Warum zwingend kastrieren?

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  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #1
A

AtreVido

Gast
Also, wir haben 2 Kater. Beide mittlerweile 9 Monate alt, (noch) potent und sind verspielte, sanfte Tiere. Beide verstehen sich super und riechen nicht übel oder markieren. Es sind reine Wohnungskatzen und eine Vermehrung ist ausgeschlossen.

Es steht für mich außer Frage, dass Freigänger kastriert werden müssen. Katzen die zur Dauerrolligkeit neigen und Katzengruppen in denen es Stress gibt, sind für mich auch Gründe pro Kastration.

Aber warum sollte in unserem Fall kastriert werden?

Ich möchte euch darum bitten, sachlich zu kommunizieren. Mich interessieren wirklich ernsthafte Argumentationen, kein du musst sofort kastrieren. Auch ein sie könnten ja noch markieren, zählt für mich nicht. Erstens wäre das allein mein bzw. unser Problem und nur wegen einem "vielleicht und könnte", möchte ich meinem Tier keine gesunden Organe entnehmen.

Außerdem interessiert mich, ob es hier jemanden gibt der einen oder mehrere ältere potente Kater hält. Wie läuft es bei euch?
Da das ein sehr emotionales Thema ist und jemand befürchtet sofort wieder Anfeindungen gegenüber zu stehen, gern auch per PN.

Vielen Dank!
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #2
Hey.

Durch den dauerhaften Trieb sich fortzupflanzen, ist das Stresslevel bei potenten Tieren meist erhöht. Die Tiere wollen sich fortpflanzen und können es nicht.
Das führt vermehrt zu Stress untereinander, Rangordnungsstreitigkeiten bis hin zu Revierkämpfen, die böse enden können.
Naja und das mit dem markieren. Klar ist das euer Problem, aber ich kann euch nur raten es nicht soweit kommen zu lassen. Es stinkt bestialisch und manchmal legt ein Kater dieses Verhalten auch nach einer Kastration nicht mehr ab. So wie der Kater meiner Mama. Uns wurde geraten ihn kastrieren zu lassen wenn er anfängt zu markieren. Leider tut er das bis heute immer mal wieder, gerade im Eingangsbereich.
Dazu kommt der "Gesang". Potente Tiere rufen nach einem paarungsbereiten Partner. Das ist sehr laut und kann sehr ausdauernd sein. Nachbarschaftsstreit ist da wahrscheinlich vorprogrammiert.
Außerdem kann es sein das die Tiere dann vermehrt versuchen auszubrechen um sich zu paaren. Und was passiert wenn sie es wirklich mal aus der Wohnung schaffen? Aus welchen Gründen auch immer. Dann laufen sie unkastriert draußen rum und sorgen für unerwünschten Nachwuchs.

Kurzum: kastrierten Tieren geht es einfach besser weil dieser Hormonstress wegfällt.

LG Pia
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #3
Guten Morgen.,

deine beiden sind halbwüchsige noch und vermutlich noch nicht potent. Bei Züchterfreunden ging auch alles gut bis zu 1 1/2 jahren, beide Kater liefen in der Gruppe, wuchsen zusammen auf. Bis es eskalierte, wären die Züchter nicht daheim gewesen, hätte das lebensgefährlich enden können.

Im seltesten Fall werden 2 Kater die potent sind, über Jahre hinweg friedlich zusammen leben. Was das makieren betrifft, abwarten. Manche markieren später nur ins Klo, andere gar nicht. Trotzdem riecht man potente Kater, auch wenn sie nicht markieren. Bacardy wurde mit 2 Jahren kastriert, er hat nicht markiert, aber gerochen hab ichs dennoch. Wenn auch nicht so brutal wie bei markierenden Katern.

