Gina, der Wildfang

Diskutiere Gina, der Wildfang im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo Fyannon, du hast lange nicht mehr weiter geschrieben. Fällt es dir so schwer oder ist etwas passiert?
  • Gina, der Wildfang Beitrag #41
Hallo Fyannon,

du hast lange nicht mehr weiter geschrieben.
Fällt es dir so schwer oder ist etwas passiert?
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #42
Hallo Labiae,
danke der Nachfrage. Mein Studium hat wieder angefangen und nimmt mich im Moment ziemlich in Anspruch. Dazu kommt, dass mir meine kleine Pelzkugel gerade jetzt, an den ersten warmen Frühlingstagen, besonders fehlt, denn diese hat sie immer so genossen... Die Nase endlich wieder in die warme Luft strecken und sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen... Achja, das Leben ist manchmal einfach nicht fair :cry:
Aber ich werde auf jeden Fall diese Woche noch weiterschreiben!

LG Judith
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #43
Hab mir auch schon Sorgen gemacht. Schön das du dich meldest
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #44
- Fortsetzung Teil 13 -

Ginas Streifzüge durch den Hinterhof blieben nicht unbemerkt, die umliegenden Häuser waren von vielen Fellnasen bewohnt, vor allem ein roter, alter, Perserkater hatte sich in meine Tigerdame verguckt. Oft saß er auf seinem Balkon im Hochparterre und verfolgte jede ihrer Bewegungen mit seinen großen gelben Augen. Gina war von dieser Aufmerksamkeit nicht gerade erfreut, jeden seiner Annäherungsversuche kommentierte sie mit einem Fauchen. Und so kam es ab und zu vor, dass der Perser sie wie ein Gentleman bis zur Tür begleitete, wenn ich sie wieder hereinholte, mit respektvollem Abstand, versteht sich. Auch dieser Senior hat seine Besitzer wohl seit einiger Zeit verlassen, ich habe ihn seit Herbst letzten Jahres leider nicht mehr auf seiner Lieblingsstelle auf dem Balkonrand gesehen...
Mit einer anderen Katze schien es weniger friedvoll zu verlaufen, ab und zu kam Madame regelrecht beleidigt nach Hause und mied ihr Revier die nächsten Tage und beim Streicheln entdeckte ich dann kleine Verletzungen auf der Haut, jedoch nie etwas Dramatisches, die Kämpfe, oder vielleicht auch das etwas grobere Spielen, schien nach fairen Regeln abzulaufen.
Ich war jedenfalls froh, dass Gina so Kontakt zu Artgenossen hatte, auch wenn sie keine Spielkameraden in der Wohnung akzeptierte, so hatte sie doch etwas Abwechslung im Alltag.

Gerade als sich so etwas wie Routine in ihren Freigängen entwickelt hatte, kam es zum ersten Zwischenfall: Gina war einfach spurlos verschwunden, als ich sie morgens wieder einsammeln wollte. Ich machte mich natürlich gleich besorgt mit einer Tüte Leckerchen bewaffnet auf Suchgang, doch alles Rufen und Rascheln half nichts, die Katze blieb verschwunden. Eine Frau, die ich zufällig im Hof antraf, machte mich darauf aufmerksam, dass hier im Häuserblock "böse Menschen" wohnen würden und sie würde ihre Katze deshalb niemals rauslassen und machte dann eine vage Handbewegung zu den Häusern, in denen überwiegend türkisch- und arabischstämmige Mitbürger lebten. Ich ließ diesen Satz damals unkommentiert stehen und machte mich auf die Suche nach meiner Miez, aber im Nachhinein macht mich dieser unterschwellige Fremdenhass immer noch sauer... Auch wenn diese Nachbarn wirklich Grund hätten, sauer auf Gina zu sein. Im Sommer lüfteten sie nämlich immer ihre Teppiche im Hof aus, eine perfekte Kratzvorlage für meinen Wildfang, an dem sie sich auch genüsslich des nachts austobte, bemerkt hat es hoffentlich niemand.

Nach meiner unerfolgreichen Suche ging ich unverrichteter Dinge in die Wohnung zurück, dabei war mir fast klar, dass ich sie so nicht finden würde. Selbst wenn sie in einem der umliegenden Häuser eingesperrt war, bis abends war für sie immer Schlafenszeit, ich war mir ziemlich sicher, dass sie irgendwo so tief schlummerte, dass sie mich noch nicht einmal gehört hatte.
Also machten wir uns in der Dämmerung noch einmal auf den Weg. Vor jeder Tür riefen wir sie, lauschten kurz in die abendliche Stille und gingen dann weiter, wir schauten in jeden Keller, in jede Hecke und hinter jedes Fahrrad. Gerade, als wir wieder, nun schon etwas verzweifelter, gehen wollten, blieb ich kurz stehen und horchte noch einmal in die Nacht herein. Und von irgendwoher wurde ihr zartes, piepsiges Stimmchen zu mir geweht. Bis wir das Haus erreichten, hinter dessen Tür wir sie vermuteten, hatte sich das zarte Stimmchen in ein hungriges Krähen verwandelt. Also schnell um den Häuserblock herum und an der Eingangstür alle Klingelschilder abgeklingelt, und tatsächlich, eine furchtbar erschrockene Oma streckte ihren weißen Haarschopf ängstlich durch den Türspalt und hörte sich unser Anliegen an, um schließlich mit uns zum Keller zu gehen und eine verstaubte und über und über mit Spinnweben behängte Gina zu befreien. Oben wurde erstmal eine ganze Tagesration Futter verputzt, ansonsten war die Gute quietschfidel und wollte am liebsten gleich wieder raus stiften gehen, doch die Aufregung hatte mir für einen Tag gereicht und ich überzeugte sie, die Nacht doch lieber in der Wohnung zu verbringen.

