Philanthrop trotz Tierschutz?

Diskutiere Philanthrop trotz Tierschutz? im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Ich möchte nicht pauschalisieren. Es ist aber nunmal die Wahrheit, daß die meisten Studenten aufgrund ihrer "beruflichen" Situation, nämlich dem...
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #21
Ich möchte nicht pauschalisieren.
Es ist aber nunmal die Wahrheit, daß die meisten Studenten aufgrund ihrer "beruflichen" Situation, nämlich dem Studium, nicht für ausreichend Wohnfläche sorgen und ausreichend Geldmittel zum Unterhalt und auch weitergehenden medizinischen Versorgung eines Tieres zur Verfügung stellen können.
Ja, es gibt auch ein paar andere, aber weìß ich das, wenn sie ins Tierheim kommen?
Unser Tierheim hat übrigens keine personellen Möglichkeiten zur Vorkontrolle.

Zudem steht die berufliche Zukunft noch komplett in den Sternen.
Ja, ich bin da ein gebranntes Kind wegen Abgabetieren wegen Auslandsjahr, ohne welches man sich die spätere Karriere evtl. verbauen könnte.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #22
Aber TIgerstern ohne Vorkontrolle, weißt du dann ob alles stimmt wenn ich ins Tiehriem komme? Ich kann auch einfach ins Tierheim gehen und sagen ich sei Erzieherin und hätte einen festen Job und würde in einer 100qm Wohnung leben. Dann hätte ich trotzdem meine Katze(n) und das Tierheim wüsste von nichts...

Ich erinnere mich da an eine Besucherin, die mit ihrer Tochter zu uns kam und ein kaninchen wollte. Als wir ihr eins verweigert haben, weil sie unsere Anforderungen nicht erfüllte, sagte sie "dann gehe ich eben ins Tierheim XY und erzähl denen da was die hören wollen. Wenn sie ihre Tiere nicht loswerden wollen, ihre Entscheidung."

Ich kann durchaus verstehen wenn Tierheime hohe Anforderungen setzen und auch wenn sie gegenüber bestimmten Gruppen Vorurteile haben sollen. Und auch, dass dies oft zu Frust und auch zu Unfreundlichkeit führt. Nur leider führt das wohl eher dazu, dass entweder die Vermehrer immer mehr Zulauf bekommen, oder dass Menschen sich nicht nur bei der Abgabe von Tieren Märchen ausdenken, sondern auch bei der Adoption
:(
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #23
@Tigerstern: Ja, ich verstehe alle deine genannten Aspekte. Aber Du weißt auch, daß es mit der vermeindlichen finanziellen Sicherheit und den ach so geregelten Lebensumständen so eine Sache ist. Dieses super nette Paar mit dem tollen Haus und Grundstück kann sich auch in drei Monaten scheiden lassen, oder der vermeindlich gut situierte Angestellte seinen gut bezahlten Job verlieren. Die kommen dann, allein durch den vorher gewohnten Lebensstandard, in die Breduille, wenn sie plötzlich mit so viel weniger klar kommen müssen. Und die altern Forderungen ihnen im Nacken sitzen. Ein Student weiß, selbst wenn er wenig hat, idR wieviel er dann am Ende des Monats noch übrig hat, und ob das für Futter, Zubehör und eine Rücklage für den Tierarzt reicht.

Wenn solche potentiellen Aspekte eine Rolle spielen sollte man von Vornherein sämtliche Risikogruppen ausschließen. Dann müßte am Eingang stehen:
Wir vermitteln nicht an
- Schüler und Studenten (ungeregeltes Einkommen und Lebensumstände)
- Schwangere oder Paare mit Kinderwunsch (wissen ja noch gar nicht, was mit Baby auf sie zukommt)
- Rentner (stehen ja finanziell vielleicht nicht so gut da, und gesundheitlich. Und die Lebenserwartung...)
- Körperbehinderte (können sich ja evtl. nicht richtig allein um das Tier kümmern)
- Alleinerziehende (stehen ja finanziell nicht so gut da und haben sowieso schon zu viel um die Ohren)
- generell Familien mit Kindern (eh schon zu viel Streß, zu wenig Geld und keiner hat wirklich Zeit für's Tier)
- Leute aus der Mittelschicht (fahren ja 2x / Jahr in Urlaub)
- Leute mit Vollzeitstelle (zu wenig Zeit für's Tier)
- Leute mit Halbzeitstelle (zu wenig Geld)
- Arbeitslose (viel zu wenig Geld, kriegt erstmal euer Leben klar, he!)
- Psychisch Kranke (viel zu riskant)
- Vegetarier (ernähren nachher noch ihren Karnivoren so...)
- Veganer (siehe oben)
- und andere Menschen (können krank werden, sterben, in's Ausland gehen wollen, sich trennen / scheiden lassen, Allergien entwickeln, überfordert sein, oder keine Lust mehr auf's Tier haben)