Festegestellt habe ich aber, kastrierte sind viel schöner. Bacardy war ein Maine Coon und bis zu 2 Jahren mit 6,5 kg und ganz kurzem fettigem Fell. Als Kastrat mit ganz viel Fell, nicht mehr so fettig/struppig und mit 8 kg Gewicht. Er war als Kastrat ein Traum, als potenter nicht mal halb so schön.

lg Juli
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #4
Wenn der Urin noch nicht "riecht" sind sie vermutlich auch noch nicht potent.
Ich hatte gerade einen frisch kastrierten Streuner bei mir im Auto und zum Aufwachen zuhause. Das Badezimmer stank drei Tage nach unkastriertem Kater.... grausam.
Auch im Tierheim konnte man immer schon vor der Quarantäneabteilung riechen das ein unkastrierter dort saß.
Mehr als unschön.
Wenn ihr alleine , ohne Nachbarn wohnt mag das auf die Dauer eurer Problem sein, richtig.
trotzdem bleibt das Problem das es irgendwann zu massiven Streitigkeiten zwischen den beiden Katern führen kann und sei es nur weil sie im Frühling durch ein geöffnetes Fenster eine rollige Katze riechen können und sich deswegen in die Haare bekommen.
Wenn ihr dann für die restlichen 20 Jahre trennen müsst oder sogar einen abgeben , werdet ihre euch das nie verzeihen.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #5
Ich kann Deinen Widerwillen gegen die Kastration sehr gut verstehen. Als mir Katzi zugelaufen war, war sie eine neun Jahre alte potente Katzendame. Die Vorstellung, ihr gesunde Organe herausschneiden, sie also verstümmeln zu lassen, war mir ein Graus. Obwohl ich wußte, dass bei Kätzinnen Gesundheitsprobleme auftreten können, wenn sie dauerhaft unkastriert und ungedeckt sind, habe ich die Kastra hinausgeschoben. Das änderte sich, als sie anfing zu markieren. Wenn Du jetzt so schreibst, das sei Dein Problem, hast Du damit zwar völlig Recht. Aber ich vermute stark, dass Du nicht weißt, was damit auf Dich zukommt, denn sonst würdest Du das nicht so leichthin sagen. Nicht umsonst gibt es Katerhosen für potente Kater, die in der Wohung gehalten werden, weil es sonst kaum tragbar ist.

Jedenfalls habe ich Katzi dann doch kastrieren lassen und mich unendlich schlecht gefühlt, nachdem ich sie in der Praxis abgegeben habe: Was tue ich dem Tier nur an, Bauch aufschneiden aus niedrigen Beweggründen?! Und was soll ich sagen - inzwischen bin ich mir sicher, dass es eine Erlösung war für sie. Ich habe nun eine fröhliche, ausgeglichene, teilweise übermütige Katze, die nun nicht mehr von einem heftigen Trieb gebeutelt wird, der für den Rest des Lebens unerfüllt geblieben wäre. Das ist auch kein Spaß für die Tiere, ganz und gar nicht. Die Op ist längst vergessen und ihre Eierstöcke vermisst sie garantiert nicht. Und, ach ja, Glück gehabt, sie hat bis heute nie wieder markiert.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #6
Hallo,

vorab, ich kann es nicht beurteilen, da ich nie einen potenten Kater hatte (und auch nie haben werde).

Man sagt, kastrierte Kater sind verschmuster als potente.

Ich kann nur sagen, daß mein kastrierter Kater extremst verschmust ist.

LG
Rea
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #7
Unser Neuzugang fing an zu riechen und wurde daraufhin umgehend kastriert. Da war er gerade 3 Wochen bei uns.

Nun ist er seit 2 Wochen kastriert, riecht immer noch nach Kater was das Kuscheln schon zur Herausforderung macht und ich bin froh, es machen lassen zu haben (richtiges Deutsch?). Der Geruch lässt zwar nach und war nicht stark, es reichte aber aus.

Abgesehen vom stress. Dauerhaft "Druck auf den E...." ist für keinen kerl angenehm. Du läufst Gefahr, dass deine Jungs dir abhauen, wenn sie ein williges Mädel riechen. Und da werden sie erfinderisch.
Wenn sie nicht abhauen können, sehen sie keine Risiken mehr. Das Durchbeißen von Netzen, der Versuch ein Fenster zu öffnen inkl Dichtung zerfetzen, ein unachtsam er Sprung vom Schrank... Es ist einfach gefährlich.