Leider kam es in den nächsten 2 Jahren öfters vor, dass sie in den anderen Häusern eingesperrt wurde, sei es im Keller oder in den Hausfluren, ihre Neugier für dunkle Löcher und muffige Speicher konnte sie einfach nicht ablegen. Manchmal suchten wir sie zwei bis drei Tage lang, hängten Zettel auf mit der Bitte, nach ihr zu sehen, engagierten die Nachbarskinder als Suchtrupps... Doch ich wollte ihren Freigang einfach nicht beschneiden, da es ihr offensichtlich gut tat und ich beim besten Willen aus meinem Wildfang keine reine Wohnungskatze machen wollte.
Jedoch fühlte ich mich fast zu diesem Schritt genötigt, als sie noch einmal verschwand, diesmal für sehr lange, bange 5 Tage....

- Forsetzung folgt -
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #45
- Fortsetzung Teil 13 -

Es war in einem dieser brütend, feucht-heißen Karlsruher Sommer, als Gina erneut verschwand. Wie gewohnt wollte ich sie vor der Hintertür zum Hof abholen, dieses Mal etwas früher als sonst, da mir die schwüle Luft in den Nächten den Schlaf raubte. Doch jedes Rufen und Locken war vergeblich, keine Spur von meinem Wildfang. Inzwischen hatte sich ja bei uns schon eine Gina-Such-Routine entwickelt und ich machte mir dieses Mal nicht allzu große Sorgen, in ein oder zwei Tagen würde ich meine Fellkugel wieder in irgendeinem Keller der Nachbarhäuser gefunden haben. Zur gleichen Zeit waren Bauerbeiten im Hinterhof für eine neue Nachtbeleuchtung fällig, vielleicht hatten sie die tiefen Gräben in der Wiese, in denen die Elektrokabel verlaufen sollten, irritiert und sie hatte in einem der Häuser Schutz gesucht.
In den Dämmerstunden zogen wir wie gewohnt los und riefen unsere getigerte Dame, lauschten vor jeder Tür kurz auf eine Antwort, um dann weiterzugehen und nach einer erfolglosen Runde das Prozedere zu wiederholen. Doch dieses Mal blieb in der ersten Nacht alles ruhig, im Dunkeln bezog ich nun Stellung auf dem Balkon, an Schlaf war bei der Hitze eh nicht zu denken. Doch auch die Runde am nächsten Morgen blieb erfolglos, ebenso wie die am Abend. Inzwischen hatten wir unsere Suche auch auf die Straße draußen ausgedehnt, nur um sicher zu gehen, dass die Miez nicht etwa ihr Revier verlassen hatte, um auf Streifzug durch das Wohnviertel zu gehen.
Meine Sorge wuchs mit jeder Stunde, die verging und in der ich Gina nicht an meiner Seite wusste. Mein Kopf begann sich alle möglichen Horrorszenarien auszumalen, wie sie bei der Hitze in irgendeinem Dachkämmerchen elendig verdurstete, wie sie überfahren an der Straße lag, wie sie in einem Keller verhungerte oder ihr etwa ein Katzenhasser aufgelauert hatte... Dinge, die man nur schwer abstellen kann und jeder, der bereits in so einer Situation war, kann dies bestimmt bestens nachvollziehen.
Auch unsere aufgehängten Suchzettel, Fragen bei den Nachbarn und weitere Suchen blieben erfolglos. Inzwischen war ich ein Häufchen Elend, wenn mir mein Freund in diesen Tagen nicht mit seiner optimistischen Art beigestanden hätte, wäre ich bestimmt längst verzweifelt. Inzwischen waren es 5 Tage, seit Gina spurlos verschwunden war, und wieder starteten wir vor dem Zu-Bett-Gehen unseren Rundgang, längst nicht mehr so hoffnungsvoll wie am ersten Tag. Wir drehten drei Runden durch den Hof, riefen ihren Namen vor jeder Tür, doch es kam keine Antwort, wir leuchteten mit einer Taschenlampe in jeden Keller, klopften an jedem Fenster, das für uns erreichbar war, doch keine Spur von Gina. Tiefste Verzweiflung machte sich jetzt in mir breit, ich war völlig übermüdet, die Sorge um meine Katze hatte mich jeglichen Schlaf gekostet, ich konnte vor Angst nicht mehr richtig essen und jeder Gedanke drehte sich nur noch um Gina.
Ich motivierte meinen Freund zu einem letzten Rundgang um den Hausblock, doch auch hier war sie nicht zu finden. Schließlich wollte ich die Suche noch einmal auf die umliegenden Straßen ausdehen, als uns eine Katze über den Weg lief, sprang mein Herz kurz höher, doch es war eine schwarz-weiß Gefleckte und nicht meine schöne Tigerdame.
Gerade, als mich tiefste Resignation überkam und ich nur noch nach Hause und um mein verlorenes Kätzchen trauern wollte, saß im Lichtkegel einer Straßenlampe vor einem Hauseingang eine kleine Katzengestalt, die wie bestellt und nicht abgeholt in die Nacht starrte. Mein Freund war sich sofort sicher, dass das Gina war, ich erkannte zwar den weißen Latz, aber sonst wirkte die Katze im Dunkeln eher schwarz als getigert. Zögerlich rief ich ihren Namen und die Katze lief ein paar Schritte von uns weg, um Schutz in der nächsten Hecke zu suchen. Doch dann schien sie sich zu besinnen, drehte sich um, und rannte quiekend auf mich zu. Mit klopfendem Herzen erkannte ich nun meine Gina, etwas schlanker, als ich sie in Erinnerung hatte, aber sonst quietschfidel. Mit hoch erhobenem Schwanz umtänzelte sie meine Beine, schnell schnappte ich sie mir und trug die protestierende Katze nach Hause. Dort verdrückte sie erstmal zwei Portionen ihres Lieblingsfutters und machte es sich dann auf dem Sofa bequem, wie als wäre nie etwas passiert.

