Hallo alle Zusammen.
Die ist mein erster und vermutlich auch letzter Beitrag in diesem Forum. Es ist nicht einfach für mich mit dem Tod von Mizie zurecht zu kommen, daher wollte ich ihre Geschichte einmal hier niederschreiben. Mizie haben wir 2007 zu uns geholt. Irgendwann im März 2017 ist oder wäre sie 10 Jahre alt geworden. Meine erste Katze. Die vorherigen zwei Katzen die wir besaßen, gehörten meiner Mutter. Daher empfand ich die Beziehung zu Mizie irgendwie anders. Sie war meine Katze und die meines Freundes. Meine beste Freundin.. Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven..
Es fing alles am Montag an. Da wussten wir noch nicht wie es Enden würde. Mizie war gerade mal zehn Jahre alt und topfit.
Bereits am Morgen hat sie einmal ganz komisch gemiaut und als ich zu ihr hin ging, sie saß auf der Fensterbank, bemerkte ich zwei flüssige Tropfen auf dem Boden. Ich dachte mir nichts dabei. Vielleicht hat mein Freund seinen Kaffee verschüttet..
Am späten Nachmittag, als wir wieder von der Arbeit zu Hause waren, bis zum Abend wiederholte sich dieses merkwürdige miauen viermal. Jedoch speichelte Mizie dabei. Mizie ging auch den ganzen Tag nicht nach draußen und nutzte stattdessen die "Notfall-Katzentoilette". Wir machten uns Sorgen, dachten aber, dass ihr vielleicht übel sei oder sie Magenschmerzen plagen würden. Ich nahm ihr das Trockenfutter weg, damit sich ihr Magen beruhigen konnte. Wir überlegten noch zum Tierarzt zu fahren, doch verschoben den Gedanken, da Mizie es hasste Auto zu fahren und zum Tierarzt erst recht. Wir waren erst am 03.03.17 zur jährlichen Untersuchung und Impfung.. Wir wollten ihr diese Qual und den Stress erstmal ersparen und den morgigen Tag abwarten. Sollte es nicht besser werden, würden wir am nächsten Tag, Dienstag, 14.03, fahren. Mizie ließen wir diese Nacht im Haus. Sonst ist sie die ganze Nacht immer draußen. Ich googelte ihre Symptome, doch fand nichts passendes.. Ich ging dann auch früh ins Bett, um 21.30 Uhr, weil ich sehr müde war.. Im Bett sagte ich noch zu meinem Freund, das auch Katzen Epilepsie bekommen könnten. Ich war da zufälligerweise beim googeln drauf gestoßen..
Ich schlief diese Nacht nicht so fest, weil ich mir Sorgen um Mizie machte.
Um 21.50 Uhr stand ich das erste Mal auf, weil Mizie wieder so komisch miaute. Bei ihr angekommen bemerkte ich, das sie wieder gespeichelt hatte. Also putzte ich sie sauber, streichelte sie und ging wieder ins Bett. Um 22.05 Uhr das Gleiche... Ich wurde skeptisch. War es vielleicht doch Epilepsie? Ich stellte ihr den Napf mit Trockenfutter hin. Ich hatte zuvor gelesen, das Katzen nach einem epileptischen Anfall sehr hungrig seien. Mizie fraß auch das Trockenfutter zügig auf. Doch die Symptome passten nicht wirklich.. Ich machte mir Sorgen. Verbuchte dies aber als meine Panikmacherei. Dann wurde ich das nächste Mal um 23.55 Uhr wach, weil Mizie wieder miaute... Es ging ihr aber als ich bei ihr war gut und sie schnurrte jedes mal als ich sie gestreichelt habe...
Doch dann.. um 01.45 Uhr begann der Horror...
Ich wurde wieder wach und hörte nur wie ihre Krallen über den Boden kratzten.. Immer wieder.. Während ich aus dem Zimmer stürmte rief ich zu meinem Freund er solle aufstehen und "Es ist Epilepsie!".
Das Bild das sich mir bot war grauenhaft. Mizie lag im Flur auf dem Boden und drehte sich im Kreis. Der ganze Boden war nass. Speichel.. Urin..
