Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch

Diskutiere Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo zusammen! :-D Der Titel ist ziemlich selbstbewusst, ich weiß... Naja, ich hab in den letzten Tagen aus gegebenem Anlass darüber nachgedacht...
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Tyler

Tyler

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Hallo zusammen! :-D
Der Titel ist ziemlich selbstbewusst, ich weiß... Naja, ich hab in den letzten Tagen aus gegebenem Anlass darüber nachgedacht warum/dass viele Menschen sich davor scheuen ein >scheues< (wildes, nicht zahmes) Kitten zu adoptieren.
Das ist so schade! :cry:
Deswegen starte ich jetzt hier eine kleine Anleitung - mal sehen obs klappt. Tipps und Tricks etc sind herzlich willkommen! :-D:-D

Ersteinmal:

An alle die noch zweifeln ob sie einem scheuen Kitten eine Chance geben wollen:

Man hat es sich reiflich überlegt, und die Entscheidung ist gefallen: Zwei Kitten sollen ins Haus! Ok. :mrgreen:
Man sieht es schon förmlich vor sich. Die beiden Fellbündel jagen tapsig den Spielzeugmäusen hinterher und springen wie kleine Böckchen einer bunten lustigen Angel hinterher... Außerdem sind sie so knuddelig und flauschig, wie kleine Monschi-Schis und haaaaaach was ür ein Zucker!! :d078::d078::d078::d078::d078::d078:

Wie jetzt?! Und dieses kleine herzallerliebste Knäuel faucht, wenn ich mich nähere? Sitzt unter dem Schrank? Auf dem Schrank? Im Uhrkasten? Unter der Couch? Es legt die Ohren an, wenn ich die Hand nach ihm ausstrecke? Vielleicht kratzt es sogar und beißt? Und das nicht nur für ein paar Stunden, sondern für Tage?!?!
FÜR WOCHEN?!?!?!?!?!??? Ja, hallo, dann brauch ich auch gar keine Katze! Wenn ich sie eh nicht zu Gesicht bekommen und nichts mit ihr machen kann... *schmoll


Ja.
Ich verstehe das. Man will ja eine Katze haben um eine zu HABEN! Und wer weiß ob die Phantomkatze unter der Couch jemals ÜBERHAUPT zahm wird?!:?:

Folgende Überlegungen möchte ich hierzu vorschlagen:

1.) Kittenzähmung ist eine Geduldsprobe und da steckt Herzblut drin. Damit will ich sagen: Es ist AUFWAND. Hab ich diese Geduld? ... WIRKLICH?! Sind meine Kinder alt genug das zu verstehen und bringen auch Geduld auf?

2.) Das ganze braucht Zeit! Und damit meine ich jetzt nicht Zeit, bis sie zahm sind - sondern die tägliche Zeit. Das Scheu-chen muss mitkriegen, dass Mensch anwesend ist. Wenn es viele Stunden am Tag allein ist klappt das nicht.

3.) Wer ein ungezähmtes Kitten ins Haus holt betreibt aktiven Tierschutz! So ein Katzenkind hat höchstwahrscheinlich schon allerhand hinter sich. Vermutlich wurde es wild geboren und mit (oder ohne) Mutter von tierlieben Menschen eingesammelt. Tierschützer haben sich seiner angenommen und begonnen einen angenehmen Weg für es zu ebnen. Die Weichen zu stellen sozusagen. Gleichzeitig beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Das kleine Wesen muss gezähmt werden, denn mit zunehmendem Alter sinken a) die Chancen auf Zähmung und b) die Chancen auf Vermittlung. Und wenn es nicht zahm ist erst recht.
Wer also so ein Fellchen aufnimmt ermöglicht dem Tier dass es diesen Weg weiter gehen darf. Dass die Zähmung bei Ihnen (weiter)stattfinden kann und es es einfach geschafft hat! Ankommen darf OBWOHL es noch nicht fertig gezähmt ist.

4.) Ungezähmte Kitten haben eine unvergleichliche Chane im Gepäck, wenn sie einziehen. Gezähmte, sozialisierte, "normal" entwickelte Kitten sind freundlich, kommen meist schon bald auf einen zu und finden so gut wie alles und jeden lieb und nett. "Oh guck mal da wedelt was -wuuusch!!":cool: Ungezähmte Kitten natürlich nicht. Aber die Erfahrung die Mensch macht, wenn er ein Kitten zähmt ist einmalig. Wenn ein solches Tier irgwann entscheidet, dass man derjenige Grund ist Menschen zu vertrauen - dann ist das ein wunderschönes Gefühl. Dann hat man sich das Vertrauen verdient. Die Bindung zu einem solchen Tier ist sehr tief und schön!

5.) Egal wie sich die Winzlinge gebärden. Und wie unkommunikativ und abweisend sie sich auch zeigen... Nicht aufgeben! Eigentlich WOLLEN sie sich streicheln lassen und schnurren und all die Dinge tun, die Katzenkinder eben so tun. TROTZ dass es nicht so aussieht - sie brauchen nur eine richtige Chance!

An alle die sich für ein ungezähmtes Kitten entschieden haben:

Ruhig der Pflegestelle (oder wo auch immer das Kätzchen herkommt) Löcher in den Bauch fragen. Bedenken/Ängste beschreiben. Hilfe wird gerne gegeben! (Wenn nicht, oder wenn jmd sich keine Zeit für sowas nimmt, dann stimmt was nicht!!!)

