Mich hat interessiert was Leute, die eben diese oder ähnliche(!) Worte in Diskussionen benutzen, darunter verstehen.
Ich bin so jemand, der solche Worte gerne nutzt wie "glücklich sein" (auf die Katze bezogen).
Das mache ich weil Worte meine Sprache sind. Und das ist jetzt nicht als Provokation zu verstehen. Ich weiß es einfach nicht anders auszudrücken. Wir können wahrscheinlich gar nicht in Worte fassen, was Katzen spüren, wenn sie ins Unterholz kriechen, tausende Gerüche aufnehmen, den Wind spüren und sämtliche Geräusche aufnehmen.
Die eigene Kraft zu spüren, wenn sie losrennen, springen, klettern....
Menschen sind doch auch total unterschiedlich, der eine geht lieber auf Parties und der andere verkriecht sich zuhause mit einem Buch. Gegenseitig werden sie sich vorhalten, dass der jeweils andere doch nicht "normal" ist.
"Nicht normal" wird es, wenn der Mensch nur noch auf der Couch liegt und am Leben nicht mehr teilnehmen mag. Wenn er sich zurückzieht (in sich selbst), weil er resigniert, keine Freude mehr spürt, vielleicht sich selbst nicht mehr spürt.
Und die Party-Maus, die nur noch "Freude" spürt, wenn sie, nehmen wir an betrunken, die Nacht zum Tag macht, ist für mich auch "nicht normal". Ich würde "nicht normal" auch als Krank bezeichnen.
Wisst ihr, worauf ich hinaus will?
Ja, ich glaube, dass ich das verstanden habe.
Ok, und wie sieht "Langeweile" aus?
Beispiel: Katze fängt an Sachen durch die Gegend zu schieben, vom Schrank runterzuschmeißen, an den Gardinen zu klettern. Langweilt sie sich oder beschäftigt sie sich/spielt selbst?
Beispiel: Katze sitzt im Fenster und starrt raus. Langweilt sie sich und sehnt sich nach Freiheit. Oder beschäftigt sie sich und beobachtet?
Beispiel: Katze schläft viel/hängt viel rum/starrt auch mal Luftlöcher. Langweilt sie sich/ist sie depressiv oder ist das einfach ihr Charakter?
Wo hören echte Verhaltensstörungen auf und fangen Vermenschlichungen an?
Beispiel 1: Für mich eindeutig Langeweile, wenn das Verhalten plötzlich auftritt.
Draußen würde die Katze keine Gegenstände irgendwo herunterschmeißen.
Klettern wird sie schon.
Beispiel 2: Für mich auch eindeutig Langeweile.
Klar Katzen beobachten auch wenn sie draußen sind alles mögliche, aber sie agieren dann auch. Das was sie neugierig macht, können sie dann auch erkunden.
Die Wohnungskatze klebt weiterhin vor der Scheibe und kann evtl nicht einmal riechen, was sie rein optisch interessiert.
Beispiel 3: Für mich eine Depression und gleichzusetzen mit dem Menschen, der sich aufgegeben hat.
Diese Katze würde draußen sterben.
Ist es vermenschlicht, wenn man auf die natürlichen Verhaltensweisen der Katze eingeht und sich anschaut, was sie eigentlich den ganzen Tag lang tun?
Was macht die Katze in der Wohnung auf 60 Quadratmeter mit Hin-und-Wieder-Zugang zu etwas Frischluft, weil mal gelüftet wird?
Und was macht die Katze mit Zugang zum gesicherten Garten oder Freigang?
Für mich ist eine Katze in reiner Wohnungshaltung (ohne Balkon) gleichzusetzen mit dem Vogel im Käfig.
Liebe Grüße
Melanie