Klar, es ist nicht natürlich, dass ein Tier kastriert ist. Aber man darf nicht vergessen, dass die Natur grausam ist [...]
Vor allem darf man nicht vergessen, dass in der Natur auch nicht vorgesehen ist, dass Katzen auf so engem Raum miteinander leben
müssen.
Zwar tun sie es in der Natur auch freiwillig, wenn da jedoch gerade mal die Hormone anschlagen, trennen sie sich auch mal wochenlang von ihrer Gruppe, bevor sie dann wieder zurückkommen.
Das ist in der Wohnung nicht möglich, und deshalb gibt es mit unkastrierten Katzen in der Wohnung Probleme, die es unter wilden unkastrierten Katzen nicht gibt.
Man muss sich einfach bewusst darüber sein, dass jegliche Form der Haustierhaltung - besonders in reiner Wohnungshaltung - erst einmal widernatürlich ist. Was nicht unbedingt schlecht ist - es ist eben nur nicht natürlich.
Aber dadurch kann ich dann nicht alles andere, was ich tue, darauf beschränken, dass ich sage "das ist in der Natur auch so und so", denn die Natur beeinflusst das eben auch auf ganz andere Weise als es in der Wohnungshaltung möglich ist.
Man muss sich also schon auch Gedanken darüber machen, wo die Nähe zur Natur - also die artgerechte Haltung - sinnvoll ist und wo es für die Tiere in ihrer Situation, die eben nicht natürlich ist, besser ist, sich noch etwas weiter von der Natur zu entfernen.
Bei Katzen gehört die Kastration definitiv zur zweiten Rubrik.
Eine kleine Anmerkung noch zu der Unterstellung, seriöse Züchter gäben ihre Katzen nur frühkastriert ab, um mehr Geld zu machen, wohingegen die Vermehrer davon abraten.
Seriöse Züchter geben ihre Katzen deshalb nur frühkastriert ab, weil sie als Liebhabertiere verkauft werden, also nicht für die Zucht geeignet sind und sie deshalb sichergehen wollen, dass sie auch nicht dafür genutzt werden. Fast alle Züchter haben schon die Erfahrung gemacht, dass mit den von ihnen als Liebhabertieren verkauften Katzen trotz aller Verträge etc. vermehrt wurde. Aus diesen Erfahrungen haben sie gelernt und geben daher nun ihre Katzen nur noch kastriert ab - zum Wohle und zum Schutz der Katzen.
Vermehrer machen sich darüber natürlich keine Gedanken, denn ihnen ist es egal, ob die Käufer mit den Katzen weiter züchten, in aller Regel wissen sie ja nicht einmal selber, ob die Katzen für die Zucht geeignet wären oder nicht, denn das einzige Merkmal, worauf die achten, ist das Aussehen.
Zucht beinhaltet aber mehr als reines Aussehen, sie beinhaltet die Wesenszüge und vor allem die Gesundheit der Katzen. Und zwar nicht nur die Gesundheit, die man von außen offensichtlich sieht ("der war ja nie krank in seinem Leben, also sind seine Kitten bestimmt auch gesund"), sondern auch den Check auf zB Erbkrankheiten, die teilweise unerkannt über mehrere Generationen weitergegeben werden, bis sie bei einer Generation dann ausbrechen.
Das ist der Grund, warum Katzen von seriösen Züchtern teurer sind als die von Vermehrern - das Geld, was für die Züchter hinterher dabei herauskommt, ist in aller Regel deutlich weniger als das, was Vermehrer einstecken. Weil Züchter nämlich auch viel mehr Geld in die Gesundheit und Pflege ihrer Katzen investieren.
Wer eine seriöse Zucht betreibt, verdient sich an diesem Hobby weiß Gott keine goldene Nase.