Ich hatte mal ein potentes Pflegi und der stress ging auf jeden im Umfeld über. Glaub mir, das willst du nicht.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #8
Vielen Dank für die sachlichen Antworten :)

Ich weiß Katzen und Hund sind nicht 100%ig zu vergleichen. Aber genau die hier genannten Gründe wurden mir damals auch bei meinem Rüden hoch und runter gebeten (Abgesehen vom Markieren im Wohnraum). Artgenossenunverträglichkeit speziell anderen Rüden gegenüber, so Triebstark, dass er ständig versuchen wird abzuhauen und läufige Hündinnen hinterhergeht usw. Ich habe mich damals gegen die Kastration ohen medizineschen Grund entschieden. Und im Nachhinein zurecht - trotz dickköpfigen 55kg war er mit allem und jeden verträglich, ich konnte mit ihm problemlos an läufigen Hündinnen vorbei, er hat bei läufigen Hündinnen immer noch gehört und hat nicht versucht aus dem Garten zu türmen. Später musste ich ihn aus gesundheitlichen Gründen (starke Prostataprobleme) kastrieren lassen und habe es trotz der gesundheitlichen Probleme sein Leben lang bereut. Denn das hat zu größeren Problemen geführt, als vorher mit der Prostata hatte.
Ja es geht um Katzen! Aber mein Fazit daraus war, dass Stress, Unverträglichkeit und Geschlechtstrieb definitiv eine Charakterfrage ist. So wie nicht jeder Hund dermaßen ausartet (was natürlich trotzdem auch passieren kann), wird es meiner Meinung nach sicher auch nicht jede Katze bzw. Kater. Und Kastration kann sehr wohl sehr negative Folgen nach sich ziehen.
Aus diesem Grund möchte ich sie eben nur wenn nötig durchführen.

Kurzum: kastrierten Tieren geht es einfach besser weil dieser Hormonstress wegfällt.

Und das als Pauschalaussage finde ich eben falsch. Auch wenn das auf bestimmte Tiere ganz sicher zutrifft!


Vielleicht sind unsere beiden wirklich noch nicht geschlechtsreif. Wobei ich das für ein wenig unwahrscheinlich (nicht unmöglich) halte, dass ausgerechnet zwei nicht miteinander verwandte, aber zusammen lebende Kater Spätentwickler sind.


@Canix
Die von dir angesprochene Eskalation, war die von einen Tag auf den nächsten da? Oder war das nicht ein eher schleichender Prozess? Vielleicht ist das in einer größeren Katzengruppe auch schwer zu beobachten. Aber bevor sich unsere beiden wirklich stark in die Haare bekommen, würde ich schon kastrieren. Aber es gibt wirklich gar keinen Stress zwischen den beiden.

Und sorry, aber ich entferne keine gesunden Organe eines Tieres, damit ich es danach optisch ansprechender finde!


@IsiBerlin
Bei Katzen und Dauerrolligkeit glaube ich auch sofort, dass es eine Erleichterung ist, sie zu kastrieren. Das bringt die Domestizierung nun leider mit sich. Und ich freue mich, dass es deiner Katzi nun besser geht. Aber das trifft ja bei Katern nicht zu.


@Stulle
Wie oben schon geschrieben denke ich nicht, dass jedes Lebewesen diesen Leidensdruck hat nicht zu können. Die wird es geben, auch manche Menschen haben diesen nicht ;-) Und der Rest den du beschreibst kommt doch auch nicht von jetzt auf gleich, oder? Gestern noch in sich ruhend und verspielt, rastet er morgen aus und versucht Löcher ins Mauerwerk zu beißen um zu den rolligen Katzen zu kommen? :lol: Sorry, aber da wird uns doch Zeit zum Eingreifen bleiben, wenn so ein Verhalten losgeht, oder nicht?


Dass sie verschmuster werden ist genauso wenig ein ethisch vertretbares Argument, wie dass sie dann schöner werden. Mag ein netter Nebeneffekt sein, rechtfertigt aber keine Entnahme gesunder Organe. Die haben schon ihren Grund und dienen auch nicht ausschließlich der Fortpflanzung. Lässt sich doch auch kein Mensch die Milz oder den Blinddarm einfach so entfernen, weil man ohne Leben kann...
Zum Markieren nochmal kurz. Ich meinte es mit das ist mein Problem insofern, dass das kein Grund fürs Tier ist. Also das Tier wird unter dem Markieren nicht leiden, sondern ich. Wahrscheinlich doof ausgedrückt. Und nein das möchte ich nicht. Unter diesen Umständen würde ich schweren Herzens auch kastrieren.

