Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll?

Diskutiere Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Moin, Meine beiden Wohnungskatzen-Damen sind jetzt gut 1 Jahr alt und rollig. Mich würde da jetzt interessieren, ob eine Kastration sinnvoll ist...
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #1
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Dunuin

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Moin,

Meine beiden Wohnungskatzen-Damen sind jetzt gut 1 Jahr alt und rollig.
Mich würde da jetzt interessieren, ob eine Kastration sinnvoll ist oder nicht.
Tierheime machen das ja automatisch und das oft für Freigänger Kastrationspflicht herrscht ist auch klar, weil da ja nicht gewollt ist, dass die sich weiter vermehren oder zur Zucht benutzt werden.
Wie sieht es aber bei Wohnungskatzen aus, wo eh keine Chance auf Nachwuchs besteht?

Ich habe da jetzt verschiedenes gehört von "Niemals Katzen kastrieren, solange kein Verdacht auf Krankheiten der Geschlechtsorgane besteht, weil das sonst Tierquälerei ist" bis hin zu "Katzen nicht zu kastrieren wäre Tierquälerei, weil die sich sonst selbst quälen, wenn sie rollig und mauzend durch die Wohnung laufen".

Ich würde mich da über eure Meinungen interessieren.

Und wie würde sich das Verhalten der Katzendamen ändern, abgesehen davon, dass die Rolligkeit wegfällt?
Kater sollen dann ja verschmuster werden...bei Katzendamen auch?
Wie wirkt sich das auf das Sozialverhalten zwischen zwei Katzendamen aus?
Werden Katzen dann außerhalb der Rolligkeit auch wirklich ruhiger?
Gibt es da keine Hormonprobleme wie beim Menschen?

MfG

Björn
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #2
Es gibt zum einen die gesundheitlichen Vorteile bei der Kastra.
Kastrierte Katzen haben, bei verschiedenen Tumorarten, ein deutlich niedrigeres Risiko.
Die Rolligkeit hat sich dadurch natürlich auch erledigt, was weniger Stress für die Miezen bedeutet aber auch das Risiko einer Dauerrolligkeit bzw. das Auftreten von Zysten auf den Eierstöcken unterbindet.
Verhaltensänderung konnte ich bei meinen Katzen durch die Kastra nicht beobachten, sie werden durch das Alter ruhiger aber nicht durch die Kastration.
Insgesamt hat es also nur Vorteile für die Katzen.
Abgesehen davon, dass ich nicht mit potenten Tieren unter einen Dach leben möchte,beim markieren mit Urin und Kot angefangen und beim tagelangen Schreien durch die Rolligkeit, aufgehört.
Mach also bitte zeitnah einen Tierarzt-Termin aus und lass beide gleichzeitig kastrieren, das erspart sowohl dir als auch den Tieren viel Stress.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #3
Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen.

Denn ich kenne viele Katzen, die sehr schnell Dauerrollig werden und dann auch gerne mal eine eitrige Gebärmutterentzündung bekommen.

Außerdem stehen die Katzen unter Stress wenn sie rollig sind und keinen Kater finden.
Und auch die Nachbarn könnten sie von rolligen Kätzinnen die schreien belästigt fühlen.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #4
Huhu du!
Ich drösel das mal einfach ein bisschen auf :)

Ich habe da jetzt verschiedenes gehört von "Niemals Katzen kastrieren, solange kein Verdacht auf Krankheiten der Geschlechtsorgane besteht, weil das sonst Tierquälerei ist" bis hin zu "Katzen nicht zu kastrieren wäre Tierquälerei, weil die sich sonst selbst quälen, wenn sie rollig und mauzend durch die Wohnung laufen".

Eine ewig andauernde Diskussion, die letzten Endes vor allem darin Begründet ist, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse sich oft auch wandeln, das kommt aber nicht immer bei jedem an.
Die Meinung, es sei völlig unnötig, Wohnungskatzen zu kastrieren, ist mittlerweile völlig veraltet, wird aber leider von Tierärzten, die sich nicht regelmäßig weiterbilden, immer noch verbreitet.
Das größte Problem bei einer Nichtkastration liegt darin, dass Katzen eine von der Natur eigentlich nützlich eingefädelte Eigenschaft haben: wenn sie während der Rolligkeit nicht gedeckt werden, werden die Abstände zwischen den Rolligkeiten immer kürzer. Das führt bei Katzen, die ja gar nicht die Möglichkeit haben, gedeckt zu werden, zu Dauerrolligkeiten und Gebärmuttererkrankungen.
Dazu hier ein sehr ausführlicher Erfahrungsbericht:


Und wie würde sich das Verhalten der Katzendamen ändern, abgesehen davon, dass die Rolligkeit wegfällt?

