Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht!

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Neryz

Neryz

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Ihr Lieben,

hier ein Hilferuf meiner französischen Tierschutzfreundin. Ich habe alles ins Deutsche übersetzt und hoffe sehr, dass hier jemand schon ähnliches erlebt hat und eventuell einen Rat geben kann.

Wenn unsere Verhaltenstherapeutinnen hier das lesen, lieben Dank auch für einen Rat!

Hier die Geschichte von Nelson (Photo kommt), leider sehr lang (sie wollte das Verhalten besonders genau beschreiben):

Nelson ist ein etwa 2-jähriger Kater, der im Juli 2013 an einer Futterstelle für Streuner auftauchte. Er ist im Viertel geblieben und hat angefangen, bei einer Nachbarin in die Wohnung zu gehen (durch die Katzenklappe), hat dort das Futter der Hauskatzen gefressen und es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht. Er kam immer nachts ins Haus, verschwand aber schnell, wenn die Frau versuchte, sich ihm zu nähern.

Die Frau hätte Nelson gerne aufgenommen, aber aus den Gründen, die ich gleich schreibe, geht es nicht (die Frau hat einen schwer behinderten Sohn, der sich überhaupt nicht bewegen kann und sich bei einer Attacke durch den Kater weder wehren noch um Hilfe rufen kann).

Da die Frau Nelson nicht einfangen konnte, hat sie meine Freundin (vom Tierschutz) gebeten, ihn zu fangen.
Nelson wurde dann eingefangen (Mai 2014), wurde kastriert, geimpft, gechippt, entwurmt und getestet (er ist negativ). Kastriert wurde er Anfang Juni.

Einfangaktion / Pflege
Nelson kam zunächst in eine PS in ein Quarantänezimmer. Er hat weder beim Einfangen noch beim Tierarzt (bzw. beim Transport zum Tierarzt) irgendwelche Zeichen von Aggression gezeigt.
Die Katzen aus dem Viertel hat er auch nie angegriffen.
Nachdem er die erste Angst nach dem Einfangen überwunden hatte, war er etwas deprimiert und war nicht sehr munter.

Im Quarantänezimmer hat sich Nelson hinter dem Sofa versteckt. Er hat sich mit dem Federbusch streicheln lassen und schien das Streicheln damit zu mögen – er kam aber nicht hinter dem Sofa hervor.

Meine Freundin kümmert sich abends um Nelson (morgens wird er von der PS gefüttert), und es gibt ein kleines « Ritual » wenn sie ankommt : er bekommt sein Nassfutter, sie setzt sich auf das Sofa, streichelt ihn dann mit dem Federbusch während er frisst, gibt ihm dann Leckerli, spielt mit dem Federbusch mit ihm. Später nekommt er nochmal Nassfutter und irgendwann geht sie dann.

1. Attacke (ca. 2 Wochen nach der Einfangaktion):
Der erste Angriff hat stattgefunden, als Nelson das erste Mal hinter dem Sofa hervorkam. Nach einer längeren Streichelaktion mit dem Federbusch hat Nelson das erste Mal angefangen zu schnurren und ist aus dem Versteck gekommen, um mit meiner Freundin zu schmusen. Er kam und wollte gestreichelt werden, hat sich an den Beinen gerieben und wollte dann auf den Schoß (sie saß auf dem Boden). Sie hat ihn gelassen und sie haben etwa 20 Minuten lang geschmust. Er hat getretelt und geschnurrt. Sie hat sich ein paarmal bewegt, weil sie nicht so bequem saß, aber das hat ihn nicht gestört.

Als er gemerkt hat, dass sie aufstehen wollte, und er wieder runter musste, weil sie leider gehen musste, hat er sehr schlimm in die Hand gebissen. Die Wunde war sehr tief und meine Freundin musste damit ins Krankenhaus, 10 Tage AB nehmen und um ein Haar musste es operiert werden.
Nelson hat keinerlei Zeichen von Verärgerung gezeigt, bevor er gebissen hat. Als er sich festgebissen hatte, hat sie nicht geschrieen oder so ; er hat irgendwann abgelassen und sich dann versteckt.
Sie wollte dann gehen, aber Nelson war sehr verärgert / in Panik (?) und wollte wieder angreifen.
Am nächsten Tag hatte Nelson Angst vor ihr. Nelson hatte da schon Zylkene.

2. Attacke (etwa 10 Tage nach der ersten):

Nach der ersten Attacke hat Nelson erst Rückschritte in seiner Sozialisierung gemacht, danach ging es schnell wieder aufwärts damit. Er wartete hinter der Tür auf meine Freundin und klebte dann förmlich an ihren Beinen sobald sie ins Zimmer kommt.
Er versucht, unbedingt einen Körperkontakt aufrechtzuerhalten ; den Körperkontakt gibt er nur auf, wenn er frisst (beim Fressen überwacht er trotzdem alles, was meine Freundin macht). Dieser Drang nach Kontrolle/Kontakt zeigt sich besonders, wenn meine Freundin versucht, den Raum wieder zu verlassen : er versucht, dass unbedingt zu verhindern indem er sich zwischen meine Freundin und die Tür stellt. Er ist dann nicht bedrohlich, sondern ganz ruhig. Dennoch ist er dann überhaupt nicht freundlich gesonnen und er nimmt dann eine sehr dominante Haltung ein. Meine Freundin kann nur aus dem Zimmer raus, wenn sie es schafft, ihn abzulenken. Wenn er das merkt, stürzt er sich auf sie, wenn sie versucht, aus dem Zimmer zu kommen.

