Tag 5 der Schutzhaft…
Mephisto hat sich vermutlich wieder heute den ganzen Tag unter der Couch verkrochen. Er war weder auf dem Klo, noch hatte er sein Fressen angerührt. Glücklicher Weise arbeite ich unweit von meiner Wohnung entfernt, so dass ich mittags nach ihm sehen kann. Diesmal hatte ich ihm auch kein Hörbuch angemacht, da ich befürchte, dass die fremde Stimme ihn vielleicht doch Angst macht.
Etwa eine Stunde nachdem ich am Abend zuhause war und alles ruhiger wurde kam er aus seinem Versteck schaute sich kurz um und verschwand dann erst einmal im Bad. Das Essen, was er die Tage gerne hatte ist heute anscheinend unerträglich. Kennen wir ja…
Aber heute fängt er früher als die vergangenen Tage an zu jammern, denn er will unbedingt wieder raus.
Ich habe heute das Starterset von Catitude geholt und es im Wohnzimmer aktiviert. Es wird ja etwas brauchen bis es Wirkung zeigen könnte, aber ich hatte mir gedacht, für 14,99 mache ich nichts verkehrt.
Wenn er jammert, scheut er auch nicht meine Nähe, bzw. hat auch keine Angst wenn ich auf ihn zugehe. Sobald er im Flur, Küche oder Bad ist, rennt er panisch vor mir weg. Anscheinend sind das noch Fluchtängste von draußen.
Man merkt, dass er hin und her gerissen ist. Er genießt seine Streicheleinheiten sehr, fordert diese auch (z.B. um 04:20 Uhr heute Morgen

) er liebt alles was puffelig ist und wo Kater sich reinwerfen kann. Aber er will sobald es Abend wird raus.
Spielen ist noch nicht sein Ding, das macht ihm eher Angst. Ich versuche dann auch nicht in zu nerven um ihn unbedingt zu beschäftigen. Ich denke, das braucht noch Zeit. Auffällig ist jedoch, sobald ich die Spielangel oder was anderes stockähnliches in der Hand habe er panisch unter die Couch flüchtet. Ich vermute hier schlechte Erfahrungen mit Menschen. Kann eine Katze das Spielen verlernen, oder ist der Spiel/Jagdtrieb ebenfalls abhängig von der Vertrauensbasis? Seitens der Grundinstinkte sollte selbst eine wildgeborene Katze entsprechende Neigungen haben, oder?
Ich denke, er braucht noch viel Zeit und die soll er bekommen. Wenn man alleine die vergangenen zwei Wochen aus seinem Leben betrachtet (Silvester, Verletzung bzw. Misshandlung, Krankheit, Unterernährung, Fangkorb, Tierarzt, hinterhältige Kastration, Krankenstation, Wechsel zu mir und auch noch eingesperrt sein und es nicht verstehen warum, dann denke ich, dass es schon ein Erfolge ist, dass er überhaupt eigenständig herauskommt. Wahrscheinlich kann er jetzt, wo er langsam zur Ruhe kommt, erst einmal Anfangen die letzte Zeit zu begreifen und etwas verarbeiten.
Er beginnt jetzt aber auch die Wohnung zu entdecken. War bisher jeder Unterschlupf das wichtigste, inspiziert er die Schränke und Regale sucht sich seine Plätze wo er mich dann beobachtet, so wie jetzt gerade. Aber mittlerweile scheut er mich an und drückt dabei fest die Augen zu. Soll ja ein gutes Zeichen sein, oder?
Eine Kollegin auf der Arbeit hat mir geraten, die Couch unbedingt unterhalb zu verrammeln und andere Möglichkeiten zu schaffen. Er hat im Wohnzimmer aktuell zwei Transportboxen, eine Katzen höhle mit und eine ohne Kratzbaum, die Liegefläche unter dem Esstisch der im Moment wegen ihm nicht benutzt wird (toller Nebeneffekt, ich esse deutlich weniger) und das Katzenhaus, dass vorher für ihn auf der Terrasse stand. Alles wurde zwar inspiziert, aber die Couch bevorzugt er. Ich habe aber jetzt bewusst keine Kissen oder Decken darunter gelegt, da er sich dort nicht unbedingt einnisten soll. Die anderen offiziellen Rückzugspunkte sind aber mit diversen Decken und Kissen komfortabel eingerichtet. Auch hier die Frage ob ich dies so beibehalten soll.
Ich wünsche einen schönen Abend noch
Lanfeust