Hallo an die Neuzugänge und herzlich willkommen. Freut mich das Fridolinchen Brotkrümel hinterlassen hat und euch hierher geführt hat. :mrgreen: Danke @Fridolinchen ;-)
Ach heute ist meine Laune schon wieder etwas besser und es liegt mit Sicherheit an meinen Kleinen.
Wie und warum und weshalb ich so lange hier bin ist eine Geschichte, die sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt. Aber hier mal ein ganz grober Überblick.
Es fing an in Januar 2011. Da kam ich das erste Mal hierher, weil meine Firma hier eine Anlage baut. Von Januar 2011 bis Dezember 2012 hieß es immer, dass in max 2 Monaten Schluss ist und alles abgeschlossen. Irgendwie wurde man da mitgezogen und dadurch, dass man immer davon ausging "nur noch 2-3 Monate" fiel es gar nicht auf, wie die Zeit eigentlich verging. Ich muss auch sagen, dass ich anfangs ziemlich in Katar verliebt war. Ich hatte alle meine deutschen Kollegen hier und man hat viel unternommen und viel gearbeitet: 12 Stunden am Tag, plus 2 Stunden Fahrt zur Arbeit und das 6 Tage die Woche. Und die Arbeit war spannend. Mit den Menschen und dem "echten" Leben hier hatte ich wenig zu tun und wie gesagt "oberflächlich" betrachtet, ist Katar ein wunderbares Land. Man hat als westliche Frau alle Freiheiten, die man sich denken kann, solange man eben nur in Shopping Malls ist, Hotels, Parks, Clubs, Restaurants etc. (Man muss nur damit klar kommen, dass alle gaffen und man manchmal teilweise das Gefühl hat der verschwinde gleich hinter einer Ecke um "zum Abschluss" zu kommen.) Als es dann Ende 2012 hieß es kämen noch zwei weitere Jahre hinzu war ich ganz euphorisch es anzunehmen. Die Verlängerung galt jedoch nur für meinen Projektbereich und einen britischen Kollegen. Alle anderen reisten ab. Meine 6 jährige Beziehung in Deutschland war eh zu Bruch gegangen (da muss ich aber sagen "besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende"), meine Freundschaften aus Uni Zeit hatten sich alle verlaufen, weil jeder irgendwo in Deutschland war und da ich für meinen Beruf von NRW nach Bayern gezogen war und schon ein Jahr später nach Kater musste, hatte ich nie Gelegenheit gehabt ein soziales Leben in Bayern aufzubauen und ich hatte gerade angefangen mich auf die Kultur hier einzulassen, arabisch zu lernen, den Islam zu studieren und Einheimische kennenzulernen und es war alles ganz rosig und schön. Mein Lebensmittelpunkt war hier und ist es immer noch. So verging 2013 eigentlich auch relativ ok. Aber je mehr ich eintauchte in das echte Land, umso mehr wurde ich enttäuscht und umso mehr wurde mir bewusst wie sehr ich eigentlich meine eigene Heimat vermisse. Ich lernte, dass der Islam zum Beispiel ganz anders ist, als wir ihn in Deutschland kennen und eigentlich Frauen mehr Respekt und Rechte gibt, als das Christentum und mir wurde bewusst, dass das Land unter dem Deckmantel der Religion eine abstoßende Kultur entwickelt hat, demütigend für Frauen, aber eigentlich ohne jeglichen Bezug zu der Religion und diese "Falschheit" fing mir an echt zu wider zu werden. Hinzu kam, dass mich unheimlich viele der anfangs arabischen neuen Freundschaften hintergingen und was anfangs so rosig war endete immer im Drama. Der Vertrag wurde nun von Ende September 2014 auf Ende September 2015 verlängert. Ich weiß, dass meine Firma den Vertrag erfüllen muss und ich kenne meine Abteilungskollegen daheim. Sie sind entweder frisch verheiratet, haben gerade familiäre Probleme oder Kinder und für jeden wäre es schwierig mich für nur dieses eine noch bevorstehende Jahr abzulösen. Ich bin quasi mit meinen jungen Jahren die noch flexibelste und hab mich ja nun doch schon hier eingelebt, so dass ich entschied aus Loyalität noch dieses eine Jahr durchzuhalten. Und im selben Atemzug entschied ich aber auch endlich meinem Traum zu folgen und einer Katze ein Zuhause zu geben, denn die Arbeitszeiten sind mittlerweile normal und abgesehen von Spielzeugen, Futter und medizinischer Versorgung, kann ich mich jetzt richtig gut auf meine Kleinen konzentrieren.
Ich darf eigentlich gar nicht meckern. Es ist komplett selbst verschuldet. Nur manchmal gewinnt halt das Kopfschütteln über die Sachen die man erlebt und den Situationen, mit denen man sich auseinandersetzen muss Überhand und es kommt ein Schwall von schlechter Laune aus einem heraus. Besonders dann wenn man Pläne und Ideen hat und einem die Hände gebunden sind, weil einfach Verfügbarkeit und Diversität in Katar nicht Existenz sind und man fühlt sich wie in einem Gefängnis.