Ich versuche jetzt hier eine Art Tagebuch zu führen darüber wie ein ungezähmtes Kätzchen doch noch zahm wird. (Hoffe ich jedenfalls ;-))

Vielleicht hilft es dem ein oder anderen eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht hilft es auch dabei Frustration und Enttäuschung zu bekämpfen, die sich möglicherweise das ein oder andere mal breit machen wird...

Viel Spaß :-D

Die Probanden

...hätte ich jetzt gerne vorgestellt... So mit Fotos und so.
Aber alles streikt und ich werde das demnach nachreichen müssen.



Hier ist die Hauptakteurin aber zu sehen! Die kleine Marie!



Das ist meine kleine Assistenin Cara. Sie hat es geschafft!



Und ich verweise an dieser Stelle auch gerne auf meinen meiner Lieblingsthreads! Dort geht es um Julius ein weiteres Scheu-chen und seinen Zähmungsweg.

EDIT:

Hahh! Hat doch noch geklappt mit den Fotos.
Es sind zu sehen:
*Marie* /bzw alles was ich von ihr zusehen kriege seit sie hier ist.
*Cara* - sie hat die Zähmung hinter sich gebracht wie man sieht. Vier Wochen hat es gedauert. Angefangen hat sie genau dort wo Marie jetzt steht. Ich denke das ist doch sehr motivierend?! :grin:
 

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  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #2
Chapeau! :mrgreen:

Dafür kriegst du jetzt ein Herzchen :d078:
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #3
Ich finde es klasse, dass du hier über deine Zähmungsversuche berichtest. :)

Ich hatte nie scheue Kitten, dafür aber einen jungen Spanier, der zwar vor Selbstbewusstsein in der Regel kaum zu retten ist, aber doch über ein Jahr gebraucht hat, bis er jetzt langsam wirkliches Vertrauen in mich fasst. Jedes Mal, wenn er von sich aus auf meinen Schoß zum kraulen kommt (das kommt bis heute nicht all zu oft vor), könnte ich heulen vor Freude. Ich glaube, das ist genau das, was du vermitteln willst und finde das wirklich sehr gut.

Ich freu mich, mehr zu lesen :)
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #4
Juhu Tyler,

schön geschrieben und eine super Idee mit den Tips und Tricks für die Scheuchen.

Ich kann nur zu stimmen, Geduld ist u.a. mit das a und o.
Es gibt sicher am Anfang viel bei scheuen Katzen zu beachten aber ich kann nur aus Erfahrung sagen:

Das Warten lohnt sich. :-D

LG Krümel
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #5
Vor allem ist Kitten zähmen eigentlich total easy - je nachdem wie alt sie sind, ist es natürlich echt einfach (bis 12 Wochen). Aber auch danach ist es kein Problem.

Am einfachsten geht es, wenn man die Kitten in einem möglichst kleinen Raum (mit Tageslicht) hält ohne Versteckmöglichkeiten. Beim Fressen immer schön streicheln streicheln streicheln, evtl. mit der Hand füttern (Futter auf den Löffel) und bald fressen einem die Kitten aus der Hand :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:



Von daher sollte man wirklich nicht scheuen, nicht zahme Kitten aufzunehmen :mrgreen: :mrgreen:


Freu mich schon auf weitere Berichte über Marie & Co.
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #6
@Kath: :d070:

Ich glaube, das ist genau das, was du vermitteln willst und finde das wirklich sehr gut.

--> Ja, ich denk genau das meine ich! :f050:

TAG 1:

Die Box mit Marie ist angereist. Alle waren schon ganz aufgeregt. Und mir "alle" meine ich MICH. :roll: Den Rest der kätzichen Bewohner ließ das völlig kalt.
Das ist sicherlich eine Einzelfallentscheidung jedesmal, aber ich habe entschieden, dass Marie im Wohnraum eingegliedert wird. Das kann ich machen, weil es ein großer Raum ist, wo sich die kätziche Welt gut aus dem Weg gehen kann und Pllatz genug ist für Fellknäuels StarterKit. UND!! Weil ich genau weiß, dass hier demnächst keine wilden Partys steigen oder irgwelche Horden einfallen werden. (Das können Kinder sein, Teenies aber auch alle anderen Arten von Mensch, die laut sind (Musik/Fernseher/Kaffeekränzchen etc) oder ähnlich verstörendes...) Es ist also wichtig dass die Katze ignoriert werden und selbst ognorieren kann in diesem Raum OHNE komplett allein zu sein.
Der Bericht zum ersten Tag ist ein Nachtrag, weil ich heute erst auf diese Idee kam und Marie aber gestern abend schon angereist ist. Aber das macht nichts, denn zum ersten Tag hat sich nicht viel getan. Und mit "nicht viel" meine ich NICHTS. Ok.
Ich habe die Box nur einmal angefasst um sie zu öffnen und in eine Ecke zu schieben und danach hatte ich Pause... ;-)
Cara und Fleur (Fleur ist meine eigene Katze. Sie ist etwa 5 Jahre alt und dem Kleingemüse eher skeptisch gegenüber eingestellt. Kommt immer zu mir lästern lol:n035::c050:) sind ein paar Mal um die fremdriechende Box geschlichen und haben sich dann wieder ihren eigenen Geschäften zugewandt. :roll: Na gut...