Die Katze wird sich besser konzentrieren können, weil sie nicht vom Fortpflanzungstrieb abgelenkt werden - ansonsten nichts.

Kater sollen dann ja verschmuster werden...bei Katzendamen auch?

Nein, und auch bei Katern ist das ein Mythos. Das Verhalten der Katzen ändert sich durch die Kastration ausschließlich in den Bereichen, die hormonell bedingt sind, sprich, Sexual- und Fortpflanzungsverhalten. Alle anderen Verhaltensweisen sind Wesenszüge der Katze, ihre Persönlichkeit, die nichts mit den Hormonen zu tun hat.

Wie wirkt sich das auf das Sozialverhalten zwischen zwei Katzendamen aus?

Das Konkurrenzverhalten wird etwas gemildert, da die Katzen nicht mehr darum kämpfen müssen, wessen Erbgut weitergetragen wird. Ansonsten wird auch das unverändert bleiben


Gibt es da keine Hormonprobleme wie beim Menschen?

Die Probleme beim Menschen beziehen sich ja in erster Linie nicht auf körperliche, sondern gesellschaftliche Belange.
Katzen ist es aber egal, wenn der Kater plötzlich eine höhere Stimme hat oder die Zitzen der Katze nicht so doll ausgeprägt sind ;-)

Also nein, es gibt dabei keine Probleme, erst recht nicht in dem Alter, das deine Katzen schon erreicht haben.
Du bewahrst sie damit nur vor einer Menge Stress und eventuellen Krankheiten.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #5
Eindeutig Ja!!!

Kastrieren lassen, und zwar zeitnah.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #6
Ja bitte schnellstens kastrieren lassen.

Ich finde diesen Flyer zu dem Thema immer sehr gut, vielleicht magst Du ihn Dir mal durchlesen. Da ist alles sehr gut zusammengefasst;-)

 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #7
Ich bin auch für die Kastration.

Kleiner Nachsatz, neben den erheblichen Krankheitsrisiken, die ohne Kastration bestehen, Du kannst nicht garantieren, dass die Katzen niemals einen Weg nach draußen finden, dann hast Du den Salat. Wenn Du Pech hast auch gleich noch mit Komplikationen.

Ich würde sie aus genau dem Grund auch gleich noch chippen und bei Tasso registrieren lassen.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #8
Ich würde sie aus genau dem Grund auch gleich noch chippen und bei Tasso registrieren lassen.

Prima Idee! Wenn sie "sowieso" schonmal in Narkose liegen, kann der Chip in einem Aufwasch gleich noch mit gesetzt werden.:grin: (Das ginge zwar auch ohne Narkose, aber so wäre es viel einfacher).

Meine Wohnungskatzen sind auch alle gechippt und registriert. Sicher ist sicher.
Manchmal kommt es blöder, als man denken kann. Bei einem Kerlchen meiner Bande hat sich mal auf dem Weg zum Tierarzt mitten auf der Hauptstrasse die Transportbox geöffnet. Diese Plastikverschlüsse der Box hatten plötzlich nachgegeben und Katerle hing schief in der Box.:shock:.

Zum Glück war er genauso geschockt wie ich und ist hocken geblieben. Aber es hätte ja auch anders ausgehen können.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #9
Vielen Dank für die Antworten. Dann werde ich mich mal nach einem Arzt für die Kastration umsehen, sofern meiner das nicht selbst tut.

Ich würde sie aus genau dem Grund auch gleich noch chippen und bei Tasso registrieren lassen.
Das habe ich bereits beim Impfen mitmachen lassen, falls sie es doch mal aus der Tür schafft.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #10
Ja bitte schnellstens kastrieren lassen.

