Solche Gedanken kommen einem hinterher, mir auch.
Einmal hat mein Mann den Kater die Straße runter gejagt, weil der wiederum einen kleinen Hasen jagte, den mein Mann retten wollte. Ich bin dann auch noch hinter meinem Mann her und habe ihn angeschrien, dass er den Kater nicht so anschreien und jagen darf; er weiss doch gar nicht, dass er aus unserer Sicht etwas falsch macht. Für die Nachbarn muss das ein Spaß gewesen sein, aber ich hatte Angst, dass Findus sich nicht wieder nach hause traut.
Oder wie oft er im Weg gesessen hat, wenn wir zb. vom Einkaufen kamen. Da waren wir schon mal genervt. Manchmal wollte er schmusen oder spielen, aber ich hatte keine Zeit, oder keine Lust....
Aber insgesamt haben wir ihn immer sehr gut und liebevoll behandelt, wir haben uns immer mit ihm beschäftigt, jeden Tag gespielt und geschmust; er war immer überall dabei. Er liebte es, wenn ich im Garten gearbeitet habe oder in der Garage an der Töpferscheibe saß. Dann lag er stundenlang bei mir, kam ab und zu zum Köpfchengeben.
Wenn er richtig krank war, bin ich zuhause geblieben, habe bei ihm auf dem Sofa geschlafen, weil ich oben im Schlafzimmer nichts mitbekommen hätte....
Und trotzdem hat man ein schlechtes Gewissen, hat es wirklich gereicht?
Ich hoffe, dass diese positiven Erinnerungen bald überwiegen, auch bei dir.