Tipps für den 1. Tag / die Anreise:
- Ruhe bewahren! 8)8)
- Freude über den Zuwachs im Zaum halten (Keine quietschige Begrüßung mit "Oh wie süüüß" und Finger durch die Box-Schlitze bohren!)
- Bitte die Katzen wenn möglich (und ich kann mir jetzt gerade nicht vorstellen wieso das mal nicht möglich sein sollte...) niemals aus der Transportbox zwingen!
- Box mit Rücken an eine Wand stellen (am besten eine Ecke!) damit die Katze nur 2 Seiten im AUge behalten muss und nicht befürchten muss dass sich von allen Seiten "Feinde" nähern könnten
- Raum präparieren: (1) Die besten Verstecke "unschädlich machen" - Sie haben nichts davon wenn die Katze sich so gut und komfortabel vor Ihnen verstecken kann, dass Sie sie niemals zu Gesicht kriegen!
(2) Die Katze bekommt ein Buddelkistchen (Euphemismus für KaKlo ;-)) in Transportbox-Nähe. Im besten Fall ihr eigenes mit eigenen Hinterlassenschaften von dort wo sie herkam. Das KaKlo steht bitte so nah dass sie sich traut hinzulaufen und so geschützt (Ecke!) dass sie sich traut es zu benutzen. Sie wollen Sie doch nicht zwingen sich einzunässen... :oops:
(3) Idealerweise kommt die Katze nicht gerade pappsatt bei Ihnen an. Bieten Sie (bekanntes) Futter an. In Sicht- und Riechweite! Hunger ist Ihr bester Freund beim Zähmen. Machen Sie sich ihn zu Nutzen.
- Es spricht nichts dagegen den Neuankömmling in einem eigenen Raum separiert ankommen zu lassen. Überlegen Sie sich aber unbedingt VORHER, dass es Ihnen tagelang vielleicht nicht mehr möglich ist die Katze "umzutopfen"!
- So lange die Katze ihre Box nicht von alleine verlässt behandeln Sie sie bitte -gar nicht. ALso so als wäre sie nicht da. (Abgesehen davon, dass sie auf Soundchecks der neuen Stereoanlage oder einem Kindergeburtstag mit Topfschlagen verzichten! ;-))

Der Zuckerschatz ist da! Jetzt beruhigen wir uns alle erstmal und gehen schlafen . . . :p

Das Warten lohnt sich. :-D
Danke Kruemel! :razz: Je mehr Leute das hier bestätigen aus eigener Erfahrung desto mehr Zähmungs-Neulingen kann man vllt die Scheu vorm Zähmen nehmen - lol :lol:

Beim Fressen immer schön streicheln streicheln streicheln, evtl. mit der Hand füttern (Futter auf den Löffel) und bald fressen einem die Kitten aus der Hand :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Das mit dem Löffel ist ein super Tipp von Cookmaster! :-D Komm ich später noch zu. Wir sind hier noch nicht so weit und Marie ist auch schon deutlich älter als 12 Wochen... Dir auch vielen Dank für Deinen Support Cookmaster - lass mal kräftig Werbetrommel für die Scheu-chen drehen :mrgreen:
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #7
Am einfachsten geht es, wenn man die Kitten in einem möglichst kleinen Raum (mit Tageslicht) hält ohne Versteckmöglichkeiten. Beim Fressen immer schön streicheln streicheln streicheln, evtl. mit der Hand füttern .

Mit der Aussage bin ich nur bedingt einverstanden.
Bei ganz Jungen mag das sein aber bei älteren Katzen oder Kitten ab 12 Wochen sollten man den kleinen Raum nur bedingt anwenden und das nicht über Tage.
1.) Soll sich das Scheuchen an die Umgebung gewöhnen, wenn auch langsam.
2.) Wichtig sind dann Rückzugsorte, sonst artet es in Stress für die Katze aus, was genau zum Gegenteil führt.
3.) Das Scheuchen sollte bei den Menschen sein, auch ruhig versteckt, denn wenn es mal rauskommt und der Mensch nicht gleich drauf springt, lernt dieses Scheuchen, mir tut keiner was.
Und da kommen wir zu dem Teil mit dem Fressen.
Da bin ich der Meinung man sollte ein Tier in Ruhe fressen lassen, da mögen die Meinungen auch sehr auseinander gehen. Wenn mich jemand permanent bei Essen streicheln würde, wäre ich nur genervt irgendwann. :cool:
Nachdem Füttern vielleicht versuchen aber man sollte den Scheue- Grad der Katze auch mit bedenken.
Da sollte man wirklich zwischen scheu und scheu unterscheiden, da es da viele verschiedene Facetten gibt und man das von Fall zu Fall ganz individuell Gestaltet werden sollte.
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #8
Nachdem Füttern vielleicht versuchen aber man sollte den Scheue- Grad der Katze auch mit bedenken.
Da sollte man wirklich zwischen scheu und scheu unterscheiden, da es da viele verschiedene Facetten gibt und man das von Fall zu Fall ganz individuell Gestaltet werden sollte.

