Hallo, ich bin die Gabi und habe deine traurige Geschichte gelesen. Ich würde mir wünschen, dass ich dir ein kleines bisschen helfen kann. Es ist das 1.Mal, dass ich im Forum schreibe, deine Geschichte hat mich ermutigt.Ich kann DICH SO gut verstehen in deiner Trauer um die Geliebte Mieze. Auch ich habe meine kleine Feli verloren. Sie ist am 2. Jan. 2017 unter sehr tragischen Umständen gestorben und ich kann es bis jetzt immer noch nicht gut verkraften.Sie war erst 6,5 Jahre alt.Meiner Seele fehlt nun ein Teil,wir waren seelenverwandt. Diese innere Verbindung, diese gegenseitige Wärme,dieses Eins sein,das gemeinsame Verstehen, das fehlt mir so sehr.Nachts,wenn sie auf dem Kissen neben mir lag,haben wir soviel miteinander geredet und geschmust,bis wir beide eingeschlafen sind. Diese Vertrautheit, dieses Gefühl, kann wohl nur jemand verstehen,der auch eine Katze lieb hat.Aber diese Zeit der Trauer muss man schon zulassen,um alles besser zu verarbeiten. Das ist ganz wichtig, hat mir meine Psychologin gesagt. Es ist, wie wenn ein Mensch stirbt. Viele verstehen das wohl nicht, aber die Mieze war doch ein geliebter Freund, Lebenskamerad, oder Kind.So ist das bei uns .Unser Kind, um das mein Mann und ich trauern.
Vielleicht interessiert dich ja unsere Geschichte: Im November letzten Jahres hatte unsere Feli auf einmal nicht mehr den gewohnten Appetit.Erst dachten wir, kommt halt mal vor. Als sie dann auch ab und zu erbrach,fuhren wir zum Tierarzt. Sie hatte kein Fieber, war lustig wie immer,schmuste und schnurrte,also meinte der
Tierarzt., es wäre wohl ein Infekt. Sie bekam etwas magenstabilisierendes gespritzt, wir versuchten ihr mit verschiedenstem Futter, Appetit zu machen. Es wurde immer weniger, was sie zu sich nahm.Sie erbrach immer öfter nur Schaum.Dann bekam sie auch noch heftigst Schnupfen,da ging es ihr sehr schlecht. Es wurde ihr Antibiotikum gespritzt.Nach 3 Tagen war der Schnupfen weg, aber das Problem mit nicht Essen blieb.Sie wurde immer schwächer. Der Tierarzt wollte nicht sehen, dass sie immer schwächer wurde.Weihnachten war dann nicht schön bei uns, vor Kummer und Angst um FELCHEN.Am 27. Dez. fuhren wir zur Klinik.Wir dachten, jetzt kann man ihr doch helfen,hatten so Hoffnung. Sie wurde sofort an den Tropf gehängt und Blut abgenommen. Die Werte waren in Ordnung. Zuerst darüber Freude, aber was dann?? Nun könnte vielleicht ein Ultraschall vom Bauch was aussagen. Das war dann so furchtbar, als sie auf dem Rücken lag und festgehalten wurde.Dann wurde der Bauch rasiert. Wer weiß, wieviel Vertrauen das Anfassen am Bauch erfordert,kann verstehen,wieviel Angst Feli hatte. Dieser hilfesuchende Blick zu uns! Einen kurzen Moment dachten wir, das muss halt jetzt sein, alles wird dann gut.Die Ärztin sah sich den Darm genau an.Als sie das Gerät ausschaltete, sagte sie: Es sieht sehr schlecht aus,wir müssen operieren.Diesen Moment der schlimmen Erkenntnis werde ich nie vergessen.Etwas großes Kaltes bohrte sich in mich bis zu meinem Herz,diese schlimme Kälte!!!!!FRAGEN, FRAGEN, kann man ihr helfen??? Der Darm hatte am Übergang vom Dünn-zum Dickdarm ein Loch.Dadurch war es zu vielen Verklebungen gekommen, und es ging nichts mehr durch.Es sei ein großes OP Risiko,die schweren Verklebungen überhaupt zu lösen und dann das Stück kranken Darm rauszuschneiden.Aber es gäbe schon eine Chance 50:50 . Wir wollten ihr einfach helfen und sie nicht verlieren, sie war doch noch jung und willigten in die OP ein.Schweren Herzens verabschiedeten wir uns, wollten aber ihr keine Angst zeigen.Wir führten ein langes Gespräch mit dem Arzt, er erklärte uns alles ausführlich und wir waren voller Hoffnung.Am nächsten Tag sollte sie operiert werden.
