Sooo, hier also ein nicht so positiver Bericht...
Wir sind gestern da hin mit beiden, rein in den Behandlungsraum und die Impfungen (Schnupfen, Seuche, Leukose, Chlamydien) waren schon aufgezogen am Tisch gelegen :shock:
Ich hab dann sofort gesagt, dass nur Schnupfen und Seuche geimpft werden soll - entsetzte Blicke und die Frage warum. Ich also erklärt, dass Leukose bei erwachsenen Katzen nicht nötig und das Impfsarkom mit ins Rennen geworfen. Auf die Chlamydien bin ich erstmal gar nicht eingegangen. Süffisantes Lächeln der beiden Tierärzte (er wohl der bisher behandelnde, sie vermute ich die zukünftige Tierärztin, die die Praxis übernimmt), aber kein Kommentar.
Als erstes wurde Lucky (Norweger) aus der Box geholt, mittels Nackengriff (völlig kooperatives, aber unglaublich gestresstes, sabberndes Tier). Als sich sein Hinterbein zwischen Boxtür und Boxwand verfangen hatte (auf meiner Seite, die Tierärztin konnte das nicht sehen), wollte ich es befreien, sie zerrte währenddessen am Katergenick weiter, der sich dank verfangenem Bein nicht weiter nach vorne bewegte. Ich meinte dann "Stop, das Bein" und sie "Lassen Sie mich bitte" in scharfem Ton :shock::shock::evil:
Lucky wurde dann kurz untersucht, Kommentar Tierärztin: "Zähne sind in Ordnung" - Verwunderung auf meiner Seite, da ich letztens erst am oberen Reißzahn eine Zahnfleischentzündung gesehen hatte, die deutlich rot war.
Dann ging es ans Impfen, wohlgemerkt zwei Tierärzte im Raum, Halter durfte nicht ans Tier, Tierärztin packt Lucky wieder im Genick, hebt den ganzen Vorderkörper damit hoch und "wiegt" ihn während sie mit der andren Hand die Spritze gibt im Nackengriff nach links und rechts :shock::shock::shock: Ich vermute, dass soll die Katzen ablenken, aber mit liebevoller Behandlung hat das nichts zu tun!
Als sie den Nackengriff gelöst hatte, blieb der Kater wie Rückgrat gebrochen kurz sehr komisch liegen (ich dachte diese Kittenstarre lässt sich bei erwachsenen Katzen nicht mehr auslösen dadurch? Oder geht das doch bei manchen? So sah es irgendwie aus), wollte sich dann direkt im Genick kratzen, kein Wunder, wenn man ein 6 kg Tier am Genick hochhebt, wenn auch nur den halben Körper.
Ich hab die ganze Zeit überlegt ob ich was sagen soll oder nicht, da sie mich aber davor schon so angeranzt hatte mit dem Bein hab ichs gelassen. Hab dann meinen Freund angeschaut, der hat auch nur blöd geschaut. Ging auch alles recht schnell.
Kater war also fertig, sichtlich noch verstörter als vorher schon. Ab in die Box.
Nun Lucy. Raus aus der Box mittels Nackengriff - Aha, scheint Standard zu sein bei dieser feinfühligen Tierärztin...:-x Untersucht, Katze gesund, wieder gleiche Prozedur wie beim Kater, mit der einen Hand den Vorderkörper der Katze mittels Nackengriff hochgehoben, vor sich nach links und rechts schwenkend, mit der anderen die Spritze rein. Katze wieder in die Box.
93 Euro bitte und eine Belehrung hinterher, dass Sarkome gerne auf Impfungen geschoben würden und Leukose-Impfung sehr notwendig und sinnvoll, sie ihre eigenen Freigänger auch Leukose impfen würden und es aber ja jetzt nicht so schlimm wäre, weil ja noch Impfstoff in den Katzen von den letzten Malen (Aha? Warum dann denn jedes Jahr wieder impfen, wenn noch was übrig ist?).
Wir also raus und danach noch geredet. Ich hab mich unglaublich aufgeregt, kein drüberstreicheln, kein normales Halten, gleich Nackengriff und rabiate Vorgehensweise. Geht gar nicht.
Ich hab jetzt beschlossen, dass wir das nächste mal zu meinen Tierärzten fahren. Sowas darf ja wohl nicht wahr sein. Wie wir das mit unglaublich gestresstem Kater machen sollen (Weg ca. dreimal so lang) weiß ich zwar noch nicht, aber so eine Behandlung werden auch die beiden (die mir ja auch sehr am Herzen liegen) nicht mehr mitmachen müssen. Bei meiner Mii hätte ich vermutlich direkt losgekeift. Hätte ich auch gestern tun sollen. Und ich beiß mir in den Hintern dass ich es nicht getan hab. Aber manchmal braucht es bis Verarbeitung, Denken und Keifen einfach zu lange. Ich war völlig perplex. Sowas kenne ich nicht.
Bei meinen Tierärzten wird die Katze vom Halter rausgeholt, dann erstmal gestreichelt, darf sich oft auch noch umschauen, kurz verschnaufen. Wird dann während dem Gespräch betüddelt und geknuddelt wenn sie will oder darf sich in meinem Arm verkriechen. Bei der Spritze hält der Halter oder die Helferin, aber normal, also auf dem Tisch sitzend/liegend, wenn unkooperativ, dann werden die Pfoten vorne und hinten in jeweils einer Hand gehalten von der Helferin und fertig. Und danach wird nochmal mit dem Tier geredet (also der Tierarzt), auch nochmal gestreichelt.
Wenn eine Katze völlig austickt, lass ich mir das mit dem Nackengriff ja eingehen, aber bei braven und ruhigen, wenn auch gestressten Katzen, war das für mich völlig unnötig rabiat.
Seh ich das so falsch? Ich bin heute noch perplex über das was da gemacht wurde bzw. wie es gemacht wurde und bin ziemlich durcheinander.
Ich bin froh dass ich liebevolle Tierärzte hab.
Aber wenigstens haben wir das minimum geimpft und Milbemax mitbekommen. Zukünftig geht es woanders zum Tierarzt.