*unterschreib

Deswegen sage ich ja - das sind Einzelfallentscheidungen. KANN man machen mit dem Raum - MEISTENS aber nicht zu empfehlen. Katze im Nebenraum parken und Tür auflassen, damit sie selbst vorwitzen kommt klappt bei dem Scheuchen leider nicht...
Es macht daher tatsächlich mehr Sinn die Katze in einem "bewohnten" Raum ankommen zu lassen. Ein bischen "ausgeliefert" muss sie einem schon sein...
In Ruhe fressen können - finde ich auch. ABer ich finde AUCH dass man sich den Hunger zu nutze machen sollte. Aber da komm ich noch zu. Fürs erste gilt hier, was ich geschrieben habe: Futter steht in Sicht- und Riechweite.;-)
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #9
Das man scheu und scheu unterscheiden sollte, da stimm ich euch zu. Zum Rest muss ich wohl nochmal genauer erklären ;-)

1. Raum: Ich meine damit nicht, dass die Katze in einen Raum kommt, wo der Mensch nie drin ist!! Ich dachte eher an einen Raum, der stetig von Menschen benutzt wird, aber eben nicht dauerhaft (zB Bad).

2. Natürlich springt der Mensch nicht sofort, wenn Katz aus dem Versteck springt!!! Daher eignet sich das Bad auch so gut. Da macht der Mensch meist andere Sachen, als darauf zu lauern, dass die Katze rauskommt ;-) Und es gibt natürlich Rückzugsorte für die Katzen, zB in Form von Höhlen, oder der Kennel steht noch dort..:

3. Fressen: Ja, man macht sich den Hunger zueigen.


Ich hab meinen ersten Beitrag leicht flapsig geschrieben, mir dabei aber durchaus was gedacht. Die Meinungen gehen hier wie immer uU weit auseinander, aber wir sind bisher mit dieser Art ziemlich gut gefahren.

Wenn man die Katzen nur so nebenher mitlaufen lässt und die Katze nicht mal herausfordert (zB indem man die Katze beim Fressen streichelt oder eben bei jungen Kitten händisch füttert), wird Katz nie auf einen zugehen und sie bleibt eher scheu. So meine Erfahrung...
 
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  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #10
Einmisch: Das streicheln beim füttern empfinde ich auch als nicht gut - es kann dazu führen, daß die Mietz sich dann gar nicht mehr an Futter traut.
Leckerlies aus der Hand füttern ist ne gute Sache, abe auch oft trauen sich die Scheumäuse gar nicht erst bis zur Hand. Ich zähme ja so ziemlich alles in jedem Alter und habe dabei die Erfahrung gemacht, daß jede Mietz anders auf bestimmte Dinge reagiert - was bei der einen gut war ist bei der anderen genau kontraproduktiv - man braucht dafür ein gutes Gespür. Trotzdem gibt es ein Grundgerüst nach dem ich vorgehe:

1) Gesonderter Raum mit sogenannten Halberverstecken - das heißt Verstecke in denen die Miet sich versteckt fühlt, aber dennoch gezwungen ist alles mit zu kriegen. Das sind Kratzbaumhöhlen mit großen Öffnungen, Kartons in denen man ein großes Loch macht (ich kippe die Kartons gern seitwärts und nehme die Hälfte vom Deckel ab - so entsteht eine Höhle mit großer Öffnung) usw. Vollverstecke wären z.B. unterm Bett/Couch, in Schränken usw. Soche Verstecke führen bei einigen Mietzen dazu, daß sie nie vorkommen und sich die Angst verselbstständig. Durch das zwangsweise dem Leben und Geschehen ein Stückweit ausgesett sein lernen sie, das ihnen nichts passiert.

2) Die ersten Tage in Ruhe lassen, damit Mietz den Raum als "safe" kennenlernt. Wenn Katz den Raum in Abwesenheit erkundet hat, frißt und das Kaklo benutzt dann kanns losgehen.

3) Vorlesen + Leckerlies! Das ist eins der wichtigsten Dreh und Angelpunkte. Durch das lesen lernen die Mietzen die Stimme kennen, aber da man mit der Aufmerksamkeit im Buch ist und nicht auf der Katze empfindet die Mietz einen als ungefährlich. Ich mache es immer so, daß reinkomme, der Mietz die Leckerlies vor ihr Versteck lege, mich mit etwas Abstand auf dem Boden vor das Versteck setze und dann vorlese. Durch das sitzen wirkt man kleiner und ungefährlicher. Irgendwann merkt man, wie Mietz anfängt das lesen zu genießen und dabei wegzudösen. Schließlich werden die Leckerlies dann bereits beim Lesen vertilgt. Dann den Abstand zwischen Leckerlies und Versteck vergrößern - bis Katz vorkommen muß um sie sich zu holen - dann hat man den ersten Teil gewonnen: Mietz ist aus dem Versteck während Mensch daneben sitzt. Dann kann man die Leckerlies um sich drapieren und schauen, ob Mietz Leckerlies aus der Hand nimmt. Wenn man Mietz anguckt immer blinzeln und zwischendurch imer mal wieder weggucken. Wenn Mietz einen anguckt, dann ebenfalls blinzeln und wegggucken. Anstarren bedeutet unter Katzen Aggression - blinzeln und weggucken ist Beschwichtigung.

