Ich war nie ein Tiermensch, auch wenn ich mir als Kind immer ein Tier gewünscht habe! Aber meine Eltern haben mir nie meinen Traum erfüllt, auch nicht als wir noch auf einem Dorf wohnten. Zu einer streunenden Katze hatte ich allerdings eine sehr gute Beziehung. Sie kam oft zum fressen zu uns, aber immer wenn meine Eltern sie einfangen wollten war sie weg. Ihr fehlte ein Auge und ihr Fell sah oft sehr zerwühlt aus. Getauft habe ich sie Quakkel. Warum weiß ich nicht... allerdings war ich fünf. Einmal hat sie Junge in unserem Schuppen bekommen und ich war hin und weg. Als die Kleinen etwas größer worden, bin ich stunden lang mit ihnen in meinem Puppenwagen durchs Dorf gefahren ;-) Als wir dann kurz danach mitten in die Stadt gezogen sind zur Miete war es aus mit einem Haustier.
In meiner Jugendzeit habe ich wenig Kontakt zu Tieren gehabt, aber am meisten zu Katzen. Sie kamen komischerweise auch immer zu mir (wie auch Kinder). Ich weiß nicht was ich besonderes ausstrahle ;-) Leider hatte ich auch immer viel Respekt, wenn nicht sogar Angst gerade vor etwas größeren Katzen und Hunden sowieso...
Für mich stand dann irgendwann fest, dass ich meine Tochter gerne von Anfang an Tiere gewöhnen möchte. Sie wollte schon immer eine Katze. Immer. Stand für sie schon immer fest. Ich fand Katzen ja auch schon immer schöner, anmutiger und intelligenter und konnte dem nur zustimmen. Ein Hund kommt für mich/uns irgendwie nicht in Frage. Da wir aber in einer kleinen Mietwohnung im 4. Stock mitten in der Stadt gewohnt haben, kam es dann doch erst mal nicht für mich in Frage.
Vor einem halben Jahr sind wir dann aufs Dorf gezogen. Schon Wochen und Monate davor hat mich meine Tochter dauernd daran erinnert, dass sie ja jetzt eine Katze kriegen könnte... Aber es kam anders als gedacht. Schon während wir renoviert haben kam eine Katze uns hin und wieder besuchen. Erst alle paar Tage, dann jeden zweiten, dann jeden Tag und irgendwann wartete sie bereits morgens auf uns an der Balkontür und abends wenn wir von der Arbeit kamen. Susi (nachher Corry, weil sie dann doch ein Junge war) war liebreizend und hat sogar meinen Freund davon überzeugt wie toll so eine Katze sein kann. Sie war Stunden bei uns, hat sich ihre Streicheleinheiten und Futter abgeholt. Sie hat nie irgendwas kaputt gemacht, uns angefaucht oder gekratzt. Sie war einfach nur lieb. Bald mussten wir sie sogar rausschmeissen, weil sie einfach nicht mehr raus wollte. Da wir ja aber nicht wussten, ob sie jemand gehört, (den näheren Nachbarn schon mal nicht) wollten wir sie nicht ständig bei uns lassen. Eines Tages kam sie mit einem Halsband an. Es war also traurige Gewissheit, dass sie eine andere Familie hatte. Wir waren alle sehr traurig, da ich sie sehr sehr gerne adoptiert hätte. Mein Freund deutete es aber so, dass die Besitzer damit klar stellen wollten, dass wir sie eben nicht mehr füttern sollen. Was ja auch verständlich war. Viel konnten sie nämlich von ihrer Katze nicht mehr gesehen haben, denn sie war ja eigentlich immer bei uns... Wir haben uns dazu entschieden sie zu entwöhnen und nicht mehr rein zu lassen. Viel uns sehr schwer... Nach zwei Wochen kam sie nur noch hin und wieder und jetzt habe ich sie schon seit drei Wochen mindestens nicht mehr gesehn... sie fehlt mir!
Naja, mein Freund überraschte mich dann mit der Idee, ob wir uns nicht eine eigene Katze holen sollen. Erst habe ich mich im Internet umgeschaut, weil ich mit dem Tierheim in der Stadt keine gute Erfahrung gemacht hatte. Aber ich wollte zumindest in dem Tierheim hier auf dem Land mal schauen. Und da war sie. Die Mama hat uns auf Anhieb gefallen. Sie ist sehr lieb und super zutraulich und hübsch noch dazu. Sie war trächtig und wir wollten warten bis sie ihre Junge bekommt. Ein rotes fanden wir eh super und sie sollte so werfen, dass die Jungen zu den Sommerferien abgeholt werden könnten. Passte also alles perfekt. Also fing die Warterei an. Und dann kam der 17.04. Unser kleiner Finn erblickte das Licht der Welt. Wir wollten EINEN kleinen Kater, weil die schmusiger sein sollten, haben wir uns erzählen lassen. Er war soooo süß und ich war von Anfang an verliebt! Aber sein kleines graues Schwesterchen hatte es mir noch mehr angetan. Und als ich mich anfing mehr und mehr mit dem Thema Kitten und so weiter auseinander zu setzen, erfuhr ich auch, dass Katzen keine Einzelgänger sind. Jetzt hieß es meinen Freund zu überzeugen, der arge Bedenken hatte. Aber ich ließ nicht locker und gab ihm Aufklärungsmaterial... Zwei Wochen später hatte ich seine Zusage, dass auch die kleine grau Leni bei uns ein neues Zuhause finden durfte.
Ja, und jetzt warten wir, dass wir unsere Babys endlich abholen dürfen. Bis dahin besuchen wir sie mindestens ein bis zwei Mal die Woche und sind jedes Mal erstaunt wie groß sie geworden sind! ;-)
P. S.: Tut mir leid für die Länge des Textes! ;-)