Also ich möchte nochmal klar stellen, ich bin nicht per se gegen Kastration. Aber ich brauche einen Grund dazu, mit dem ich die Entnahme von Organen (für mich persönlich zumindest) rechtfertigen kann. Ich denke immer, vielleicht übersehe ich irgendetwas weil es so vehement von jeder Seite nicht nur empfohlen wird, sondern man wird schon fast verurteilt (besonders in diesem Forum), wenn man sich die "Frechheit" erlaubt ein unkastriertes Tier zu halten. Finde ich einfach falsch und schade, ohne sich die individuelle Situation anzuschauen.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #9
Mein Bruno war bis etwas 2 Jahren potent, er war Zuchtkater.
Er wurde dann kastriert - und zwar nicht weil er "fertig war" oder markiert hat, nein, seine Hormone haben ihn so gestresst das er vor lauter "wollen" nicht mehr richtig gefressen hat und nur noch auf die Mädels fixiert war.
Er lebte auch mit einem anderen potenten Kater zusammen, das geht wenn beide sich verstehen, aber drauf ankommen lassen würd ich das nicht. Und der Geruch :???:

Jetzt lebt er mit drei anderen Kastraten zusammen (nur Bruno war potent vor der Kastra, die andern sind frühkastriert) und er ist ein total entspannter, verschmuster Kater der sicher nicht traurig darum ist keine Eier mehr zu haben ;)
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #10
Was sind denn die negativen Folgen die eine Kastration nach sich ziehen kann? Außer der OP selber .

Mir persönlich wären das Risiko das doch einer anfängt zu markieren und nicht wieder aufhört, wie auch die Tatsache das sie sich irgendwann vielleicht deshalb nicht mehr verstehen Grund genug das Risiko nicht einzugehen.
Denn eine permanent zugepisste Wohnung ist etwas was einem das gesamte Wohlfühlen Zuhause versauen kann. Frag mal die Leute hier die unsaubere Katzen haben, was die für einen Stresspegel haben.
Die Gegenfrage kann man ja auch stellen. Was haben die Kater an Vorteilen wenn sie potent bleiben?
Und was würde dem Tier persönlich fehlen in seinem Alltag wenn es kastriert ist .
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #11
Hi,

die Optik ist das eine, aber meinst du nicht, wenn sie optisch so viel schöner sind, das es einen Grund hat? Bacardy sah einem Straßenkater ohne Zuhause viel ähnlicher und er war einfach zu dünn. Es war Stress bei ihm, auch ohne das er ein rolliges Mädel hatte.

Hab dir 2 Bilder mit angehangen, na wenn man darüber einfach so hinwegsehen kann wie er im März aussah zur Kastra, bitte. Ich persönlich liebe meine Katzen schon wenn sie nicht zu dünn sind. (das nachher Bild war August darauf)

Schleichender Prozess ja das kann auch sein, muss aber nicht. Fraglich auch ob man als Besitzer diese schleichenden Prozess erkennt.

lg Juli
 

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  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #12
Naja ich würde schon sagen den Hormonstress haben alle, einige sicher weniger, einige mehr, aber alle wollen sich fortpflanzen können es aber nicht. Nur zeigen sie es nicht bzw zeigen sie es nicht alle durchs selbe verhalten.

Ich würde schon allein aus dem Grund kastrieren, damit sie dann in keinster Weise für Nachwuchs sorgen können. Es ist schnell passiert das ein Tier aus der Wohnungstür nach draußen flitzt. Bei meiner Stiefmutter gab es sogar mal den Blöden Zufall das ihre Katze ihr an der Wohnungstür durch die beine geschossen ist und im Hausflur nach unten raste. Genau in dem Moment kam eine Nachbarin zur Haustür rein. Der einzige Grund, der die Katze daran hinderte raus zu laufen, waren die 3 großen Hunde die gerade mit durch die Tür rein kamen. Katze änderte dann lieber die Richtung um 180grad und düste wieder nach oben. :mrgreen:
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #13
Es passiert meist wirklich von jetzt auf gleich.

Mir hat damals niemand Stulle kastriert weil es immer fadenscheinige ausreden gab. Sie ging von einen auf den anderen Tag DURCH das drahtverstärkte Balkonnetz, markierte die Bude und war gestresst. Ebenso gestresst wie ein Kater ist dessen Markierungen entfernt und von ihm somit erneuert werden müssen. Also ja, auch Kater sind von ihrem Markieren gestresst.

