Hallo zusammen,
habe mich heute neu hier angemeldet, weil ich gerne einen Rat bezüglich unseres Katers Oskar hätte.
Er ist mittlerweile 13 Jahre alt und eine Wohnungskatze. Seit ca. einem Jahr verhält er sich nun zunehmend auffällig. Damals fing es damit an, dass er immer mal wieder laut miauend durch die Wohnung lief. Auch nachts war er unruhig, und hat vor allem direkt nachdem wir die Lichter ausmachten, minutenlang rumgeschriehen. Unsere Lösung war dann meist, ihn zu rufen, und zu knuddeln, bis er gemeinsam mit uns einschlief ;-)
Seit einigen Wochen wird die Sache aber schlimmer. Mal stichpunktartig aufgelistet:
- Oskar steht manchmal mitten im Zimmer, schreit, und schaut an die Wand, als ob er nicht wüsste, was er eben vorhatte.
- Er ist unsauber geworden. An guten Tagen macht er sein Geschäft in eins der beiden Klos (werden immer zeitnah von Hinterlassenschaften befreit). An schlechten Tagen setzt er sich einfach auf die Bettdecke oder in den Flur, und lässt laufen. An GANZ schlechten Tagen (davon gab es zum Glück bisher nur einen) sitzt er auf meinem Schoss, und pinkelt los...
- Er geht wie in Trance minutenlang um den Wohnzimmertisch. Rufe ich ihn, schaut er verdutzt zu mir, schnauzt mich meist noch an, und läuft dann weiter...auch wenn wir in der Küche stehen, und er zwischen unseren Beinen rumwuselt, fängt er in letzter Zeit sehr oft an, einfach im Kreis zu gehen. Dabei verfolgt er nicht seinen eigenen Schwanz oder dergleichen - er dreht sich einfach nur Runde um Runde.
- Generell ist er extrem unruhig geworden. Es gibt eigentlich nur zwei Zustände: "Schlafen" oder "meckernd durch die Wohnung laufen". Rufe ich ihn in so einem Moment des rumschreiens, dann steht er meist ganz schnell bei mir auf der Matte, aber eine Minute später geht das ganze wieder von vorne los.
- Er scheint Gleichgewichtsprobleme zu haben. Beim Naschen von Leckerlies oder bei besagtem Laufen um den Tisch ist er schon einige Male einfach umgefallen bzw. weggeknickt.
Beim Tierarzt waren wir natürlich, dort wurde ein Blutbild inklusive Nierenwerten gemacht. Es ergab keine Auffälligkeiten. Da Oskar an den Hinterbeinen etwas steif und stacksig läuft, wurde Arthrose diagnostiziert. Und sein generelles verwirrtes Verhalten scheint den Symptomen nach eine typische beginnende Demenz zu sein.
Dass er Probleme mit dem Gehör oder den Augen hat, kann ich eigentlich ausschließen. Hören tut er wirklich wie ein Luchs, auf Handbewegungen und andere optische Reize reagiert er auch gut.
Die Behandlung besteht nun aus Karsivan (um die Durchblutung des Gehirns zu fördern) und Metacam gegen eventuelle Gelenkschmerzen.
Diese Behandlung ging vor drei Wochen los, hat aber keinen Erfolg gebracht. Oskar macht sein Geschäft immernoch mehr ausserhalb als innerhalb der Katzenklos. Das fast ständige Geschreie ist auch unverändert da.
Um endlich mal zu meinem eigentlichen Anliegen zu kommen: Die Tierärztin sagte, wenn es trotz dieser Behandlungsmaßnahmen nicht besser wird, dann muss man einfach den Zeitpunkt erkennen, wo es für alle Beteiligten zu anstrengend wird. Damit waren sowohl wir in Bezug auf die nicht enden wollende Unsauberkeit gemeint, als auch Oskar, wenn er weiterhin so verwirrt ist und offenbar nicht mehr mit dem Tagesablauf zurecht kommt.
Hat jemand eine Idee, ob es für die geschilderten Symptome auch noch eine andere naheliegende Ursache geben könnte? Körperlich ist Oskar ja wirklich noch sehr fit, und rennt uns auch regelmäßig um den Haufen, wenn er merkt, dass wir auf dem Weg zum Futterschrank sind :lol: Deshalb bin ich eigentlich noch nicht soweit, ihn wegen der momentanen Probleme aufzugeben. Aber irgendwas muss sich ändern, und es scheint keiner zu wissen, was man ausser den momentanen Medikamenten noch machen kann.
Wer hat eine Idee? :-|
Danke schonmal! Und eine schöne Woche,
Markus