Der Biss : Nelson ist ziemlich verfressen und der zweite Angriff hat stattgefunden, als meine Freundin den Napf nahm, um ihm Futter zu geben. Nelson rieb sich an ihren Beinen und miaute, weil er Futter wollte – dann biss er meine Freundin in den Fuß. Wie beim ersten Biss hat sie gewartet, bis er anließ. Er geriet dann in eine Art Beiss- »Raserei » und begann, die Beine auszutesten, um auch darein zu beissen. Meine Freundin konnte ihn mit etwas Leckerli und dem Federbusch ablenken, aber er hat sie dann weiter « kontrolliert ». Er hat dann sein Nassfutter bekommen und meine Freundin konnte aus dem Zimmer heraus.
Nach dem Biss hat er keine Angst / Verärgerung gezeigt, aber weiter versucht, meine Freundin zu kontrollieren (sie darf sich nicht bewegen).

Zwei Tage nach diesem neuen Biss hatte Nelson einen Termin beim Tierarzt für seine Impfung. Der Tierarzt hat ihm ein Psychopharmakon verschrieben, gegen die Aggressionen.
Nach dem Besuch beim Tierarzt hat Nelson sich wieder hinter dem Sofa versteckt und hat nur fressen wollen, wenn meine Freundin ihm mit dem Federbusch streichelt und liebt mit ihm redet. Meine Freundin geht nur noch mit Begleitung zu Nelson, weil er bei Begleitung, die er nicht gut kennt, nicht angreift.
Nelson hat dann nicht mehr versucht, jede Bewegung meiner Freundin zu kontrollieren, und hat keinen Blickkontakt mit ihr haben wollen, bis er den Tierarzt-Besuch « vergeben » hatte und eine andere Begleitperson mitkam.

3. Attacke - 5 Tage nach dem Psychopharmakon

Nelson wird auch von der eigentlichen PS gefüttert (morgens). Er hatte bis dann nicht versucht, die PS zu dominieren oder am Weggehen zu hindern (sie hat keine Beziehung zu ihm aufgebaut) An einem Morgen hatte die PS ihm zu fressen gegeben, aber das Nassfutter war nicht anch seinem Geschmack. Sie hat daher eine andere Dose geholt und sie ihm in einem anderen Napf serviert. Als sie die von Nelson verschmähte Portion wegnehmen wollte, hat er sie angegriffen (Krankenhausaufenthalt, OP, Antibiotika und es ist immer noch nicht wieder gut …).Die PS hat geschrieen und ist weggerannt, wie Nelson sich danach verhalten hat, wissen wir nicht.

Aktueller Stand :
Nelson wartet hinter der Tür auf meine Freundin. Sie kommt mit einer anderen Person von ihrem Verein. Nelson hat keine Angst mehr vor beiden und versucht, jede Bewegung der beiden (besonders meiner Freundin) zu kontrollieren. Er wird immer aggressiver, je mehr sich die beiden bewegen (es ist unmöglich, sich frei im Zimmer zu bewegen).

Die beiden lanken ihn mit Leckerli ab, um dann seinen Napf hinstellen zu können. Nach dem Fressen will er gestreichelt werden, dann setzt er sich hin und fixiert die beiden (besonders meine Freundin bzw. ihre Hände und Beine). Er spielt etwas mit dem Federbusch und läuft Leckerchen hinterher. Manchmal verfolgt er auch den Laser mit den Augen.
Es ist immer schwieriger, das Zimmer zu verlassen.Nelson frisst auch immer « gefräßiger », meine Freundin gibt ihm das erste Nassfutter und die andere Person das zweite (er hat aber auch immer Futter da stehen, er muss nicht auf das Futter abends warten).


Ein paar Bemerkungen noch :

Spielen : Nelson mag überhaupt keine Spiele. Er interessiert sich weder für
- Pappe, Kratzbaum, Katzenminze oder Baldrian, Spielzeug mit Baldrian, Kratzbrett, Spielmäuse oder Bälle.
Er spielt etwas mit dem Federbusch kann diesen aber auch sehr brutal angreifen.
Sie versuchen, ihm den Laserpointer schmackhaft zu machen...


Futter: Nelson frisst sehr gut und wurde seit seiner Ankunft am Futterplatz gut ernährt. Er ist weiter sehr verfressen.