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Bauarbeiter die Hoftür morgens um 6 sperrangelweit geöffnet hatten, für meinen Wildfang natürlich die perfekte Einladung, um stiften zu gehen.
Das Rausgehen konnte ich ihr natürlich bei aller Sorge nicht verbieten, also begann ich ab diesem Zeitpunkt unseren Rhythmus zu ändern. Wenn Madame ihr Revier besuchen wollte, holte ich sie eben nun morgens zwischen 5 und 6 wieder herein, egal, wie kurz meine Nacht dadurch wurde und seit dem gab es nie wieder Probleme und das kleine Quietschding wartete immer schon ungeduldig auf mich.
Was ich ihr dadurch nahm, waren die Sonnen- und Staubbäder auf den Pflastersteinen im Hof, die sie immer sehr genossen hatte, ein Preis, der hoffentlich auch für sie bezahlbar war, darüber kann ich nur mutmaßen.

Es gibt noch so viele kleine Anekdoten aus ihren Freigängen, die ich vergessen habe, zu erzählen und die mir jetzt, im Nachhinein, immer wieder in den Kopf kommen, wenn ich vom Balkon aus in den Hinterhof schaue. Ich hoffe, dass diese "halbe" Freiheit Ginas Leben in ihrem neuen zu Hause erträglicher gemacht hat und dass sie auch als Stadtkatze glücklich war, ich habe jedenfalls mein Bestes gegeben, um ihr das Größtmögliche Maß an Wildleben in der Stadt zu gewähren.
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #46
Danke für die tolle Geschichte;-)

Wie geht es Dir?
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #47
Während man deine Geschichte liest, erwacht Gina auch für mich zum Leben. Ganz so als man sie kennen würde. Sehr gut erzählt. Nur leider kennt man schon das Ende :/
Ich hoffe es hilft dir und Gina wird ja für immer in deinem Herzen weiter leben!!!
Und sie weiß, das du sie geliebt hast!
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #48
@Sinchen

Naja, der Alltag kommt langsam zurück, es gibt aber sicherlich einige Dinge, die nie wieder so werden, wie vorher, da fehlt einfach ein kleines Stück Pelz, dass mich immer begleitet hat.
Aber ich sehe sie immer wieder. Wenn ich nach Hause komme, liegt sie auf dem Bett, wenn ich aufstehe, kommt sie mir entgegen, wenn ich auf Arbeit gehe, stolziert sie mit hoch gerecktem Schwanz neben mir die Treppe hinunter...

Du bist nicht mehr da, wo Du warst,
aber Du bist überall, wo wir sind.

Das Zitat trifft es wohl am besten...

@Ciriana

Ich würde mir auch wünschen, dass es ein besseres Ende, oder besser, noch gar kein Ende geben würde. Aber es freut mich, dass dir die Geschichte gefällt.

Liebe Grüße,
Judith
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #49
Du hast eine schöne Art zu schreiben, deine Schilderungen gehen mir sehr unter die Haut.

Aber das mit dem wie Gina quiekend auf euch zugerannt ist - da musste ich lachen. Konnte mir die Situation richtig vorstellen. Und auch deine Erleichterung...
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #50
Judith natürlich siehst du sie das ist glaube ich normal. Und du schreibst wirklich klasse
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #51
Teil 14 - Gina schläft

Wenn es etwas gab, womit sich Gina bei schlechtem, aber auch bei gutem Wetter den ganzen Tag vertreiben konnte, dann war das Schlafen. Vielleicht war sie einfach nur froh, dass sie nach ihrem bisherigen Leben ein paar ruhige, weiche Stellen hatte, an denen sie keiner störte. Vielleicht hatte sie viel Schlaf nachzuholen. Vielleicht war sie es aber auch einfach nur gewöhnt, als Jägerin mit ihren Kräften zu haushalten und schlief deshalb in ihren Ruhephasen so viel, teilweise bis zu 20 Stunden am Tag. Ich nannte sie deswegen immer meine kleine Löwin, da sie ihren Tag wie ihre großen Verwandten in Afrika verbrachte.
Schnell hatte Gina ihre Lieblingsplätze in der neuen Wohnung gefunden. Eigene Katzenkissen und -schlafplätze nahm sie nicht an, sie wollte da liegen, wo wir auch waren, also auf den Küchenstühlen, dem Sofa oder natürlich im Bett. Da sie ziemlich stark haarte, kauften wir ihr eigene Kuscheldecken, unsere rosa, weiche Kuscheldecke sollte dabei tabu für Gina sein. Dieses Verbot hielt vielleicht 3 Monate, in den ersten kalten Tagen wurde sie von der Tigerdame okupiert und schnell als Lieblingsdecke beschlagnahmt.