Was sagt denn dein Tierarzt dazu?
 
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  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #14
Ich erinnere mich da an den Kater meiner Tante. Ist schon ewig her, damals war ich so um die 10 Jahre jung.
Unkastriert, Wohnungkater, zwar super lieb und hat auch nicht markiert, soweit ich weiß. Aaaaber....der Trieb war da. Der hat echt alles bestiegen. Mal eben ne Mütze auf die Eckbank gelegt, Kater war am rammeln. Stofftiere, die im Kinderzimmer lagen, Klamotten, Handtücher....einfach alles wurde bestiegen. Wenn man in das Haus kam....puh....Gestank nach Katerpipi. das Klo wurde wirklich sauber gehalten, aber es hat trotzdem gestunken wie die Pest. Er war kein Freigänger, ist dann aber mal entwischt und wurd nie wieder gesehen.

Ob der Trieb sich nun langsam entwickelt und von heut auf morgen kommt, weiß ich nicht. Aber der kommt...das liegt halt in der Natur von potenten Tieren.
Hund und Katze kann man da nicht vergleichen. Der Schäferhund meiner Mutter ging auch ohne Leine "bei Fuß" an läufigen Hündinnen vorbei. Später meine Hunde, zwei Rüden "Schäferhund-Mix und Husky-Mix) konnte ich auch ohne Leine und ohne Probleme von läufigen Hündinnen wegbekommen. Ich denke, beim Hund ist es auch Erziehungssache. Der Trieb ist da, logisch. Aber wenn der Rudelführer, also der Mensch, eine Vermehrung nicht erlaubt, sollte der Hund sich daran halten. Bei der Katze bin ich aber nicht der Rudelsführer. Egal wie gut das Tier "erzogen" ist, so wie ein Hund reagiert eine Katze halt nicht. Kommt dann der Trieb und vielleicht noch der Duft einer Potenten Kätzin, dann ist es vorbei mit "ich bleibe bei meinem Menschen". Dann ist im Kopf nur noch eins.... "ich muß mich vermehren". da ist so ein Kater schneller entwischt als man gucken kann.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #15
Ich bin jetzt nicht unbedingt ein Hundespezialist, aber du kannst Hund und Katze wirklich nicht miteinander vergleichen.

Ein Hund ist ein Rudeltier, dass sich dem "Boss" unterordnet und ggf. seine Triebe unterdrücken muss und kann.

Bei Katzen ist das anders. Nicht ohne Grund wird immer wieder gesagt, Katzen wären Einzelgänger.
Auch wenn nur bedingt etwas an dieser Aussage dran ist.
Katzen leben normalerweise nicht im Rudel und ordnen sich nicht so deutlich einem Stärkeren unter wie Hunde.
Männliche unkastrierte Kater haben ein großes Revier, dass sie täglich ablaufen. Unkastrierte Kater sind im Freigang sehr gefährdet, weil sie ohne Rücksicht auf Verluste ihrem Trieb nachgehen. Daher hier auch die Berichte über ihren großen Freiheitsdrang.
Und da es so etwas wie eine ausgeprägte Rangordnung bei Katzen nicht gibt, sondern diese im Grunde jeden Tag oder gar bei jeder Situation neu ausgehandelt wird, ergibt sich zwischen potenten Tieren häufig Stress.

Um den Tieren diesen Stress und auch den Stress des Verpaarungsdrucks zu nehmen, tut man gut daran, sie kastrieren zu lassen.
Das Markieren einmal außen vor gelassen.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #16
Als wir damals Schnitzel übernommen haben lief er als Wildling draußen in unserem damaligen Garten. Noch relativ jung (ca. 1.5) und unkastriert, aber definitiv schon potent. Wir haben ihn dann, sobald wir ihn mal richtig zufassen bekamen, eingefangen und kastrieren lassen.

Bis dahin waren bereits folgende Dinge passiert:
1. Er hat draussen eine unkastrierte Katzendame gefunden, diese zog mit im Schuppen ein und wir hatten plötzlich 7 Katzen insgesamt.
2. Er hat markiert und dieses auch bis heute nicht gänzlich wieder eingestellt. Er hat wirklich ALLES markierend angepinkelt. Auch meinen Mann und mich mehrfach !!! (Ja, ich weiß ;-) ist dann dein Problem :mrgreen:). Bis heute müssen wir sehr genau aufpassen, was wir wohin zuhause stellen.
3. Er hatte immer wieder Verletzungen von Kämpfen mit anderen Katern, zum Teil schwere Bissverletzungen. Und auch uns gegenüber war er anfangs sehr aggressiv.

