Hallo,
gestern Morgen musste ich sofort bei Praxisöffnung auf der Matte stehen. Ellie hatte einen Wasserbauch entwickelt, was ja in den meisten Fällen auf eine
Herzinsuffizienz hinweist. So war es dann auch, die Tierärzte waren gestern Morgen dann ganz geschockt wie schlimm die Herznebengeräusche seit Samstag geworden sind. Vor vier Tagen hieß es noch "die wird Ihnen jetzt höchstwahrscheinlich nicht innerhalb der nächsten Wochen umkippen" und nun müssen wir doch hoffen, dass nicht genau das passiert. Auf dem sofort vorgenommenen Farbdopplerultraschall zeigte sich dann eine Aortenstenose. Dh. die Aorta ist bei Ellie verengt und dadurch kann das Herz nur mit erhöhtem Aufwand das Blut rauspumpen. Dadurch wurde der linke Vorhof auch sehr groß. Akut so schlecht ging es Ellie, weil es in Folge dessen zu einem Blutrückstau kam. Also absolut keine tolle Diagnose.:-( Wenigstens war der Herzschlag wohl gleichmäßig, es ist also noch nicht alles verloren. Sie bekommt jetzt einen ACE-Hemmer, Entwässerungsmedikamente und einen Betablocker, für immer. Die Ärzte meinen, es kann sein, dass sie damit noch jahrelang ganz normal leben kann, es kann aber auch sehr gut sein, dass sie uns plötzlich verstirbt, gerade in den nächsten Tagen steht es wohl auf der Kippe.

Mir ist pausenlos übel seit der Diagnose. Aber den ersten Tag hat sie bisher schonmal sehr gut rumbekommen, sie frisst wie verrückt, macht einen zufriedenen Eindruck und ist sogar ein bisschen auf dem Kratzbaum rumgeklettert. Die Vorbesitzerin macht mich schon wieder einfach nur fassungslos. Als ich ihr die Sache geschildert habe, meinte sie allen ernstes: "Oh nein! Ich weiß, Sie halten nichts davon, aber setzen Sie sich sofort mit meiner Homöopathin in Verbindung!! Bei so einer Diagnose ist es wichtig, die Vorurteile über Bord zu werfen! Sie haben jetzt Informationen, die ich nicht hatte, vielleicht finden wir so das richtige Mittel!!"… Sie telefoniert mir sogar hinterher, damit ich die vom Arzt verordnete Medikation mit der Homöopathin nochmal durchspreche. Auf die Idee, dass sie "die Informationen" nicht hatte, weil sie immer nur zu solchen Hokuspokusleuten gegangen ist und mit der kranken Katze in den letzten hundert Jahren nicht ein einziges Mal bei einem richtigen Arzt war, kommt sie garnicht. In all den Monaten / Jahren, wo die Katze jetzt schon so krank ist, wurden weder das kaputte Herz, noch die chronische Darmentzündung, noch der Wurmbefall festgestellt. Bei der Frau wäre die Katze schon vor vier Wochen gestorben und wenn wir sie verlieren, dann hat SIE sie auf dem Gewissen. Und stattdessen, dass sie sich das eingesteht, will sie die lebensrettenden Medikamente offenbar auch noch durch Zuckerkügelchen und Pendeln ersetzen lassen. Mich macht das so traurig, dass so eine Person rund 15 Katzen hält und auch noch vermehrt. Sie meinte dann noch, wegen dem dicken Bauch müsse man sich aber keine Sorgen machen, das hätte Ellie öfter, sie müsste nur mal aufs Klo. Ich hatte ihr explizit geschrieben, dass die Katze aufgrund der
Herzinsuffizienz nachweislich einen WASSERBAUCH hat, wie kommt man denn auf sowas?! Wir hoffen jedenfalls ganz fest, dass Ellie es trotzdem schafft, nun wo sie endlich behandelt wird.
Auf meine Frage hin, ob man das ganze operieren kann, meinte die Tierärztin übrigens, dass eine Aortenballonierung eigentlich nur bei Tieren ab 5 kg gemacht wird und Ellie (2,5 kg, sehr abgemagert, aber auch in fittem Zustand sicher nie mehr als 3,5 kg, da sehr klein) leider viel zu klein ist. Kennt sich damit irgendjemand aus? Gibt es Spezialisten, die so etwas auch bei sehr kleinen Tieren vornehmen? Ist das empfehlenswert? Ich habe schon die LMU angeschrieben, der Zuständige ist aber bis 24.02. im Urlaub und mich würde das echt interessieren. Mal ganz unabhängig von der Finanzierung, das kostet sicherlich mehrere tausend Euro… Aber wenn Ellie danach noch viele Jahre gesund leben kann, und ihre Lebenserwartung ggü. der Dauermedikation damit deutlich erhöht wird, darf das keine Rolle spielen. Bin gerade dabei, mir für Ellie nen Aushilfsjob zu suchen… Es ist echt heftig, wie sehr man so ein kleines Ding schon nach kurzer Zeit ins Herz schließen kann. Wenn die Pflegekätzchen es nicht geschafft haben, war ich auch immer unendlich traurig, aber hier bringt mich schon der Gedanke daran fast um.:sad:
Freitag hat sie jedenfalls einen Kontrollbesuch beim Tierarzt. Bitte Daumen drücken!