Hallo liebe Gemeinde,
Ich bin 36 und habe seit Anfang 20 eine liebe Seele in Obhut der mir alles bedeutet. Ich möchte hier auch kurz über meine Gefühle nach dem einschläfern meines über alles geliebten Katers Mowgly schreiben. Ich musste Ihm am 11.09.2014 die letzte Ehre erweisen und mich plagen seitdem tiefe Depressionen, Schuldgefühle die mich auffressen. Es fing vor ca. zwei Wochen an. Er verhielt sich anders als sonst, er war noch liebe bedürftiger, ich dachte da er von den beiden guten Jägern (meine ex hat noch zwei Katzen die beim mir im Haus lebten) ständig mit Mäusen neben den normalen Mahlzeiten versorgt wurde, dass er sich über fressen hat und habe ihn ab da täglich auf Veränderungen beobachtet. Nach 2-3 Tagen wurde es nicht besser und ich bin abends nach der Arbeit zum Notdienst Tierarzt. Ich muss erwähnen wir wohnen direkt am Wald und wie Katzen so sind von Blindschleichen über Ringelnattern haben sie alles bis zu Fröschen angeschleppt und auch gefuttert. Dachte daher weil er den anderen immer die Beute abnahm er hätte gewolle im Magen nun ja...
Ich dachte mal besser schauen lassen da er letztes Jahr einige Zähne gezogen bekommen musste und auch nicht so gut kauen konnte schilderte dem Tierarzt die Situation. Als nachdem röntgen die Tierarzt mich raus schickte und sich mit den beiden Kollegen beriet ahnte ich schlimmes. So war es auch Lungenödem. Ich müsste die Nacht mit dem tot des kleinen rechnen...
Ab dann ging es zwei mal täglich zum spritzen um das Wasser aus der Lunge zu bekommen. Siehe da es ging ihm schnell besser und ich dachte OK dann kriegt er demnächst Herzmittel und wir haben es geschafft. Wie es im leben so ist musste ich nach Passau und habe meine Mutter und meine exfreundin die ihn auch gut kennen und lieben gebeten ihn weiter zu den Terminen zu fahren. Montags am Telefon alles OK. Dienstag ... Ja es geht ihm gut... Mittwoch rief meine ex an... Tränen aufgelöst... Ich spürte sofort an ihrer Stimme das es ernst ist. Schulung abgesagt in den ICE und hab ihn die ganze Nacht nicht allein gelassen. Am Vortag wurde er wieder geröngt und ich sollte mir Gedanken machen ob ich ihn noch weiter leiden lassen will sagte mir meine Freundin die mit ihm da war.
Nach Rücksprache morgens mit dem Tierarzt nahmen sie mir alle Hoffnung. Ich sah an seinem Blick das er nicht mehr wollte und konnte. Er hatte drei verschiedene Herzfehler laut den Tierärzten und konnte auch nicht mehr richtig atmen, richte sich nach dem kurzen kuscheln mit papa schnell wieder mit Atemnot auf und hatte beklemmungen. Da die drei TÄ aus der Praxis mit ihrem Rat am Ende waren bat ich sie eingehend zu mir nach Hause zu kommen was sie normal nicht machen. Ich hielt ihn bis es klingelte vorsichtig lieb und nahm meine ganze kraft zusammen damit er mich nicht heulend wie zuvor erleben musste. Er war dann noch bissl im Garten Vögelchen guggen legte sich wieder zu mir und es klingelte. Der Arzt sagte mir zum 100 mal das ich das richtige tue und dann ging es ganz schnell. Er vertraut mir so das er ganz ruhig blieb er nach der spritze musste ich ihn fest halten und beruhigen er Kotze und schlief danach iwann bei mir im arm ein. Es war recht human, habe schon anderes erlebt egal. Habe ihn wo alles begann unter einem schönen alten Kastanienbaum mit 15 Rosen begraben 14 Für die gemeinsamen Jahre eine für das letzte welches er nicht geschafft hat.
Nun plagen mich tiefste Depressionen. Ich mache mir Vorwürfe ihm im Stich gelassen zu haben, nicht alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben etc.
Viel schlimmer ... Habe das Gefühl sein riesiges Vertrauen in mich missbraucht zu haben weil ich ihn getötet habe. Ich hätte es nicht ertragen können wäre er erstickt.
Nun ist es morgen eine Woche her und ich Weine über all... Auf Arbeit, im Geschäft, zuhause ist es am schlimmsten. Habe auch erstmal fast alle Bilder wieder abgenommen da ich an dem Gedanken ihm sein leben genommen zu haben etc zerbrechen. Es ist noch zu schmerzhaft. Hat jemand einen Rat mit der schuld umzugehen.
Es ist bei mir soweit das ich mir einen Psychotherapeut suche, meinen Jahresurlaub genommen habe und oft einfach nur an seinem Grab Sitze ihm erzähle, ihn um Verzeihung bitte... Auch weil meine Frau michvor einigen Monaten verlassen hat habe ich das Gefühl zu sehr damit beschäftigt gewesen zu sein...
Es ist so schlimm...
LG Svente