Wie ich bereits im Willkommenspost geschrieben habe - musste ich meinen Moritz am Montag nachmittag für immer gehen lassen. Wir haben 2 Wochen gekämpft. Mir ist aufgefallen, dass er immer dünner wurde und schlecht frisst. Sein Verhalten war sonst ganz normal, er war neugierig, verspielt und war frech wie immer. Als er dann 2 Tage hinter der Couch am Boden gelegen ist (wo er noch NIE gelegen ist) habe ich mir ernsthaft Sorgen gemacht und bin mit ihm zum Tierarzt. Sie hat ihn entwurmt und mir eine Paste mitgegeben, die die Haarballen besser löst. Eine Infusion bekam er auch, weil er einen schlechten Allgemeinzustand hatte. Auf diese Infusion hin war er die ganze Nacht apathisch - was aber laut Tierarzt normal war, weil er Stoffwechsel schon so unten war. Nach einem Tag ist es ihm dann deutlich besser gegangen - er hat viel besser gefressen und war vom Allgemeinzustand viel besser. Es ist dann noch dazugekommen, dass er sich ständig beim Ohr gekratzt hat - deshalb bin ich nochmal zum Tierarzt - diesmal mit Max und Moritz - und sie haben/hatten Milben im Ohr. Auch das wurde "behandelt" und er hat nochmal eine Infusion bekommen. Dann ging es ihm relativ gut - aber so richtig viel gefressen - wie früher - hat er nicht. Am Montag dann bin ich mittags von der Arbeit nach Hause gefahren, weil ich ihm 1. eine Tablette geben musste und 2. ich ihm was zum Fressen geben wollte. Da hat er sich übergeben und ich habe die Tierärztin angerufen. Sie hat gemeint, dass das normal ist, dass sie dabei so komische Geräusche machen, wenn sie die Haarballen raufwürgen, weil das so schwer geht. Hunger hatte er überhaupt keinen. Ich musste dann wieder in die Arbeit - es hat mir aber keine Ruhe gelassen und so bin ich nach einer Stunde wieder nach Hause gefahren. Zum Glück ist meine Arbeitsstelle nur 10 Min. von zuhause entfernt. Da kam er mir entgegen - konnte fast nicht mehr gehen und hat richtig laut "geschrien" (miauen war das nicht mehr) Ich bin in meiner Panik sofort zur Tierärztin - die auch zum Glück 3 Häuser weiter ist - und sie hat ihn abgetastet und hat gemerkt, dass er nicht Pipi gehen kann - dass er Harngries hat. Sie hat versucht, ihm mit leichtem Druck die Blase zu leeren - was nicht funktioniert hat. Sie hat ihm ein krampflösendens Mittel gespritzt und gesagt, ich soll mit ihm in seine gewohnte Umgebung nach Hause und ca. eine Stunde warten, ob er aufs Kisterl gehen kann. Und jetzt kommen die schlimmen Bilder, die ich wohl lange oder nie wieder aus meinem Kopf bekomme. Er hat sich so gequält - hat sich von eine auf die andere Seite gedreht - es hat ihm so weh getan beim Liegen - kein Wunder, wenn die Blase total voll ist und man nicht gehen kann. Er hat sich ständig an einen anderen Platz gequält und hat dabei so laut miaut und geschrien. Trotzdem ist er aufs Fensterbrett gesprungen..weil er wahrscheinlich dachte, dass es dort, wo er immer so gerne liegt..nicht weh tut. Obwohl er überhaupt keine Kraft hatte und er beim Aufkommen vom Sprung wieder ganz arge Shcmerzen hatte. Ich war einfach machtlos..hab ihn spüren lassen, dass ich bei ihm bin..hab ihn ganz leicht am Kopf gestreichelt....ich bin dann wieder zur Tierärztin...sie hat ihn wieder untersucht..abgetastet und hat zu mir gesagt..das gibts ja gar nicht...jetzt spür ich die Blase gar nicht mehr.....jetzt wo alles entkrampft ist (durch die Spritze) spürt man erst die Veränderungen. Überall Knötchen - das heisst, er hatte wohl Krebs und es hat deshalb nichts genutzt - die Infusion nur für wenige Tage und so hat dann wohl auch die Blase versagt. Sie hatte ihn von Anfang an abgetastet aber da war sein Bauch hart (von den Haarballen - und da waren wirklich viele, die er dann ausgespuckt hat in den Tagen)...sie hat zu mir gesagt...das bringt nix mehr..so leid es mir tut.sehen sie ihn an..der hat kein Leben mehr in seinen Augen.....den bringen wir nicht mehr hoch. Alles was wir jetzt tun...ist ihn quälen......das wollen wir beide nicht....und dann hat sie ihm die Narkose gesetzt...ich war fast bis zuletzt bei ihm..hab ihm am Kopf gestreichelt..hab ihm gesagt..dass ich ihn liebe und er keine Angst haben braucht...dass ich bei ihm bin.. Die Tierarzt hat mich dann gebeten, rauszugehen....weil er sich von der Narkose nochmal übergeben wollte...und da hat er wieder so geschrien......
Ich sage euch...ich habe noch nie so etwas schlimmes erlebt. Ihn so leiden zu sehen....wo er immer so lebensfroh war....ihn kämpfen zu sehen..ich habe gemerkt, dass er fast bis zur letzten Minute gekämpft hat..um bei mir bleiben zu können....
Die Bilder in meinen Kopf.....es ist soo schlimm. Ich habe seit Montag ...genau 3 Stunden (GESAMT) geschlafen..muss aber natürlich trotzdem arbeiten. Ich fühle mich wie erschlagen - dann kommen noch die Sorgen um Max dazu - wie er das verkraften wird, dass Moritz nicht mehr da ist - der fordert jetzt noch mehr Liebe und Aufmerksamkeit von mir ein - was ich auch verstehe - aber ich kann einfach nicht mehr.
Ich wusste immer, dass es schlimm wird, wenn einer meiner Kater gehen muss - aber dass es soo schlimm wird -habe ich unterschätzt