Dann schleppte sie sich, vermutlich weil sie sich erschrocken hat, humpelnd ins Wohnzimmer, viel die zwei Stufen mehr oder weniger hinunter, die das Wohnzimmer vom Flur trennen. Ich brach in Panik aus. Auch der Boden im Wohnzimmer und die zwei Stufen, alles war nass. Speichel, Urin, überall. Ich fragte mich wie lange das schon so ging, bis wir wach geworden sind. Mein Herz raste, mein ganzer Körper zitterte. Ich konnte nicht hinsehen. Ich schaltete das Licht im Flur und im Wohnzimmer aus und machte lediglich in der Küche das Licht an. Ich wollte sie durch das helle Licht nicht zusätzlich stressen. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern was in dieser Nacht passierte. Was ich noch weiß, ist das Mizie plötzlich neben dem Esstisch anfing zu krampfen. Ihr ganzer Körper krampfte. Mein Freund hockte neben ihr. Er fragte panisch was wir tun könnten. Ich konnte nicht hinsehen und brach in Tränen aus. Sie knurrte. Nach dem Krampf fing sie wieder an sich pausenlos im Kreis zu drehen und stieß gegen das Tischbein und die Stuhlbeine. Wie von Sinnen räumten wir die Stühle in die Küche, damit sie sich nicht verletzen konnte. Wieder knurrte Mizie. Mein Freund rief beim Tierarzt-Notdienst an. Es war mittlerweile 01.55 Uhr. Dieser sagte es wäre ein Fall für die Tierklinik in Ahlen und es würde sich um einen epileptischen Anfall handeln. Er könnte ihr nicht helfen. In der Tierklinik würden sie den Anfall beenden können. Mein Freund rief in der Tierklinik an. In der Zwischenzeit rannte Mizie wie von Sinnen von der einen zur anderen Seite des Wohnzimmers. Auch rannte sie gegen die Wand. Fing wieder an sich im Kreis zu drehen. Fiel um. Der Arzt aus der Tierklinik sagte wir sollten sofort kommen. Sie müssten den Anfall medikamentös beenden. Mir wurde schlecht. Sie fragten wie lange wir bräuchten. Mein Freund schätzte am Telefon 30 Minuten.
Mein Freund lief in den Keller und holte die Transportbox. Ich weiß nicht, was ich in der Zeit gemacht habe. Als wir Mizie in die Box legen wollten, lag sie am anderen Ende des Wohnzimmers unter der Heizung, ihr Körper war ganz schlaff und sie atmete sehr schnell.
Ich zog mir nur eine Jacke und Schuhe über. Mein Freund konnte nicht mit. (Er arbeitet bei der Ausländerbehörde und hatte in einer Stunde eine Abschiebung. Ausgerechnet in dieser Nacht.) Wir stürmten zum Auto. Ich schaltete das Navi an.. 40 Minuten bis nach Ahlen.. Es war mittlerweile 02.05 Uhr.
Verheult, zitternd und mit Herzrasen fuhr ich los. Mizie knurrte zwischendurch und miaute merkwürdig. Meinen Freund hatte ich immer wieder am Telefon. 20 Minuten nachdem wir losgefahren waren, rief ich ihn an und heulte ins Telefon das Mizie keine Geräusche mehr von sich geben würde..
In der Tierklinik angekommen, 02.40 Uhr, nach einer mir ewig vorkommenden Fahrt, zwei Ärzte warteten bereits. Ich sagte dem Arzt ich wisse nicht ob sie bewusstlos sei oder nicht mehr atmen würde. Er nahm die Transportbox an sich und lief.. Ein anderer drückte mir ein Formular in die Hand welches ich ausfüllen sollte.
Ich kam zu Atem, realisierte langsam was alles in der letzten Stunde passiert war.. Dann kam der Arzt wieder, nahm mir das Formular aus der Hand und sagte nur: "Das können sie gleich weiter ausfüllen. Kommen sie mit". Mir ging durch den Kopf, dass der Arzt Mizie bestimmt kein Wundermittel verabreicht habe und mir jetzt zeigen wolle wie quietschfidel sie war..
Im Behandlungsraum angekommen sagte er, dass Mizie tot sei. Die Leichenstarre sei bereits eingetreten. Mizie lag regungslos in ihrer geöffneten Transportbox die auf dem Behandlungstisch stand. Und da ich ihm zu Beginn mitgeteilt habe, das Mizie vor 20 Minuten noch gemiaut und geknurrt habe (woran ich mich nicht mehr erinnern konnte, habe ich das gesagt?), sei ihr Körper von dem Anfall dermaßen geschwächt gewesen, dass die Leichenstarre so schnell eingetreten ist.. Ich stand wie neben mir. Status epilepticus.. Sie war tot.. Vorgestern ging es ihr doch noch gut.. Er sagte noch, dass ein Hirntumor bei so "alten" Katzen wahrscheinlich der Grund sei und solche Anfälle auslösen würde.. Sie habe aber wahrscheinlich nichts von diesem Dauerkrampf mitbekommen, weil ihr Gehirn so beschädigt gewesen sei.. Auf meine Frage, ob es was gebracht hätte gestern zum Tierarzt zu fahren, sagte er "Nein". Ich nahm Mizie und fuhr nach Hause... Zu Hause angekommen musste ich mich erstmal übergeben und habe dann um 04.30 Uhr nachts angefangen den Boden zu wischen..
Es tut bis jetzt so weh.. Jeden Tag muss ich weinen. Ich werde diese Bilder nicht los. Ich gebe mir die Schuld. Wären wir doch zum Tierarzt gefahren.. Andererseits stellt sich mir die Frage, ob ein status epilepticus durch eine Impfung hervorgerufen werden kann?
Ich dachte wir hätten noch mindestens 5 Jahre mit ihr und das sie auch unseren Umzug in drei Jahren in unser Eigenheim miterleben würde, in welchem wir so viel für Mizie vor hatten..