Hallo zusammen.
zwei unserer drei Miezen haben momentan miteinander ein Problem. Eigentlich dachte ich, dass sich das nach wenigen Tagen legen würde - aber dem scheint nicht so zu sein.
Ich wäre über Ideen und Tipps wirklich dankbar. Vielleicht gibt es ja noch etwas, das das Ganze erleichtert.
Aber erstmal von vorne:
Wir haben zwei Kater, Twix und Bounty (ca. 3 Jahre alt, seit 2 1/2 Jahren bei uns und kastriert) und eine Katze, Lori (auch ca. 3 Jahre alt, seit 6 1/2 Monaten bei uns, kastriert).
Die Zusammenführung lief im Großen und Ganzen gut. Anfangs gab es natürlich wildes Gefauche von Twix in Loris Richtung und die ersten Wochen auch eine große Portion Skepsis und Abstand von seiner Seite. Sie und auch Bounty hingegen waren fast von Anfang an recht offen und neugierig. Nachdem sie aufgetaut war, wurde unser Madamchen schnell ziemlich frech. Aber mit ein paar Pfotenhieben und Fauchen war zwischen Bounty und Lori schnell geklärt, dass sie sich hier nicht alles erlauben kann.
Bei Twix und ihr gestaltete sich das ungefähr die ersten 3-4 Wochen aber deutlich schwieriger. Er ist ein Typ, der Auseinandersetzungen und "Prügeleien" eher aus dem Weg geht. Ich habe auch manchmal den Eindruck, dass er die Spielaufforderungen und "Angriffe" eben nicht spielerisch versteht, sondern das ganze toternst nimmt und sich persönlich, im wahrsten Sinne des Wortes, angegriffen fühlt.
Und auf ihn trifft eine Lori, die recht dominant ist, einen ziemlich ausgeprägten Jagdtrieb hat und es ausnutzt, wenn jemand nicht klar mitteilt, wo seine Grenze ist.
Klingt denkbar ungünstig, ABER nach etwa 3-4 Wochen Dauerstress und Anspannung für Twix gab es einen Moment, wo er jeglichen Mut zusammengenommen hat und ihr einen Trommelwirbel mit den Pfoten auf den Kopf verpasst hat, wo Madame erstmal gar nicht mehr wusste, was ihr geschieht :lol: Danach war das geklärt.
Er war ab dem Zeitpunkt kein Opfer mehr der Jagdspiele, die er eben gar nicht nur als solche gesehen hat sondern dauerhaft unter Strom stand.
Soweit zur Vorgeschichte. Ich hoffe, ich habe alles wichtige erwähnt, um zu beurteilen, wie sich das hier momentan verhält.
Jetzt zum aktuellen Problem:
Seit etwa einer Woche ist es so, dass Lori sich einen riesen Spaß draus macht, Twix zich mal täglich durch die ganze Wohnung zu jagen. Seine eingeschüchterte Körperhaltung und die Tatsache, dass er, sobald sie ihn anguckt, sofort flieht, animiert Lori natürlich, hinter ihm her zu laufen.
Das Ganze wäre ja auch nicht so schlimm, wenn ER sich auch mal wehren würde und SIE die Grenzen, die er steckt, akzeptieren würde. Aufgrund der vorherigen Erfahrung nach der Zusammenführung "braucht" sie einfach nur mal einen von ihm auf den Deckel zu bekommen und -ich denke- dann hätte sich das erstmal erledigt.
Mittlerweile ist er aber fast nonstop unter Anspannung, rechnet jeden Moment mit einem Angriff und Lori hört nicht auf.
Was wir bisher gemacht haben:
- Twix mindestens ein Mal am Tag für eine halbe Stunde separieren und eine Einzelknuddelstunde geben. Sobald er merkt, dass die Tür zu ist und sie nicht zu ihm kann, ist der arme Kerl tiefenenstpannt, schnurrt, trampelt und ist soo glücklich
- Clickertraining mit allen dreien (ca. alle 2-3 Tage)
- wir versuchen, Lori mehr auszulasten, weil die augenscheinlich zu viel Power hat (das gelingt aber irgendwie nur mäßig). Ich habe noch keinen allzu großen Unterschied feststellen können, dass sie ihn mehr in Ruhe lässt, wenn sie etwas ausgepowerter ist. Aber vllt. kann man das, wenn man so dicht dran ist, auch schlecht beurteilen.
- wenn das Jagen wirklich mehrere Minuten ging und sie z.B. auch noch nach ihm geschlagen hat, wenn er schon oben auf dem Kratzbaum saß, die Ohren angelegt hat, gefaucht, ... bin ich dazwischengegangen. Entweder, wenn er so in die Ecke gedrängt war, dass er, aus seiner Sicht, gar nichts mehr machen konnte, oder manchmal auch schon, wenn ich gesehen habe, dass sie ihn fixiert.
Sie hat auch ziemlich schnell kapiert, dass ich so ein Verhalten nicht dulde. Sobald ich ihren Namen sage, lässt sie davon ab
- nach solchen "Attacken" bzw. währenddessen habe ich sie mit Spielzeug abgelenkt
Ich bin echt ziemlich ratlos. Und würde gerne von euch wissen, ob euch noch einfällt, was man machen könnte um Twix zu stärken und Lori von diesem "Spiel" abzubringen. Ich habe wirklich den Eindruck, dass das für sie ein Jagdspiel ist, bei dem es ja umso lustiger ist, wenn der Gejagte auch noch flüchtet und sie überhaupt nicht versteht, warum Twix sich so verhält, als sei sein Leben bedroht. Irgendwann wendet sie sich dann auch ab und versucht das Animieren auch bei Bounty. Der wiederum sieht es auch als Spielaufforderung und macht entweder mit, wenn er Lust hat, oder sagt der Püppi deutlich, dass er gerade keine Lust hat.
Oder ist es vllt. sogar besser, sich gar nicht einzumischen -im Sinne von dazwischenstellen-, wenn ich merke, dass es gleich wieder losgeht? Das fällt mir wirklich schwer, zu sehen, wie Twix leidet. Aber ich habe den Eindruck, dass es einfach mal eskalieren muss, damit er den Mut zusammennimmt und sich dann wehrt.
Ach man. Ich bin schon gespannt auf eure Meinungen.