Sonstiges - Nelson ist sehr sauber und markiert nicht.
Er wird gern gestreichelt bzw. Hat keine Angst vor Berührungen.
Er hat ganz sicher in einer Familie gelebt, bevor er auf die Straße kam.
Er hat ein riesiges Bedürfnis nach Zuwendung.
Er schläft immer hinter dem Sofa und scheint nicht auf das Sofa zu klettern, obwohl es viel bequemer ist.
Er ist sehr unzufrieden darüber, eingesperrt zu sein.
Er will wirklich einen ganz nahen KOntakt zu der Person, die sich umn ihn kümmert, eigentlich andauernd und er will unbedingt auf den Schoß. MEine Tierschutzfreundinnen meinen, er habe vielleicht etwas von einer Point-Katze, da er so viel Zuwendung will
Er scheint ein sehr ausgeprägtes Jäger-Beute-Verhalten.
Nelson hält seinen Schwanz eigentlich die ganze Zeit ganz seltsam : der Schwanz ist unten und oft zwischen den Beinen, aber das zeigt bei ihm keine Angst. Der Schwanz hat aber keine Verletzung.

Wenn er Angst hat, ist Nelson überhaupt nicht aggressiv. Er wird aggressiv, wenn er vor der Person keine Angst mehr hat und sich mehr und mehr an die Person bindet, und er mehr Selbstvertrauen aufbaut.

Ideen:

- Rohfütterung?
- Intelligenzspielzeug / clickern?
Feliway?

Meine Freundin traut sich nicht, Nelson in eine andere PS zu geben, zumindest so lange nicht, wie sie seine Aggressivität und Gefährlichkeit nicht besser einschätzen kann.
Sie weiss, dass seine jetzige Situation für Nelson sehr unbefriedigend ist, und dass es ihm in dem Quarantänezimmer nicht gefällt.
Er kann auch nicht wieder rausgelassen werden, denn er kommt sofort auf Menschen zu und sucht ihre Nähe (er ist kein wilder Kater, sondern ein extrem verhaltensgestörter zahmer Kater).

Meine Freundin glaubt, dass Nelson zu früh von seiner Mama getrennt wurde und ein extremes Beute-Verhalten mit Dominanz hat. Er kann möglicherweise noch viel schlimmer attackieren als er es bisher getan hat. Er kann auch ganz super lieb sein.

Nelson erträgt es nicht, wenn man sich irgendwie bewegt, er will die Bewegungen kontrollieren. Meine Freundin hat das Gefühl, dass er sie für eine Beute hält.

Sie möchte sein Problem verstehen, behandeln und ihn dann an Leute vermitteln, die unbedingt andere Katzen aber keine Kinder haben und wo er Freigang hat.

Jeder Rat ist sehr willommen!

Vielen lieben Dank schon mal für Eure Ideen.

PS: meine Freundin ist sonst eine sehr gute Katzenkennerin. Sie kommt auch mit sehr schwierigen Katzen klar, auch mit aggressiven. Oft bekommt sie die schwierigsten Fälle, und macht daraus liebe Schmuser...

Aber sie hatte noch nie einen Fall wie Nelson. Teilweise verhält er sich mehr wie ein Wolf / wilder Hund als wie eine Katze (Einkreisen der Beute, extreme Kontrolle jeder Bewegung ...), sagt sie ...

Vielen lieben Dank für Eure Hilfe!
 
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  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht!

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  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #2
Ist er die gesamte Zeit in Quarantäne ohne Sozialkontakte?
Wie groß ist das Zimmer? Kann er am offenen Fenster sitzen?

Ich glaube, der arme Kerl hat einfach nur furchtbar Langeweile und nen Lagerkoller
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #3
Hallo,

ich weiß das wird man nicht gerne hören, aber eine Wasserflasche wurde nicht eingesetzt? Für mich liest es sich, das er die Menschen als seinen Besitz betrachtet, sprich Dominanz. Da er, vermute ich, alleine in dem Zimmer ist, wird Langeweile noch hinzu kommen, sodass er natürlich nicht will, das sie wieder gehen.

Da dein Freundin auch nicht geschrien hat, bzw laut geworden ist, weiß er bisher nicht einmal das er ihnen weh tut damit, bzw das sein Verhalten nicht richtig ist. Also auch nicht das es falsch ist. Das er beim letzten Angriff auch in die Beine beißen wollte, kann es sein das er dann schon fast zum raufen über gegangen ist? Nur viel zu grob für unsere Verhältnisse.

Ansonsten, ich gehe mal davon aus, das er gesund ist, wenn er auch beim Tierarzt war.

Vielleicht gibt es sich auch, in 2 Wochen noch, vielleicht muss er erst einmal mit den Hormonen runter fahren.

Ich weiß es ist alles etwas schwierig, weil man gerade Vertrauen aufgebaut hat, dennoch muss man ihm auch klar machen, das es nicht geht, das er einfach angreift.

Hat deine Freundin ihm nach dem 2. Biss wirklich mit Leckerlies abgelenkt? Ich fürchte das kam für ihn einer Belohnung gleich. Auch wenn sie sich vermutlich nicht anders zu helfen wußte, das würde ich gar nicht machen. Laut aua schreien und für den Notfall, wirklich eine Wasserflasche ins Zimmer stellen, aber keine Leckerlies geben oder mit dem Federbusch ihn versuchen abzulenken.

