Ich lebe in einem Mehrfamilienhaus im Dachgeschoss. Schon letzten Sommer berichtete mir die Nachbarin aus der Einliegerwohnung unten von einem Streunerkater. Sie hat zwei Freigängerkatzen und dieser Kater besuchte regelmäßig ihre Terasse und markierte dort die Balkonmöbel und die Pflanzenkübel. Damals erklärte sie mir, sie habe vor, sich mit dem Tierschutzverein in Verbindung setzen um ihn in den nächsten Tagen kastrieren zu lassen. Ich bot ihr meine Hilfe an, aber die wurde abgelehnt.
Vor einigen Tagen habe ich von ihr erfahren, dass der Streunerkater einige Zeit verschwunden war. Doch seit Monaten taucht er wieder fast jeden Abend vor ihrer Wohnung auf, markiert und schreit auch teilweise sehr laut. Um ihn zu vertreiben haben sie eine Wasserpistole gekauft aber die Maßnahme fruchtet nicht.
Kastriert sei der Kater nie geworden, weil der Tierschutzverein ihr zwar eine Falle angeboten habe, aber verlange, dass sie diese selbst im Tierheim abhole und das sei alles viel zu umständlich, auch zum Tierarzt würde ihn ihr niemand fahren.
Gesehen habe ich den Kater selbst noch nie weil ich von meiner Wohnung aus nicht direkt zu der Gartenseite schauen kann in welche die Einliegerwohnung ausgerichtet ist.
Auf der gegenüberliegenden Hausseite ist unser gemeinsamer Eingangsbereich. Davor ein abgegrenzter Platz für die Mülltonnen und daneben die Garagen. Eine davon ist meine.
Die Rückwand ist mit einem kleinen Fenster ausgestattet. Hinter den Garagen liegt der Garten aber der beginnt weitaus tiefer, das heißt, das Fenster liegt auf ca. 4m Höhe.
Die Falle ist da, ab Mitte nächster Woche wird sie scharf gestellt und dann klappt es hoffentlich mit dem Fangen und Kastrieren.
Und da beginnt mein Gedankenspiel:
Eigentlich bin ich auch bereit, mehr für den Kater zu tun. Ihn bei mir in der Wohnung zu halten ist für mich aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen. Aber gerne würde ich ihm in meiner Garage ein sicheres Plätzchen zum Fressen und Ausruhen anbieten.
Nur weiß ich nicht, wie ich das bewerkstelligen soll? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich eine Katzenklappe in mein Garagentor reinsägen darf. Bliebe also noch das Fenster. Da könnte ich vom Glaser evtl. eine Scheibe gegen Plexiglas mit Klappe austauschen. Und dahinter eine (sehr steile) Katzentreppe in den Garten aufstellen?
Doch wie könnte ich dem Kater überhaupt begreiflich machen, dass die Garage "seine" ist? Ich weiß keine Möglichkeit, wie ich ihn darin überhaupt festhalten könnte. Der ist schneller zum Tor raus als ich.
Die zweite Möglichkeit, ihm einfach ein isoliertes Schutzhaus am Haus anzubieten habe ich bereits verworfen, der Bereich um das Haus ist für alle Mieter und es hätten wohl die wenigsten Verständnis für so eine Aktion. Noch geringer wäre das Verständnis wenn es um einen Futterplatz am Haus ginge und ich würde dann wohl auch jede Menge Freigänger mitfüttern, davon gibt es hier nämlich viele. Gegenüber liegt ein Bauernhof, die Katzen von dort werden auch draussen gefüttert und ich vermute, an dieser und ähnlichen Futterquellen bedient sich der Streuner bisher auch.
Er schlägt sich durch, weiß wahrscheinlich gut, wo er Futter und Unterschlupf findet, dazu braucht er mich wahrscheinlich nicht.
Aber wenn es mir gelingen würde, ihn an mich zu binden, wären meine Möglichkeiten ihm auch zukünftig zu helfen eben ganz anders. Ich könnte ihn impfen lassen, regelmäßig entwurmen und ihn auch sonst medizinisch behandeln lassen.
Was sind eure Gedanken dazu?