"Todunglückliche" Wohnungskatze

  • Autor des Themas Ankaa
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abvz

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Patin
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Menschen sind doch auch total unterschiedlich, der eine geht lieber auf Parties und der andere verkriecht sich zuhause mit einem Buch. Gegenseitig werden sie sich vorhalten, dass der jeweils andere doch nicht "normal" ist.
Und da stellst Du jetzt keinen Unterschied zwischen gut und schlecht an.

Ein Mensch in guter Wohnzngshaltung hat eine große Wohnung die ihm nach geschmackvoll eingerichtet ist. Er kann wählen ob er liest, Fernseh
schaut, ins Internet geht. Er hat ein Bett, eine Couch, eine schöne Leseecke, am besten noch einen Balkon zum in der Sonne sitzen. Er hat Freunde und Familie die er von und wieder sieht oder anruft, vielleicht sogar menschliche Mitbewohner.
Gegen so ein Leben ist überhaupt nichts einzuwenden.

Schlechte Wognungshaltung wäre eher.
Wenn Ein Mensch alleine in einer Einzimmerwohnung lebt. Tagsüber wird auf der Couch gesessen wo man nachts schläft. Es gibt kein Fernseher, kein Internet, keine Geschmackvolle Einrichtung sonder das was im Sozialkaufhaus gerade da war, Hauptsache praktisch. Dieser Mensch hat keine sozialen Kontakte und genau 10Bücher für die nächsten 15Jahre.
 
Frigida

Frigida

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"Dass man Kaninchen nicht alleine halten kann, erklärt sich von selbst"
Natürlich, trotzdem gibt es immer noch viel zu viele, denen es sich eben nicht von selbst erklärt, eben weil noch zuviele dieser Tiere in Einzelhaft leben und man meint (und ich zitiere da zb. meine Mutter, als ich ein Gehege für meine Kaninchen baute): Einzel- und Käfighaltung ist doch ok, sie kennen es ja nicht anders.
Aber ich schweife ab, sorry.
Du hast leider recht.
Meine Schwester hatte auch ein einzelnes Kaninchen, das im Käfig hockte, wenn sie nicht da war. Sie hat sich einfach nicht damit beschäftigt, was Kaninchen brauchen.
Heut tut ihr das sehr leid.
 
P

Puppi2004

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Ob sich dieser Fall auch auf Katzen übertragen lässt? Folgendes:
Mein Kaninchen (da wir gerade dabei sind) lebte jahrelang allein mit mir in meiner 50qm Wohnung. Kein Käfig.
Die Dame wurde 6, dann 7, sie lag viel rum, wurde runder. Tierärztin und ich dachten, das ist wohl das Alter, da wird man schon mal gemütlicher.
Ich war dann in einem Forum unterwegs und erfuhr so ziemlich das erste Mal, Einzelhaltung geht gar nicht.
Da ich zu dem Zeitpunkt mit meinem jetzigen Mann in ein eigenes Haus umzog, reservierte ich kurzerhand ein Zimmer für mein Kaninchen und vergesellschaftete sie mit einem etwa gleichaltrigen kastrierten Böckchen.
Was soll ich sagen, Madame wurde sportlich, fit und schlank. Tierärztin und ich staunten.

In diesem Fall merkte ich also erst hinterher, dass es ihr sooo gut bei mir alleine nicht gegangen sein kann. Aber war sie damals trotzdem zufrieden?
Ergänzung ()

Ich glaube nicht. Ich fürchte, sie hat sich schrecklich gelangweilt. Hätte ich mit ezwas gesundem Menschenverstand auch früher drauf kommen müssen.
 
Nelly12

Nelly12

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Das Thema intellektuell anzugehen, wenn man nicht gerade Verhaltensforscher ist, finde ich schwierig. Ich habe zwei total unterschiedliche Wohnungskatzen. Nelly strahlt absolutes Wohlfühlen aus, sie ist, aus meiner Sicht, eine zufriedene kleine Katze, die nichts vermisst ( ist es wirklich so?). Obelix hingegen scheint mir unausgelastet, selbst bei vielen Spieleinheiten in einer fast 170qm großen Wohnung. Er mault, versucht pausenlos Aufmerksamkeit zu erlangen, macht die Nacht für mich oftmals zum Tag. Wie verhielte er sich, hätte er Freigang? Ich weiß es nicht und werde es nie erfahren. Oftmals habe ich ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen, vermenschliche ich? Ich denke, ich kann meine Katzen ganz gut einschätzen, erstens, weil ich sie beobachte, einiges über Katzenhaltung gelesen habe und auch auf eine langjährige Katzenerfahrung zurückblicke, aber sicher bin ich mir nicht.
 
