meinte, dass wenn sie die kleinen nicht einschläfern würde, sie sie sofort auf der Straße aussetzt. Die TÄ nahm die drei dann der Frau weg und nahm sie auf.
Die Namensfindung war dann die erste große Herausforderung. Irgendwie dachte ich ein arabischer Name wäre angebracht, da es letztendlich meine kleinen katarischen Katzen sind. (Und derzeit versuche ich arabisch zu lernen.)
Ich stellte fest, dass der Junge eigentlich gar nicht tiefschwarz ist, sondern im Licht eher dunkelbraun/schwarz getigert ist. Außerdem war er ja auch das Leit-Licht seiner Schwestern, wie ich zuvor beobachten konnte und mein Leben erhellte er auch. So bekam er den Namen Licht und auf Arabisch Nour.
Seine beiden Schwestern sahen sich unheimlich ähnlich. Ich schaute sie unendlich lange an und suchte während sie schliefen nach einem Unterscheidungsmerkmal. Wenn sie wach waren ging es nicht, denn sie tobten nur so herum und genossen sichtlich den vielen Platz. Jedenfalls zeigte sogar die Maserung keinen wirklichen Unterschied. Das einzige was ich feststellen konnte, war das eine unter dem Bauch heller erschien, als die andere. Die dunklere hatte unter dem Auge einen sehr dunklen Strich, während die hellere denselben Strich nur heller hatte. Und so kam ich auf Sonne und Mond, und auf Arabisch Schams und Ghamar.
Und so erfüllte ein kleines, wundervolles Universum mein leeres Leben hier … mein Licht, meine Sonne und mein Mond.
Die erste Woche hielt ich die Schlafzimmertür noch geschlossen. Das Drama war immer groß, wenn ich kurz im Schlafzimmer verschwand aber von dem zu kleinen Käfig raus, erschienen sie etwas verloren in meinem Wohnzimmer/Küche. Und so schlief ich mit ihnen eine Woche lang auf der Couch.
Jeden Morgen wachten wir quasi Arm in Arm, äh Arm in Pfote auf. Und nach einer Woche wurde auch das Schlafzimmer bezogen und wir wechselten von Couch zu Bett.
Seit 6 Wochen leben sie nun mit mir und ich bin eine unheimlich glückliche Katzenmama.
Wie schon an anderer Stelle im Forum erwähnt, ist die medizinische Versorgung so wie die Ernäherungsmöglichkeiten einer Katze hier in Katar ganz schlecht.
Ich hab schon ganz viel Hilfe hier von euch bekommen und bin euch sehr dankbar dafür.
Ich hoffe euch hier ein bisschen zurückgeben zu können, indem ich euch an dem Leben meiner Kleinen teilhabe lasse
Liebe Grüße an jeden Lesenden :-D