Unser Tierheim kann aus personellen Gründen auch keine Hausbesuche machen (die zumal bei angekündigten Kontrollen auch nicht aussagekräftig sein müssen). Aber sie verlangen einen Blick auf den Mietvertrag, um eventuelle "Die Tierhaltung in der vermieteten Wohnung ist untersagt!"-Klausel auszuschließen; und dabei kucken sie auch auf die Größe der Wohnung, Mietzeitbeschränkungen, etc.. So war es jedenfalls, als ich dort 2005 meinen letzten Hund geholt hatte.


---


@Julia: Das ist natürlich auch ein Argument, daß Angaben nicht wahrheitsgemäß sein müssen. Wer unbedingt ein Tier halten will und einmal irgendwo wegen irgendetwas abgeperlt ist, wird vielleicht so reagieren, wie eure Besucherin.
Grade deswgeen ist es in meinen Augen ja so wichtig, daß man in solche Vermittlungsgespräche mit ein bißchen Einfühlungsvermögen reingeht. Dann kann man vielleicht noch beim ein oder anderen etwas bewirken.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #24
Ilvy, ich kann mich daran noch erinnern. Dein Unmut darüber ist verständlich, aber kannst Du vielleicht den Gedankengang des Gegenüber versuchen nachzuvollziehen?

Ich stelle es jetzt beabsichtigt überspitzt dar!
,,Da kommt eine Mutti mit Kind das mal Tiere knuddeln will weils zu Hause nicht geht. Für ein Appel und ein Ei, den sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein ist, werden nun ständig Bilder und Statusreports erwartet. Wenn das Kind dann Lust auf Bespaßung hat kommts ins Tierheim und möchte betreut und betüddelt sowie mit dem Tier beaufsichtigt werden.,,

Mit ziemlicher Sicherheit kommen solche Fälle regelmäßig vor und dann ist man vielleicht bei einem Angebot wie deinem (auch wenn die Absicht garnicht so ist) schnell skeptisch und wiegelt ab.

Für solche Anliegen hat ein Tierheim Ehrenamtlicher schlicht keine Zeit. Die Spende, sei sie noch so gering, ist wichtig, Zeit für die Tiere aber auch. Die Idee von Dagny finde ich daher garnicht so schlecht. Nicht jeder ist tauglich die Tiere zu versorgen, vielleicht wäre gerade in THs Jemand interessant der ehrenamtlich die ,,Kunden,, betreut. ;-)

Nein, da verstehst du mich absolut falsch. Dass ich nicht so drauf bin, müsstest du einschätzen können.
Auch meine Tochter ist so vernünftig, dass sie nicht " knuddeln" möchte, wo es nix zu knuddeln gibt.
Das kann sie zuhause mit den Katzen, die das zulassen.
Es war übrigens die Tierheim- Leiterin.
ich fand es blöd- da ich gezahlt hätte- und nicht wenig- und andauernd Futterspenden hinbringe- mir nicht ein klitzekleines Signal zu geben für einen- nicht vermittelbaren- Patenhund. Ggf. ein Foto. Oder einmal besuchen. genau das habe ich gemeint.
Gassigehen darf sie eh noch nicht mit 12.
Aber Verständnis für besondere Tiere mit besonderen Bedürfnissen und ein großes Herz ( und damit meine ich keine " Bambi"- Mentalität)kann man auch in dem Alter schon haben.
Und ich denke, das habe ich ihr gut vermittelt.
Blöd fürs Tierheim; und letztendlich die Tiere, um die es geht..wäre gutes Geld gewesen..LG
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #25
Eins vorweg: Dagny, Deine wirklich abstrusen Beispiele sind sicherlich absichtlich überzogen, fördern aber keineswegs die sachliche Diskussion.