Ich finde diesen Flyer zu dem Thema immer sehr gut, vielleicht magst Du ihn Dir mal durchlesen. Da ist alles sehr gut zusammengefasst;-)


Sorry, das ich mich mal einmischen muss. Aber hört mich bitte auf mit der Tierhilfe Kassel und den inzwischen zig mal kopierten Flyer zum Thema Frühkastration. Kastration ist einfach eine Notwendigkeit. Wohnungshaltung ist mit unkastrierten Katzen bestenfalls schwierig wenn nicht völlig unmöglich. Über die Vor- und Nachteile mag man sich streiten. Nur sollte man das Thema Kastration niemals völlig losgelöst von der Tierhaltung durch den Menschen an sich betrachten. Soll heißen, wer etwas gegen die Kastra hat, sollte eigentlich auch keine Katzen halten.

Das Thema Frühkastration ist aber wieder eine ganz andere Geschichte. Leider wird das Thema so gut wie kaum hinterfragt sondern einfach blind kopiert. Die Vorteile liegen dabei im Gegensatz zur generellen Kastra fast ausschließlich beim Tierhalter.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #11
Kann mich da nur anschließen. Auf jeden Fall kastrieren lassen.

Zum einen beugt das gefährlichen Krankheiten vor (kenne eine Wohnungskatze, die einen Gebärmuttertumor bekam und es anscheinend daran lag, dass sie nicht kastriert wurde) zum anderen kann es schnell mal passieren, dass euch eine der Damen wegläuft und dann habt ihr die Bescherung.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #12
Sorry, das ich mich mal einmischen muss. Aber hört mich bitte auf mit der Tierhilfe Kassel und den inzwischen zig mal kopierten Flyer zum Thema Frühkastration. Kastration ist einfach eine Notwendigkeit. Wohnungshaltung ist mit unkastrierten Katzen bestenfalls schwierig wenn nicht völlig unmöglich. Über die Vor- und Nachteile mag man sich streiten. Nur sollte man das Thema Kastration niemals völlig losgelöst von der Tierhaltung durch den Menschen an sich betrachten. Soll heißen, wer etwas gegen die Kastra hat, sollte eigentlich auch keine Katzen halten.

Das Thema Frühkastration ist aber wieder eine ganz andere Geschichte. Leider wird das Thema so gut wie kaum hinterfragt sondern einfach blind kopiert. Die Vorteile liegen dabei im Gegensatz zur generellen Kastra fast ausschließlich beim Tierhalter.

Der Flyer beschreibt auch allgemein die Vorteile der Kastration, ist also in diesem Zusammenhang durchaus brauchbar.

Aber ich nehme an, Du hast bessere Erkenntnisse und Studien, die Deine Aussagen zur Frühkastration belegen und hast natürlich nur vergessen, sie uns blinden Abschreibern, die nie etwas hinterfragen auch mal mitzuteilen.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #13
Aber ich nehme an, Du hast bessere Erkenntnisse und Studien, die Deine Aussagen zur Frühkastration belegen und hast natürlich nur vergessen, sie uns blinden Abschreibern, die nie etwas hinterfragen auch mal mitzuteilen.

Was das angeht - es gibt prinzipiell keine brauchbaren Studien zur "Schädlichkeit" der Frühkastration, weil die schlicht und ergreifend noch zu neu ist, als dass es seriöse Langzeitstudien geben würde.
Die Studien, die es gibt, besagen, dass die Frühkastration keine negativen Folgen auf die körperliche und geistige Entwicklung der Katze hat, das ist korrekt.
Das bedeutet aber nicht, dass - wie es leider häufig dargestellt wird - die Frühkastration generell keine negativen Nachwirkungen hat und deshalb möglichst jede Katze noch vor der ersten Rolligkeit kastriert werden sollte, weil alles andere unnötige Quälerei ist.
Es ist nämlich so, dass ich als angehende Tierphysiotherapeuten mit den Tierärzten übereinstimme, die sagen, wenn möglich (sprich, wenn erstmal kein Freigang gewährt werden soll und die Katzen im Haushalt gleichgeschlechtlich sind, so dass eine Fortpflanzung ausgeschlossen ist) sollte man die erste Rolligkeit ruhig abwarten.
Denn die Studien, die es gibt, gehen einfach nicht weit genug im Leben der Katze mit, um die folgende Sorge der Mediziner zu zerstreuen:
Sexualhormone haben durchaus einen Einfluss auf das Wachstum der Katze: sie hemmen die Wachstumshormone und verlangsamen das Wachstum, bevor es stoppt. Dadurch werden (und das steht auch in den bisher veröffentlichten Studien) frühkastrierte Katzen meist ein Stück größer als später kastrierte, da die Sexualhormone nicht da waren, um die Wachstumshormone zu hemmen.
Das hat erst einmal keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Katze, daher sind die Studien insoweit richtig.
Aber: wenn die Katze jahrelang durch den größeren Körperbau mehr Gewicht auf den Gelenken tragen muss als ursprünglich vorgesehen, begünstigt das eine spätere Arthrose ungemein. Das bedeutet, das Risiko von frühkastrierten Tieren, unter Arthrose zu leiden, ist ungleich höher, als wenn sie später kastriert werden.

