Moin,
erstmal alles Gute für Euch und den felligen Zuwachs!
Ich bin bei meinen beiden Ex-Streunern ähnlich vorgegangen, wie hier merhfach auch beschrieben: Für Katzen ist Futter eine starke Motivation. Ich habe versucht darüber die Verknüpfung herzustellen: Mensch = Futter = gut.
Um diese beiden Schuppenkatzen (Kater + Katze, beide erwachsen, als sie bei uns im Stall auftauchten, beide sehr scheu) an mich zu gewöhnen, habe ich mich in den Stall gesetzt und das Futter einige Meter entfernt von mir hingestellt (in eurem Fall wäre das ans andere Ende des Zimmers). Dann bin ich sitzen geblieben und hab gelesen (oder höchst interessiert meine Zehen betrachtet). Wenn die Katze kam, um zu fressen, habe ich sie komplett ignoriert. Das konnte schonmal 2-3 Stunden dauern … Nächsten Tag stand der Napf ein Stück dichter an mir dran usw. Das haben wir solange gemacht, bis sie ruhig in meiner Nähe fressen konnte. Als nächstes habe ich meine Hand entspannt neben den Napf gelegt (nicht versucht sie anzufassen!). Dann wieder gewartet, bis sie entspannt gefressen hat. Napf so hingestellt, dass SIE mich berühren musste, um ans Futter zu kommen. Nicht gegriffen oder gestreichelt. Als nächstes: Leckerlis auf der Hand und meinen Knien platziert, die sie sich dort weggeholt hat. Und dann irgendwann, ist bei ihr der Knoten geplatzt und ich konnte sie anfassen. Und es war ein besonderer Moment, als sie zu mir kam und mich kurz mit dem Kopf angestupst hat.
Ich hatte Glück, alles in allem hat es knappe 3-4 Wochen gedauert. Aber ab da waren wir Freunde. Ich kann dir nur sagen, dass sich diese Geduld auszahlt. Gerade wenn man sich das Vertrauen einer Katze hart erarbeiten musste, ist die Verbindung, wenn es klappt, eine ganz besondere.