Ansonsten bin ich auch überfragt.

lg Juli
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #4
Also das er so klammert bzw. verhindern will, dass deine Freundin das Zimmer verlässt, liegt wohl daran das er einsam ist denke ich :?
Kann denn keine andere Katze dazu?
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #5
Gut das deine Freundin das so ausführlich beschrieben hat. Mit dem Zähmen von Wilden habe ich zwar keine Erfahrung, aber trotzdem fallen mir hier ein paar Sachen auf.

Meine Freundin kümmert sich abends um Nelson (morgens wird er von der PS gefüttert), und es gibt ein kleines « Ritual » wenn sie ankommt : er bekommt sein Nassfutter, sie setzt sich auf das Sofa, streichelt ihn dann mit dem Federbusch während er frisst, gibt ihm dann Leckerli, spielt mit dem Federbusch mit ihm. Später nekommt er nochmal Nassfutter und irgendwann geht sie dann.
Der Federbusch ist ja hier eine Verlängerung der Hand und die Hand sollte kein Spielzeug sein. Denn in Spielzeug darf man beißen. Der Federbusch sollte also entweder nur zum Streicheln oder nur zum Spielen benutzt werden. Ein Spielzeug sollte auch anders Aussehen als die Verlängerung der Hand.

Wie beim ersten Biss hat sie gewartet, bis er anließ. Er geriet dann in eine Art Beiss- »Raserei » und begann, die Beine auszutesten, um auch darein zu beissen. Meine Freundin konnte ihn mit etwas Leckerli und dem Federbusch ablenken, aber er hat sie dann weiter « kontrolliert ».
Es ist zwar sehr verständlich das deine Freundin nur froh war das der Kater von ihr abgelassen hat, aber mit den Leckerlis und dem Federbusch hat sie seine Angriffe belohnt.

Er ist sehr unzufrieden darüber, eingesperrt zu sein.
Er will wirklich einen ganz nahen KOntakt zu der Person, die sich umn ihn kümmert, eigentlich andauernd und er will unbedingt auf den Schoß.
Auch das sind wichtige Punkte, die das Problem verstärken können. In diesem Zimmer ist er fast die ganze Zeit einsam und er ist extrem Unterfordert und im fehlt der Freigang.

Meine Freundin glaubt, dass Nelson zu früh von seiner Mama getrennt wurde und ein extremes Beute-Verhalten mit Dominanz hat.
In dieser Annahme könnte möglicherweise die Eigentliche Ursache für die Aggressivität liegen.
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #6
Kernpunkt ist für mich:
Nelson hält seinen Schwanz eigentlich die ganze Zeit ganz seltsam : der Schwanz ist unten und oft zwischen den Beinen, aber das zeigt bei ihm keine Angst.

Das ist DAS Zeichen von Angst/Panik/evtl. Schmerz und kann nicht anders interpretiert werden.
Selbst wenn Nelson mit Hunden aufgewachsen wäre und von denen etwas Körpersprache übernommen hätte, wäre das immer noch so.

Das Eingesperrtsein ohne Gesellschaft und die ganze Zeit im Panikmodus hinter der Couch versteckt führt dann zu kompletten Überreaktionen wie Kampfschmusen und Verlust der Kontrolle.

Weiterhin würde ich auch Schmerzen nicht ausschließen und nochmal speziell Ohren und Zähne gründlich kontrollieren. Wenn der Tierarzt nichts findet, würde ich sogar eine 2-3 tägige Schmerzmittelgabe in Betracht ziehen um zu sehen, ob sich das Verhalten nicht schlagartig verbessert, dann kann man immer noch gründlich nach der Ursache suchen.

Nelson braucht keine Einzelhaft, sondern Gesellschaft, Abwechslung oder Freigang.
 
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  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #7
Ist er die gesamte Zeit in Quarantäne ohne Sozialkontakte?
Wie groß ist das Zimmer? Kann er am offenen Fenster sitzen?

Ich glaube, der arme Kerl hat einfach nur furchtbar Langeweile und nen Lagerkoller

Ja leider hat er im Moment keine sonstigen Sozialkontakte, aber darüber denken wir grad nach.

Das Zimmer ist groß und schön, sicher 20m2 groß und er kann am offenen und gesicherten Fenster sitzen.

Ideal ist das alles nicht, das ist uns total klar ... er soll da natürlich raus und in eine besser geeignete PS; aber die müssen wir erst finden :-(
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #8
Mich erinnert die Geschichte ganz stark an einen Kater, von dem hier auch im Forum berichtet wurde und der auf einer anderen Stelle mit Freigang und anderen Katzen wie verwandelt war. Ich muss mal suchen gehen.
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #9
Hallo,

ich weiß das wird man nicht gerne hören, aber eine Wasserflasche wurde nicht eingesetzt? Für mich liest es sich, das er die Menschen als seinen Besitz betrachtet, sprich Dominanz. Da er, vermute ich, alleine in dem Zimmer ist, wird Langeweile noch hinzu kommen, sodass er natürlich nicht will, das sie wieder gehen.

Da dein Freundin auch nicht geschrien hat, bzw laut geworden ist, weiß er bisher nicht einmal das er ihnen weh tut damit, bzw das sein Verhalten nicht richtig ist. Also auch nicht das es falsch ist. Das er beim letzten Angriff auch in die Beine beißen wollte, kann es sein das er dann schon fast zum raufen über gegangen ist? Nur viel zu grob für unsere Verhältnisse.