Nun kannst Du sicherlich sagen: Meine gehen ja nicht in den Freigang, das kann mir so nicht passieren. Aber Du hast mit 2 potenten Katern auch 2 potentielle Revierhalter zuhause, die sich nicht aus dem Weg gehen können. Und da wäre aus meiner Sicht Ärger vorprogrammiert. Zu sagen, das Markieren ist dann halt dein Problem ist leicht gesagt, solange Du noch nicht mit 2 Katern zusammenlebst, die dir u.U. alles, aber wirklich alles anpinkeln: Den Brotkorb, die Küchenarbeitsplatte, dein Bett, den Schrank (wenn Du vergessen hast die Tür zu schließen: In den Schrank auf die frischgewaschenen Sachen), Türen, Wände, Sofa, Schuhe (ganz besonders beliebt), Schaffell, den Gemüsekorb, das eigene Trinkwasser (!), Stereoanlage, Fernsehschrank, Sat-Receiver, Werkzeug. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, was bei uns in den letzten Jahren so alles schonmal nass war und bei uns ist es nur einer ;-) und wenigstens kastriert, sodass der Geruch nicht ganz so schlimm ist.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #17
Am schlimmsten fand ich ja, dass ich markiert wurde. Gefolgt von Wänden, denn die bekommt man auch mit Enzymreiniger und co nicht mehr entstunken, da muss man sanieren.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #19
Versteht mich wirklich nicht falsch, ich will wirklich nicht stänkern!

Alle bisher aufgezählten Argumente für die Kastration sind rein hypothetisch. Ich fasse mal die Punkte zusammen:

- Markieren
- Revierkämpfe
- starke Sexualtriebe
- Fluchtversuche um zu rolligen Katzen zu gelangen
- durch die oberen Punkte Stress für die Tiere

- Katergesang
- schlechtes Fell
- starker Katergeruch
- weniger Kuscheln
- Besteigen von Personen

Habe ich etwas vergessen?

Lieben Dank (und das meine ich nicht ironisch), ihr habt mir damit sehr geholfen zu einer Entscheidung zu kommen. Unsere beiden bleiben so lange unkastriert, bis eins der fett markierten Dinge eintritt. Dann sehe ich eine Notwendigkeit. Beim letzten Punkt bin ich etwas unsicher, vielleicht bekommt man das aberzogen. Wobei ich nicht denke, dass dieser Punkt unabhängig von anderen Problemen eintreten wird.


Zur Vollständigkeit möchte ich auf einige Fragen/Anregungen noch kurz Bezug nehmen.

@Paule
Bei meinem Rüden war es ganz extrem der Rückgang der Muskulatur, aufgrund von Testosteronmangel. Er war wirklich ein Extremfall, aber unsere Physiotherapeutin (für den Hund) beobachtete dies bei nahezu allen kastrierten Rüden bei sich in der Praxis. Wer die Rasse Cane Corso kennt weiß, dass das sehr muskulöse Tiere sind und die auch diese Muskulatur brauchen, um ihr Gewicht tragen zu können. Von 55kg ist er auf 47kg runter, was nur fehlende Muskelmasse war. Er war insgesamt sehr krank vom Bewegungsapparat. Aber das gab ihm wirklich den Rest und ohne Physio wäre es das damals gewesen. Mit 2-3x die Woche Physio (knapp 400€ jeden Monat) konnten wir dann wenigstens einen kleinen Teil aufrecht erhalten, damit er halbwegs beschwerdefrei leben konnte. Nie wieder, ohne Grund!
Sexualhormone haben nicht sexualspezifische Wirkungen. Einfach mal kurz Google befragen, das spielt noch bei einigen "Körperfunktionen" mit rein. Nur weil der Körper auch ohne auskommt, heißt das noch langen nicht, dass es erstrebenswert ist.