4) Federwedelspielen + streicheln. Dieser Part ist besonders bei Kitten der Dreh- und Angelpunkt. Bei erwachsenen dauert das sehr lange, bei Kitten ist man teilweise mit der Wedelmethode schneller bei als mit der Lesemethode. Ich benutze dafür die üblichen Federwedel - also biegsamer Stab mit Federn dran. Der Stab sollte nicht zu flixibel sein, sonst klappts nicht. Mit dem Wedel erstmal vorsichtig anfangen zu spielen - das braucht ein bißchen, bis sie Angst davor verloren haben. Spielen sie gut mit, dan während des Spiels mit dem Wedel imme wieder zwischendurch kurz über den Rücken streichen. Die Reaktionen sind oft verschrecktes Wegspringen, fauchen oder ähnliches - gar nicht beachten - imer so tun, als sei nix gewesen und weiterspielen. Mit der Zeit kommt dann plötzlich das Schwänzchen hoch dabei - dann hat man gewonnen und kann Mietz mit dem Wedel anfangen richtig zu streicheln bis sie es genießt. Dann kann vorsichtig den Wedel durch die Hand ersetzen.

Durch diese Kombination: Leckerlies aus der Hand und Wedelstreicheln erreicht man eine Zähmung mit dem geringmöglichsten Streßfaktor für das Tier, da es step by step umlernt, ohne aber mit zu schnellen Anforderungen überfordert zu werden.

Wichtig ist: jede Session muß positiv für die Mietz enden. Denn der letzte Eindruck bleibt haften und wird in die nächste Runde mit reingetragen. Lief das ganze also mal nicht so gut, dann zum Abschluß nochmal nen Schritt zurückgehen und wieder Leckerlies verteilen und vorlesen, oder nur spielen ohne Streichelversuche oder ähnliches um nen guten Eindruck zum Schluß zu hinterlassen.


Ansonsten braucht man: Geduld, Geduld Geduld. Wer sagt: in 2 Wochen muß die Mietz aber dieses oder jenes tun/können, der sollte sich nicht auf eine Scheumietz versuchen. Das Tier gibt das Tempo vor - Druck bewirkt, daß gar nix wird, Erwartungshaltungen werden mit Sicherheit enttäuscht. Scheumietzähmung heißt: alles versuchen, aber nichts rwarten und sich über kleinste Fortschrite freuen können. Wer das kann, der wird etwas wunderbares erleben und bekommen: das Vertrauen eines Wesens, wie es tiefe und ehrlicher nicht sein kann...
Meine Erfahrung: die ängstlichsten Mietzen werden hinterher die größten Schmuser und richtige Pattex-Katzen. Sie schenken sich ihrem Menschen ganz und gar und mit tiefster Innigkeit.
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #11
-......unterschreib......:-D

Genau so sehe ich das auch alles.

Man sollte sich einfach über kleine Schritte und Erfolgserlebnisse freuen und wenn es ist, dass das Scheuchen frisst wenn man in der Nähe ist.

Was ich noch unterschreiben kann, dass sich die Geduld auszahlt und man später ein "Pattex-Katze" hat und dafür denke ich, lohnt sich das Warten.
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #12
TAG 2

Marie hat die Box verlassen.
YAAAY!!
Ihre neuen Lieblingsplätze sind das Krähennest und "unter der Kommode"... :roll:
Cara hat sie bemerkt. Aber wirkliches Interesse besteht nicht. Nur ein Bisschen Fauchen... Tse.

Wie ich mich so durch den Raum bewege fühle ich mich beobachtet. Aber das liegt daran dass beobachtet WERDE. Na gut.
Zwischendurch steige ich auf einen Stuhl und befinde mich fast auf Augenhöhe mit Marie. Sie legt die Ohren an; hat also Angst vor mir. Ich verschrenke meine Arme hinter meinem Rücken und gucke auf den Boden. Streife kurz ihren Blick und betrachte interessiert die Decke. Ohne sie noch einmal anzugucken steige ich wieder vom Stuhl herab und wusele weiter... Das mache ich ein paar Mal. Dass ich so nah an ihr dran sein kann ohne dass sie faucht ist für mich schon ein Erfolg. Dass sie mich irgwann so nahe an sich duldet und ihr Öhrchen wieder hoch gehen ist sogar noch viel besser. SO gerne hätte ich sie mal angefasst aber das finde ich zu früh.
Ich lege ausgedehnte Spielzeiten mit Cara ein. Weil ich denke dass muss doch irgwann unseren Zuschauer animieren mitzumachen. Tut es aber nicht. Dann vielleicht morgen.

Tipps für den zweiten Tag

- Legt die Katze noch die Ohren an ist es zu früh sie anzufassen. Nähe suchen ohne Blickkontakt. Sich einfach aufhalten in ihrer Nähe ohne dass sie denken muss das hätte was mit ihr zu tun.
- Zeigen Sie der Katze dass sie Ihnen vertrauen kann indem sie ihr zeigen dass Sie IHR vertrauen: Begeben Sie sich in ihre Nähe (Gesicht!) und gucken Sie weg. Sie können gleichmäßig atmen dabei. Sich also ganz entspannt zeigen - das kann ansteckend sein ;-)
- Stresst Ihre nahe Anwesenheit die Katze allzusehr machen Sie es kurz und kommen Sie wieder.