Ansonsten, ich gehe mal davon aus, das er gesund ist, wenn er auch beim Tierarzt war.

Vielleicht gibt es sich auch, in 2 Wochen noch, vielleicht muss er erst einmal mit den Hormonen runter fahren.

Ich weiß es ist alles etwas schwierig, weil man gerade Vertrauen aufgebaut hat, dennoch muss man ihm auch klar machen, das es nicht geht, das er einfach angreift.

Hat deine Freundin ihm nach dem 2. Biss wirklich mit Leckerlies abgelenkt? Ich fürchte das kam für ihn einer Belohnung gleich. Auch wenn sie sich vermutlich nicht anders zu helfen wußte, das würde ich gar nicht machen. Laut aua schreien und für den Notfall, wirklich eine Wasserflasche ins Zimmer stellen, aber keine Leckerlies geben oder mit dem Federbusch ihn versuchen abzulenken.

Ansonsten bin ich auch überfragt.

lg Juli

Danke Dir ! Nein, keine Wasserflasche ... ich finde Du sagst da was ganz wichtiges: durch das Ablenken hat er natürlich eine "Belohnung" gekriegt. Und das ist Mist.
Das Problem ist einfach, dass meine Freundin nicht weiss, wie er auf Gegenwehr reagieren würde. Ob das dan so eskaliert, dass er sie total zerfleischt.
Ich sag es ihr auf jeden Fall!

Nelson war schon mehrmals beim Tierarzt, er ist ansonsten ganz gesund. Kastra war Ende Mai, vielleicht sind doch noch Hormone da ...?

Also das er so klammert bzw. verhindern will, dass deine Freundin das Zimmer verlässt, liegt wohl daran das er einsam ist denke ich :?
Kann denn keine andere Katze dazu?

Das will ich unbedingt auch, ich denke, das es helfen kann; wir reden nachher drüber, wenn ich meine Freundin anrufe.

Gut das deine Freundin das so ausführlich beschrieben hat. Mit dem Zähmen von Wilden habe ich zwar keine Erfahrung, aber trotzdem fallen mir hier ein paar Sachen auf.


Der Federbusch ist ja hier eine Verlängerung der Hand und die Hand sollte kein Spielzeug sein. Denn in Spielzeug darf man beißen. Der Federbusch sollte also entweder nur zum Streicheln oder nur zum Spielen benutzt werden. (SUPER IDEE! DANKE!) Ein Spielzeug sollte auch anders Aussehen als die Verlängerung der Hand.


Es ist zwar sehr verständlich das deine Freundin nur froh war das der Kater von ihr abgelassen hat, aber mit den Leckerlis und dem Federbusch hat sie seine Angriffe belohnt.


Auch das sind wichtige Punkte, die das Problem verstärken können. In diesem Zimmer ist er fast die ganze Zeit einsam und er ist extrem Unterfordert und im fehlt der Freigang.


In dieser Annahme könnte möglicherweise die Eigentliche Ursache für die Aggressivität liegen.

Danke für diese super Anregung, das ist ein sehr richtiger Gedanke!
Nelson ist aber nicht wild, er ist ein zahmer Kater, der sicher wegen der Aggressivität ausgesetzt wurde.
Ich habe noch niemals Wilde mit so einer Problematik gesehen noch davon gehört; die sind halt extrem ängstlich aber quasi nie verhaltensgestört ...

Kernpunkt ist für mich:
Nelson hält seinen Schwanz eigentlich die ganze Zeit ganz seltsam : der Schwanz ist unten und oft zwischen den Beinen, aber das zeigt bei ihm keine Angst.

Das ist DAS Zeichen von Angst/Panik/evtl. Schmerz und kann nicht anders interpretiert werden.
Selbst wenn Nelson mit Hunden aufgewachsen wäre und von denen etwas Körpersprache übernommen hätte, wäre das immer noch so.

Das Eingesperrtsein ohne Gesellschaft und die ganze Zeit im Panikmodus hinter der Couch versteckt führt dann zu kompletten Überreaktionen wie Kampfschmusen und Verlust der Kontrolle.

Weiterhin würde ich auch Schmerzen nicht ausschließen und nochmal speziell Ohren und Zähne gründlich kontrollieren. Wenn der Tierarzt nichts findet, würde ich sogar eine 2-3 tägige Schmerzmittelgabe in Betracht ziehen um zu sehen, ob sich das Verhalten nicht schlagartig verbessert, dann kann man immer noch gründlich nach der Ursache suchen.

Nelson braucht keine Einzelhaft, sondern Gesellschaft, Abwechslung oder Freigang.

Ja, wegen Einzelhaft total richtig, da müssen wir was machen. Eindeutig.

Wegen der eventuellen Schmerzen: er sollte eigentlich keine haben, aber wir testen das aus, ich sag es meiner Freundin.

Tausend Dank Euch allen!

Leute, Ihr seid einfach toll, ich hab nun schon einiges, was meiner Freudin sicher helfen wird!