Es ist nicht so, daß wir aus personellen Gründen keine Hausbesuche machen.
Wir machen Nachkontrollen und vor der Übergabe des Tieres im Tierheim müssen die Menschen einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen und unterschreiben. Das ist für einige Lügner sicher auch erstmal eine Hürde.

Ich will nicht mühsam und kostenintensiv ein Tier päppeln und dann heißt es ein wenig später:
Oh, das Geld für die Behandlung haben wir nicht, aber das haben Sie doch vorher gewußt.
Oder schlimmstenfalls müßte das Tier eingeschläfert werden.

Es kann immer was passieren, ich schließe mich da nicht aus.
Ich muß es aber nicht von vorneherein so laufen lassen.

Ja, wenn abzusehen ist, daß das Tier den Menschen überlebt, das Tier aber wunderbar zu ihm paßt, müssen zumindest Angehörige/Nachbarn/Freunde mit ins Tierheim kommen, das Tier kennenlernen und unterschreiben, daß sid es im Pflege-/Todesfall übernehmen.

Wir versuchen, die Risiken zu minimieren und ich denke, das sind wir den Tieren schuldig.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #26
Eins vorweg: Dagny, Deine wirklich abstrusen Beispiele sind sicherlich absichtlich überzogen, fördern aber keineswegs die sachliche Diskussion.

Leider nein, mindestens die Hälfte aller Aussagen hab ich so schon in verschiedenen Tierheimen gehört, vor allem im Bezug auf Berufstätige, ältere Menschen, Studenten und Familien mit Kindern.

Es ist nicht so, daß wir aus personellen Gründen keine Hausbesuche machen.
Wir machen Nachkontrollen und vor der Übergabe des Tieres im Tierheim müssen die Menschen einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen und unterschreiben. Das ist für einige Lügner sicher auch erstmal eine Hürde.

Heutzutage leider überhaupt nicht mehr. Was ich in meinem Umfeld (überwiegend Studenten und junge Menschen) mitbekomme, wird die Unterschrift überall drunter gesetzt, wird schon nix passieren. EIne Kommilitonin hat bei so nem Frageogen aus einer 30qm Wohnung mal schnell 50qm gemacht und unterschrieben, denn das Tierheim vermittelt nicht unter 50qm. Da nie Kontrollen durchgeführt wurden gabs die Katze.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #27
Sie sind nicht absichtlich überzogen, sie sind absichtlich sarkastisch erläutert, Tigerstern. Und meiner Meinung nach tut es einen Beitrag, auch zu einer sachlichen Diskussion, wenn man eingefahrene "sas machen wir halt so"s von Zeit zu Zeit neu überprüft und hinterfragt.
Aber ich hatte ja auch geschrieben, daß ich die Intention dahinter verstehe. Und wenn ihr eben diese Regel habt, dann habt ihr sie nicht grundlos. Mir geht es bei der ganzen Diskussion ja auch nicht um Diskreminierung von Tierheimen oder Tierschutzorganisationen, sondern die Überlegung, wie man bei einer Beschäftigung in diesen Tätigkeitsfeldern eben mit den Interessenten und potentiellen Helfern umgeht, so daß man langfristig den Tieren hilft.
Wie man offen bleibt, und nicht die, die auch helfen wollen, so vor den Kopf stößt, daß man sie vergrault.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #28
Du solltest nochmal gründlich lesen und dann antworten.

Bei ins geben die Leute ihre qm-Zahl schriftlich zu Protokoll und es wird
nachkontrolliert.

Die Vegetarier, Veganer und die Leute aus der Mittelschicht mindestens sind ja wohl nicht besonders intelligent gewählt.

Ja, wir müssen selten, aber dennoch immer mal wieder Tiere bei der Nachkontrolle mitnehmen.