Nachts blieb in der Regel das Schlafzimmer geschlossen, da mein Freund einen sehr leichten Schlaf hat und unsere nachtaktive Miez sonst gerne gegen 2 oder 3 Uhr auf Kuschelkurs ging. Auch diese Regel fiel mir schwer, ich muss gestehen, dass es mir generell sehr schwer fiel, irgendwelche Verbote gegenüber Gina aufrecht zu erhalten. Wenn sie mich mit ihren großen, gelben Augen anschaute, schaffte sie es immer wieder, mein Herz zu erweichen. Gerade in den Nächten, in denen sie von Albträumen geplagt wurde, ließ ich die Schlafzimmertür anschließend angelehnt, sodass sie zu mir ins Bett schlüpfen konnte. Diese Albträume ließen sie immer für ein paar Minuten verstört zurück und ich möchte nur zu gern wissen, wovon sie in solchen Momenten geträumt hatte. Sie begann dann immer anhaltend und laut zu miauen, in einem ganz besonderen Tonfall, der mir bis heute nicht aus dem Kopf geht und mich jedes Mal aus dem Bett springen ließ. Ich fand dann immer eine noch verschlafenen, verwirrte Katze vor, die ich erstmal zur Beruhigung auf den Schoß nahm und ordentlich durchkraulte. Mit leiser Stimme versicherte ich meinem Wildfang dann, dass ich immer für sie da bin und ihr hier nichts passieren würde, bis ihr Schnurren einsetzte. Dann ließ ich sie wieder allein, meistens folgte sie mir aber dann ins Bett, kuschelte sich eng an mich und schlief bis zum nächsten Morgen durch.

Generell gab es nichts Schöneres für mich, und ich denke, das können viele Katzenbesitzer nachvollziehen, als mit Gina den Morgen im Bett zu vertrielen, leider oft auch zum Nachteil meiner Vorlesungen in der Uni, aber ich kostete diese Momente mit ihr zu gerne aus. Wenn mein Freund morgens auf Arbeit ging, holte ich mir meine kleine Fellkugel ins Bett, streichelte und kraulte sie, wobei sie ihr kleines Köpfchen immer wieder gegen meinen Arm stieß, sobald ich damit aufhörte, um mich zum Weitermachen aufzufordern. Dann suchte sie sich ihren besten Platz, meist musste ich mich zu einem "C" formen und in der Kuhle beim Bauch war dann für Gina die optimale Schlafstelle. Wir schauten gemeinsam ein bisschen aus dem Fenster, bis ihr und mir die Augen wieder zu fielen und vermutzelten gemeinsam die Morgenstunden.
Oft musste ich sie dann auffordern, sich auch mal zu bewegen, da sie sonst den ganzen Tag verschlafen konnte, hatte sie einmal eine bequeme Position gefunden.

Ein weiterer ihrer Lieblingsschlafplätze war der Balkon. Dadurch, dass sie nicht mehr hoch springen konnte, konnten wir uns auch das Katzennetz ersparen. Wir stellten den Tisch und die Stühle einfach in sicherer Entfernung von der Kante weg, sodass sie einen erhöhten Platz als Aussicht hatte, den Balkonrand aber nicht erreichen konnte.
Hier war ihr Ritual bei den ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres immer dasselbe. Erst wurde sich in die Sonne gesetzt, geputzt und Gina ließ sich ihren Pelz wärmen. Sobald die Sonne zuviel Kraft erreicht hatte, zog sie in den Schatten um und machte dort ein Nickerchen.
Obwohl es im Sommer deutlich kühler in der Wohnung war, bevorzugte die Tigerdame es, ihre Tage auf dem Balkon zu bringen, egal, ob dort teilweise bis zu 40 Grad herrschten, da unser Balkon zu Südseite liegt. Ich spannte ihr natürlich dann immer einen Schirm auf, damit sie genug Schatten hatte und sah aller 1-2 Stunden nach ihr, brachte ihr Wasser raus, da sie dort öfters mal das Trinken vergaß. Aber meistens lag sie nur in einer schattigen Ecke ausgestreckt und schnarchte lautstark. Ich hatte natürlich Angst, dass sie einen Hitzeschlag bekommen könnte und versuchte sie immer wieder in der Wohnung einzusperren, da ich mir sicher war, dass es hier kühler war. Doch Gina veranstaltete dann einen riesigen Radau vor der Balkontür, dass ich sie anschließend immer wieder rausließ, nicht ohne ihre Öhrchen noch zu befeuchten, um ihr wenigstens einigermaßen Kühlung zu verschaffen. Sie schien die Wärme im Sommer wirklich zu lieben.

Und weil sie das nunmal die meiste Zeit des Tages tat, gibt es eben auch viele Schlafbilder von Gina :)
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Auf ihrer geliebten, pinken Kuscheldecke.

