Ich habe mich darin eingelesen, genau daher sage ich das ja.
Der Einfluss der Sexualhormone aufs Wachstum ist selbstverständlich nur einer von mehreren, dennoch ist er groß genug, um sogar in den Studien, die vorliegen, sowohl den englischen als auch den deutschen, aufzufallen.
Tiere, die vor der Geschlechtsreife kastriert werden (und da fallen Frühkastrationen drunter, deshalb hab ich es darauf bezogen) werden in der Regel größer als später kastrierte.
Dass das Wachstum auch genetisch bedingt ist, ist richtig. Auf die Größe, die genetisch vorgegeben wird, ist der Körper aber auch "eingestellt", sprich, die Gelenke sind auf die von den Genen "vorgesehenen" Größenordnungen ausgelegt, vereinfacht ausgedrückt.
Und von einer größer als "geplant" gewachsenen Katze auf ein Risiko der Arthrosebildung zu schließen, ist auch nicht gewagter als die Annahme, jede Katze, die die geschlechtsreife erreicht, habe automatisch ein exponenziell erhöhtes Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken.
Fakt ist, dass die meisten Tiere, die Gebärmutterkrankheiten oder -krebs bekommen, deutlich häufiger als nur ein mal rollig waren und dementsprechend schon eine ganze Weile länger geschlechtsreif waren.
Und dass es für Arthrose noch unzählige andere Faktoren gibt, die großen Einfluss auf die Gesundheit haben, wie Ernährung und generell Haltungsbedingungen, habe ich nie auch nur ansatzweise bezweifelt.
Im Gegenteil, eben das ist der Grund, weshalb ich meine Katzen BARFe und so vehement die Meinung vertrete, man solle etwas auf die Ernährung seiner Viebeiner achten.
Aber das weist eben nicht das Risiko von der Hand, das Tiere mit erhöhter Belastung auf den Gelenken eben eher arthrosegefährdet sind als solche mit "normaler" Belastung.
Und ich habe, wie du vielleicht in meiner Antwort erkennen konntest, auch generell von der Kastration vor der Geschlechtsreife gesprochen und nicht nur von der Frühkastration. Da diese aber nun einmal darunter fällt, habe ich trotzdem angebracht, was ich im Seminar gelernt habe.
Ob du das für verantwortlich hältst oder nicht, ist ja deine Sache, du kannst das mit deinen Katzen ja halten, wie du möchtest, so wie jeder andere auch.
Ich habe eben beschlossen, Menschen zu vertrauen, die sich schon jahrzehntelang mit dem Körperaufbau dieser Tiere beschäftigen und immer wieder fortbilden und mir einsicht in Studien gewährt haben, die ich für durchaus seriös halte.
Wenn du andere Studien für seriöser hältst, ist das deine freie Entscheidung, jeder muss durch den Studiendschungel seinen eigenen Weg finden.
Ich habe nur meine Besorgnis dem Trend gegenüber entgegengebracht, eventuelle Folgen eines solchen Eingriffs herunterzuspielen oder zu ignorieren, denn sie sind nun einmal da.
Wie man damit umgeht, ist eine andere Frage.
"Ungleich höher" und "ungemein" klingt wie ja schon wie "fast sicher" und das ist nicht belegbar.
Das ist richtig, es ist absolut nicht sicher, dass das vorkommt, das habe ich auch nie gesagt und wollte ich auch nicht ausdrücken.
Es muss selbstverständlich nicht passieren.
Was ich sage, ist einfach, es kann sein, das Risiko ist eben höher, und es muss jeder selbst entscheiden, ob er es eingehen will oder nicht.
Ich habe lediglich die Existenz dieses Risikos angesprochen.