Das heißt nicht, dass man Katzen generell nicht frühkastrieren soll. Wenn die Umstände es nicht anders erlauben, die Kitten wild sind, Freigang haben oder mit gemischten Geschlechtern in der Wohnung leben, sind die Risiken, die dabei entstehen, als deutlich kritischer anzusehen als das Risiko einer später eventuell eintretenden Arthrose, daher sollte in diesem Fall selbstverständlich die Katze frühkastriert werden.
Wenn die Umstände aber nicht solchen Druck machen, bin ich auch eher ein Freund davon, die Sexualhormone der Katze ruhig erst einmal austreten zu lassen, bevor man sie kastriert, um das Risiko auf spätere Probleme nicht unnötig zu erhöhen.
Daher stehe ich dem "Hype", Katzen möglichst früh kastrieren zu lassen, auch eher kritisch gegenüber.

Aber das war ja eigentlich nicht die Frage des/der TE, die wurde ja schon ausführlich beantwortet.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #14
Moin,

Meine beiden Wohnungskatzen-Damen sind jetzt gut 1 Jahr alt und rollig.
Mich würde da jetzt interessieren, ob eine Kastration sinnvoll ist oder nicht.
Tierheime machen das ja automatisch und das oft für Freigänger Kastrationspflicht herrscht ist auch klar, weil da ja nicht gewollt ist, dass die sich weiter vermehren oder zur Zucht benutzt werden.
Wie sieht es aber bei Wohnungskatzen aus, wo eh keine Chance auf Nachwuchs besteht?

Ich habe da jetzt verschiedenes gehört von "Niemals Katzen kastrieren, solange kein Verdacht auf Krankheiten der Geschlechtsorgane besteht, weil das sonst Tierquälerei ist" bis hin zu "Katzen nicht zu kastrieren wäre Tierquälerei, weil die sich sonst selbst quälen, wenn sie rollig und mauzend durch die Wohnung laufen".

Ich würde mich da über eure Meinungen interessieren.

Und wie würde sich das Verhalten der Katzendamen ändern, abgesehen davon, dass die Rolligkeit wegfällt?
Kater sollen dann ja verschmuster werden...bei Katzendamen auch?
Wie wirkt sich das auf das Sozialverhalten zwischen zwei Katzendamen aus?
Werden Katzen dann außerhalb der Rolligkeit auch wirklich ruhiger?
Gibt es da keine Hormonprobleme wie beim Menschen?

MfG

Björn

Bitte auf jeden Fall kastrieren lassen, es hat gute Gründe die dafür sprechen:

- man erspart den Tieren den hormonellen Stress den sie bei jeder Rolligkeit haben

- auch Wohnungskatzen können mal entwischen und gedeckt werden, gerade rollige Kätzinnen können da sehr schnell und auch erfinderisch sein, wenn die unbedingt raus wollen

- das Risiko für Tumore an Geschlechtsorganen und für Gebärmuttervereiterung wird gesenkt

- die Tiere sind ausgeglichener und verträglicher zwischen potenten Tieren kommt es doch öfters mal zu Spannungen.

Keine Sorge sie sind deswegen nicht geschlechtsneutral, wenn sie kastriert sind, die Hormone werden nicht nur in den Eierstöcken gebildet auch in der Schilddrüse, Hirnanhangdrüse und in den Nebennieren, aber sie sind dann weniger triebgesteuert und viel entspannter als wenn sie das zwanghafte Bedürfnis haben sich fortpflanzen zu müssen, um die Art zu erhalten.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #15
Ich denke, ein kleines OT als Exkurs ist hier ok.

Labiae, vielleicht solltest Du Dich, als angehende Tierphysiotherapeutin, in das Thema etwas genauer einlesen.