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Auf Ordnern hat sie unglaublich gerne geschlafen, warum, weiß nur sie. :)

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Völlig entspannt.
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #52
Wunderschöne Bilder und eine klasse Geschichte.

Schön dass du dich meldest.
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #53
Teil 15 - Gina wird eine Sternenkatze

Nun kommt schließlich der Teil, vor dem ich mich jetzt wahnsinnig lange gedrückt habe, der aber genauso zu Ginas Geschichte gehört, wie alle voran gegangenen...

Es fing alles an mit einem leisen Husten. Es war Anfang März und Gina wartete ungeduldig auf die ersten warmen Tage, um ihren geliebten Platz auf dem Balkon wieder in Besitz zu nehmen, doch es sollte noch eine Weile regnerisch und kalt bleiben.
Inzwischen machte sich das Alter etwas bei unserer Katzendame bemerkbar. Sie schlief mehr, nach Futter rennen war auch nicht mehr so oft drin, wenn sie ihre Leckerlis abends in der Wohnung suchen sollte, musste ich ihr das Licht anmachen, damit sie sie fand. Alles in allem war sie aber noch in einem guten Zustand, das Fell glänzte seidig und war weich, der Blick wach und ihr Appetit unverändert.
Dem Husten folgte dann eine allgemeine Schlappheit, sie kam kaum noch aus dem Bett und ich begann allmählich mir Sorgen zu machen. Als über das Wochenende ihr Futter sogar stehen blieb, wurde für Dienstag ein Tierarzttermin vereinbart. Inzwischen hatte die Sorge um sie einen riesigen Knäuel in meinem Bauch gebildet, so fühlte es sich zumindest an, bis dato war meine Miez ja noch nie ernsthaft krank gewesen.
Am Tag des Tierarzttermins lag sie morgens wie so oft neben mir im Bett und schnurrte, meine Hand lag neben ihr und ich versicherte ihr nochmal, dass ich alles tun werde, damit sie wieder gesund wird und erzählte ihr, wie sehr ich sie liebte. Da legte meine getigerte Katzenoma ihre Pfote auf meine Hand und blinzelte mir zu, sie wusste, dass sie mir vertrauen konnte. Das ist ein Moment, in dem wir so tief verbunden waren und den ich niemals vergessen werde...

Beim Tierarzt dann der Schock. Beim Röntgenbild wurde festgestellt, dass ihre Lunge an den Stellen, wo sie eigentlich dunkel bis schwarz sein sollte, fast weiß war, dass heißt, sie hatte kaum noch eine Möglichkeit Luft zu holen und wäre uns wohl in den nächsten Tagen erstickt. Es erschreckte mich, wie gut meine Katze ihr Elend versteckt hatte, bis auf das Husten und die Schlappheit hatte ich davon nichts gemerkt... Die Tierklinik riet uns, Gina über Nacht dazulassen, da sie und ihre Atmung dort rund um die Uhr überwacht werden konnte. Ich streichelte meiner Katze nur kurz über den Kopf und verließ dann rasch den Raum, ich wusste, wenn ich den Abschied herauszögern würde, wäre das für sie und für mich nur noch schlimmer.
Wie ich den Abend und die Nacht verbracht habe, brauche ich wohl nicht näher beschreiben, jeder Katzenliebhaber kann sich dieses Elend wohl vorstellen, wenn man in so einer Situation von seinem Liebling getrennt wird.
Am nächsten Tag durften wir unsere Gina dann wieder abholen. Sie begrüßte mich mit einem Quietschen und machte sonst einen ganz aufgeweckten Eindruck. Wir bekamen Medikamente mit nach Hause, die wir ihr zweimal täglich verabreichen sollten, die Tierärztin versicherte uns, dass das in der Klinik ohne Probleme funktioniert hatte.
Aber Klinik ist Klinik und zu Hause ist zu Hause und hier führte sich Gina eben auf wie die Königin. Das Tabletten-Verabreichen wurde zu einem regelrechten Kampf, aus dem Essen sortierte sie sie aus, in Milch auflösen scheiterte daran, dass die Tabletten furchtbar bitter waren, und in Fleisch verstecken funktionierte erst recht gut, aber beim zweiten Stück am Nachmittag wurde sie misstrauisch, das Fleisch wurde genaustens mit den Zähnen untersucht, und die Tablette beim Kauen aussortiert. Verzweifelt ließen wir uns in der Klinik einen Tabletten-Verabreicher geben, so ein monströses Ding, das wie eine riesige Spritze aussah und hiermit war es dann endlich möglich, Gina ihre Medikamente zu verabreichen.