Mich erinnert die Geschichte ganz stark an einen Kater, von dem hier auch im Forum berichtet wurde und der auf einer anderen Stelle mit Freigang und anderen Katzen wie verwandelt war. Ich muss mal suchen gehen.

Ja, der war bei Gunda, nicht?
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #10
Hm, genau das war der Kasimir, der jetzt bei Blindschleiche ist.
Den Ansatz mit dem Lagerkoller verstehe ich, auch dass es ihm so langweilig ist und er sich einsam fühlt. Mich erinnert es immer an die alten Leute, die ich besuche, die versuchen auch mit allen Tricks immer noch ein paar Minuten Besuchszeit rauszuschinden, weil sie dann wieder alleine sind. Kommt mir auch irgendwie so vor.
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #11
Ja, auch das ist absolut denkbar.

Allerdings waren schon viele Katzen in dem Quarantänezimmer, und so hat noch keine reagiert ...

Wir müssen an den Bedingungen was ändern, das ist klar ... er tickt da regelrecht aus.

Das Problem ist nur: wem kann man so einen Kater geben ... das Risiko kann meine Freundin ja gar nicht eingehen :-(

Vielleicht wäre eine kätzische Gesellschaft erst mal eine gute Idee ...

Sicher krieg ich nachher auch mal Photos von Graf Dracula :mrgreen:
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #12
So, und hier ein Photo des hübschen Vampirs:

Nelson hat auch einen großen Kletterbaum, aber den sieht man hier nicht und er geht da leider auch gar nicht ran :-(
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #13
Hallo,

das mit den Hormonen ist für mich möglich, wenn ich mich nicht verrechnet habe, ist die Kastra 6 Wochen etwa her, richtig? Zwar sagt man es dauert etwa 6 Wochen bis sie runter gefahren sind, aber ich kann mir durchaus vorstellen, das es möglich ist bei ihm und länger dauert. Bei einem Freigänger der vermutlich Jahrelang potent war, durchaus.

Das mit dem Schwanz ist eigenartig, er kann den aber auch normal halten oder? Dann deutet es für mich auch auf Angst hin eigentlich.

Er ist übrigens bildschön :-D

lg Juli
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #14
Hallo Susanne!

Ich schließe mich vielen Vorrednern an.

Bestimmt sogar, muß er da raus. Schnellstmöglich in den Freigang.
Ich bin mir gar nicht sicher, ob er jetzt eine Zweitkatze akzeptieren würde.

Sag mal, er kommt doch von der Strasse, oder?
Wäre es nicht möglich, ihn in seinem alten Revier wieder auszusetzen?
Man könnte ihn doch dort weiter füttern, oder?

Liebe Grüße
Melanie
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #15
Ich muss grad weg, aber ich schreib Euch später noch genaueres! Lieben Dank für alle Eure Antworten! :)
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #16
Hallo!

Mit meinem Streunerkater war es genauso... Nachdem er Vertrauen aufgebaut hatte und ich mich ihm immer mehr nähern konnte, war er super anhänglich. Hat sich ständig an meinen Beinen gerieben, am Arm - überall. Sich auch streicheln lassen...
Aber dann hat jmd den Schalter umgelegt. Er hat sich aufgeführt wie ein Platzhirsch. Er saß hier außen vor jedem Fenster und hat geschrien... Er kam nachts rein und hat sich breit gemacht und meine Katzen verjagt. (Musste dann die Schotten dicht machen.) Außerdem ist er schreiend fast senkrecht die Haustür hoch geklommen, wenn er Licht gesehen hat. Wenn ich die Tür dann mit Futter geöffnet habe hat er mich angefaucht. Einige Male hat er mich auch angegriffen. Er ist mir regelrecht ans Bein gesprungen und hat mich durch die Jeans zerkratzt. Mir in den Ellbogen gebissen uws - ich hatte irgwann richtig Angst vor die Tür zu gehen. Auch ich habe nicht geschrien oder mich gewehrt oder so.
Dann habe ich mir gedacht, dass es wohl irgwie hackt (lol) und ich ja bei aller Liebe immer noch selbst hier Herr im Haus bin. (Also auch vorm Haus *g) und bin nur noch selbstbewusst raus zu ihm. Wenn er sich genähert hat, protestierend oder fauchend habe ich ihn nur noch laut und harsch zurecht gewiesen mit einem entschiedenen NEIN!
Er war zunächst regelrecht verdutzt über meine plötzliche Dominanz; aber mit der Zeit hat es gewirkt. Nur mal so als kleine Anekdote...
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #17
Habt ihr nicht irgendwo ein extrem selbstbewusstes, gut sozialisiertes Katertier auf Lager, das man da versuchsweise dazusetzen könnte?
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #18
Interessanter Fall.

