Wir haben die Erfahrung gemacht, wie Taskali es bereits beschrieb, dass Wildkatzen sich innen nach einer Zeit sicher fühlen und der Drang nach draußen so gar nicht mehr gegeben ist.
Zur Zeit haben wir drei Katzen.
Luni (w, hauchdünn), die ein Wanderpokal war, immer beim Fressen den kürzeren zog und dadurch einen nervösen Kotze-Magen hat.
B'Elana (w, dick), die wir im Alter von angeblich 12 Wochen, es waren aber nur ca. 4-5 Wochen, aus einem Vermehrer-Messiehaushalt bekamen/holten.
Und den Wildling Stoljan (m), der seine ersten Jahre brüllenden Hunger, Stress, Vertreibung, Kälte und Nässe erlebte.
B'Elana ist wie ihre Wurfgeschwister doof wie Brot und eine Plumpskuh, die schafft's nicht mal zum Klauen auf die Küchenanrichte. Also hätte sie draußen, selbst bei nur einer Stunde Freigang, nicht die geringste Chance.
Luni hat Jahre gebraucht, bis sie es gelernt hatte, dass sie bei anderen Katzen in ihrer Nähe nicht mehr schreien, fauchen oder weglaufen muss und ihr Futter nur ihr gehört. Die wird den Teufel tun raus zu wollen.
Alle Katzen haben feste, weit voneinander entfernte Futterplätze.
Und unser Neuzugang Stoljan fängt an, sich in seinem eigenen Zimmer mit Balkon so safe zu fühlen, dass er sogar etwas Futter stehen lässt und später frisst. Und auf seinem Schrank in ein solches Schlafkoma fällt, dass wir manchmal leise die echte Zimmertür hinter der Gittertür schließen, damit der Kerl nicht wach wird
Wir haben zwei katzensichere Balkone. Den großen mit Katzenklappe nutzen die weiblichen Katzen. Aber nur, wenn die Sonne im richtigen Winkel zum Aufprall auf dem Fell in Verbindung mit einer leichten Brise steht :mrgreen:
Der kleinere ist erst mal nur für Stoljan. Der Kater hatte am Anfang schon leichte bis mittelschwere Krisen bekommen, wenn die Tür nach draußen ein wenig offenstand. Draußen bedeutet für ihn wohl: alles Scheiße.
Mittlerweile geht er nachts und besonders in den frühen Morgenstunden doch raus und genießt mit halbgeschlossenen Augen die Ruhe und die erwachende Stadt von seinem sicheren Ausguck.
Die Balkontür steht für ihn jetzt immer etwas offen. Zumindest bis zum Winter.
Die weiblichen Katzen bekommen abends ein selbstleuchtendes Halsband um und dürfen sich in dem riesigen, breiten und hellen Hausflur unseres 48-Parteienhauses frei bewegen.
Unsere Wohnungstür bleibt dann natürlich offen.
Sie schnüffeln dann in Ruhe die Fußmatten und die Räder von Kinderwagen und Rollatoren ab. Ist für sie wohl wie für uns Zeitung lesen.
Nach einiger Zeit wollen sie aber wieder in ihre Wohnung und Belohnungen für diese tapfere Tat.
Auch bei unseren ehemaligen, mittlerweile verstorbenen, Katzen haben wir die Erfahrung gemacht, dass die, die von draußen kamen, nicht wirklich mehr ganz rauswollen. Vom Katzenbalkon gucken ja, leben nein.
Zumal wir einige Katzen hatten, die permanent Medikamente brauchten. Da fällt da eh flach.