Hallo Ihr Lieben!
Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin oder eher bei Krankheiten, dann bitte verschieben wenn möglich.
Aber eigentlich geht´s mir gar nicht um die Krankheit, sondern darum, wann man das Leben der Katze beenden sollte.
Zur Geschichte:
Ich habe dieses Jahr kurz vor Ostern einen tollen Katzen-Opi, 16 Jahre alt, aus dem Tierheim übernommen. Der Kater hat unser Leben vom ersten Tag an bereichert und wir lieben ihn wie sonst was (die anderen natürlich auch, aber er ist besonders irgendwie).
Nach zwei Wochen bei uns stellte sich bei einer Routine-Untersuchung heraus, dass er ein CNI-chen ist - es funktionieren noch etwa 25% der Nieren. Er wird mit SUC therapiert und bekommt Ipakitine unters Futter (das Nierenfutter frisst er nicht) und es geht ihm auch gut damit.
Zwei Tage nach der ersten Untersuchung machte er dann so komische Knirsch-Geräusche beim Fressen, als ob er auf einem Stein rum kauen würde. Also wieder ab zum Tierarzt, denn das kam mir komisch vor und außerdem stand das Wochenende vor der Tür. Also Röbis gemacht, dann zwei Zähne raus. Und auf dem Röbis wurde ein Schatten am Unterkiefer entdeckt. Gewebeprobe wurde während der Zahn-OP entnommen.
Man bot uns an die Probe auf Krebs untersuchen zu lassen, oder ab zu warten was passiert, hätte auch nur eine ausgedehnte Entzündung sein können.
So oder so, Kieferkrebs hätten wir nicht operieren lassen können, da der Kater die Narkose gar nicht gut verkraftet hat und eine weitere, länger Narkose auch die Nierenfunktion komplett zerstören könnte.
Lange Rede, kurzer Sinn, es hat sich als Kieferkrebs heraus gestellt. Nun wächst und wächst der Tumor, der Kiefer ist mittlerweile auf das Dreifache angewachsen und entstellt das hübsche Kater-Gesicht. Lippenschluss gibt´s nicht mehr, dass Mäulchen steht immer etwas offen. Nach dem Trinken und Essen sabbert er stark, wir säubern ihn dann mit Küchentuch. Wenn wir es mal nicht mitkriegen schmiert er sich die Sabber selbst mit den Pfoten ins Gesicht. Dann wird der Waschlappen rausgeholt, er haßt das (aber er ist nun mal weiß).
Ich glaube aber nicht, dass er Schmerzen hat. So kommt er mir nicht vor. Am Anfang gab es Probleme bei der Eingliederung bei den anderen Katzen. Er ist auch taub, darum gab es Verständigungsprobleme. Jetzt, wo er nicht mehr viel Zeit hat, hat er sich mit den anderen Katzen angefreundet und tüddelt mit ihnen durch die Wohnung. Allerdings weigert er sich die Nacht bei ihnen zu verbringen und schläft lieber bei uns mit im Bett.
Ich frage mich aber in den letzten Tagen immer wieder: wann ist schluss?
Ich beobachte ihn sehr genau, es gibt Tage da frisst er nur wenig, trinkt aber viel. Er schläft auch länger und tiefer. Meistens haut er sich sein Futter jedoch wie ein Irre in den Hals. Er macht eigentlich einen guten Eindruck. Nur wenn ich ihn so ansehe, wie sein Gesicht entstellt ist und manchmal so braun von der Sabber... Und der Abschied immer näher kommt.
Die Tierärztin sagt, entweder ist es der Tumor oder es sind die Nieren, die ihn töten werden.
Ich möchte den richtigen Zeitpunkt auch nicht verpassen. Ich will nicht, dass er leiden muss, nur weil ich betriebsblind geworden bin und die Zeichen nicht sehe.
Letzten Donnerstag haben wir ihn mal wieder waschen müssen. Danach setzte er sich auf seinen Lieblingsplatz und auf einmal lief da nicht mehr nur Speichel, nein auch Blut lief da aus seinem Mäulchen. Da dachte ich, nun ist Schluss. Wollt schon zum Telefon greifen, hatte aber ein komisches Gefühl dabei im Bauch. Nach ´ner halben Stunde hörte es auch auf zu bluten. Er stand auf und ging essen. Und ließ einen ausgefallenen Zahn hinter sich zurück.
Also, wann würdet Ihr so etwas beenden? Ich möchte nicht zu früh beenden, was vielleicht noch ein gutes Leben ist, aber auch nicht zu spät handeln...