Sonnenscheinchen Jolanda ist angekommen
Hallo... seht ihr mich alle? Ich bins, Jolanda die Erste und einzige Herrin in meinem Reich hier.
Ich kann euch sagen, der Service hier ist supergut. Es gibt einen Freiluftbalkon, auf dem ich ungestört in der Sonne baden kann und immer lecker Futter... also meistens. Wenn nicht, dann mäkelmiepe ich, bis das Zweibein das richtige Futter besorgt. Es ist manchmal etwas schwer von Begriff... aber das kennt ihr ja.
Mein Zuhause und ganz besonders Renovierungsarbeiten finde ich äußerst interessant!
Das Zweibein ist auch super geeignet zum Fellflauschen, Schmusen, als Unterlage für ein Schläfchen oder zum Spielen mit dem Klingelbällchen.
Ich bedanke mich dafür auf meine Weise, zum Beispiel mit einem Zaubertrick! Soll ich euch den mal zeigen?
Na gut... also... ich kann in die obere Schublade klettern, ...
... darin verschwinden und eine Schublade tiefer wieder erscheinen!
Letztens war das Zweibein allerdings merkwürdig.
Es hat mich wieder in die komische Verschwindebox gesteckt – ihr wisst schon, das Teil, in das man zuhause einsteigt und dann irgendwo rauskommt, wo die immer in Ohren und Maul schauen, oder man so müde wird, dass man einfach einschläft.
So kam ich in ein großes, merkwürdig riechendes Haus zu einer "Konifere" für Augen. Was soll ich denn auf einem Nadelbaum? Zweibeiner... komische unbefellte Wesen sind das. Die "Konifere" war dann eine nette Zweibeinerin, die sich meine Augen ganz genau und sanft ansah.
Sie sagte etwas von... "oh je... da sollten wir lieber die Reste rausnehmen, die könnten sonst Ärger machen." Ich verstand nicht ganz, was sie meinte... aber zuhause erklärte mir dann das Dosinenzweibein, was das bedeutete.
Meine Augen waren ja nie ganz gesund, und es waren offenbar Reste der kaputten Äuglein noch in den Höhlen. Manchmal jucken und drücken die auch und Dosine sagt, besser raus damit, bevor sich da etwas verändert.
Und so kam es, dass ich noch einmal zu der "Konifere" musste und dort meine Augenreste entfernt wurden. Die war völlig überrascht von dem, was sie da vorfand. So etwas Kompliziertes hat sie noch nicht gesehen! Obwohl sie sogar die "Leitende Konifere" dort ist! ich bin halt keine einfache Katze – an mir ist alles besonders. SO! Ich hab das dank der Verschwindebox übrigens völlig verschlafen.
Jetzt muss das nur noch heilen, sagt Dosine, und dann kann ich putzmunter alt werden... Alt? Was ist das? Kann man damit spielen?
Ach egal... ich muss jetzt wieder los... Futter wartet und ich hab Lust auf eine Runde Bällchen schubsen mit Dosine.
Ciao, ciao... bis zum nächsten Mal
Eure Jolanda die Erste
PS: Weil ich Jolanda die Erste und Einzige bin, hat mir die "Leitende Oberkonifere" die Nähte an meinen Augen auch mit wunderschönen Perlenschnüren verziert! Sieht das nicht toll aus?
So, nun lassen wir Jolanda aber mal in Ruhe und ihre Adoptantin berichten. Jolandas Augen waren bei allen Untersuchungen vorher völlig unauffällig. Mitte Mai allerdings zeigten sich die Augen entzündet. Eine Untersuchung beim Tierarzt ergab, dass sich der Zustand ihrer Augen nun allerdings verschlechtert hatte und diese operiert werden (und bis dahin natürlich so gut wie möglich medikamentös behandelt werden) sollten. Die Operation wurde dann auch in einer Tierklinik mit Augenabteilung vorgenommen, und Jolanda genoss sogar Chefärztinnenbehandlung, da diese eine anerkannte Konife... äh... Koryphäe auf ihrem Gebiet ist!
Bei der Voruntersuchung stellte sich heraus, dass sich in der einen an sich leeren Augenhöhle noch Gewebe befand. Da haben sich Zysten gebildet, da die Tränenkanäle auch noch drin waren. Das andere, ausgelaufene Auge war als teilweise noch gefüllter "Gewebesack" zusammen mit der defekten Linse vorhanden. Die Augenärztin meinte, dass in solchen Fällen nach einigen Jahren Krebs entstehen kann. So wurde also ein Operationstermin vereinbart, um sich gleich beiden Augen zu widmen. Jolandas auch schon früher ganz gutes Blutbild hatte sich noch weiter verbessert, so dass dem Eingriff auch von dieser Seite nichts im Wege stand.
Die Operation verlief problemlos, doch wir müssen Jolanda der Ersten und Einzigen leider eine Enttäuschung bereiten. Die schönen Perlenschnüre sind nichts weiter als eingenähter Verbandmull, der die Naht schützen und zusätzlich dafür sorgen soll, die Hautfalten um die Naht herum heranzuziehen, damit es nicht so spannt. Das wird in ein paar Tagen aufgeschnitten und entfernt, und zwei Wochen später kommen die restlichen Fäden raus.
Bis dahin wird Jolanda verwöhnt, wenn wir ihre Dosine hier einmal zum letzten Foto zitieren dürfen:
"Wir haben hier ein kleines Krankenlager gemacht, ich schlafe bei ihr im Wohnzimmer. Durch die Gartenpolster kann sie jetzt auch aufs Sofa, ohne springen zu müssen. Dafür bekommt sie ja als Belohnung aktuell etwas ungesunde Leberwurst. Aber immerhin sind die Medikamente intus. Das hat auch früher immer bei unserem Hund gezogen, die Leberwurstfalle!"
Wir wünschen Jolanda beste Heilung, und sind wieder einmal sehr, sehr glücklich über eine Adoptantin, die sich äußerst liebevoll um eine unserer Ex-Pfleglinge kümmert! Auch daraus ziehen wir immer wieder viel Kraft, um uns dem leider so oft sichtbaren Elend der Streunerkatzen entgegenstellen zu können.
Euer Cats at Andros Team