Frühkastration bei Katzen wird in Deutschland zwar erst seit etwa 25 Jahren, bei fast allen Nutztieren zum Teil aber schon seit Jahrhunderten gemacht.

Der hier verlinkte Flyer ist inzwischen 12 1/2 Jahre alt und verweist bereits damals auf Langzeitstudien. Die Studien stammten halt nur nicht aus Deutschland.

Deine Beschreibung des Einflusses der Sexual-Hormone auf das Wachstum ist leider sehr unpräzise und dadurch leider falsch.

Ja, sie haben Einfluss, dieser beträgt aber nur maximal 2%. 98% wird durch die Gene bestimmt. Daraus eine Arthrose-Gefahr zu konstruieren ist mehr als nur gewagt.
Relevanter für Arthrose ist die Ernährung. Fettleibigkeit ist sicher bei keinem Lebewesen eine gute Idee.

Im übrigen wäre das kein Argument gegen die Frühkastration. Dieser Effekt tritt trivialer Weise immer auf, wenn die Katze vor der Geschlechtsreife kastriert wird. Dabei ist es egal, ob sie 6 Wochen oder 6 Monate alt war.

Eine Katze aus so konstruierten Gründen die Geschlechtsreife erleben zu lassen und sie damit dem Risiko von Gebärmutterkrebs auszusetzen, halte ich nicht für verantwortlich.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #16
...
Aber: wenn die Katze jahrelang durch den größeren Körperbau mehr Gewicht auf den Gelenken tragen muss als ursprünglich vorgesehen, begünstigt das eine spätere Arthrose ungemein. Das bedeutet, das Risiko von frühkastrierten Tieren, unter Arthrose zu leiden, ist ungleich höher, als wenn sie später kastriert werden.
...

Sorry, ich finde deine Schlussfolgerung für komplett übertrieben.
Studien ergaben ein größeres Wachstum in Milimeterbereich, daraus auf eine "ungleich höhere" Chance auf Arthrose durch Frühkastration zu schließen, ist ja schon Panikmache.
"Ungleich höher" und "ungemein" klingt wie ja schon wie "fast sicher" und das ist nicht belegbar.
Genauso nicht belegbar könnte ich argumentieren, dass durch die längere Wachstumszeit die Knochen stabiler und fester werden und dadurch das Risiko minimiert wird.

Das Übergewicht (ja kastrierte Katzen, neigen bei gleichbleibender Ernährung zum Zulegen) zu einer höheren Chance auf Arthrose führt ist klar, aber Übergewicht ist unabhängig vom Zeitpunkt der Kastration und dann doch eher ein Punkt im Ernährungskontext.
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #17
Ich habe mich darin eingelesen, genau daher sage ich das ja.

Der Einfluss der Sexualhormone aufs Wachstum ist selbstverständlich nur einer von mehreren, dennoch ist er groß genug, um sogar in den Studien, die vorliegen, sowohl den englischen als auch den deutschen, aufzufallen.
Tiere, die vor der Geschlechtsreife kastriert werden (und da fallen Frühkastrationen drunter, deshalb hab ich es darauf bezogen) werden in der Regel größer als später kastrierte.
Dass das Wachstum auch genetisch bedingt ist, ist richtig. Auf die Größe, die genetisch vorgegeben wird, ist der Körper aber auch "eingestellt", sprich, die Gelenke sind auf die von den Genen "vorgesehenen" Größenordnungen ausgelegt, vereinfacht ausgedrückt.

Und von einer größer als "geplant" gewachsenen Katze auf ein Risiko der Arthrosebildung zu schließen, ist auch nicht gewagter als die Annahme, jede Katze, die die geschlechtsreife erreicht, habe automatisch ein exponenziell erhöhtes Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken.
Fakt ist, dass die meisten Tiere, die Gebärmutterkrankheiten oder -krebs bekommen, deutlich häufiger als nur ein mal rollig waren und dementsprechend schon eine ganze Weile länger geschlechtsreif waren.

Und dass es für Arthrose noch unzählige andere Faktoren gibt, die großen Einfluss auf die Gesundheit haben, wie Ernährung und generell Haltungsbedingungen, habe ich nie auch nur ansatzweise bezweifelt.
Im Gegenteil, eben das ist der Grund, weshalb ich meine Katzen BARFe und so vehement die Meinung vertrete, man solle etwas auf die Ernährung seiner Viebeiner achten.
Aber das weist eben nicht das Risiko von der Hand, das Tiere mit erhöhter Belastung auf den Gelenken eben eher arthrosegefährdet sind als solche mit "normaler" Belastung.

