Mein lieber Finn,
du hast gefressen, gefressen und gefressen.
Im Laufe der Zeit haben wir dich besser kennen gelernt und konnten einige Besonderheiten bei dir feststellen.
Du hast "Männchen" gemacht wenn du Futter wolltest. Das war so süß, leider habe ich kein Foto aber wenn ich an dich denke sehe ich es mit meinem inneren Auge.
Du hattest Angst vor großen Taschen. Bernd kam einmal etwas hektisch mit seiner Unitasche in dein Zimmer und du bist panisch weg gerannt.
Hat man dich in eine große Tasche gestopft und dann ausgesetzt? Wir werden es nie erfahren.
Du hast immer deinen Wassernapf umgeworfen und eine riesige Sauerei veranstaltet. Ich habe dann extra einen großen, schweren Hundenapf gekauft und diesen mit doppelseitigem Klebeband fixiert.
Du hattest mit dem linken Vorderbein Probleme. Dies ist uns erst aufgefallen als du einmal entwischt und die Treppe runtergelaufen bist.
Der Tierarzt meinte es sei eine alte Verletzung an der man jetzt nicht mehr viel machen könnte. Aber du kamst im normalen Alltag gut damit zurecht.
Bis Weihnachten hattest du dich etwas erholt, zugenommen und die kahlen Stellen an deinem Fell waren wieder zugewachsen.
Sylvester war für dich eine Katastrophe und du hast dich danach beim Schlafen versteckt. Mal in meinem Kleiderschrank und auch gerne hinter meinem Bett. Dort laufen am Fußboden Heizungsrohre entlang und es war für dich auch kuschelig warm. Ich habe noch zusätzlich Teppichreste dort ausgelegt, damit es für dich weicher ist.
Leider haben wir dadurch nicht direkt mitbekommen, dass du gesundheitlich wieder abgebaut hast. Du hast sehr viel geschlafen, was aber durch dein hohes Alter nicht unnormal war.
Du hattest öfter Verstopfung, die wir mit Hausmitteln bekämpft haben (Heilerde, Flohsamen usw).
Anfang Februar begann dann der (für uns sichtbare) Abbau.
Du hast immer weniger gefressen und der Tierarzt bestätigte das befürchtete Problem mit den Nieren.
Das Nierenfutter hast du nicht angerührt und wir haben selber Schonkost für dich gekocht und Futter gemanscht, da du ja kaum noch Zähne hattest.
Am 16 Februar hast Du mich nachts geweckt. Es ging dir schlecht und du hast gelben Schaum gebrochen. Du warst schon die Tage vorher extrem anhänglich, deshalb haben wir darauf verzichtet dich stationär in der Tierklinik behandeln zu lassen und uns für eine ambulante Behandlung entschieden (der Tierarzt hatte auch dazu geraten).
Wir sind also jeden Tag mit dir in die Tierklinik gefahren, wo du Spritzen bekommen hast. Wir haben alles versucht um dir zu helfen.
Am Anfang sah es auch so aus als würde die Therapie anschlagen.
Am 22. Februar warst du nach der Rückkehr von der Tierklinik sehr seltsam. Du bist nicht, wie sonst, aus der Box geklettert sondern ich musste dich herausheben und du hast dich direkt auf den Boden gelegt.
Ich habe dir auf dem Sofa ein weiches Lager gebaut und versucht dir mit einer Spritze Futter und Medikamente einzuflößen, mit mäßigem Erfolg.
In der Nacht habe ich kaum geschlafen. Einmal bist du in mein Bett gekrabbelt hast miaut und dich in meinen Arm gekuschelt.
Nach ca. 30 Minuten wolltest du wieder auf das Sofa hast es aber allein nicht mehr geschafft.
Am 23. Februar haben wir dich gehen lassen......................
Ich habe dich bis zu deinem letzten Atemzug im Arm geschaukelt.
Meine Mama hat dich im Garten beerdigt. Ich habe weinend im Bett gelegen.
Ach Finn, ich fand das Alles so ungerecht und gemein.
Ich durfte nur für knapp 5 Monate deine Dosine sein. Viel zu kurz.
Ich hatte noch auf ein paar schöne, gemeinsame Jahre gehofft.
Leider war das Schicksal gegen uns.
Du bist jetzt ein Sternenkater und wirst deinen Platz immer in meinem Herzen haben.