Die Antwort von Whiskas
Und hier die versprochene Antwort von Whiskas, die mich gestern mittag erreichte:
Teilweise kommen mir manchen Passagen bekannt vor :shock: :?
Hallo Herr Schuchardt,
wie schön, dass Sie sich an uns gewandt und damit die Gelegenheit zum Dialog geschaffen haben.
Wir verwenden in unseren Produkten sehr geringe Mengen an Zucker ( maximal 0,5%) Es wird als Farbstoff deklariert, weil wir ihn in Form von Caramel einsetzen, denn das Auge “isst mit”.
Aus genau dem gleichen Grund übrigens, aus dem die Hausfrau ihrer Bratensauce Zuckercouleur beifügt.
Natürlich wissen wir, dass Katzen eine andere Vorstellung von appetitlichem Aussehen haben, als wir Menschen, Aber der Tierhalter trifft nicht nur die Kaufentscheidung für sein Tier sondern beeinflußt es auch unbewußt durch die innere Einstellung, mit der er seinem Tier das Futter reicht.
Die Zugabe von Zucker in dieser minimalen Menge ist absolut nicht gesundheitsschädlich, weder Zahnprobleme noch andere Krankheiten, wie z. B.
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) werden dadurch hervorgerufen. Das wird Ihnen auch sicherlich Ihr Tierarzt bestätigen können.
Hier ein paar wissenschaftliche Hintergrundinformationen:
· In der verwendeten Größenordnung verursacht Zucker auch beim Menschen keinen Karies.
· Karies ist bei Katzen noch nicht wissenschaftlich festgestellt worden. (Bei Hunden werden Häufigkeiten von etwa 6 % diskutiert).
· Neck lesions (oder FORL =
Feline Odontoclastic Resorptive Lesions) sind neben Zahnstein die häufigsten Zahnerkrankungen bei Katzen und wurden übrigens schon an mittelalterlichen Katzenschädeln und wilden Grosskatzen gefunden, die nie mit industrieller Fertignahrung gefüttert wurden.
· Zucker ruft auch keinen
Diabetes mellitus hervor. Potentielle Ursachen von Diabetes können z. B. hormonelle Imbalancen, Amyloidose des Pankreas, Autoimmunerkrankungen, Tumoren und Pankreatitiden, sowie eine genetische Disposition sein. Der größte Risikofaktior bei Altersdiabetes ist Übergewicht .
Und: Katzen können die Geschmacksrichtung "süß" nicht schmecken.
Freilebende Katzen fressen ca. 10 Mäuse pro Tag. Bei einem durchschnittlichen Körpergewicht von ca. 50 g pro Maus nimmt sie also 500 g Futter zu sich. Warum sollten da 400 g für die Katze ein Problem sein? Konzentrierte Astronautennahrung macht sicher bei rekonvaleszenten Katzen oder säugenden Katzen Sinn, weshalb müssen deshalb alle Katzen auf ein "längerdauerndes Fressvergnügen" verzichten? Darüberhinaus haben Ballaststoffe und ein gewisser Feuchtigkeitsgehalt durchaus ihre ernährungsphysiologische Bedeutung - denn unsere Feuchtnahrung simuliert ziemlich genau Nährstoffdichte und Zusammensetzung der natürlichen Beute.
Nun zu Ihrem letzten Punkt: Fragen Sie doch bitte Ihre Informationsquellen, welche Suchtstoffe unser Futter enthalten soll. Eine faktisch ernst zu nehmende Antwort würde mich interessieren.
Es gibt nämlich keine Suchtstoffe. Die Schmackhaftigkeit eines Futters hängt vielmehr von der Auswahl besonders wohlschmeckender Rohmaterialien (wie z. B. Leber) sowie ihrer Zusammenstellung und Zubereitung ab. Das Know how, das zur Entwicklung solcher Rezepturen notwendig ist, basiert auf umfangreichen Fütterungstests, die wir seit Jahrzehnten durchführen.
Die meisten Heimtiere ziehen ein besonders schmackhaftes Produkt anderem Futter vor und haben im allgemeinen ihre Halter so gut "erzogen", dass sie durch das Mittel der Futterverweigerung ihre Ansprüche auf ihr Lieblingsfutter auch durchsetzen, von einer Sucht kann hier keine Rede sein. Allenfalls von einem Gewöhnungseffekt. Katzen und Hunde sind nun einmal "Gewohnheitstiere", die sich besonders während der ersten Lebensmonate durchaus auch auf bestimmte Futtersorten oder Geschmacksrichtungen prägen lassen. Dieser Prägungseffekt funktioniert aber unabhängig von der objektiven Schmackhaftigkeit des Futters.
Ich hoffe, diese Argumente geben interessante Ansätze für weitere Diskussionen.
Mit freundlichem Gruß
Dr. med. vet. Cornelia Ewering
Cornelia Ewering, Masterfoods Research, Verden, Germany
Consumer Care Manager
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