Und ich habe, wie du vielleicht in meiner Antwort erkennen konntest, auch generell von der Kastration vor der Geschlechtsreife gesprochen und nicht nur von der Frühkastration. Da diese aber nun einmal darunter fällt, habe ich trotzdem angebracht, was ich im Seminar gelernt habe.

Ob du das für verantwortlich hältst oder nicht, ist ja deine Sache, du kannst das mit deinen Katzen ja halten, wie du möchtest, so wie jeder andere auch.
Ich habe eben beschlossen, Menschen zu vertrauen, die sich schon jahrzehntelang mit dem Körperaufbau dieser Tiere beschäftigen und immer wieder fortbilden und mir einsicht in Studien gewährt haben, die ich für durchaus seriös halte.
Wenn du andere Studien für seriöser hältst, ist das deine freie Entscheidung, jeder muss durch den Studiendschungel seinen eigenen Weg finden.

Ich habe nur meine Besorgnis dem Trend gegenüber entgegengebracht, eventuelle Folgen eines solchen Eingriffs herunterzuspielen oder zu ignorieren, denn sie sind nun einmal da.
Wie man damit umgeht, ist eine andere Frage.

"Ungleich höher" und "ungemein" klingt wie ja schon wie "fast sicher" und das ist nicht belegbar.

Das ist richtig, es ist absolut nicht sicher, dass das vorkommt, das habe ich auch nie gesagt und wollte ich auch nicht ausdrücken.
Es muss selbstverständlich nicht passieren.
Was ich sage, ist einfach, es kann sein, das Risiko ist eben höher, und es muss jeder selbst entscheiden, ob er es eingehen will oder nicht.
Ich habe lediglich die Existenz dieses Risikos angesprochen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #18
....wenn ich mal auf die Ursprungsfrage ganz pragmatisch antworten darf: da es sich sowieso nicht mehr um eine Frühkastration handelt, da die Katzen bereits rollig sind, ist die Antwort eindeutig: Ja, kastrieren. Da sind sich alle einig, auch diejenigen, die sich in Bezug auf eine Kastration vor der Geschlechtsreife nicht einig sind.

Zur Frühkastration: In der Tat scheiden sich da die Geister, auch der sich gewissenhaft und vorurteilsfrei informierenden Zeitgenossen - sogar Tierärzten unseres Vertrauens.

Wir mussten uns wegen unseres Neuzugangs Horus nämlich gerade auch wieder mit dem Thema beschäftigen. Wir haben ihn nun mit 7,5 Monaten vor seiner vollen Geschlechtsreife kastrieren lassen.
Aber, @argon, nur weil er noch nicht voll geschlechtsreif war, noch nicht markiert hat und noch nicht auf Partnersuche gehen wollte, heißt das ja nicht, dass er noch gar keine männlichen Geschlechtshormone gebildet hat. Also ist es in Bezug auf die Hormone und ihre Wirkung auf andere Bereiche als die Geschlechtsreife eventuell doch nicht so egal wie früh die Frühkastration stattfindet.

Unser Fazit, nachdem wir recherchiert und die Tierärzte gefragt hatten ist folgendes: Die Datenlage scheint da wirklich nicht eindeutig zu sein. Derzeit muss man da wohl selbst entscheiden, welche Argumentationskette man für überzeugender hält.

Wir haben uns letztlich für eine möglichst späte Frühkastration entschieden, weil die Tierärztin, der wir am meisten vertrauen und die unseren Tieren schon sehr geholfen hat, das vorschlug. Sie meinte, man wisse es nicht genau, ob Frühkastration langfristig größere Nachteile bringe, da verlässliche Studien an großen Stichproben fehlten. Ihr sei aber in ihrer Tätigkeit bislang nichts gravierend Nachteiliges bei Frühkastrierten aufgefallen. Allerdings sei eine sehr frühe Frühkastration ihrer Ansicht nach nicht sinnvoll. Das brächte keine Vorteile und im Zweifel eher mehr Belastung für das Tier.

Ich finde, es spricht immer für die Fachleute, wenn sie zugeben, dass die wissenschaftliche Lage uneindeutig ist und nicht der Einfachheit halber irgendwas behaupten, obwohl es nicht eindeutig belegt ist.