Die Nacht war voller Angst und Zweifel, das Richtige zu tun. Aber wir konnten Sie doch nicht aufgeben und einschläfern. Die Abmachung war: Sollte der Chirurg im offenen Bauch einen Tumor feststellen, dann soll er sie nicht mehr aufwachen lassen. Den Tag verbrachten mein Mann und ich mit Hoffen und Beten und aneinander festhalten.
Ich muss jetzt erwähnen, dass Feli einen Bruder, unseren Tobi hat, ein sehr lieber und sensibler Kater. Weil wir viel weinten und alles für ihn so anders war, hatte er sehr viel Angst und wir mussten uns immer wieder beruhigen und für Tobi einigermaßen normal sein. Er suchte seine Schwester , war traurig und verkroch sich unters Bett.Da muß man dann um ihn auch noch Angst haben.
Der erlösende Anruf kam erst um 17 Uhr. Sie hat es durch gestanden. Die Verklebungen waren noch schlimmer als gedacht, ein Stückchen Darm entfernt und genäht. Jetzt sollte die Naht halten und sie könnte sich dann erholen. Sie war dann wieder am Tropf und musste gefüttert werden. Leider wollte sie nicht fressen.wir besuchten unsere Feli dann am übernächsten Tag. Sie sah für uns so schön aus in ihrem Body, den sie trug wegen der Naht.Sie war sehr verängstigt.Wir redeten mit ihr, sie legte ihr Köpfchen in unsere Hand und fing an zu schnurren.
Das ist jetzt der Moment, wo ich wieder heftig weinen muß!!

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Das war so wunderschön. Und wir waren so voller Hoffnung??


Wir könnten sie aber nicht mit heim nehmen, sie musste am Tropf bleiben, war so schwach und hatte Durchfall.Wieder dieses schlimme Gefühl, ihr Blick zu uns: bleibt doch bei mir!
Den nächsten Tag,Sylvester besuchten wir sie nicht,wir wollten ihr und uns den erneuten Abschied ersparen. Den Abend verbrachten wir ganz ruhig mit unserem Tobi, der ja auch traurig war, weil er seine Schwester suchte.Wir wollten kein Feuerwek , nichts sehen, nur an Feli denken.
An Neujahr fuhren wir zur Klinik.Dort erwartete uns die schlimme Nachricht, dass es Feli schlechter gehe. Wegen dem Durchfall hatte man den Kot untersucht und
Giardien festgestellt.Felchen sah so erschöpft und traurig aus,dass es uns das Herz zerriss. Sie bekam nun noch mehr Medikamente. Im Nachhinein glaube ich, dass der Sterbeprozess da schon begonnen hatte. Die Augen lagen ganz tief. Trotz ihrer Schwäche wollte sie aufstehen, wohl mit uns gehen.Schlimmer Abschied!!
Am nächsten Morgen kam dann der Anruf, dass sie in der Nacht gestorben ist. Fassungslosigkeit, Entsetzen.Nachts um 3Uhr ca. Bin ich noch aufgewacht, weil ich Feli schreien hörte. Mein Mann sagte mir dann am Morgen, dass ICH ganz laut geschrien habe. Ungefähr da war es wohl, als Feli eingeschlafen ist. SEELENVERBINDUNG!!!!!!