Für mich klingt er nach einem extrem unsicheren und frustrierten kleinen Kerl, dessen Lebenssituation momentan dermaßen unbefriedigend ist, dass er regelrecht explodiert.
Er versucht, die Situation zu kontrollieren, indem er aggressiv wird.
Die Unsicherheit/Unzufriedenheit wird für mich ganz klar durch seine beschriebene Körperhaltung. Er wird in sich dermaßen gestresst sein, dass dieser Stress irgendwann abgebaut werden muss. Da er das alleine nicht kann (über spielen oder irgendein anderes Ventil) wird er aggressiv, sobald er soziale Interaktion erfährt, in der er sich halbwegs sicher fühlt.
Dazu kommt die Frustration über das Eingesperrtsein und die angestaute Energie durch die fehlende Bewegung. Er wird evtl draußen sein Ventil in der Bewegung gefunden haben.

Feliway als Zerstäuber könnte eine gewisse Grundentspannung bringen.

Bekommt er die Psychopharmaka noch?

Kann deine Freundin ihm ein getragenes Kleidungsstück da lassen? Irgendwas mit ihrem Geruch? Vielleicht hilft ihm das, sich zu entspannen.

Wie sieht es mit Futterspielen aus? Küken? Fleisch? Irgendetwas, womit man ihm Anregung geben kann.

Auf jeden Fall würde ich ihn auch nochmal vom Tierarzt auf evtl Schmerzen untersuchen lassen, die Idee mit dem Schmerzmittel finde ich gut.

Eine Pflegestelle mit Außengehege wäre gut, denke ich.

Ich denke eher nicht, dass sein Verhalten pure Dominanz ist, für mich klingt das nach aufgestautem Stress, der irgendwie ein Ventil braucht und sich so entlädt. Daher finde ich Sanktionen nur begrenzt sinnvoll. Die könnten seine Unsicherheit und sein Stresslevel nur noch verstärken.
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #19
Ich habe ja nich t so die Ahnung:

Möchte aber mal folgendes ins Spiel bringen.

1. eine neurologische Erkrankung, Anfälle wie bei Z. B. Epilepsie sind ausgeschlossen?
2. Treten die Angriffe immer nach dem Füttern auf, dann kann es auch eine Nahrungsmittelallergie sein.

Das sind nochmal zwei weitere Aspekte, neben dem ggf. so anerzogenen Verhalten.
 
  • Extrem aggressiver Kater - dringend Hilfe und Rat gesucht! Beitrag #20
Hallo,

das mit den Hormonen ist für mich möglich, wenn ich mich nicht verrechnet habe, ist die Kastra 6 Wochen etwa her, richtig? Zwar sagt man es dauert etwa 6 Wochen bis sie runter gefahren sind, aber ich kann mir durchaus vorstellen, das es möglich ist bei ihm und länger dauert. Bei einem Freigänger der vermutlich Jahrelang potent war, durchaus.

Das mit dem Schwanz ist eigenartig, er kann den aber auch normal halten oder? Dann deutet es für mich auch auf Angst hin eigentlich.

Er ist übrigens bildschön :-D

lg Juli

Huhu, und lieben Dank für den Hübschen :)

Er ist übrigens auch ein sehr großer (und starker...) Kater. Der "auch morgen noch kraftvollzubeissen" kann :cool:

Also den Schwanz kann er auch ganz normal halten. Er hat da ganz sicher nix krankhaftes. Nur, wenn er kurz vor dem Angriff ist, nimmt er den so seltsam auf den Boden / zwischen die Beine.

Wer weiss ob er vielleicht früher mal schlimm misshandelt wurde ...?

Das mit den Hormonen werden wir auf jeden Fall im Auge behalten, das kann auch auf jeden Fall noch mitspielen.

Hallo!

Mit meinem Streunerkater war es genauso... Nachdem er Vertrauen aufgebaut hatte und ich mich ihm immer mehr nähern konnte, war er super anhänglich. Hat sich ständig an meinen Beinen gerieben, am Arm - überall. Sich auch streicheln lassen...
Aber dann hat jmd den Schalter umgelegt. Er hat sich aufgeführt wie ein Platzhirsch. Er saß hier außen vor jedem Fenster und hat geschrien... Er kam nachts rein und hat sich breit gemacht und meine Katzen verjagt. (Musste dann die Schotten dicht machen.) Außerdem ist er schreiend fast senkrecht die Haustür hoch geklommen, wenn er Licht gesehen hat. Wenn ich die Tür dann mit Futter geöffnet habe hat er mich angefaucht. Einige Male hat er mich auch angegriffen. Er ist mir regelrecht ans Bein gesprungen und hat mich durch die Jeans zerkratzt. Mir in den Ellbogen gebissen uws - ich hatte irgwann richtig Angst vor die Tür zu gehen. Auch ich habe nicht geschrien oder mich gewehrt oder so.
Dann habe ich mir gedacht, dass es wohl irgwie hackt (lol) und ich ja bei aller Liebe immer noch selbst hier Herr im Haus bin. (Also auch vorm Haus *g) und bin nur noch selbstbewusst raus zu ihm. Wenn er sich genähert hat, protestierend oder fauchend habe ich ihn nur noch laut und harsch zurecht gewiesen mit einem entschiedenen NEIN!
Er war zunächst regelrecht verdutzt über meine plötzliche Dominanz; aber mit der Zeit hat es gewirkt. Nur mal so als kleine Anekdote...

