Es besteht auch durchaus noch ein Unterschied zwischen "sozialisiert" und "sozial".
Es gibt durchaus Katzen, die "sozialisiert" sind, sprich, die Katzensprache verstehen und sich verständigen können, aber trotzdem einfach keinen Bock auf andere/fremde Katzen und/oder Menschen haben und auf solche mit Rückzug oder Abwehr reagieren.
Dann gibt es Katzen, wie _hannibal_ beschrieben hat, die nicht sozialisiert sind, aber durchaus sozial. Solche Katzen haben bock auf andere und würden auch gerne auf diese zugehen, verstehen aber eben die Katzensprache und die Signale einfach nicht und tappen daher entweder immer ins Fettnäpfchen oder gehen von vornherein auf Abwehr, weil sie einfach mit der Situation völlig überfordert sind.
Natürlich gibt es auch Katzen, die nicht sozialisiert und unsozial sind.
Das sind dann die, die man wirklich nur als reine Einzelkatzen vermitteln kann, meistens Katzen, die schon älter sind, zu früh von den Eltern und Geschwistern getrennt und ihr Leben lang einzeln gehalten wurden.
Solche Katzen haben die Katzensprache entweder völlig verlernt oder nie gelernt und haben auch überhaupt nicht die geringste Lust, sich mit Artgenossen auseinanderzusetzen und sie zu verstehen.
"Wahre" Einzelkatzen gibt es aber recht selten.
Und es gibt die Katzen, die sich ein jeder Katzenhalter wünscht - solche, die gut sozialisiert und auch noch sehr sozial sind.
Mein Lenny ist so einer. Der weiß einfach mit jeder Katze umzugehen, ob draußen oder drinnen.
Er geht freundlich erstmal auf jede Katze zu und stellt sich vor. Ist die dann auch freundlich, freut er sich und innerhalb weniger Stunden sind sie beste Freunde.
Ist die andere unfreundlich, macht er sich ganz klein (und das ist bei seiner Größe gar nicht so einfach), legt die Öhrchen zur Seite, schaut in eine andere Richtung und sagt "alles klar, schon gut, ich will dir gar nichts, zieh weiter deiner Wege".
Es gibt genau zwei Katzen, mit denen er nicht klarkommt: meine Lolly, die sehr schlecht sozialisiert ist und die rote Nachbarskatze, die meine Katzen einfach immer anschreit und auf sie losgeht, sobald sie sie nur sieht.
Bei Lolly hat er das freundlich sein einfach irgendwann aufgegeben, sie ignorieren sich jetzt größtenteils und nur, wenn Lolly mal wieder einen (völlig unbegründeten) Aufstand macht, geht er ins Deeskalationsverhalten oder läuft weg.
Bei der Nachbarskatze läuft er einfach nur noch weg, weil er da weiß, da kann er machen, was er will, die ist eh so darauf versteift, ihn zu verdreschen, dass er ihr besser aus dem Weg geht. Einmal hat er versucht, sich mit ihr anzufreunden, obwohl sie rumgegiftet hat und hat als Lohn dafür einen dick entzündeten Biss im Schwanz bekommen. Danach hat er es dann aufgegeben^^