Wie hat Lucky es den geschafft die Interessenten zu vergraulen ? [emoji16]
Lucky ist da ganz klasssich vorgegangen... :mrgreen: Erst einmal hat er sich meistens geweigert, aus dem Schlafzimmer zu kommen, es sei denn, er bekam Leckerlis in die Schnute gestopft. Der Kater lag dann also thronend auf dem Bett, schön farblich abgesetzt gegen die dunkle Tagesdecke, und hat herrisch dreingesehen, mit hochgereckter Nase und halb angelegten pissigen Ohren. Da waren wir dann noch im "Oh ist der süß und dieser Schnurrbart!"-Stadium. Also hin zur Katz, Hand hinhalten, schnüffeln lassen. Das hat auch noch gut funktioniert - Lucky schnüffelt sehr gerne an fremden Händen und ist auch gar nicht scheu. Nur: Lucky schnüffelt SO gerne an fremden Händen, dass die von einer normalen Person eingeplante Schnüffelzeit, bevor man dann anständigerweise zum Anfassen-Teil übergehen kann, nicht lange genug ist. Also macht die Katze Schlurp beim Streichelversuch und duckt sich wie ein renitenter Schluck Wasser unter der streichelnden Hand weg. Da konnte man dann sehr schön die Irritation auf den Gesichtern sehen... also noch einmal schnüffeln lassen. Bisher haben es genau zwei Leute geschafft, Lucky beim ersten Versuch so lange schnüffeln zu lassen, bis er damit fertig war und seinen dicken Katerschädel gegen ihre Hand gerammt hat - dann möchte das Tier nämlich gnädigerweise gestreichelt werden. Leider waren das Freunde von uns (Männlich! Lucky mag Männer lieber als Frauen und natürlich hatten wir nur weibliche Interessenten :roll

und niemand, der für Lucky da war.
Wenn diese erste Hürde dann geschafft war und der Besuch tatsächlich streicheln durfte, kam dann das nächste Problem (ja, Lucky darf man eigentlich nur mit Bedienungsanleitung ausliefern :roll

. Lucky möchte am Kopf gestreichelt werden. Und am Kinn. Und am Hals. Und am Nacken. Alles, was an irgendeiner anderen Stelle der Katze liegt, ist DES TODES! Und das ist durchaus wörtlich gemeint... er hat Krallen, und er benutzt sie ausnehmend gerne. Also hat die potentielle Neu-Dosi angefangen, dem Kater über den Rücken zu streicheln, und man sieht schon, dass das Schwänzchen anfängt, zu zucken. Wer dann noch weiterstreichelt (und das haben viele gemacht - ich auch am Anfang :roll

bekommt eine gewischt. Mit Krallen ("Oh, das blutet!"). Gerne auch mehrmals und mit Fauchen und Knurren, wenn subtile Hinweise nicht so ganz verstanden werden. Dasselbe Spiel übrigens auch, wenn man die Katze falsch streichelt. Lucky möchte nicht so "Oh süß klein niedlich mietz mietz mietz!"-mäßig gestreichelt werden, sondern eher so "In meiner eigenen kleinen Welt bin ich ein 30-Kilo-Hund und jetzt behandel mich bitte auch so!"-mäßig. Wenn die Katze wackelt beim Kraulen, ist Lucky glücklich. Bitte einmal raten, welche Option die meisten Menschen bei einer Katze, die sie nicht kennen, wählen... PATSCH sag ich nur. Die ganz Mutigen haben dann auch ein bisschen mit ihm Fingerwackeln gespielt. Ergebnis siehe oben, Teil "Oh, das blutet!". Er hat wirklich noch nicht verstanden, wie das ohne Krallen geht.
Also schnell zu dem Teil, der Lucky an Besuch immer am Besten gefällt: Bestechung! Also Leckerlitüte rausgeholt, Besuch in die Hand gedrückt: "Hier, machen Sie sich mal Freunde!" Aber auch da kann man Fehler machen. Erstens: Leckerli bitte in die offene Hand legen, nicht zwischen die Finger klemmen. Lucky ist ECHT nicht zimperlich und schnappt, wenn er an seinen Stoff kommen möchte. Zweitens: Lucky möchte NICHT gestreichelt werden, während er frisst. Schon gar nicht an Stellen, an denen er ohnehin nicht gestreichelt werden möchte. Und ja, Lucky kann tatsächlich gleichzeitig fressen, fauchen und knurren (Prioritäten eben!). Ich hab keine Ahnung, wie er das macht. Drittens: Wenn man tatsächlich denkt, man hätte sich durch ein paar magere Leckerlis genug eingeschleimt, um die Katze hochnehmen zu können... Fauchknurrpatsch, sag ich da nur. Loslassen ist dann auch eine gewisse Herausforderung :twisted:
Und... zu diesem Zeitpunkt hatte Lucky noch keinen der potentiellen bellenden Mitbewohner gesehen :mrgreen: FLÜFF, sag ich da nur...
Kein Wunder, dass wir ihn behalten haben.