Eigentlich wollte ich ja erst wieder morgen nach dem Kater schauen. Aber dann hatte ich schon am Nachmittag ein ganz schlechtes Gefühl und habe vorsichtig in die Garage geschaut. Majo lag immer noch in seiner Transportbox, er hatte die Tür nicht geöffnet. Sein Blick war aber wach.
Ich habe sie dann aufgemacht und ihn wieder in Ruhe gelassen.
Gerade habe ich wieder nach ihm geschaut und er hat sich gegen die Liegeplätze entschieden die ich ihm angeboten habe, jetzt liegt er im Katzenklo und schaut immer noch sehr verängstigt aus.
Lt. Tierarzt ist er zwar dünn aber nicht unterernährt, er scheint also zu wissen wie er an Futter kommt. Gefressen hat er hier aber noch nichts.
Mit der Tierheimleiterin habe ich heute morgen noch einmal länger gesprochen als ich die Falle abgegeben habe: Die Kapazitäten des Tierheims sind momentan erschöpft, sie sieht keine guten Vermittlungschancen für ihn. Sie hat mir erneut geraten, ihn wieder freizulassen, aber eben zu versuchen, ihn durch Füttern an mich zu binden. Leider hat sie auch keine Idee wie genau ich das machen soll.
Und wie bereits geschrieben, ich möchte auch nicht, dass Majo die nächsten Jahre im Gehege des Tierheims verbringt. Auch wusste sie keine private Pflegestelle die ihn aufnehmen könnte.
Ich kenne noch eine private Tierschützerin hier in der Gegend. Die nimmt eigentlich alle Katzen auf die man ihr anbietet. Sie ist mit dem Tierschutzverein verstritten. Aber sie ist mit den bereits vorhandenen Katzen in meinen Augen schon total überfordert.
Dann kenne ich noch einen privaten Verein der mit Pflegestellen arbeitet. Sie importieren vor allem Katzen aus dem Ausland. Tests werden aus Kostengründen keine durchgeführt und es wird grundsätzlich nicht in ungesicherten Freigang vermittelt. Auch da würde ich den Kater nicht hingeben.
Ich weiß, da gibt es unterschiedliche Einstellungen und darüber möchte ich auch nicht diskutieren. Meine Einstellung ist, dass ich diesem Kater von Herzen ein gutes Zuhause wünschen würde mit Menschen die sich seiner annehmen. Aber nur unter der Bedingungen dass es seine Entscheidung bleibt wo er sich aufhalten möchte. Im Haus bei den Menschen oder eben draussen. Eingewöhnungszeit natürlich ausgeschlossen.
So werde ich das jetzt auch mit meiner Garage handhaben. Solange er nicht wegläuft wird er darin versorgt. Ich würde mir wünschen, dass es auch später, auserhalb der Garage klappt, ihn anzufüttern aber da ich keine Möglichkeit habe, irgendwo dauerhaft Futter aufzustellen, wird das kompliziert werden.
Auch mit der Nachbarin, die sich so sehr von ihm gestört fühlt und mit deren Hilfe ich ihn jetzt gefangen habe, habe ich noch einmal ein längeres Gespräch geführt. Bei ihr kommt er ja fast täglich vorbei. Mit ihrer Hilfe wäre es ein leichtes, ihn anzufüttern. Aber für sie bleibt der Kater ein Störfaktor. Sie wird ihn weiterhin mit Wasser vertreiben wenn er sich ihrer Terrasse nähert. Und sie würde mich deshalb auch nicht unterstützen, ihn anzufüttern, im Gegenteil, sie lehnt das stirkt ab weil sie befürchtet, er würde sich dann noch mehr um unser Haus herumtreiben.
Meine Umfragen über WhatsApp und Facebook ob vielleicht jemand kennt der jemand kennt der den kleinen Majo aufnehmen würde brachte keinen Erfolg. Aber ich kann auch nicht abschätzen, ob- selbst wenn- ich ihn morgen überhaupt noch ein erneutes Mal einfangen könnte.
Ihr schreibt, ich soll ihn nicht rauslassen, aber das ist eine Garage wie man sie so kennt mit einem großen Schiebetor. Das muss ich ziemlich weit öffnen um überhaupt eintreten zu können, wenn Majo da flüchten will habe ich keine Chance.