Übrigens versteift sich ein nicht unerheblicher Teil der Leute auf ein Tier, welches weder vom Alter noch vom Charakter zu ihnen paßt. Ist komisch, ist aber so.
Und dann gehen sie beleidigt und meinen, wir geben ihnen das Tier nicht, weil sie z. B. Kinder haben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #29
Ich habe mich auch auf eine Katze "versteift", als ich vor mehr als 7 Jahren wegen Aimee im Tierheim war. Ich sollte sie zuerst nicht bekommen, weil sie blind war und ich vorher keine Katzen hatte.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #30
Dagny, Helfer stoße ich nie vor den Kopf. :cool:
Wir freuen und auch über 100 Euro, die eine Schulklasse gesammelt hat, obwohl wir zu den eher privilegierten Tierheimen gehören.

Bin übrigens auch nur ehrenamtlich, aber mit Funktion. ;-)
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #31
Ist recht, Tigerstern. :) Alles in Butter.
Ich bezog mich mit meinen Fragen, Gedanken, Überlegungen auf die Tierheime / -schutzorganisationen, die mit Frust durch ihre Tätigkeit zu kämpfen haben, worunter dann der Kontakt mit Interessenten leidet. Wenn das bei euch alles super läuft, kein Frust oder aufkommende Abneigung gegen Menschen im Allgemeinen auftritt, und ihr somit nie jemanden vor den Kopf stoßt oder ungerecht behandelt, ist das natürlich perfekt, und ihr seid eben ein gutes Beispiel dafür, wie es sein sollte.
Ich habe es selbst schon anders erlebt, auf beiden Seiten der Medaille, also als Tierschützerin ebenso wie als Interessentin, deswegen mein Diskussionsbedarf. Duz mußt dich natürlich null angesprochen fühlen, wenn das Thema mit dir nicht resoniert.

Ich habe mich auch auf eine Katze "versteift", als ich vor mehr als 7 Jahren wegen Aimee im Tierheim war. Ich sollte sie zuerst nicht bekommen, weil sie blind war und ich vorher keine Katzen hatte.

Wie ist das mit dir diskutiert worden? Hattest du das Gefühl, die Mitarbeiter erklären, warum sie so denken und beraten dich? Und wie konntest Du dich durchsetzen und deine Katze mitnehmen?
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #32
Du solltest nochmal gründlich lesen und dann antworten.

Bei ins geben die Leute ihre qm-Zahl schriftlich zu Protokoll und es wird
nachkontrolliert.

Die Vegetarier, Veganer und die Leute aus der Mittelschicht mindestens sind ja wohl nicht besonders intelligent gewählt.

Ja, wir müssen selten, aber dennoch immer mal wieder Tiere bei der Nachkontrolle mitnehmen.

Übrigens versteift sich ein nicht unerheblicher Teil der Leute auf ein Tier, welches weder vom Alter noch vom Charakter zu ihnen paßt. Ist komisch, ist aber so.
Und dann gehen sie beleidigt und meinen, wir geben ihnen das Tier nicht, weil sie z. B. Kinder haben.

Bei euch ja, ich bezog mich jetzt aber auf Tierheime, die weder vor- noch nachkontrollieren, was in mehreren Tierheimen - wo ich entweder selbst schon war oder wo ich andere Ehrenamtliche kenne - nicht gemacht wird. Da gibt es zwar eine Checkliste, aber ich bezweifle das die immer wahrheitsgemäß ausgefüllt wird. Und natürlich sind die Beispiele etwas überzogen, zumindest zum Teil. Aber leider habe ich viele der Aussagen tatsächlich schon gehört, also sind sie keineswegs alle realitätsfern.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #33
Ich mache jetzt seit 8 Jahren privaten Tierschutz. Begonnen habe ich mit dem Wunsch es besser zu machen als die vielen Vereine und Tierheime, über die ich so oft Klagen gehört habe. Und dann kamen Fälle, in denen das Tier leiden - eventuell sogar sterben mußte - weil ich belogen wurde, in denen ich als schlechte Person hingestellt wurde, weil ich jemanden ein Tier nicht geben wollte (es mehrfach begründet habe, aber die Gründe einfach nicht bei demjengen ankamen), in denen ich Tiere zurückbekommen habe aus Gründen, die absolut nicht zu verstehen waren, in denen meine Gutmütigkeit ausgenutzt wurde und ich Tiere übernommen habe, die ich nicht genommen hätte, wenn man mir gegenüber ehrlich gewesen wäre, die mich dann dadurch in eine schwierige Lage brachten … Fälle, wo ich an den Rand von allem - finanziell und/oder psychisch - gekommen bin eben weil ich belogen und betrogen wurde, alles, was ich sagte mißachtet wurde usw.

