Der herbstliche Nebel verzieht sich langsam und enthüllt einen strahlend blauen Himmel an dem dann später die Sonne lacht...
Mit sehr seltsamen Gefühlen sitze ich heute früh vorm PC...
Ich drehte vorhin meinen Kopf zum Fenster und der oben stehende Satz schrieb sich fast von selbst.
Es ist eine eigenartige Wortwahl... Es war fast ein metaphorischer Gedanke, der sich in meinem Kopf bildete, als ich diesen Tagebuch-Eintrag begann.
Ist es das, was man "Intuition" nennt?
Zeigt die Interpretation des Eingangssatzes auf, wie es ist und wie es wird?
Vielleicht ist es auch zu abgedreht, aber es scheint - wenn ich versuche, es objektiv zu betrachten - meine innere Stimme zu sein, die sagt:
Es ist gerade trüb und trostlos, doch wird es besser (Nebel = Mikas u. meine Situation/blauer Himmel = Erleichterung auf welche Art und Weise auch immer) und am Ende ist alles wieder gut (Sonne = Fröhlichkeit)???
Es kann natürlich auch eine "höhere Eingebung" sein die mir sagt, dass Mikas Erkrankung sich wie ein trüber Nebel über uns legt, der blaue Himmel seine "Erlösung" ist und alle (Mika, mein Umfeld und ich) irgendwann, irgendwo schon wieder "fröhlich" sein können (Sonne)...
Ach...das ist vielleicht auch alles Quatsch und zu weit hergeholt. Ich kann kaum noch klar denken!!!
Ich bin auf der Suche nach einer Antwort auf die alles entscheidende Frage - und finde sie nicht!!!
Mika wollte heute morgen nicht in den Garten und hat auch - abgesehen von etwas NutriBound, welches ich ihm eingeflösst habe und 2 Bröckchen Futter, die er anschließend selbst gefressen hat - noch nichts zu sich genommen.
Er hat sich wieder in den Kleiderschrank zurückgezogen...
Nach dem doch so erfreulichen gestrigen Morgen folgte wieder die enttäuschende Ernüchterung, denn es blieb bei dem lediglich zum Frühstück gefressenen Futter - Mika hat gestern gar nichts mehr fressen wollen und lag vom späteren Nachmittag bis Mitternacht (fast 7 Stunden) auf der Bank auf der Terrasse.
Vielleicht war er zwischenzeitlich im Garten, ich habe ihn nicht durchgehend beobachtet....
Aber ich musste ihn dann, bevor ich zu Bett gehen wollte, wieder in die Wohnung tragen, von selbst wollt er nicht hinein.
Ich habe die riesige Befürchtung, dass ich momentan genau das tue, was ich niemals wollte - nämlich mein kleines Bärchen leiden lassen und bei diesem Gedanken wird mir kotzübel!!!
Mikas rechter Lymphknoten (oder was auch immer) ist mittlerweile so geschwollen, dass man es nicht nur fühlt, sondern auch sieht!
Ich musste mir mittlerweile eingestehen, dass sich Mika aufgrund der Erkrankung bereits völlig verändert hat und schon seit langer Zeit nicht mehr "mein Mika" ist...
Alle unsere Rituale, die sich im Laufe der letzten 7 Jahre entwickelt haben, sind verschwunden!
Kein leises, wohliges Schnurren mehr vom Fußende des Bettes aus, um mich abends beruhigt einschlafen zu lassen; kein kleines kaltes Pfötchen mehr in meinem Gesicht, um mich morgens zu wecken; keine witzigen "Unterhaltungen" mehr...
Als wäre nur noch Mikas kranker Körper anwesend und sein fröhlicher Geist bereits fort...
Während ich diesen Eintrag geschrieben habe, zog wieder Nebel auf - der blaue Himmel und auch die Sonne sind nicht mehr zu sehen...