AW: Eine Horro
Hallo! Glaube mir, ich kann dich so gut verstehen! Man hat so viel Gefühl noch für die gegangene Mieze, das kann man nicht einfach austauschen. Du hast schon recht, bei mir mit Tobi und Lina,da waren die Beweggründe einfach die, dass ich Angst um Tobi hatte. Ich brauchte auch einige Zeit, bis ich LIna in Felis ehemaligemBereich akzeptieren konnte und daß sie zu uns gehört. Es ging alles einfach zu schnell, weil wir für uns ja eigentlich keine neue Mieze wollten.Dann hat es sich aber so ergebenen und ich glaube jetzt, dass es so gut ist. Die Liebe zu Lina muß erst noch wachsen, aber die Kleine tut alles dafür. Sie will Schoß sitzen, getragen werden, schmusen und ganz viel spielen. Und gleich immer schnurren. Mit Tobi gehts mittlerweile auch besser, das ist mir ganz wichtig.Ich glaube, er findet es ganz gut,dass er z.B. nicht allein im Garten rumhockt, auch wenn sie ihn oft nicht in Ruhe lässt.
Ich möchte dir noch was erzählen: Ich bin mit Katzen aufgewachsen.Meine erste eigene Katzehatte ich zusammen mit meinem Mann. Der Kater war heiß geliebt, er starb mit 16 Jahren,auch von einem Tag auf den anderen. Er fing an zu husten.zuerst dachte man an einen Infekt, beim Röntgen stellte sich heraus, daß irgendwas mit den Lungenbläschen nicht in Ordnung war. Innerhalb weniger Stunden verstärkte sich der Husten und mein Kati bekam immer weniger Luft. Um 23 Uhr fuhren wir zur Klinik.Als wir ankamen,sagte der
Tierarzt., man kann ihn noch an den Sauerstoff hängen, dann bekäme er zwar mehr Luft, aber man könne ihm nicht mehr helfen.Diese verlängerte Leiden wollte wir unserem Kater nicht antun und so ließen wir ihn einschläfern. Ich habe ihn gestreichelt, er hat so sehr gekämpft.Ich war dann einfach nur froh, als er ruhig war. Wir haben ihn dann mit heim genommen und begraben.Dieses schlimme Erlebnis vergesse ich nie.
Warum ich dir das erzähle? Nach dem Tod von unserem Kater kämpfte ich mich sehr schwer in ein normales Leben zurück.Er war wie ein Kind für uns ,die Wohnung war leer ohne ihn.Und ich wollte das Erlebte, dieses schlimme Abschied nehmen, nie wieder erleben. Ich wollte NIE MEHR!,NIE wieder eine Katze haben. Ich hatte ja auch als Kind so oft Abschied nehmen müssen!
Die Jahre gingen dahin, mein Sohn nahm sich auch 2 Katzen, so war ich konfrontiert mit deren Versorgung im Urlaub und auch so. Im April 2010 waren wir im Bayerischen Wald und da waren plötzlich 2 winzige Miezis,wo keine Mama mehr kam. Es kam, wie es kommen mußte.Ich hatte schreckliches Mitleid mit den Winzlingen. Wir gaben ihnen vom Finger Kuhmilch, den Bauern interessierten die Katzen überhaupt nicht , dazu kam, dass es schrecklich kalt war. Nur wir interessierten uns für die Miezis, die kaum gehen konnten. Also, WAS TUN!! Sie verhungern und Erfrieren lassen oder mitnehmen??? HILFE! Ich wollte doch keine Katzen mehr!! Doch ich schaffte es nicht, sie zurück zu lassen. Für meinen Mann war es von Anfang an klar, dass wir sie retten. Da waren Tobi und Feli, wie wir sie nannten, ca. 3-4Wochen alt.Es war eine schöne, neue Aufgabe, sie groß zu ziehen, sie haben mir in schwierigen Zeiten sehr geholfen. Besonders FELCHEN war meine Schmuserin,nachts im Bett, und ich habe ihr immer versprochen, dass ich sie nie allein lasse.Und dann kam der Moment doch .
Da sind immer diese Bilder im Kopf, diese Angst von ihr in der Klinik, ihre schreienden Augen,der Moment ,als ich erkannte, daßsie schwer krank ist, dann der Anruf, daß sie gestorben ist, das vergißt man nie.
Liebe Hikachko, auch wenn wir uns nicht kennen, glaube ich doch, dass uns etwas verbindet: Unsere Miezen waren beide noch nicht alt, wollten doch noch leben. Dieses unvorbereitete Abschiednehmen, die Erkenntnis, die Angst, die Mieze zu verlieren, diese Ohnmacht vor dem Entgültigen. Bei dir war ja auch alles ganz plötzlich, die Epilepsie, der Tod beim Autofahren, alles ganz schreckliche Dinge, die Zeit brauchen, sie zu verarbeiten. Aber ich glaube, daß deiner Mizie auch viel Leid erspart wurde. Stell dir vor, du hättest immer mit der Angst vor einem weiterem Anfall gelebt, es ist besser so, auch wenn es so furchtbar weh tut . Mit dieser großen Wunde in unserer Seele und im Herzen müssen wir weiterleben!
Ich drück dich ganz fest!??

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??Gabi
Die Erinnerungen halten mich wach und ich muß wieder ganz viel weinen. Aber ich habe Tobilein neben mir, da darf ich nicht so traurig sein, sonst hängt er auch gleich rum.Trotzdem ist es auch schön, die schönen Erinnerungen kann uns niemand nehmen! Gute Nacht!

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