Bei meinem früheren Pflegepony (ich war ca 14) hätte ich mir gewünscht, dass er im Stall eingeschläfert worden wäre. Ich bekam einen Anruf, ich solle bitte schnell zum Stall kommen. Mit Moritz stimmt was nicht, Tierarzt kommt auch gleich. Also hin und diesen Anblick hab ich nie vergessen. Er stand pitschnass und zitternd in der Box. Ein Huf angehoben. Es sah aus, als würde unter dem Huf ein Eiterbeutel kleben. Am Tag davor lief er noch normal auf der Weide. Er wurde dann nicht eingeschläfert, sondern sollte geschlachtet werden. Also ab in den Hänger, wovor er eh Angst hatte. Hänger zu, ein krachen und er ist tot zusammengebrochen. So was vergisst man nie und ich frage mich noch heute, warum er nicht eingeschläfert wurde.
Meine Coco, eine Rheinländer-Fuchsstute, hat ihre letzte Reise in ihrer Box angetreten. Trümmerbruch im Hinterbein. Der
Tierarzt hatte mir noch angeboten, mit den Röntgenbildern in die TK zu fahren, das Pferd zu transportieren hat er abgelehnt. Ich habe sie dann gehen lassen, war bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus bei ihr.
Der Stallbesitzer hat sich am nächsten Tag um den Abtransport gekümmert, und um ehrlich zu sein verdränge ich auch jeden weiteren Gedanken daran.
Die damalige Situation hat mich überfordert und mir sehr zugesetzt, weil es so plötzlich kam und durch die Umstände. Es hat dann aber auch später dazu geführt, dass ich mir genauere Gedanken mache, was ich mit meinen Katzen und Kaninchen mache, wenn es mal so weit ist.
Ich hoffe, dass alle meine Tiere noch lange zu leben haben und ich hoffe, dass ich den Zeitpunkt erkennen werde, wann es besser ist, sie gehen zu lassen... Über das Wie werde ich mir aber erst dann Gedanken machen; bevorzugt zuhause, aber ggf. sind wir ja schon beim
Tierarzt und die Prognose ist derart negativ... Allerdings habe ich dann entschieden, dass ich die Tiere dann vom Rosengarten einäschern lassen werde, so wie ich es auch für mich möchte, denn der Gedanke, von Würmern u.ä. aufgefressen zu werden, ist für mich gruselig. Dann werde ich die Urnen im Garten an den entsprechenden Lieblingsplätzen (sofern möglich) beerdigen.
Generell ist der Umgang mit einem Todesfall und Trauer etwas sehr individuelles und jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er am besten damit umgeht. Ich finde die Leute immer furchtbar, die dann zum Beispiel nach x Wochen sagen, dass man nicht mehr weinen dürfe, erst recht nicht um ein Tier. Doch, darf ich!