Liebe Community,
leider habe ich mich seit meinem letzten Thread nicht mehr melden können (ging um Streitigkeiten meiner beiden Kater).
Bei meinem jüngsten Kater wurde am Dienstag eine Not-OP gemacht. Kurz zur Vorgeschichte:
Am 13.05. pinkelte wieder einer unserer beiden auf die Couch (kurz zuvor auf ein Bett), so dass ich schnell Urinstix holte und beide Katzen durchtestete - Nero hatte Leukozyten und Protein im Blut, lt. Tierärztin aber normal und Röntgen war auch unauffällig. Also Katzenwechsel gemacht, weil unser Kleiner Schnuffi (inzwischen 7 Jahre geworden) Erythrozyten im Urin hatte. Beim Tierarzt vorgestellt, konnte kein Urin zur Sedimentuntersuchung gewonnen werden, Schnuffi hat sich sehr verkrampft, hatte auch viel Kot im Darm. Deutliche Gewichtsabnahme von ca. 0,8kg (er wog vorher ca 3,8kg und jetzt 3,0kg) fraß aber gut, spielte und stänkerte viel. Sie spritzte ein AB, wir bekamen Schmerzmittel mit und er sollte sich am Samstag (16.05.) wieder vorstellen. Am 15.05. pullerte er noch einmal aufs Sofa. Er wirkte recht müde durch die AB und Schmerzmittelgabe. Am 16.05. hat die TÄ ihn erneut untersucht, es wurde ein Röntgen veranlasst weil es eine Kotansammlung im Darm gab, die recht hart war und sie einen Tumor vermutete. Zuhause war aber alles normal, Stuhlgang normal, etc. Es zeigte dann eine Art Rundherd, aber auch hier meinte die TÄ, es sei bestimmt nur eine Kotansammlung. Er bekam wieder AB, aber keine Schmerzmittel mehr. Er hatte in den Tagen 0,3kg zugenommen!

Seit dem gab es auch keine Unsauberkeit mehr, aber Schnuffi bekam Samstagabend (16.05.) bereits einen sehr dicken Bauch, ähnlich wie bei
FIP. Er war nicht schmerzempfindlich, fraß gut, Toilettengänge wurden regelmäßig im KaKlo verbracht (Stuhl und Urin i.O.). Das einzige was auffiel, war, dass er verkuschelter als sonst wurde. Am Dienstag (19.05.) hatte er eigentlich seinen letzten Termin wegen der Blasenentzündung, aber auch der TÄ fiel der dicke Bauch auf und äußerte den Verdacht auf
FIP. Er wurde punktiert und sie brachte die Spritze mit der Flüssigkeit mit, welche aussah wie Milch! Er hatte Chylus im Abdomen. Fetthaltige Lymphflüssigkeit. Sie äußerte gleich, es könnte von einem schweren Unfall sein, da er aber Hauskater ist, ist das eher unwahrscheinlich. Zudem sei es sehr seltsam, dass es im Abdomen ist und nicht im Thorax, normal würde Chylus dort auftreten. Sie äußerte den Verdacht, dass es ein tumoröses Geschehen sein könnte.
Also wurde ihm noch Blut abgenommen, um seine Narkosefähigkeit zu testen, denn auf dem Röntgen sah man nur, dass das Bild etwas verwaschen sei. Sie machte aber auch gleich wenig Hoffnung und sagte, wenn es schlimm aussehen sollte und der Tumor nicht lösbar sein sollte, würde sie ihn gern erlösen. Ich glaube, dass meiner TÄ das auch schwer fiel zu sagen, denn Schnuffi ist auch ebenfalls ein kleiner Herzensbrecher und erobert alle im Sturm.
Ich war schon verheult, weil ich dachte er hätte
FIP, mein Freund hat ihr letztendlich das Einverständnis hierzu erteilt. Sollten im OP weitere Untersuchungen o.ä. oder hinterher angezeigt sein, würde sie mich anrufen (habe ihr die Nr. meiner Arbeit gegeben).