Nun nahm die Tigerdame also ihre Medikamente regelmäßig, doch schien sie sie nicht zu vertragen und begann sich zu übergeben und ihr Futter komplett zu meiden. Bei einer Nachkontrolle stellte die Tierärztin fest, dass Gina heftig an Gewicht verlor und auch das Röntgenbild verhieß nichts Gutes. Die Lungenentzündung schien zurück zu gehen, doch eine weiße Struktur, die auf dem Bild wie ein Ball aussah, hielt sich hartnäckig, die Vermutung eines Lungentumors stand im Raum. Daraufhin schienen auch die kleinen Pigmentflecken in ihren Augen hinzuweisen, denen ich bisher nie richtig Beachtung geschenkt hatte. Sie waren irgendwann im Herbst aufgetaucht und ich hatte sie immer als Zeichen des fortgeschrittenen Alters meiner Katze gesehen. Wie betäubt ging es wieder nach Hause, immer wieder sagte ich Gina, dass alles gut werden wird, dass wir das durchstehen und eben die Zeit zusammen genießen, die wir beide noch haben, dass sie gesund werden würde, wenn sie nur endlich wieder etwas essen würde...
Ich versuchte es mit Thunfisch, gekochtem Hühnchen, verschiedenen Futtersorten, erwärmt und normal temperiert. Immer wieder schien sie Interesse zu haben, ging zum Napf, roch daran und zog dann wieder ab. Natürlich versuchte ich es auch mit Zwang, spritzte ihr immer wieder etwas ins Mäulchen, doch auch dann erbrach sie sich kurze Zeit danach. Auch der Magenschutz vom Tierarzt schien daran nichts zu ändern.
Katze wieder eingepackt und ab zum Tierarzt. Hier wurde sie nochmal von oben bis unten durchgecheckt, doch so weit war alles in Ordnung. Blutbild einigermaßen normal, nur die Leberwerte im Keller, durch ihr langes Fasten, Zähne in Ordnung, Schleimhäute normal, nichts, was auf irgendeine Erkrankung hinwies. Die Tierärztin, zu der wir inzwischen durch unsere vielen Besuche ein vertrautes Verhältnis aufgebaut hatten, schlug ein Ultraschallbild vor, um noch einmal sicher zu gehen, dass alle Organe in Ordnung sind. Auch den ließ Gina über sich ergehen. Ich hielt dabei ihr Köpfchen fest und sie vertraute mir, sodass sie zwischendurch sogar entspannt die Augen schließen konnte. Ich hielt natürlich den Atem an und schaute auf den Bildschirm, doch auch hier gab es Entwarnung, keine Veränderungen an den Organen. Sie bekam nochmal etwas zur Beruhigung der Schleimhäute. Wir versprachen, es weiter zu versuchen, sodass Gina wenigstens ein bisschen Nahrung aufnahm, ansonsten würden wir in den nächsten Tagen wieder vorbeikommen.

Doch es war einfach eine unmögliche Aufgabe. Inzwischen pürierte ich ihr das Essen, da es dann für sie leichter zu sein schien, doch selbst dann, wenn sie nur ein paar Bissen aufgeschleckt hatte, schien ihr sofort speiübel zu werden und sie erbrach sich. Es war wirklich ein Elend mit anzusehen, wie sie immer einigermaßen motiviert zum Napf lief, um sich dann gleich danach wieder übergeben zu müssen. Dann verzog sie sich meist ins Schlafzimmer und verschlief die nächsten Stunden auf der Bettseite meines Freundes, ihr neuer Lieblingsplatz.

Inwzischen konnte ich auch nicht mehr richtig essen und schlafen, meine ganzen Gedanken kreisten nur noch um Gina. Wenn ich jedoch um sie weinte, drehte Gina mir demonstrativ den Rücken zu, sie wollte wohl nicht, dass ich wegen ihr traurig war. Sonst hatte sie mich immer mit einem Schnurren getröstet, doch die Trauer um ihre eigene Person verbot sie. Hinzu kam, dass sie in den letzten Tagen einen unbändigen Drang entwickelte, nach draußen zu gehen. Sie stand regelmäßig und ausdauernd vor der Tür. Oft öffnete ich sie ihr dann und sie rannte los Richtung Hofausgang, nur um dann festzustellen, dass dieser verschlossen blieb. Ich konnte und wollte sie einfach nicht mit einer abklingenden Lungenentzündung nach draußen lassen. Außerdem befürchtete ich, dass sie zum Sterben nach draußen wollte, der Trubel schien ihr zu viel zu werden, sie zog sich immer mehr zurück und irgendein Gefühl sagte mir, dass wenn ich sie jetzt raus lassen würde, würde ich sie nie wieder sehen.

