Eigentlich wollte ich ja schon früher hiervon berichten, aber ich stecke momentan mitten in meiner Umschulung und habe eine Prüfung nach der anderen...
Bekanntlich haben die Ostfriesin und ich uns ja unseren Traum vom Eigenheim erfüllt, und ein altes Landarbeiterhaus gekauft, entmüllt, und renoviert.
Die Vorbesitzer (Marke: Familie Flodder) sind mit Sack und Pack und Schnaps und Hund und Katz ins Nachbardorf gezogen, wirklich vermissen tut sie hier nun wirklich niemand. Jetzt haben sie es geschafft, dass sie nach knapp 3 Monaten die Mietwohnung schon wieder verlassen mussten. Angeblich war dort alles dreckig, vermüllt, verschimmelt, und einfach irgendwie nur scheisse. Eine Beschreibung, die wohl auf jede Wohnung / jedes Haus zutreffen dürfte, in dem die Familie sich länger als 6 Stunden aufhält.
Während der Umzugsphase wollten sie ihre Katze "Tinka" nicht stressen, und brachten sie samt einer Tüte Trockenfutter zu ihrem Sohn, der als Untermieter bei unseren Nachbarn im gegenüberliegenden Haus wohnt. Er sollte auf Tinka aufpassen.
Dumm nur, dass diese Sackgasse der menschlichen Evolution es nicht einmal für 2 Stunden geschafft hat, die Katze in der Wohnung zu halten.
Es kam wie es kommen musste: Tinka schlich um unser Haus herum (was ja mal ihre Heimat war), und erbat sich lautstark Einlaß. Sogar nachts auf dem Fensterbrett. Abgesehen davon, dass unser Schlafbedürfnis empfindlich gestört wurde, waren auch unsere Kater nicht gerade begeistert. Obwohl...Leo irgendwie schon, denn Henry und Percy starrten aus dem Fenster und vergaßen ihre halbvollen Futternäpfe völlig, was unser alter Herr natürlich sofort ausnutzte.
Wir haben die Katze dann gefangen und dem Sohn unserer Nachbarn übergeben, für 3 Stunden ging diesmal auch alles gut, dann war Tinka wieder da. Abends kam der Sohn dann rüber und wollte die Katze einfangen, was mit einer fauchenden und knurrenden Tinka und einem blutigen Arm beim Sohn endete.
Seitdem lebt Tinka bei uns im Schuppen. Anfragen beim Sohn was jetzt mit der Katze wird, blieben lange unbeantwortet.
Heute nun haben wir dann erfahren, dass die Vorbesitzer die Katze wohl nun nicht mehr haben wollen, und sie dem Sohn geschenkt haben. Der kann mit ihr aber auch nix anfangen und kümmert sich lieber um seine neue Freundin. Seine Idee war, dass wir Tinka doch nehmen könnten. "Da hätte sie es gut und ich könnte sie mal besuchen wenn ich Bock habe" - so der Output seiner anderthalb Gehirnzellen zu diesem Thema.
Wir können Tinka definitiv NICHT nehmen: Auf Percy´s Sympathieskala steht sie punktgleich mit unserem Tierarzt, und auch Tinka kann mit anderen Katzen nicht wirklich viel anfangen (Alleinhaltung bei den Vorbesitzern).
Auf den Vorschlag, dass wir über den Tierschutzverein ein schönes Zuhause suchen könnten, wurde bisher nicht eingegangen.
Was sollen wir machen? Uns tut Tinka sehr leid (die Familie übrigens auch, denn mit Tinka ging das intelligenteste Lebewesen im Haushalt), aber wir können sie definitiv nicht halten und ein Leben im Schuppen hat sie nicht verdient.