Und dann kommt man an diesen Punkt, wo man merkt, wie man die Menschen in anderen Licht betrachtet, wo man anfängt zu mißtrauen, den Worten nicht mehr glauben mag, wo man hinter allem einen Haken sieht und alles immer im negativen Licht sieht - und deshalb die Menschen entsprechend abweisend behandelt um sich zu schützen. Und ich merkte, wie ich zu dem wurde, was ich immer kritisiert habe.


Tierschutz verändert einen, verändert die Sichtweise in Vielem. Das nur zur Erklärung.

Richtig ist es dennoch nicht - denn: das Gegenüber kann nichts dafür, es weiß nichts von denn x-wievielen anderen, die einen belogen haben. Jeder hat es verdient freundlich behandelt zu werden. Und da liegt denk ich der Punkt - ich habe dann mir in Erinnerung gerufen, was ich früher gedacht habe und dass eben dieser Mensch hier nichts für das vorangegangene Desaster kann, dass ich so nie werden wollte, so nicht Leben möchte mit dieser Wolke aus negativ-Gedanken überm Kopf - dann möchte ich lieber aufhören mit Tierschutz, um mir wenigstens ein bißchen vom der positiven Lebensweise zu behalten. Und habe tief eingeatmet und wieder angefangen zu vertrauen - mein System noch etwas zu verbessern, hier eine Anpassung, dort eine, aber: eben doch wieder auf das Gute im Menschen zu Vertrauen - immer und immer wieder.
Das heißt: ich denke nicht, das man als Außenstehender etwas dafür tun kann, dass ein Tierschützer nicht ausbrennt, nicht negativ wird. Das ist eine innere Einstellungssache, da kann ein Außenstehender nichts für tun, das muß jeder für sich und mit sich ausmachen. Entsprechend wird man so etwas wie du es erlebt hast nicht verhindern können.

Was man aber denk ich tun kann ist: mal die andere Seite zu versuchen zu verstehen.
Ein Beispiel von mir: ich mache ja Tierschutz in meinen Privathaus und immer wieder gibt es Menschen, die es gut meinen und mir Hilfe anbieten oder eben das so toll finden, was ich mache, dass sie es allen zeigen wollen - und dann enttäuscht sind, das ich das meistens ablehne. Von Seiten der Helfen-wollenden wird nicht verstanden, dass das eben nicht so einfach ist. Denn Privathaus heißt, dass ich hier Lebe - mit meiner Familie - und entsprechend auch Familenleben, Privatleben haben möchte. Jede Privatshäre, jedes Privatleben ginge flöten, wenn hier wie im Tierheim ständig fremde Leute ein und ausgehen. Die wollen zwar helfen, bringen Spenden usw - aber: sie gehen danach mit gutem Gefühl nach Hause in ihr privates Zuhause - und ich habe dann keins mehr. Da ist der Punkt, an dem ich deshalb eine Grenze setze und sehr schnell recht hart reagiere, wenn ich das Gefühl habe, dass da jemand diese Grenzüberschreitung macht - zwar sicher mit absolut guter Absicht, aber eben ohne jedes Taktgefühl.
Und das ist der Punkt, an dem ich einhaken möchte: jeder Besucher kommt mit guter Absicht, aber nicht immer ist das, was er mitbringt auch gut. Die Spende ist gut gemeint - aber wiegt sie auch immer den Nachteil auf? Ein Tierheim ist eben kein Zoo, wo man für einen "Eintritt" in Form einer Spende etwas geboten bekommt. Natürlich ist es nicht richtig deshalb die Familie mit den Kindern die eine Spende rumbringen so abzufertigen, aber es ist in gewisser Weise verständlich. Da ist denk der Punkt der mal von der anderen Seite gesehen werden sollte. Mein Tipp wäre: fahre das nächste mal ohne Kinder hin und hab neben der Katzenspende noch eine Kleinigkeit für die Mitarbeiter dabei. Und dann frage, ob es möglich wäre, dass du dann und dann mal mit einem Kind vorbeikommen und es ihr zeigen kannst, weil sie gern selbst Tierschützerin werden möchte. Zeig Verständnis für deren Arbeit und die Sorgen und eben auch für das Gefühl "im Zoo" zu sein. Eventuell bekommst du dann eine ganz andere Reaktion. ;-)
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #34
Nein, da verstehst du mich absolut falsch. Dass ich nicht so drauf bin, müsstest du einschätzen können.
Auch meine Tochter ist so vernünftig, dass sie nicht " knuddeln" möchte, wo es nix zu knuddeln gibt.
Das kann sie zuhause mit den Katzen, die das zulassen.
Es war übrigens die Tierheim- Leiterin.
ich fand es blöd- da ich gezahlt hätte- und nicht wenig- und andauernd Futterspenden hinbringe- mir nicht ein klitzekleines Signal zu geben für einen- nicht vermittelbaren- Patenhund. Ggf. ein Foto. Oder einmal besuchen. genau das habe ich gemeint.
Gassigehen darf sie eh noch nicht mit 12.
Aber Verständnis für besondere Tiere mit besonderen Bedürfnissen und ein großes Herz ( und damit meine ich keine " Bambi"- Mentalität)kann man auch in dem Alter schon haben.
Und ich denke, das habe ich ihr gut vermittelt.
Blöd fürs Tierheim; und letztendlich die Tiere, um die es geht..wäre gutes Geld gewesen..LG