DIE NACHT oder

KATZEN VERHUNGERN NICHT VOR EINEM GEFÜLLTEN NAPF

...das habe ich schon hunderte Male gehört. Und ich glaube auch dass das wahr ist. Eigentlich. :roll: Aber in der 2. Nacht hatte die kleine Marie immer noch nichts gegessen. Obohl sie mehrmals am vollen Napf vorbei gehuscht ist. Auch nachts (nein, sie hat mich nicht schlafen lassen:evil:) hat sie das Futter nicht angerührt. Nachts war sie mit Weinen beschäftigt.
Ja, auch das gehört dazu - man muss dieses herzzerreissende Baby-Weinen aushalten. Fast hätte ich mitgeweint. Sie ist hier herum gelaufen und hat jeden Winkel inspiziert. Sich überall hingesetzt und nach jemandem gerufen. Mama. Bruder. Ich weiß es nicht. Sie wollte wohl einfach nicht allein sein. Hätte sie aber aber auch nicht müssen... Ihre Schwester hat sie aber nicht interessiert und mein kätzisch ist wohl auch nicht so uptodate als dass meine komischen Laute mit denen ich ihr antwortete sie animiert hätten sich zu mir zu kuscheln :roll:
Naja, aber das kommt sicher noch.
Jdf hat sie nichts gefressen. Und deswegen (obwohl ich nichts dergleichen vorhatte) habe ich umgeschult zu Essen auf Beinen. Habe also den Napf hoch gereckt zu ihr ins Krähennest. Und tatsächlich war sie soo hungrig, dass sie sofort losgefuttert hat. Das arme Ding. Und DANN waren wir auch endlich auf dem Klo :mrgreen::mrgreen:

LETZTE NACHT dann hat sie ebenfalls 3 Stunden geweint. ABER auch ein bißchen Kontakt mit Cara gehabt.
Außerdem ist sie ausgebüchst, weil MARIE im Gegensatz zu ihrer Schwester weiß wie Mietz eine Katzenklappe benutzt. :roll::roll: Sie ist also erstmal hoch in die erste Etage, ließ sich aber schnell überreden wieder runter zu kommen. Unten angekommen war ich dann super froh, dass sie zurück ist und alle wieder brav da sind wo sie hingehören.
Alle?
Wo ist eigentlich Cara-Baby? :shock::shock::shock:
Ist DIE jetzt etwa auch nach oben? Die kommt dann nicht mehr zurück... Ich raus suchen. Ne. Hm. Erstmal Katzenklappe zuschließen. Ok.
Zurück im Wohnzimmer. Marie im Krähennest. Fleur auf der Couch. Fred wie immer draußen den Herbst begrüßen. Nur Bebi fehlt. Ich - alles abgesucht.
"Mietzi?!" rufe ich und kriege prompt eine Antwort. Ein klägliches Wimmern und mir rutscht das Herz sonstwohin. Kitten in Gefahr?? Aber wieso klingt das so weit weg? Unter der Couch - nichts. Unter der Kommode?- nichts. Ist sie irgwie in die Küche gelangt? :shock: *such. Nein. Niemand da.
"Mietzi?!" rufe ich wieder
"mijauuuuuu...." wimmert es.
KOmmt doch vom Flur?!
Ich in den Flur.
"mijauuuuu...." Und dann erkenne ich die Stimme und seufze. Öffne die Kellertür und Fred kommt mir maulend und schimpfend entgegen geschossen.
"Hast du dich wieder ins Schulregal geschlichen?!"
"Rrrrrraaa MAU! MAU! RRrrrrrrrra-mau!" Fred ist wirklich not amused; aber was soll ich machen? Ständig schleicht er sich da runter und parkt im Schuhregal. :roll::roll: Jetzt maunzt er vor der Tür. Ich entlasse ihn in die frische Luft und kehre ins Wz zurück. Mache den ganzen Raum links. NICHTS.
Energisch lege ich mich hin und versuche einzuschlafen. Mir selbst erzählend, dass "Ich mich doch nicht hir zum Sklaven der Katzen machen lasse" und ich "jetzt schlafe" und sollen sie "sich doch selber suchen"!
Circa 3 Minuten starre ich verbittert in die Dunkelheit.
"MANN!" rufe ich und springe auf. Leucht unter der Couch herum. Nichts. Aber ich entdecke ein Loch im Unterboden. Ist so Fließstoff.
"AHAAAA!" rufe ich wie Matula und versuche rein zu leuchten. Sehe nichts. "Okay!" Langsam stemme ich die Couch nach oben; die ungefähr doppelt so groß ist wie ich. Und schnipple den ganzen Unterboden kaputt. :twisted:
Öhm... Nur die Katze ist immer noch nicht zu sehen. Mir wird tierisch heiß. Wo kann nur das Bebi sein?! Und wieso verschwindet denn die ZAHME Katze und nicht die andere?!?! Ich wuchte die Couch zurück und lasse mich auf den Boden sinken. Überlege fieberhaft. Ich hab doch überall gesucht... HEULEN könnte ich.
*taps-taps
Höhh??
Ein kleines schwarzes Köpfchen schiebt sich neugierig unter der anderen Couch hervor . Darunter zei winzige schwarze Pfötchen. Große Bernstein-Äugelchen gucken frech zu mir hoch. Ein rosa Züngelchen versucht hysterisch die Spnnweben zu schnappen die an den Schnurrhaaren hängen. Cara-Bebi.