Ja, das ist wirklich sehr ähnlich, was Du da erzählst! Danke Dir :)

Habt ihr nicht irgendwo ein extrem selbstbewusstes, gut sozialisiertes Katertier auf Lager, das man da versuchsweise dazusetzen könnte?

Ich glaube nicht, aber wir gucken. Ich glaube, dass er auf gar keinen Fall allein bleiben kann.

Interessanter Fall.

Für mich klingt er nach einem extrem unsicheren und frustrierten kleinen Kerl, dessen Lebenssituation momentan dermaßen unbefriedigend ist, dass er regelrecht explodiert.
Er versucht, die Situation zu kontrollieren, indem er aggressiv wird.
Die Unsicherheit/Unzufriedenheit wird für mich ganz klar durch seine beschriebene Körperhaltung. Er wird in sich dermaßen gestresst sein, dass dieser Stress irgendwann abgebaut werden muss. Da er das alleine nicht kann (über spielen oder irgendein anderes Ventil) wird er aggressiv, sobald er soziale Interaktion erfährt, in der er sich halbwegs sicher fühlt.
Dazu kommt die Frustration über das Eingesperrtsein und die angestaute Energie durch die fehlende Bewegung. Er wird evtl draußen sein Ventil in der Bewegung gefunden haben.

Feliway als Zerstäuber könnte eine gewisse Grundentspannung bringen.

Bekommt er die Psychopharmaka noch?

Kann deine Freundin ihm ein getragenes Kleidungsstück da lassen? Irgendwas mit ihrem Geruch? Vielleicht hilft ihm das, sich zu entspannen.

Wie sieht es mit Futterspielen aus? Küken? Fleisch? Irgendetwas, womit man ihm Anregung geben kann.

Auf jeden Fall würde ich ihn auch nochmal vom Tierarzt auf evtl Schmerzen untersuchen lassen, die Idee mit dem Schmerzmittel finde ich gut.

Eine Pflegestelle mit Außengehege wäre gut, denke ich.

Ich denke eher nicht, dass sein Verhalten pure Dominanz ist, für mich klingt das nach aufgestautem Stress, der irgendwie ein Ventil braucht und sich so entlädt. Daher finde ich Sanktionen nur begrenzt sinnvoll. Die könnten seine Unsicherheit und sein Stresslevel nur noch verstärken.

Auch Dir vielen lieben Dank! Ich werde das alles meiner Freundin gleich schreiben (muss das noch alles übersetzen). Ja, es kann durchaus aufgestaute Energie und Frust sein, aber wir vermuten, dass er das Verhalten schon früher hatte und deshalb ausgesetzt wurde ...

Ja, er bekommt die Psychopharmaka noch, er ist damit etwas ruhiger, aber das Grundproblem ist noch da.

Das mit dem Kleidungsstück sag ich meiner Freundin, super!

Anregung ist bei ihm ganz schwierig. Er lässt sich nur ganz, ganz schwer ablenken. Am besten scheint es mit Leckerli und dem Federbusch zu klappen.
Meine Freundin hat nun den Federbusch nur noch zum Schmusen zugelassen, reinbeissen ist nicht mehr gewünscht ; dazu gibt es ein anderes Spielzeug. Im Moment traut sie sich nicht, ihn mit der Hand zu streicheln, was ich verstehen kann...

Schmerzen checken wir auf jeden Fall ab!

Ich habe ja nich t so die Ahnung:

Möchte aber mal folgendes ins Spiel bringen.

1. eine neurologische Erkrankung, Anfälle wie bei Z. B. Epilepsie sind ausgeschlossen?
2. Treten die Angriffe immer nach dem Füttern auf, dann kann es auch eine Nahrungsmittelallergie sein.

Das sind nochmal zwei weitere Aspekte, neben dem ggf. so anerzogenen Verhalten.

Danke Dir! Nach sowas sieht es eher nicht aus, aber wir behalten es im Auge.

Hallo Susanne!

Ich schließe mich vielen Vorrednern an.

Bestimmt sogar, muß er da raus. Schnellstmöglich in den Freigang.
Ich bin mir gar nicht sicher, ob er jetzt eine Zweitkatze akzeptieren würde.

Sag mal, er kommt doch von der Strasse, oder?
Wäre es nicht möglich, ihn in seinem alten Revier wieder auszusetzen?
Man könnte ihn doch dort weiter füttern, oder?

Liebe Grüße
Melanie

Lieben Dank dir auch!

Eigentlich wollte meine Freundin ihn zuerst wieder dort in die Gartenanlage lassen. Es gibt dabei aber ein großes Problem: der behinderte Junge der Nachbarin, bei der Nelso reingeht. Der Junge ist vollkommen gelähmt und kann auch nicht sprechen. Er kann nicht mal um Hilfe rufen, wenn Nelson ihn angreifen würde. Die Katzenklappe immer zuzumachen ist auch schwierig, denn da sind noch die anderen Katzen.

Zudem sucht Nelson extrem die Nähe von Menschen. Wir haben einfach Angst, dass er dann neue "Opfer" findet und am Ende noch von Menschen, die er verletzt hat, getötet oder misshandelt wird (wenn er doch wieder Freigänger wird).

Es ist gar nicht einfach mit ihm :-(
 
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