@Canix
Ich finde das Thema Optik schwierig zu beurteilen, weil es oft auch eine Geschmackssache ist. Ich finde Bacardy auf dem ersten Bild z.B. viel hübscher. Lediglich der Schwanz sieht etwas abgefressen aus.
Aber ich bin generell kein Freund von solchen Haarmonstern (gehört Bacardy nicht dazu), daher bin ich wohl voreingenommen. Zu dünn finde ich ihn auf dem Bild nicht, sondern normal schlank. Beim zweiten Bild könnte er sogar die gleich Figur haben, sieht man nur unter dem Fell nicht.
Und diese Veränderung heißt explizit Kastratenfell. Dass der Mensch, dies schöner findet ist ja in Ordnung. Aber normalerweise kommt dies in der Natur nicht vor. Übrigens eine Begleiterscheinung von Hormonmangel nicht (bis auf Ausnahmen) wegen endlich fehlenden Stress'. Einfach mal kurz Google anwerfen.

@Puschel_92
Wie kannst du das beurteilen? Beim Menschen gibt es auch A-Sexuelle, warum nicht im Tierreich? Ich denke auch nicht jeder Mensch leidet unter "Hormonstress", nur weil er nicht zum Zug kommt. Ist aber nur meine persönliche Meinung.

@Stulle
Unsere Tierärztin macht es so, wie es der Besitzer mag. Wenn ich kastrieren möchte, kastriert sie sie. Wenn nicht, dann nicht. Eigentlich war/ist seit Wochen für nächsten Dienstag der Termin zur Kastra. Weil es da zeitlich gerade gut passt und ich sie danach einige Tage vermehrt unter Beobachtung haben kann. Da bin ich aber von ausgegangen, dass es bis dahin auch irgendwelche Probleme gibt, die eine Kastra rechtfertigen. Aber nix, hier ist entspanntes Friede-Freude-Eierkuchen, weswegen ich den Termin absagen werde.


Nochmal kurz zum Hund. Auch nicht jeder Typ Hund ist da ich ordne mich unter. Was im übrigen auch längst überholten Thesen angehört. Gibt etliche Rassen, die da genauso ticken wie Katzen. Und auch da gibt es Individuum, die trotzdem ohne Probleme an läufigen Hündinnen vorbei kommen.


@Fuzzy
Vielen Dank, hast du dir gut gemerkt ;-) Damals entstand leider von beiden Seiten aus keine sachliche, vernünftige Diskussion. Dies wollte ich hiermit nachholen.
 
  • Warum zwingend kastrieren? Beitrag #20
Alle bisher aufgezählten Argumente für die Kastration sind rein hypothetisch. Ich fasse mal die Punkte zusammen:

- Markieren
- Revierkämpfe
- starke Sexualtriebe
- Fluchtversuche um zu rolligen Katzen zu gelangen
- durch die oberen Punkte Stress für die Tiere

- Katergesang
- schlechtes Fell
- starker Katergeruch
- weniger Kuscheln
- Besteigen von Personen

Habe ich etwas vergessen?

Ich denke du hast vergessen, dass mind. zwei der oberen Punkte eintreten werden UND dass dieses Verhalten irreversibel sein kann, unabhängig von einer späteren Kastration. Allein das Risiko: Ein Leben lang Stress für die Katz, Stress für euch,weil... Ja, wieso eigentlich? Weil du ein nicht lebenswichtiges Organ wie den Blinddarm eines Menschen mit dem Fortpflanzungsorgan einer Katze vergleichst, welches komplexe Vorgänge und Verhaltensprogramme in der Katze auslöst und ihr in einer "unnatürlichen" Umgebung schadet? Ich finde das, nicht böse sein, ziemlich verantwortungslos.


Nochmal kurz zum Hund. Auch nicht jeder Typ Hund ist da ich ordne mich unter. Was im übrigen auch längst überholten Thesen angehört. Gibt etliche Rassen, die da genauso ticken wie Katzen. Und auch da gibt es Individuum, die trotzdem ohne Probleme an läufigen Hündinnen vorbei kommen.

Da hätte ich jetzt gerne eine Quelle! Ich studiere gerade Tierpsychologie mit Schwerpunkt Katze und es wär mir neu, dass die Familie der Hunde und der Katzen sich in irgendeiner Weise ähneln. Man kann sie nicht mal ansatzweise vergleichen.
Ein Hund/Wolf unterdrückt seine Triebe, wenn der Rangoberste das so "befiehlt". Niemals nicht ein Kater, der streunt so lange herum, bis er darf.
 
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Warum zwingend kastrieren?

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