...SO wird man hier auf Trab gehalten...
 
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  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #13
Hier noch Fotos von Marie unter der Kommode und von mir als Futtermittelanreichungs-Dienst in schwindelerregenden Höhen...:roll:
 

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  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #14
TAG 3
Ne, eigentlich glaube ich es nicht...
Marie hat sich von mir anfassen und streicheln lassen.:shock: Damit hätte ich nie im Leben gerechnet. Ich habe ihr wieder Futter hoch gereicht und sie hat gefressen. :p
Danach habe ich den Teller runter gestellt und weil sie immer noch so entspannt in ihrem Nest saß habe ich es einfach mal probiert. :a124:Und tatsächlich: Sie hat sich zwar ein bisschen weg geduckt aber blieb ansonsten ruhig liegen. Und kurze Zeit später fing sie sogar an zu schnurren.:d078::d078:

Ich bin total happy! :)
Kath hat die KIeine wohl schon gebrieft, denn bei Cara hat das was hier drei Tage dauerte mind. 3 Wochen gebraucht.:shock:

TIPPS:
- Hilfreich war, dass ich in der Situation "von unten kam" - was man ja eher selten hat. Marie lag über mir und sie hat nur ein Stück von mir gesehen. So wirkte ich vermutlich nicht ganz so riesig und bedrohlich *grins :mrgreen:
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #15
Ja, ja, die Marie ist unkompliziert :cool:

Sie war von Anfang nicht so scheu wie Cara....
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #16
Hi,
Ich finde den Thread toll und kann nur allen zustimmen, es lohnt sich.
Ich hatte hier im April ja drei, 10 Wochen alte, Findelkinder von draußen sitzen, die noch nie einen Menschen oder ein Haus von innen gesehen hatten. Dazu kam dann noch der Katzenschnupfen, so dass ich sie auch noch regelmäßig mehrmals am Tag einfangen musste. Selbst die Dame vom Katzenschutz meinte, da wäre nichts zu machen, "Mutter und Vater Freigänger, das gibt keinen" war ihre Aussage dazu. Ich solle sie kastrieren lassen und dann wieder raus damit und das ich sie in meinem Zimmer einquatiert hatte und nicht im Bad wäre total "dämlich". Zum Glück hat mir meine Tierärztin Mut gemacht.
Es war zwar echt hart, so ein fauchendes Bündel mit Handschuhen bewaffnet unterm Schrank vor zu ziehen. Und ich hätte es mir für die drei echt anders gewünscht, aber sie brauchten ja ihre Medis und mussten mit der Spritzen gefüttert werden. Am Anfang musste ich sie noch in ein Handtuch einwickeln, damit sie nicht abhauen konnten. Aber nach einer Woche ging es dann schon ohne. Manchmal habe ich echt gedacht sie hassen mich, wenn ich wieder meinen Bettkasten vorziehen musste und sie somit voll Angst unter den Schrank liefen. Und der kleine Kater der nach seiner Mama rief hat mir echt das Herz gebrochen.
Statt einem Buch habe ich das Tablet genommen und hier viel gelesen. Fanden die kleinen dann auch irgendwann ganz spannend, schließlich bewegt sich was wenn man mit der Pfote drauf geht. Federwedel und Knöpfe an einer Schnur wurden hier irgendwann begeistert bespielt.
Und was soll ich sagen 5 Monate später habe ich hier begeisterte Kuschelkatzen, die die Treppe runter stürmen, wenn sie meinen Roller draußen oder meine Stimme im Flur hören. Mittlerweile lassen sie sich auch mal gnädiger Weise von anderen anfassen, aber wirklich gekuschelt wird nur mit mir.
Von daher von mir Daumen hoch für Scheuchen es lohnt sich absolut. Und gerade im Rückblick dann zu sehen wie sie sich entwickelt haben macht einen stolz.
Ich bin gespannt wie es mit Marie weiter geht.

Viele Grüße Sarah
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #17
@Feles / Sarah:
Schöne Geschichte! :smile::smile: Freue mich über jeden Post dieser Art!

TAG 4
Cara & Marie sind sich endlich näher gekommen. Letzte Nacht gab es eine wilde Jagd durchs Wohnzimmer. Da hab ich mich ehrlich gesagt einfach mal glücklich zurück gelehnt und mich gefreut dass die beiden sich gegenseitig ausgepowert haben und gelernt haben, dass sie gegenseitig da sind um nicht so einsam zu sein^^. Gejammert wurde trdm später noch aber im Vergleich zu dem stundenlangen Katzenjammer war das wirklich noch im Rahmen.