Nach dem ersten Schock kamen dann die Gedanken, was zu tun ist.Wir wollten Feli bei uns im Garten begraben.Also holten wir sie ab, sprachen noch mit dem Operateur.Bei Ihrem geschwächten Körper wurden ihr wohl die Gardien zum Verhängnis.Aber vielleicht hatte sie auch sonst keine Kraft mehr. Wer weiß das schon? Der Weg zur Genesung wäre noch sehr weit gewesen.Wer weiß, was ihr alles erspart wurde. Wir wissen, dass es ihr jetzt gut geht, da wo sie ist.Und sie ist immer bei uns und in uns in unseren Herzen.
Wir haben unsere Feli nochmals angesehen, sie gestreichelt und mit ihr gesprochen und sie um Verzeihung gebeten,weil wir sie so gequält haben. Das sind Schuldgefühle, die immer wieder hochkommen.Aber wir wollten ihr doch helfen!
Nun schläft sie für immer in unserem Garten.Aber dieses Bewusstsein ist auch traurig, weil sie so nah und doch so weit weg ist.Die ersten Tage war alles nur dunkel um uns mit viel Weinen.Dann erkannten wir, dass es so nicht weitergehen kann, wenn wir unseren Tobi nicht noch mehr verstören wollen. Immer wenn er spürt, dass einer von uns sehr traurig ist, werden seine Pupillen ganz schwarz, er bekommt glasige
Augen und er stiert vor sich hin.Er will dann nicht angefasst werden ,faucht,offensichtlich hat er Angst.Also muß man sich bemühen, auch wenn es manchmal schwerfällt, alles so normal wie möglich ablaufen zu lassen. Zwei Wochen nach Felis Tod kam dann die Erkenntnis, dass es doch traurig ist, dass Tobi nun allein sein soll, für den Rest seines hoffentlich noch langen Lebens. Aber wir wollten doch auf keinen Fall einen Ersatz für unsere geliebte Feli. Das geht nämlich nicht.
Irgendwann haben wir dann doch in unserem Tierheim die Miezen angeschaut und uns in eine kleine Fundkatze, ca. 2 Jahre, verliebt. Nach vielen Zweifeln und einigem Für und Wider ist sie am 30.Jan. bei
uns eingezogen, sehr zum Ärger von unserem Tobi. Die kleine LINA fühlte sich wohl sofort bei uns daheim und alles gehörte selbstverständlich ihr. Der Platz auf der Couch, der Platz auf dem Kratzbaum, alles ist ihres. Tobi wurde von ihr ständig angefallen, so dass er Angst vor ihr hat. Meine ohnehin sehr angeschlagenen Nerven werden auf eine harte Probe gestellt.Es geht nur noch, wie, wo, was , am Besten für wen ist, wer wo schläft, dass einigermaßen Ruhe herrscht. Die letzten Monate haben mich schon an den Rand meiner Belastungsgrenze gebracht, und es gab auch Tage, an denen ich LINA am liebsten zurückgebracht hätte. Aber der Gedanke wurde nie zu Ende gebracht, weil ich das doch auch nicht kann. Sie ist so eine liebe, dankbare Mieze, will Schoß sitzen, auf mir schlafen. Da würde ich auch nicht froher werden, wenn sie wieder im Tierheim landet.
Mittlerweile wird die Lage zwischen Tobi und LINA etwas entspannter,aber ich weiß nicht, ob wir Tobi wirklich einen Gefallen getan haben. Wieder wollten wir helfen. Trotz aller Trauer um Feli und dem Stress der Zusammenführung kann ich aber auch sagen, dass wir auch wieder Freude empfinden, wenn uns LINA zum Lachen bringt mit ihren Vorführungen.
Was ich noch sagen wollte:
Am gleichen Tag, als unsere Feli gestorben ist, wurde LINA im Tierheim abgegeben. ZUFALL????
So, ich hoffe, ich habe dir mit meiner Geschichte etwas helfen können.
Ich weiß, es ist so eine große Wunde, die immer wieder ganz furchtbar weh tut. Der Schmerz und die Tränen kommen immer wieder.
Vielleicht muss das aber auch so sein,denn damit kommt ja auch die Erinnerung an unsere geliebte Mieze. Und wir wollen sie doch nie vergessen!



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Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Zuversicht!