Ich war gestern bei dem bereits erwähnten Tierarzt in Berlin-Kaulsdorf. Der hat als Spezialisierung Onkologie. Wollte einfach erstmal mit einem Fachmann sprechen. Und es war gut, dass ich da war.
Er hat den Lausi gründlich untersucht und dann die Nase angeschaut. Die blutete gerade, denn der Lausemann wollte mit der Nase unbedingt das Gitter der Katzenbox aufmischen.
Der Doc nahm dann mit Hilfe einer Assistentin eine Tupferprobe aus der Nase.
Nach einer Wartezeit kam dann die Auswertung. Es wurden Plattenepithel-Teile festgestellt. Anhand der Zusammensetzung meinte der Arzt, dass dieser bösartige Krebs nicht erst seit gestern da ist. Er meinte auch, der Teil der Nase, an dem sich die Wunde befindet, wäre etwas dicker, als der andere.
Wie weit der Krebs schon gestreut hat, kann er mit der mikroskop. Untersuchung natürlich nicht sehen.
Er stellte mir die Möglichkeiten der Behandlung vor, die es gibt.
- Bestrahlungen (gibt es z.Z. bisher nur in der TK Düppel)
- OP (führt er selbst durch) Der Tumor wird weggeschnitten und die Nase kosmetisch angepasst.
- Behandlung mit Schmerzmittel Metacam. Dadurch wird das Wachstum des Krebses verlangsamt.
Preise: Bestrahlungen 1.200-1.800, die OP 850-1000 €
Ich saß da auf meinem Stuhl wie betäubt.
Der Doc meinte, bevor wir darüber sprechen, will er erstmal noch die Lunge röntgen, denn wenn sich dort bereits Metastasen befinden, hat das natürlich auf eine Entscheidung Auswirkungen.
Die Lunge war aber soweit ok.
Nachdem wir über das FÜR und WIDER gesprochen hatten, (Mir ging es dabei nicht um das Geld, sondern um die Lebenszeit, die der Lausi gewinnt und das ohne Schmerzen.), habe ich mich vorab erstmal für die Schmerztherapie entschieden. Nach Ostern habe in in der TAP nochmal einen Termin und soll mich bis dahin endgültig entscheiden, denn bei einer OP sollte man nicht mehr viel länger warten, sonst geht es nicht mehr.
Ich muss jetzt erstmal mit meiner Gefühlwelt klarkommen und nochmal alles durchdenken.
Eins weiss ich aber genau, ich werde meinem Lausi wegen 1/4 Jahr mehr Lebenszeit keine Schmerzen zumuten. Das würde ich für mich auch nicht wollen.
Man darf einfach nicht vergessen, dass dieser Krebs (Plattenepithelkarzinom) bösartig ist und meistens schnell wächst. Du schneidest ihn raus und 2 Monate später ist er wieder da.
Auf jeden Fall soll mein Lauser keine Schmerzen haben.
Der Doc meint, die Wunde würde sich irgendwann vergrößern, geht dann über die gesamte Nase. Wenn der Tumor sich innen ausbreitet, erstickt der Kater nicht, sondern atmet durch den Mund.
Diese Symptome sind relativ überschaubar, so dass man sich sich entscheiden kann, wann es Zeit ist, das Tier gehen zu lassen. Wenn man mit dieser Entscheidung verantwortungsvoll umgeht, kann es auch nicht passieren, dass der Kater plötzlich stirbt. Das wäre ein Horror für mich.