Guten Morgen, heute mal nach langer Zeit ein Update von uns:
Findus hat ja nun über einen Monat Zykene bekommen und zusätzlich habe ich mich bemüht, jeden Tag wirklich viel mit den Katzen zu machen, um Langeweile zu reduzieren.
Nun ja, nach anfänglichem Enthusiasmus - mit mäßigem Erfolg. Ich finde, dass sich Findus Verhalten verbessert hat. Er ist aufgeschlossener, weniger ängstlich und lässt sich besser (immer noch nicht gut) aufs Spielen ein. Die "Übergriffe" Holly gegenüber finden immer noch statt, allerdings weniger häufig, was ja auch schon mal was ist.
Neues Problem: Der andere Kater, Xaver, und Holly haben sich immer gut verstanden und gespielt, auch raufen war kein Problem. In letzter Zeit ist Xaver aber megalästig und pfeift auf Hollys Drohungen, weshalb es zwischen den beiden auch häufiger zu Streitereien kommt. Es ist genau dasselbe Spiel wie bei Findus: Starren, überwältigen, beißen (ins Genick oder Hals). Nur eben lange nicht so fest, wie Findus es macht.
Eines weiß ich nun: es ist eindeutig Langeweile. Findus ist ein normal aktiver Kater würde ich sagen, der am liebsten rauft oder durch die Gegend flitzt. Gehirnjogging findet er öde, mich im Bezug auf Spielen auch. Holly ist eine normal aktive Katze, die am liebsten in meiner Nähe ist und kuschelt, sie lässt sich aber auf jede Art des Spiels mit mir ein und ist dann wahnsinnig ausdauernd und motiviert. Andere Katzen braucht sie dabei gar nicht. Xaver ist irgendwie... faul geworden. Der Typ kann einen ganzen Tag nur schlafen, spielt dann 10 Minuten bei mittlerer Intensität mit dem Federwedel und schläft während der letzten Pfotenhiebe wieder ein. Fairerweise muss man dazu sagen, dass wir seinen Katzenschnupfen nicht ganz weg bekommen und er von verstopfter Nase, usw. oft geschlaucht ist.
Ich habe also zwei Kater, die zwar gerne miteinander raufen, die aber meistens getrennt voneinander existieren (Xaver schläft meistens, wenn er mal wach ist, ist sicher Findus am Pennen) und eine Katze, die immer wach ist (weil sie die ganze Nacht bei mir im Bett schläft) und als Boxsack für die zwei herhält.
Eine Lösung habe ich immer noch nicht. Ich spiele wirklich viel mit den dreien, ich versuche ständig neue Spiele, bringe spannende Dinge von draußen mit nach Hause und ich lasse sie kaum noch alleine - wirklich nur die 8 Stunden Arbeit pro Tag und das ganze Wochenende bleibe ich zuhause. Was öde ist. Weil ich alleine wohne :roll: Mehr geht kaum, ich bin kein 24 h Entertainment Programm für Stubentiger. Ich habe sogar eine Überwachungskamera zu Weihnachten bekommen, damit ich sehe, was die Katzen machen, wenn ich weg bin. Muss erst installiert werden. ;-)
Ich habe überlegt, ob noch ein Kater helfen könnte, aber das habe ich wieder verworfen. Ich kann ja nun nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag Katzen aufstocken, nur weil ich keinen Ausweg sehe.
Meine Hoffnung setzte ich in ein altes Bauernhaus, das meine Eltern vor Jahren gekauft haben und das sie nun renovieren möchten. Es liegt in Einzellage vor einem Wald in einer traumhaften Landschaft. Durch die schlauchartige Aufteilung des Hauses könnte ich den hintersten Raum wieder als Katzenzimmer einrichten. Das Tolle ist, das das Zimmer eine Türe nach draußen hat und man quasi die ganze Hauslänge entlang einen Freilauf einrichten könnte. Der wäre riiiiiiesig. Ich könnte mit meinen Katzen im Sommer die Sonne auf der Terrasse genießen und sie könnten sich im Gras wälzen und Ameisen fangen. Haaaach, träumen muss erlaubt sein. :mrgreen:
Nur habe ich keine Ahnung wie lange die Renovierung dauern wird, das kann auch noch Jahre dauern. Und dann weiß ich natürlich nicht, wie viel Miete meine Eltern verlangen werden, weil das natürlich auf die Renovierungssumme ankommt (sie möchten die Finanzierung mit Mieteinnahmen neutralisieren). Also eine sehr vage Hoffnung.. :-|
Dann bleibt eigentlich nur noch das Akzeptieren. Sich eingestehen, dass es immer wieder Raufereien geben wird und dass Holly immer ein geplagteres Leben haben wird, als die anderen beiden. Was nicht schön ist, was sie aber auch nicht umbringt und (bis jetzt) keine psychischen Veränderungen bedeutet. Bei dem Punkt bin ich aber noch nicht. Es muss noch etwas geben, es gibt immer was. Ein Catwalk ist der nächste Punkt auf meiner "Es-wird-besser"-Liste, Hauptsache es kommt keine Langeweile auf. Bretter sind gekauft, Anti-Rutsch Dings auch, los geht's ;-)