Ich denke/hoffe zu wissen, dass Du so nicht drauf bist. Es war nur der Gedankengang, der unter Umständen bei Jemandem im Kopf vorgehen könnte wenn er damit zig fach schlechte Erfahrungen gemacht hat. Denn spätestens nach dem 3. Mal hat man Vorurteile darüber.

Es sollte keine Anschuldigung sein. ;-)
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #35
Viele Tierheime arbeiten am Limit. Sie bekommen die Verantwortungslosigkeit der Menschen täglich zu spüren, ausgesetzte Tiere, misshandelte Tiere und fadenscheinliche Abgabegründe usw. Das Geld reicht hinten und vorne nicht um notwendige OPs , Versorgung und dringende Umbaumaßnahmen durchzuführen.

Es wird noch gemosert, warum man so viel Informationen preisgeben muss um ein Tier zu erhalten und die Schutzgebühr ist ja auch viel zu hoch.

Das ist frustrierend für jeden Mitarbeiter.

Das entschuldigt nicht das Verhalten, aber ich kann diese Ruppigkeit nachvollziehen.

Ich würde der Tierheimleitung schreiben und um Klärung bitten.

@ Mascha ist das Hörensagen gewesen mit dem Billigfutter oder war es ein Vorfall der nachgewiesen wurde? Welche Konsequenzen gab es ?

lg
Verena
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #36
Wie ist das mit dir diskutiert worden? Hattest du das Gefühl, die Mitarbeiter erklären, warum sie so denken und beraten dich? Und wie konntest Du dich durchsetzen und deine Katze mitnehmen?

Ich hatte eine längere Diskussion mit der Chefpflegerin im Katzenraum. Sie war strikt dagegen, da ich ja Anfängerin war und das zu schwierig für mich wäre.
Auf einmal meinte sie, da ist jemand interessiert.
Als ich mich umdrehte, sah ich, dass Aimee mitbekommen hatte, dass es um sie ging und dem Gespräch zuhörte .
Damit war es entschieden und Aimee durfte zu mir.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #37
Was man aber denk ich tun kann ist: mal die andere Seite zu versuchen zu verstehen.

Insgesamt ist der Post von Taskali hier einer der besten (finde ich zumindest), denn er ergründet ganz genau und detailliert was auf psychische Ebene zu ,,solchen,, Reaktionen führt, die hier bemängelt werden. Und genau deswegen gehört der zitierte Satz deutlich hervorgehoben.