Nachdem das mit der Nahrungsaufnahme nicht funktionierte, mussten wir sie Wohl oder Übel wieder zum Tierarzt bringen. Hier sollte sie die nächsten Tage bleiben und über eine Nasensonde zwangsernährt werden. Wieder hieß es Abschied nehmen, von meiner inzwischen ganz knochigen Katze. Die Tierärztin berichtete mir dann telefonisch am Abend, dass Gina sich vehement die Sonde aus der Nase ziehen würde, sie fütterten sie also mit einer kleinen Spritze und über Infusionen. Wir hielten die nächsten 3 Tage telefonisch Kontakt, mir wurde berichtet, dass meine kleine Katzendame ungemein gestresst von der Situation mit den fremden Tieren und Menschen sei und nur nachts aktiv werden würde, ansonsten zog sie sich in die hinterste Ecke ihrer Box zurück. Immer wieder schien sie wohl auch von selbst zu fressen, was ich als ein gutes Zeichen wertete und ich versprach, sie am nächsten Morgen wieder abzuholen.
Auch die Tierärzte schienen sich ihre Essenverweigerung nicht erklären zu können, machte sie sonst doch einen recht fitten Eindruck. In der nächsten Woche vereinbarten wir einen letzten Termin, bei dem nochmals mit Hilfe einer Endoskopie ihr Hals und Magen durchgecheckt werden sollten, ein letzter, verzweifelter Versuch, da mir inzwischen die finanziellen Mittel knapp wurden und sowohl Gina als auch ich körperlich und seelisch am Ende waren. Doch auch bei der Endoskopie war nichts zu finden, alles schien in Ordnung zu sein. Mit den Nachwirkungen der Narkose hatte meine Miez dieses Mal ziemlich zu kämpfen, sie torkelte lange wie betrunken durch die Wohnung. Es war inzwischen das Osterwochenende herangerückt, Gina hatte etwa 1,5 kg durch ihre Erkrankung abgenommen und war nur noch Haut und Knochen. Ich fragte mich, ob ich den richtigen Weg gegangen war, hatte ich wirklich alles versucht? Ich ließ ihr lange Schlafphasen, in denen sie sich erholen konnte, dazwischen bot ich ihr immer Essensbrei an, von dem sie ab und zu tapfer etwas aufschleckte, sich aber genauso häufig erbrach.
In der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag kam dann auf einmal Bewegung in die Katze. Ich hatte ihr ein Eiersoufflée-Katzenfutter angeboten, und schon allein bei dem Geruch sprang sie auf und schnurrte. Sie kam zu mir und schleckte den ganzen Teller leer, bettelte nach mehr. Später kam zwar dann wieder ein kleiner Rückschlag, sie hatte wieder etwas erbrochen, aber dieses Mal mehr Schleim als Essen, der Großteil schien also erstmal im Magen geblieben zu sein.
Ich richtete ihr noch eine Portion für die Nacht und ging das erste Mal seit einem Monat wieder etwas entspannt ins Bett. In der Nacht quietschte es vor der Tür, ich schaute nach Gina und siehe da, sie hatte ihre ganze Portion verdrückt, eine zweite aß sie auch komplett auf, ich weckte meinen Freund und wir umarmten uns voller Glück, Gina durfte natürlich mit ins Bett, wo sie sich an meiner Seite zu einer kleinen schnurrenden Kugel rollte. Jetzt würde endlich alles wieder gut werden...
Am Ostermontag waren wir zum Essen eingeladen, und da Gina wohl auf dem Weg der Besserung war und ich alle Einladungen in den letzten Tagen ausgeschlagen hatte, konnte ich schlecht Nein sagen. Ich ging unter die Dusche und kümmerte mich das erste Mal seit Wochen wieder nur um mich selbst. Als ich mich im Schlafzimmer anziehen wollte, lag Gina noch auf dem Bett, ich streichelte sie kurz und wunderte mich, dass sie nicht schnurrte, kurz darauf verzog sie sich unter dem Bett. Ich nannte sie ein Dummerchen und vermutete, dass sie Angst vor einem weiteren Tierarzttermin hatte. Als ich schließlich fast abfahrbereit war und mir meine Schuhe anzog, kam sie unter dem Bett vor, erst das Köpfchen, dann der Rücken, und dann die Hinterbeine... und dann dieser Anblick, den ich nie vergessen werde, das rechte Beinchen hing in einem komischen Winkel wie ein Fremdkörper an ihr dran, das linke konnte sie nur noch schlecht bewegen.
Auf dem Teppich machte sie erstmal eine Pause, auch sie schien ganz verwirrt zu sein, was da mit ihr geschah.
Immer wieder fragte ich meinen Freund mit schriller Stimme, was denn mit Gina sei, er versuchte mich zu beruhigen und meinte, dass sie sich vielleicht nur vertreten habe... Er fasste an ihr Beinchen und verschwieg mir, dass es zu diesem Zeitpunkt schon eiskalt war. Ich rief natürlich sofort bei der Tierklinik an und wir wurden gebeten, uns sofort auf den Weg zu machen.
Im Auto saß Gina ganz still in ihrer Kiste und schaute in den Himmel, sie schien sich bewusst zu sein, dass sie ihn das letzte Mal sah.
Der Tierarzt prüfte Gina auf irgendwelche Reflexe in den Beinen, doch da war nichts mehr vorhanden, inzwischen fauchte sie in regelmäßigen Abständen, die Thrombose schien ihr Schmerzen zu bereiten. Uns wurde klar gemacht, dass es nun an der Zeit sei, eine Entscheidung zu treffen, und dass es ihm unmöglich sei, in Ginas Zustand noch irgendetwas für sie zu tun. Man gab uns Zeit, uns von ihr zu verabschieden, meine arme Miez zitterte inzwischen am ganzen Körper, was mit ihren Beinchen los war, schien ihr genauso Angst zu machen, wie mir.
Ich beruhigte sie, sagte ihr, was für eine tolle Katze sie gewesen sei, wie sehr ich sie liebte, und dass sie dort, wo sie hingehen würde, bitte auf mich warten sollte... Mein Freund rief dann den Tierarzt, ich hatte Gina auf meinem Schoß, und er verabreichte ihr die Spritze. Als das Mittel wirkte, bäumte sie sich nochmal auf, blickte mir ungläubig in die Augen, wie als würde es sie überraschen, dass jetzt alles vorbei sein sollte, dann rollte sie sich in ihrer Schlafposition zusammen und schlief für immer ein...
Draußen begannen die Osterglocken zu läuten und ich streichelte und küsste sie so lange, bis ihr Körper kalt wurde.
Der Tierarzt bestätigte noch einmal ihren Tod und ließ uns ein letztes Mal Abschied nehmen. Es fiel mir so schwer, sie dort auf dem kalten Stahltisch liegen zu lassen, fast sah es aus, als würde sie nur schlafen und ich konnte mein Katzenkind doch nicht dort einfach alleine lassen...

