Gleich vorab, sorry, wenn ich einiges wiederhole, aber ich habe den Thread nur überflogen.
Wenn ich dass richtig mitbekommen habe, tierärztlich wurde es schon abgeklärt, er ist gesund.
Ich habe ja auch drei Briten und einer meiner Kater, ist ähnlich gestrickt wie euer Kater anber mit dem großen Unterschied, dass er nie aggressiv gegenüber anderen Katzen oder mir ist, dazu ist er viel zu gut sozialisiert und erzogen. Aber Murphy hat schon auch, ich sage immer liebevoll, ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom), er meint auch dass ich ihm am besten 24/7 zur Verfügung stehen sollte, wenn er etwas will, aber dass kann man in den Griff bekommen.
Ich finde auch den Rat mit einem Katzentherapeuthen ganz gut, Birga Dexel finde ich nicht schlecht, hat mir in den meisten Fällen die da im Fernsehen gezeigt wurden, ganz gut gefallen. Tiertherapeuthen sind etwas anderes als diese Tierkommunikatoren, die behaupten mein Tier sagt ihnen was los ist, nur ansehen oder ein Bild reicht, dass würde ich auch nicht glauben. Aber jemand der wirklich Ahnung davon hat, wie Katzen ticken, kann euch vermutlich wirklich gute Tipps geben wie ihr mit ihm umgehen sollt.
So dann jetzt mal noch meine bescheidenen Tipps:
Wenn man bei der Fütterung von Katzen nicht konsequent ist, dann bestimmen sie schneller als man denkt den Fütterungsplan. Mäkelkatzen werden nicht geboren sondern erzogen.
Da Trockenfutter nicht zur Ernährung von Katzen geeignet ist, solltest du es ganz weglassen, höchstens mal ein kleines bisschen als Leckerli so einmal die Woche. Außerdem verschätzt man sich da immer schnell in der Menge, sieht so wenig aus, aber 50-70 g sind da schon eine Tagesration und die meisten Trockenfutter sind richtige Dickmacher, weil sie viel zu viel Kohlehydrate enthalten, Getreide und Zucker und noch vieles mehr was Katze gar nicht braucht. Vor allem das Trockenfutter aus dem Supermarkt ist wie Junkfood.
Am besten liest du dich hier mal ins Unterforum Katzenfutter (
https://www.katzen-forum.de/katzenfutter/index.html) ein. Ich würde außerdem mindestens 2-4 Nassfutter-Marken anbieten und nicht nur eine.
Meine 3 BKHs wiegen übrigens 5-6 kg und die bekommen zu dritt insgesamt 600-800 g Nassfutter am Tag, verteilt auf drei Mahlzeiten.
Was man auch nicht machen soll, wenn sie etwas nicht fressen, gleich etwas anderes anbieten, sondern das Futter nach 20-30 min wegnehmen und 2-3 Stunden später das gleiche Futter (gleiche Marke, gleiche Sorte) wieder anbieten. Wenn sie mal eine Mahlzeit ausfallen lassen, kein Problem.
Von Futter zur permanenten Verfügung halte ich nichts, da es bei vielen Katzen nicht funktioniert und zwei Probleme dadurch auftreten können bzw. verstärkt werden, zum einen fressen dann manche Katzen mehr als sie brauchen, sei es aus Langeweile oder weil es eben da steht, genauso wie wir abends die Chips vor dem Fernseher auch nicht gegen den Hunger essen, sondern weil sie halt da stehen und bei mäkligen Katzen bzw. Tieren mit schlechtem Appetit, verdirbt der ständige Futtergeruch erst recht den Appetit.
Aber dein Hauptproblem ist der ewig schreiende Kater, leider geht es schon länger so, was natürlich verständlicherweise an den Nerven zerrt, aber leider wird dass auch mit sich bringen, dass es auch entsprechend lange dauern wird, dass in den Griff zu bekommen, weil sich sein Verhaltensmuster schon verfestigt hat bzw. indirekt immer wieder mit Erfolg gekrönt wurde, weil auch das nächtliche Rauswerfen, verbucht er als Erfolg, er hat Aufmerksamkeit bekommen, auch wenn diese negativ ist, aber er anscheinend ist er vorallem auf Aufmerksamkeit aus. Da er auch aggressives Verhalten zeigt, würde ich ihn erstmal konsequent aus den Schlafzimmern aussperren, also überhaupt keinen Zutritt mehr weder Tag noch Nacht.
Wie schon gesagt, da hilft vorallem ignorieren und bei Katzenerziehung muss man auch immer sehr konsequent sein, sonst kommt man da nicht weiter und ihr müsst den längeren Atem haben.
Murphy schreit mich auch immer wieder tagsüber mal an oder läuft mal nachts mauzend durch die Wohnung (Keiner hat mich liebt, keiner spielt mit mir oder was immer er damit zum Ausdruck bringen will), aber dass ignoriere ich ganz konsequent.
Allerdings beschäftige ich mich auch oft genug mit ihm, aber den Zeitpunkt bestimme ich, nicht wenn er mich anmaunzt und nicht wenn er schläft, aber wenn er gerade ruhig ist. Ich spiele natürlich mit allen drei Katzen, ich clicker auch mit ihnen, dass war natürlich nicht einfach aller Anfang ist schwer, aber inzwischen klappt es ganz gut.
Da meine Katzen in reiner Wohnungshaltung leben, bin ich da natürlich in der Pflicht und dafür verantwortlich, dass sie trotzdem ein abwechslungsreiches und erfülltes Leben haben, aber ich beschäftige mich nicht ständig mit ihnen und arbeiten gehen muss man ja auch noch.
Ich lasse ihnen immer ein paar Spielsachen zur Selbstbeschäftigung, aber nicht zuviel und vorallem wird es regelmässig ausgetauscht, damit es nicht langweilig wird.
Die Bälle, die Mäuse, Kissen usw. werden immer wieder eingesammelt und durch andere oder neue ersetzt. Ich habe auch mehrere Rondells, die wechsel ich auch immer wieder aus, auch spiele ich mit unterschiedlichen Angeln, habe drei verschiedene Fummelbretter und ich clicker mit ihnen. Katzen sind keine Hetzjäger sondern Lauerjäger, sie haben keine so große Kondition, am besten mehrere recht kurze Spieleinheiten 5-15 min, dass reicht den meisten vollkommen aus und ist besser als eine halbe Stunde oder länger am Stück. Vorallem immer dann aufhören, solange das Spiel noch Spaß macht und nicht erst, wenn die Katzen lustlos davon laufen.
Um eine noch bessere und intensivere Beziehung zu ihnen zu bekommen, das
Trockenfutter als Futter wie gesagt weglassen, gibt es nur noch beim Spielen in ganz kleinen Mengen als Leckerli.
Wenn ich irgendwelche Pakete bekomme, meist mit Katzenfutter, werden die Kartons natürlich nie sofort entsorgt, sondern den Katzen 3-4 Tage zum Spielen gegeben. Leere Kartons sind der Knüller.