Wenn ich Jemandem gegenüber stehe der wegen Tierschutz teilweise auf den Zahnfleisch rumkriecht, dann denke ich ist Kritik das letzte was er gebrauchen kann. Hier heißt es runterschlucken und trotzdem weiter machen, die eigene Würde und deren Befindlichkeiten hinten anstellen.

Schließlich klingelt auch kein Tierschützer bei mir an der Tür und beschwert sich warum ich nicht mehr Katzen habe, obwohl die Grundlage geschaffen wäre...
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #38
Ich verstehe beide Seite, wenn man aber zu sehr angegifted wird, wird man sauer.
 
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #39
Wenn ich Jemandem gegenüber stehe der wegen Tierschutz teilweise auf den Zahnfleisch rumkriecht, dann denke ich ist Kritik das letzte was er gebrauchen kann. Hier heißt es runterschlucken und trotzdem weiter machen, die eigene Würde und deren Befindlichkeiten hinten anstellen.

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Nein, das finde ich trotz allem nicht!

Nur weil man Tierschutz macht darf man keinen Freibrief haben - weder dafür sich wie ein A-loch zu verhalten, noch dafür nur Lob und keine Kritik zu bekommen. Wenn ein Tierschützer sich falsch verhält, falsche Dinge tut, dann ist ihm das genauso anzukreiden wie jedem anderen auch.
Was ich mit Verständnis meine hat nichts mit abnicken und runterschlucken zu tun, sondern mit "Verstehen warum", mit hinter die Kulissen blicken - und dann entsprechend eben mit anderer Erwartung und anderer Einstellung für sich selbst da rangehen. Eben nicht der Überfallartige Besuch mit ungefragten Spenden im Gepäck, sondern stattdessen die Anfrage: wann darf ich kommen? Was braucht ihr? Und eben die Menschen als solche ebenso als Menschen behandeln und nicht als Dienstleister. Ich verstehe mich ein gutes Stück als Dienstleister, aber freue mich, wenn ich auch als Mensch hinter der Dienstleistung wahrgenommen werden - mit meinen Bedürfnissen. Die kommen im Tierschutz oft zu kurz und man muß sich freikämpfen um eben überhaupt dazu zu kommen diese ein Stück weit zu erfüllen. Wenn dann jemand kommt und von mir eben erwartet, dass ich meine Bedürfnisse nicht nur hinter die Tiere zurückstecke, sondern auch hinter die Erwartung der Spender/Helfer, dann geht das schief. Werde ich aber auch mit meinen Bedürfnissen wahr genommen und werde gefragt ob überhaupt und wenn was wann wie ich es gern hätte, dann bin ich gleich ganz anders gestimmt. Darum geht es mir - ich als Dienstleister sollte freundlich sein zu jemand, der meine Dienstleistung wie auch immer geartet nutzt - nutzt er sie aber aus, habe ich das Recht unhöflich zu werden - nutzt er sie im normalen Maß und bin unfreundlich, dann darf der andere zu Recht sauer sein. Aber wird mir deutlich gemacht, dass ich auch als Mensch hinter der Dienstleistung wahrgenommen werde, dann macht das freundlich sein auch Spaß ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Philanthrop trotz Tierschutz? Beitrag #40
@Taskali: Vielen Dank für deinen offenen, ehrlichen Beitrag. Ich kann das alles, was Du sagst absolut nachvollziehen.
Und dann kommt man an diesen Punkt, wo man merkt, wie man die Menschen in anderen Licht betrachtet, wo man anfängt zu mißtrauen, den Worten nicht mehr glauben mag, wo man hinter allem einen Haken sieht und alles immer im negativen Licht sieht - und deshalb die Menschen entsprechend abweisend behandelt um sich zu schützen. Und ich merkte, wie ich zu dem wurde, was ich immer kritisiert habe.
Genau das! Genau das ist mir auch aufgefallen. Deswegen war meine Frage: ist das überhaupt möglich? In diesem Bereich tätig zu sein, ohne die Schnauze gestrichen voll von Menschen zu haben?

