Ich lese mir jetzt nicht alles durch, ich kann mir denken was drinsteht nach dem groben Überfliegen.
Ich hatte durchaus vor mich zu äußern, aber nicht jetzt wo ich wichtige Prüfungen an der Uni habe und mir genau diesen Mist hier ersparen wollte. Ich wollte euch in Ruhe darlegen, was passiert ist - und zwar dann, wenn ICH es für richtig halte und nicht wenn mir wer anders die Entscheidung abnimmt.
Nungut, also jetzt noch auf die Schnelle.
Ja, ich habe viel Mist auf Unwissenheit gebaut, das gebe ich gut und gerne zu.
Ich habe damals Gerome und Sheila aus dem örtlichen Tierheim geholt. Und die zwei verstanden sich nach Eingewöhnung überhaupt nicht bei mir. Ich musste tagsüber trennen, blutige Nase bei Sheila und das Ins-Bett-Gepiesel ging los. Sheila lief nur noch geduckt durch die Wohnung. Definitiv kein Zustand für Sheila. Da war auch das Tierheim auf meiner Seite. Der Mist war: es wurde mir direkt am selben Tag eine neue Katze aufs Auge gedrückt. Also Gerome abgeliefert und weil ja Katzen nicht alleine bleiben sollen (wo ich absolut mit einhergehe), direkt Zoe bekommen.
Für Sheila war das aber einfach zu viel. (Und ehrlich gesagt, für mich als absoluter Katzenneuling auch.) Sie hatte sich ja nicht mal von dem Gezeter mit Gerome erholt. Sie kotete mir ins Schlafzimmer in die Ecke und das Bett war weiterhin Auffangstation für Pipi. Hättet ihr das damals erlebt, ihr hättet es so auch nicht sein gelassen. Sheila bekam ihre Auszeit bei mir, bis sie mir deutlich zeigte, dass sie nun nicht mehr alleine sein möchte und dann kam Tamina dazu. Die richtige Katze, zum richtigen Zeitpunkt und alles war schön.
Angelina geht voll auf meine Kappe - völlig unüberlegt gehandelt, weil ich mich in die Maus zu verschossen hatte. Das war wirklich der größte Fehler, den ich getan habe und es tut mir noch heute unendlich leid, auch wenn mir das eh keiner glaubt. Zwischen Tamina und Sheila war alles schön und ich musste aber unbedingt diese rote Zuckermaus haben.. dass Sheila damit nach so kurzer Zeit gar nicht klarkam, kann man sich fast ausmalen. Ich habe daraus gelernt und bin nicht mehr schwer geworden für eine 3. Mieze.
Und dann bekam Sheila ihre Krankheit, musste über die Regenbogenbrücke und Tamina sollte nicht alleine bleiben. Ich habe ja noch mit der Pflegerin dort telefoniert, gesagt gleiches Alter, Charakter, Geschlecht. Holly wäre da meine Wahl gewesen - aber die stand nicht zur Vermittlung aus diversen Gründen. Mir wurde Layla empfohlen und so wie sie wohl im Tierheim war, hätte es gepasst. Und mein Herz war auch ganz bei ihr, arme Maus, díe schon 1,5 Jahre auf ihr Zuhause wartet.
Diesmal habe ich mir alles beherzigt, was ich die letzten Jahre hier gelernt habe. Zusammenführungen sind nicht immer leicht und man muss durchhalten. Deswegen haben wir es auch 6 Monate getan. Tag für Tag haben wir uns das mitangeschaut und in letzter Zeit kristallisierte sich nunmal mehr und mehr raus, dass es hier NIE passen wird.
Das war keine unüberlegte Entscheidung, sondern bewusst und mit viel viel Gerede hier seitens mit und meinem Freund, der ja auch hier wohnt.
Tamina wird dieses Jahr 7 Jahre alt, und will einfach nur ihre Ruhe. Das zeigte sie deutlich.
Layla wird 2 Jahre diesen Monat und hat Power für 10 Katzen. Ungelogen.
Ich bin ganz bei euch, dass sich diverse Dinge über Aussitzen regeln - aber ändert sich denn der Charakter der Katzen? Nein! Entweder leidet Tamina darunter oder Layla tut es. Tamina war nur noch genervt, wirklich nur noch. Geknurre und Gefauche wenn sie sich über den Weg liefen. Und Layla wollte toben, toben, toben, schmusen.
Ist es ein tolles Leben für Layla, wenn sie irgendwann aufgibt und resigniert? Sich ihrem Schicksal fügt, dass es hier nicht die kätzische Kumpeline gibt, die sie so sehr braucht?
Dann haben wir zeitweise über Katze Nr. 3 nachgedacht, als Lösung. Im Nachhinein sage ich: GsD kam uns die Parvo dazwischen. Denn wir haben uns ganz ehrlich nochmal gefragt, ob das machbar wäre mit 3 Katzen. Und die absolut ehrliche Antwort ist: Nein. Wir können uns finanziell keine 3. Katze leisten, wenn wir ganz ganz ehrlich zu uns sind. Sollen wir entgegen der Vernunft irgendwann eine 3. dazuholen, damit alle zufrieden sind, aber können es uns partout nicht leisten, es nicht stemmen? Damit ist doch auch keinem geholfen.. es wurde doch erst neulich im Spendenfred diskutiert - zwar für Pflegestellen, aber ist ja dasselbe. Was hilft es, wenn wir die Katzen nicht mal mehr richtig versorgen können?
Also: wir haben hier zwei Katzen sitzen, von denen keine wirklich glücklich ist und es findet sich auch keine Lösung dafür. Freigang kann ich Layla hier auch nicht geben, sobald sie gesund ist. Das wäre sonst ja vielleicht noch eine Idee gewesen.
Alles in allem hatte ich das Wohl aller (auf Dauer gesehen) im Blick. Tamina kann endlich entspannen und Layla bekommt irgendwann ein Zuhause, in dem auch sie glücklich wird. Hoffentlich mit Freigang und passender Kumpeline, die genauso gerne tobt und schmust wie sie. Natürlich ging es ihr hier oberflächlich gesehen besser als im Tierheim - aber da Tamina sie wirklich NUR abgewiesen hat obwohl sie immer und immer wieder Kontakt suchte, kann ich das fast mit Einzelhaft vergleichen. Denn sie braucht den Kontakt wirklich.
Und auf Kosten von Tamina möchte ich das Ganze auch nicht gehen lassen. Und wir merken, dass es richtig war für Tamina. Die dreht hier auf, wie die letzten 6 Monate nicht.
Ich hoffe ich habe nun nichts vergessen, was ich eigentlich noch hatte schreiben wollen. Denn ich möchte hier nun antworten, bevor sich das noch weiter aufbauscht.