Hm... unser Kater war Freigänger.
Ich wollte nur einen, weil ich trotz vieler Jahre Tierheimarbeit noch Anfänger in der Katzenhaltung war und mir zwei schlicht nicht zugetraut habe.
Ich dachte, als Freigänger kann er Einzelkater bleiben (ich habe erst hier gelernt, dass das auch nicht ganz richtig ist). Wir haben ein Haus mit Garten, das Ganze recht ländlich in einer ruhigen Seitenstraße. Ich dachte: Hier reine Wohnungshaltung - macht keinen Sinn.
Und auf keinen Fall würde ich eine einzelne Katze nur in der Wohnung halten.
Ich finde Freigang auch einfach.... natürlich.
Er bekam eine Katzenklappe und gut.
Die Vorteile waren: Mensch und Katz konnten rein und raus, wie wir wollten. Wenn er fror oder es regnete, wir aber arbeiteten, konnte er rein. War ihm langweilig, konnte er raus.
Wir brauchten abends nicht ewig zu warten; wenn er noch nicht da war, gingen wir trotzdem ins Bett.
Kam aber selten vor.
Der grösste Vorteil aber war der Garten. Im Sommer halten wir uns viel dort auf, arbeiten oder faulenzen. Da war er immer dabei. Eine Wohnungskatze wäre solange allein im Haus.
Ich sitze in der Garage an der Töpferscheibe. Findus liebte es, mir dort stundenlang Gesellschaft zu leisten.
Wenn wir spazieren gingen, kam er meistens mit.
Ich habe es schon als sehr frei empfunden, für alle Beteiligten.
Die Nachteile brauche ich hier nicht aufzählen, Gefahren, Verletzungen, Zecken(!!!), tote, halbtote und quicklebendige "Mitbringsel". Keine gute Kontrolle der Gesundheit, da er auch schon mal bei Nachbarn fraß. Er hat sein Katzenklo fast nie benutzt, ich wusste also nicht, ob er zb. Durchfall hat.
Hausarrest bei Krankheit. Puh.
U.a. aus diesen Gründen überlege ich, wenn nochmal Katzen, dann vielleicht doch reine Wohnungshaltung? Aber dann denke ich an den Sommer...
Wenn es sich irgendwie mit nicht allzu hohem Aufwand bewerkstelligen liesse, wäre ein gesicherter Freigang in unserem Garten möglicherweise eine gute Alternative.
Im Tierheim erkundigte ich mich mal nach einem Katzenpärchen aus reiner Wohnungshaltung. Und bekam zu hören: "Aber wenn es bei Ihnen möglich ist, sollten sie schon irgendwann Freigang bekommen." Obwohl sie es gar nicht kannten.
Meine Tierärztin hingegen lässt ihre eigenen Katzen nicht aus dem Haus....
Ergänzung ()
Achso, Findus wurde als Kätzchen mit seinen Geschwistern irgendwo eingefangen; er saß dann ein paar Monate im Tierheim. Bei uns zeigte er dann schon während der Eingewöhnungszeit sehr deutlich, dass er nicht gedachte, sein ganzes Leben IM Haus zu verbringen.