Ich würde ehrlich gesagt nie auf die Idee kommen, uneingeladen bei irgendjemandem daheim auf der Matte zu stehen, geschweige denn Einlaß zu fordern. Als wir nach dem Tod unsere alten Katze soviel Futter übrig hatten, hatte ich der Katzennothilfe eine Mail geschrieben, und gefragt ob Interesse besteht. Als die Antwort kam habe ich gefragt, wohin ich es wann bringen darf, da habe ich das Futter dann nach Absprache direkt zu einer der Pflegestellen gebracht, am Gartenzaun überreicht und einen schönen Tag gewünscht.
Daß jemand sich in deinem Haus umschauen will ist schon fast frech, zumindest super gedankenlos.

Zur Klarstellung: Die Spenderbox steht vor dem Tierheim auf dem Parkplatz; um etwas abzugeben muß man nicht bei den Tieren vorbei, und man muß auch mit niemandem sprechen oder bei der Arbeit stören. Die Mitarbeiterin, die meinen Sohn angeschnauzt hat, kam aus dem Tierheim heraus, und er hatte sie nicht gesehen, weswegen er ihr im Weg stand, als er die Dosen eingeräumt hat. Und wir hätten das Tierheim selbst auch gar nicht betreten, wenn meine Tochter nicht selbst hätte fragen wollen, ob es irgendetwas gibt, was sie tun kann. (Das Tierheim sucht ausdrücklich nach engagierten Ehrenamtlichen in verschiedenen Bereichen, und nur bei den Gassigehern steht explizit, daß sie volljährig sein müssen.)
Daß ein Tierheim kein Zoo ist (was gut ist, denn Zoos betreten wir prinzipiell nicht) wissen auch meine Kinder, und sie wollen die Tiere auch gar nicht sehen, weil sie das zu traurig stimmt.
Für die Mitarbeiter hatten wir eine Packung Eislollis mit einer 'Danke für eure Arbeit!' Karte dabei. Das ist kommentarlos so angenommen worden.

Ich habe eine Menge Verständnis für die Arbeit, ebenso für die Haltung, ich habe, wie erwähnt, 2003- 2004 selber dort ehrenamtlich gearbeitet. Trotzdem heiße ich das Benehmen einiger Mitarbeiter (incl. Leitung) nicht gut.


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@abvz:
Wenn ich Jemandem gegenüber stehe der wegen Tierschutz teilweise auf den Zahnfleisch rumkriecht, dann denke ich ist Kritik das letzte was er gebrauchen kann. Hier heißt es runterschlucken und trotzdem weiter machen, die eigene Würde und deren Befindlichkeiten hinten anstellen.
Wie ich eingangs geschrieben habe fällt mir das persönlich nicht schwer (vermutlich weil ich das warum aus eigener Erfahrung verstehe).
Aber ich bin dennoch der Meinung, daß man genau das nicht von anderen Menschen, die hellfen wollen, Hilfe anbieten, sich einbringen und aus moralisch guter Quelle adoptieren wollen, erwarten kann und darf.
Es gibt so viele Berufe, in denen Menschen ihrer Arbeit wegen auf dem Zahnfleisch kriechen, und trotzdem ein professionelles Verhalten verlangt (und meistens auch geleistet) wird. Ein Polizist oder Rettungsassistent erlebt auch Schreckliches, und muß trotzdem offen und korrekt sein, wenn er mit dem nächsten Menschen zu tun hat.
Und ich denke: wir müßten das auch können. (Ich weiß aber aus Erfahrung, daß das eben manchmal nicht so ist. Ich hatte auch manchmal ganz hässliche Gedanken, wenn Leute mit adoptierten, vorbelasteten Hunden bei meinem Training alles besser wußten, meine Anleitungen nicht mal versuchen wollten, und dann einige Monate später den Hund wieder losgeworden sind, weil er sich "nicht gut verhalten" hat. Ich wollte die dann auch gerne am Kragen packen und schütteln und schreien "Ich habe dir doch gesagt daß das so nicht geht! Du wolltest nicht hören, und der Leidtragende ist jetzt Fifi, Du Ar***!")
Deswegen die Frage: geht es nicht? Können wir nicht im Tierschutz sein und aufrichtig offen und unvoreingenommen mit Menschen?



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@ Motzkatze: So schön! :d078:
 
Thema:

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