LG Seidenschnabel
 
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #19
....wenn ich mal auf die Ursprungsfrage ganz pragmatisch antworten darf: da es sich sowieso nicht mehr um eine Frühkastration handelt, da die Katzen bereits rollig sind, ist die Antwort eindeutig: Ja, kastrieren. Da sind sich alle einig, auch diejenigen, die sich in Bezug auf eine Kastration vor der Geschlechtsreife nicht einig sind.

Richtig, und auch möglichst schnell, insbesondere, da argon Recht hat damit, dass die Kastration das Risiko der Erkrankung an Gebärmutterkrebs senkt. Dieses Risiko wird allerdings nach meinem Kenntnissstand nur etwa bis zum Alter von einem Jahr durch die Kastration minimiert (um ca. 89% gesenkt) und danach hat man darauf nur noch geringen Einfluss, bereits bei der Kastration im zweiten Lebensjahr lässt sich das Risiko nur noch um etwa 11% senken.

Zur Frühkastration: In der Tat scheiden sich da die Geister, auch der sich gewissenhaft und vorurteilsfrei informierenden Zeitgenossen - sogar Tierärzten unseres Vertrauens.

Wir mussten uns wegen unseres Neuzugangs Horus nämlich gerade auch wieder mit dem Thema beschäftigen. Wir haben ihn nun mit 7,5 Monaten vor seiner vollen Geschlechtsreife kastrieren lassen.
Aber, @argon, nur weil er noch nicht voll geschlechtsreif war, noch nicht markiert hat und noch nicht auf Partnersuche gehen wollte, heißt das ja nicht, dass er noch gar keine männlichen Geschlechtshormone gebildet hat. Also ist es in Bezug auf die Hormone und ihre Wirkung auf andere Bereiche als die Geschlechtsreife eventuell doch nicht so egal wie früh die Frühkastration stattfindet.

So ist es. In der Regel werden Katzen mit etwa 4 Monaten langsam geschlechtsreif, Kater mit spätestens 6 Monaten. Natürlich gibt es da auch noch rassebedingte Schwankungen, aber auch, wenn euer Kater noch nicht markiert hat, kann man in einem Alter von 7,5 Monaten durchaus davon ausgehen, dass bereits einige Sexualhormone in seinem Körper vorhanden waren.

Unser Fazit, nachdem wir recherchiert und die Tierärzte gefragt hatten ist folgendes: Die Datenlage scheint da wirklich nicht eindeutig zu sein. Derzeit muss man da wohl selbst entscheiden, welche Argumentationskette man für überzeugender hält.

Wir haben uns letztlich für eine möglichst späte Frühkastration entschieden, weil die Tierärztin, der wir am meisten vertrauen und die unseren Tieren schon sehr geholfen hat, das vorschlug. Sie meinte, man wisse es nicht genau, ob Frühkastration langfristig größere Nachteile bringe, da verlässliche Studien an großen Stichproben fehlten. Ihr sei aber in ihrer Tätigkeit bislang nichts gravierend Nachteiliges bei Frühkastrierten aufgefallen. Allerdings sei eine sehr frühe Frühkastration ihrer Ansicht nach nicht sinnvoll. Das brächte keine Vorteile und im Zweifel eher mehr Belastung für das Tier.

Ganz genau so habe ich es ebenfalls gelernt. In diesem Thema sind sich die Wissenschaftler - wie so oft - uneinig.
Ich sehe das daher genauso wie deine Tierärztin: ich würde nicht bis zum vollendeten ersten Lebensjahr warten (insbesondere im Hinblick auf die Risikominimierung von Tumoren), aber eben auch nicht kastrieren, bevor die Sexualhormone überhaupt die Chance hatten, sich zu bilden.
Eine Kastration im Alter von 6 bis spätestens 8 Monaten würde ich - wenn es die Umstände zulassen - am ehesten bevorzugen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll? Beitrag #20
...ein Edit, konnte ich nicht mehr bei meinem vorigen Post anbringen: da scheint es mehrere Definitionen von Frühkstration zu geben. Einmal Kastration vor der 14. Lebenswoche und einmal Kastration vor der Geschlechtsreife. Mein Post bezieht sich auf die Kastration vor der Geschlechtsreife.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Kastration bei Wohnungskatzen sinnvoll?

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