Ungeplanterweise hat Marie heute einen Ausflug in Caras Kinderzimmer im 1. Stock gemacht. :roll: War eig gar nicht gepant, dass sie schon die ganze Wohnung entdeckt. Aber wo sie dann schonmal da oben im Bücherregal geparkt hatte hab ich die Gunst der Stunde einfach mal genutzt hier gründlich aufzuräumen. Überall Streu-Kügelchen und Spielmäuse tz tz tz :roll:. Als sie zurück kam ist sie wieder unter der Couch verschwunden. Manno! :evil:

Diese halte ich seit geraumer Zeit besetzt. Heute war nix mit Futter anreichen. Die Maus musste schon raus kommen zum essen. Und das tat sie auch vor etwa einer Stunde. Schob sich also unter mir hervor. Erspähte mich. Stoppte. Und robbte sofort zurück. :roll: Paar Sekunden später schob sie sich wieder raus. Blieb geduckt stehen und starrte mich an. Ich tue so als ob es mir schnurzpiepegal ist dass sie jetzt raus kam und jubiliere nur innerlich. :lol: Nach einer Weil hat sie sich dann entspannt. Futern. Pieseln. Ok. :razz: Das Nötigste war gemacht. LoL.
Ich hab dann so getan als würde ich für mich selbst mit einer Rasselmaus spielen. (Ja, ich stehe dazu mich hier völlig zum Kuchenhorst zu machen! :cool:) Interesse war da. Und bald schon sprang Marie auf die Couch. *jauchz.
Nicht kommen sah ich allerdings Cara. Die hab ich nur gespürt, als sie von hintern auf meine Hand und die Maus drauf zu sprang.
"AU!" rief ich und im selben Moment war nur noch hektisches Kratz-kratz-kratz schab-schab-schab zu hören uuuuuuuund : ALLE KATZEN WEG! :-(
Mööönsch! Denk ich.
Aber diesmal kamen sie ganz schnell wieder hervor.
Zwei schwarze Blitze fetzen durchs Wohnzimmer. Ich werd mal sehen, ob sie mich mitspielen lassen... Vllt wenn ich lieb frage? :smile:

EDIT:
Ich traue meinen Augen nicht... Neben mir auf der Couch liegt was kleines schwarzes und döst... (so mit halb geöffneten Augen...) Und es ist nicht Cara (die sich einfach schon wieder ins Krähennest verkrümelt hat) sondern... die kleine Marie. Sie hat ganz freiwillig meine Nähe gesucht... *lieg

Fühle mich geehrt! :)
 
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  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #18
Gestern hats nicht geklappt aber ich will euch nicht die Fotos vorenthalten von Marie wie sie versucht eine Phonoschrank-Figur zu sein und mich beobachtet, sowie von den 2 Schwestern wie sie zusammen (am Boden!) speisen... :razz:
 

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  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #19
TAG 6

Marie bewegt sich weitestgehend frei und ungeniert auch bei Tageslicht durch die Wohnung. Anfassen lässt sie sich nicht... aber wenigstens hat sie ihr unter-den-möbeln-dasein beendet. : )
 
  • Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch Beitrag #20
NACH 2 WOCHEN

Marie ist immer noch recht scheu... :-| (wenn man sie mit anderen Kitten vergleichen würde)

ABER das tun wir ja nicht und darüber denken wir auch nicht nach! Ich freue mich viel mehr, dass sich einiges verändert hat:
Nachts kommt die Kleine zu mir schlafen. Ganz in der Nähe liegt sie. (Cara hat heute morgen auf meinem Rücken gelegen als ich wach wurde :roll:) Das finde ich toll. Sie hat sich bestens in den Alltag eingefügt. Sie weiß wann es Futter gibt und dann läuft sie mit dem "Rudel" mit zum Napf und huscht auch kaum noch weg von dort, wenn ich mich bewege ;-).
Wenn ich nach Hause komme wird sie munter. Dann kommen sie alle aus igren Löchern und rasten katzenkindermäßig aus. :)
Flaschenbürstenschwanz-Wettrennen durch WoZi. :-D
Dass die Nische unter der Couch eig viel zu eng und unbequem für längere Aufenthalte ist hat Marie jetzt auch verstanden.. :p YES!!
Abends ist sie übrigens zahmer als sonst :shock: Da kommt sie dann auch näher auf der Couch und schnurrt und läst sich streicheln. Und was das Schmusen angeht hat sie ihre Schwester irgwie sogar schon überholt, denn im Gegensatz zu Cara gibt Marie immer leicht Köpfchen wenn sie zum Schmusen kommt... :d078: In Fingerspitzen knappen finden sie aber beide ganz toll :roll:

Übrigens habe ich eine Bananenkiste unter der Eckbank fest installiert. Mit weichen Sachen ausgelegt und so. Ein Rascheltunnel führt durch ein ganz enges Loch dort hinein und ist die einzige Öffnung. Das habe ich gemacht, damit Marie ein komfortableres Versteck hat (wenns denn sein muss) wo man im Notfall auch besser rankäme als unter die Couch.
Dachte das wäre ne super Idee... Aber wer quetscht und presst so lange seinen vergleichsweise fetten Luxuskörper durch die winzige Kittenöffnung bis sie drin ist? Meine eigene erwachsene Katze die es seit 6 Jahren nicht mehr für nötig gehalten hat sich irgwo vor irgwem zu verstecken... :roll::roll: DIE blockiert jetzt das kleine Häuschen... :evil:

;-)
 
Thema:

Wie zähme ich ein Kitten? - Ein Anleitungsversuch

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