Zu Hause räumten wir sofort alle Dinge, die mit ihr zu tun hatten, weg, das war mein Wunsch gewesen und mein Freund half mir in aller Stille dabei. Gina sollte außerdem verbrannt und auf einem Feld verstreut werden...




Und jetzt sitze ich hier, die Tränen laufen mir über das Gesicht, ich denke jeden Tag an die Katze, die mir so viel gegeben hat und die mir so viel bedeutete. Oft habe ich mir in den letzten Monaten den Vorwurf gemacht, vielleicht etwas falsch entschieden zu haben oder doch nicht alles getan zu haben. Wahrscheinlich war es aber einfach dieser beschissene Krebs, der am Ende meine tapfere Katze besiegt hat.

Sie fehlt mir jeden Tag und oft sehe ich sie noch vor mir, wenn ich in das Schlafzimmer gehe, wie sie dort wie ein kleines pelziges Croissant zusammengerollt auf dem Bett zusammengerollt lag, oder wie sie jeden Abend mit mir zusammen in der Küche gekocht hat.

Ich danke dir Gina, für die 5 Jahre, die du mit mir zusammen gegangen bist, und verzeih mir die kleinen Fehler, die ich gemacht habe. Ich werde dich niemals vergessen und warte bitte da auf mich, wo du jetzt bist, auf dass wir dann wieder zusammen sein können.

- Ende -
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #54
Jetzt sitze ich hier und weine obwohl ich ja genau wusste das es kein Happy end gibt.

Mache es gut kleine Gina pass auf deine Dosis vom Regenbogenland auf.

Liebe Grüße Sina
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #55
Vielen Dank Sina für deine lieben Worte und auch dafür, dass du hier immer so fleißig mitgelesen hast.

Es ist etwas komisch, vor einem Katzen-Forum zu sitzen, wenn man eigentlich gar keine Katze mehr hat... Aber es gibt auch eine gute Nachricht: wir haben geplant, dass Anfang Oktober zwei neue Fellnasen aus dem Tierheim bei uns einziehen dürfen.

LG, Judith
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #56
Judith deine Geschichte geht mir zu Herzen und ich bin manchmal so ein Gefühldussel:-? Und außerdem bewundere ich was du gemacht hast.

Aber ich hibbel auch gerne mit. Und außerdem wohne ich ja auch in Bawü


LG Sina
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #57
In jedem deiner Worte ließt man, wie sehr du deinen kleinen Wildfang liebst. Sie wird immer bei dir sein und ein Auge auf dich haben.
Danke das du uns hast teilhaben lassen.

Und ich finde es sehr schön, dass bald 2 neue Fellpopos bei euch einziehen.
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #58
Oh wie traurig, bei mir laufen die Tränen... :-(

Oft habe ich mir in den letzten Monaten den Vorwurf gemacht, vielleicht etwas falsch entschieden zu haben oder doch nicht alles getan zu haben.

Bitte mach das nicht mehr. Du hast dich so gut gekümmert, hast alles menschenmögliche gemacht, hast sie geliebt, hast sie in deinem Herzen. Ich bin so sicher, dass sie das alles gespürt hat und glücklich bei dir war!


Wie schön dass es bald Zuwachs gibt!
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #59
Oh wie traurig, bei mir laufen die Tränen... :-(



Bitte mach das nicht mehr. Du hast dich so gut gekümmert, hast alles menschenmögliche gemacht, hast sie geliebt, hast sie in deinem Herzen. Ich bin so sicher, dass sie das alles gespürt hat und glücklich bei dir war!


Wie schön dass es bald Zuwachs gibt!

Ja, das ist mir anfangs sehr schwer gefallen. Gina war das erste Tier, dass ich bewusst bis zu ihrer letzten Stunde begleitet habe, und wenn man sieht, wie die geliebte Fellnase immer mehr leidet, nur noch Haut und Knochen ist und man kann absolut NICHTS dagegen tun, dann fühlt man sich einfach so hilflos.

Inzwischen mache ich mir diese Gedanken nicht mehr, oder nur noch sehr selten, auch wenn ich jeden Tag noch an sie denke, doch dann meist an die lustigen und schönen Momente, gerade jetzt, abends beim Fußball-Schauen, fehlt sie doch sehr auf dem Sofa, wenn sie ihren Lieblingsplatz irgendwo da gesucht hat, wo es immer am unbequemsten für uns Dosenöffner war. Aber Gina thronte dann wie eine Königin zwischen oder auf uns. :)

LG Judith
 
  • Gina, der Wildfang Beitrag #60
Es ist sehr wichtig, sich an die schönen und lustigen Momente zu erinnern. Man soll seine Liebline so in Erinnerung behalten und nicht nur an das denken, wie es ihr dann ging und was passiert ist.
Du bist auf einem guten Weg!
 
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Gina, der Wildfang

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