Am Abend, nachdem ich von Arbeit zuhause war, war Schnuffi noch bei der TÄ unter Beobachtung, mein Freund erzählte mir, dass die OP wohl sehr schlimm war und er zwischendurch, weil sie mich nicht erreicht haben (Anrufbeantworter auf Arbeit eingeschaltet wegen Mittagspause), noch einmal die Einverständnis zur Einschläferung erteilen musste, da der Tumor bis dato sich nicht lösen lies. Wenn ich alles richtig verstanden habe, saß er zwischen Darm und Bauchspeicheldrüse. Während die TÄ mit meinem Freund telefonierte, hatte eine andere TÄ den Tumor losbröckeln können, so das mein Freund eine Stunde nach der Einverständnis den Anruf bekam, dass sie Schnuffi nicht über die Regenbogenbrücke schicken mussten und er jetzt zur Beobachtung dort bleiben muss. Die OP war wirklich sehr schwer, er hat wohl auch richtig Randale hinterher gemacht (ist eigentlich ein ganz lieber, hat vorher alle Untersuchungen ohne zu fauchen oder sich zu wehren über sich ergehen lassen), er hatte hinterher auch Krampfanfälle (hechelte, atmete schnell, Augen zu, Mund weit offen, Schaum vorm Mund). Es kommt jetzt alles drauf an, ob er die Nacht zum Mittwoch übersteht, der Tumor wurde in die Patho geschickt, weil man nicht sehen konnte, was es genau war.
Der Tumor war Handflächengroß und ist in der Mitte rupturiert, dadurch kam die Flüssigkeit zu Stande. Es muss wahnsinnig schmerzhaft gewesen sein, aber mein Kleiner hat wirklich keine Anzeichen gemacht! Er war wie immer, nur etwas verkuschelter.
Nach der OP war er 500gr leichter.
Wir holten ihn Mittwoch ab und behielten ihn im Auge, er fraß etwas und ging auf Toilette, aber die Krampfanfälle hatte er dennoch gehabt. Wir brachten ihn am Donnerstag, nach Rücksprache mit der TÄ wieder zurück, sie wollte ihn weiter beobachten. Er wurde auf Prednisolon 2,5 eingestellt. Zusätzlich Schmerzmittel und auch noch AB.
Die Krampfanfälle ließen sich dort nicht mehr blicken, mein Freund durfte ihn gestern abholen. Seit dem liegt er etwas matschig bei uns, gestern trank er nur Wasser mit Aufzuchtmilch (habe noch welche kurzfristig besorgen können), aß aber nichts. Seit heute isst er wieder Putenfleisch und Butter. Er wirkt etwas aktiver und gibt auch wieder Köpfchen, schnurrt und kuschelt wie ein Weltmeister.
Vorgestern bekamen wir dann die Diagnose: Kleinzelliges, malignes
Lymphom, lowgrade.
Wir haben uns zusammen mit der Tierärztin gegen die palliative Chemo entschieden. Die Prognose lautet: ein paar Tage bis zu einem Jahr.
Schnuffi kämpft bis jetzt weiter, er ist auch lt. Tierärztin ein kleines Wunder, da er die OP überstanden hat.
Sie konnten den Tumor ja nicht endgültig lösen, da sonst der Darm mit abgestorben oder er verblutet wäre. Er wird also auf jeden Fall wieder kommen. Ich hoffe aber, dass wir noch etwas Zeit haben. Wenigstens wissen wir jetzt, was er hat, und können uns einstellen... schmerzhaft ist es trotzdem.
Es war eine wahnsinnig turbulente Woche für mich, mein Freund ist auch fix und alle... habt ihr vielleicht noch Ideen, was wir machen können, um seinen Futter anzuregen?
Nassfutter und
Trockenfutter (
Trockenfutter gibt es normalerweise nur als Leckerlie) frisst er beides nicht. Bis lang nur Pute und Butter. Hühnerbrühe (wir haben nur instant hier) ist pfui.
Ich muss noch was ergänzen. Das Kittenfutter von "premiere" frisst er jetzt. Allerdings nur von Hand (stört mich nicht), aber zumindest hat er jetzt eine viertel Dose in den letzten 2h gefressen. Das erleichtert...