Patentante

Patentante

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Selbst als Mensch merkt man ja oft nicht, dass es einem eigentlich mies geht. Erst im Nachhinein wenn irgendein Belastungsfaktor wegfällt kapiert man, wie schlecht es einem ging. Irgendwie so ähnlich wird es bei den Tieren wohl auch sein. Wenn man sie fragen könnte würden sie sicher nicht sagen: mir ist langweilig, mir fehlt ein Kumpel oder ähnliches. Eher sowas wie "muss gehen".

Nelly, ich denke es geht ums "Ganze". Mein Jamie ist oft total unterfordert und gelangweilt. Einfach weil ihm niemand das Wasser reichen kann (Joey ist sechs Wochen älter und doch deutlich ruhiger). Oskars zweiter Vorname ist Langeweile und Unzufrieden. Alles Freigänger.
Trotzdem denke ich, dass es ihnen unterm Strich gut geht. Denn die Zeiten, in denen sie zufrieden wirken überwiegen die "Genervt-Zeiten" bei Weitem. Und kein Lebewesen ist immer und durchgehend zufrieden (der Mensch wäre sogar totunglücklich, wenn immer alles rosa wäre, weil wir den Wechsel aus Stress und Ruhe brauchen).
Wobei es bei Dir schon klassisch nach "wie schauts mit nem Raufkumpel aus?" klingt ;)
 
Frigida

Frigida

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Das Thema intellektuell anzugehen, wenn man nicht gerade Verhaltensforscher ist, finde ich schwierig. Ich habe zwei total unterschiedliche Wohnungskatzen. Nelly strahlt absolutes Wohlfühlen aus, sie ist, aus meiner Sicht, eine zufriedene kleine Katze, die nichts vermisst ( ist es wirklich so?). Obelix hingegen scheint mir unausgelastet, selbst bei vielen Spieleinheiten in einer fast 170qm großen Wohnung. Er mault, versucht pausenlos Aufmerksamkeit zu erlangen, macht die Nacht für mich oftmals zum Tag. Wie verhielte er sich, hätte er Freigang? Ich weiß es nicht und werde es nie erfahren. Oftmals habe ich ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen, vermenschliche ich? Ich denke, ich kann meine Katzen ganz gut einschätzen, erstens, weil ich sie beobachte, einiges über Katzenhaltung gelesen habe und auch auf eine langjährige Katzenerfahrung zurückblicke, aber sicher bin ich mir nicht.
Hast du schon mal darüber nachgedacht, Obelix einen Kumpel zu besorgen? Für mich klingt das schon typisch danach, dass ihm ein Raufpartner fehlt.
Der einzige Unterschied ist, das er Nelly in Ruhe lässt. Denn meist wird die Katze auch gepiesackt.
 
yodetta

yodetta

Moderator
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Mich hat interessiert was Leute, die eben diese oder ähnliche(!) Worte in Diskussionen benutzen, darunter verstehen.
Ich bin so jemand, der solche Worte gerne nutzt wie "glücklich sein" (auf die Katze bezogen).
Das mache ich weil Worte meine Sprache sind. Und das ist jetzt nicht als Provokation zu verstehen. Ich weiß es einfach nicht anders auszudrücken. Wir können wahrscheinlich gar nicht in Worte fassen, was Katzen spüren, wenn sie ins Unterholz kriechen, tausende Gerüche aufnehmen, den Wind spüren und sämtliche Geräusche aufnehmen.
Die eigene Kraft zu spüren, wenn sie losrennen, springen, klettern....

Menschen sind doch auch total unterschiedlich, der eine geht lieber auf Parties und der andere verkriecht sich zuhause mit einem Buch. Gegenseitig werden sie sich vorhalten, dass der jeweils andere doch nicht "normal" ist.
"Nicht normal" wird es, wenn der Mensch nur noch auf der Couch liegt und am Leben nicht mehr teilnehmen mag. Wenn er sich zurückzieht (in sich selbst), weil er resigniert, keine Freude mehr spürt, vielleicht sich selbst nicht mehr spürt.
Und die Party-Maus, die nur noch "Freude" spürt, wenn sie, nehmen wir an betrunken, die Nacht zum Tag macht, ist für mich auch "nicht normal". Ich würde "nicht normal" auch als Krank bezeichnen.

Ja, ich glaube, dass ich das verstanden habe.

Ok, und wie sieht "Langeweile" aus?

Beispiel: Katze fängt an Sachen durch die Gegend zu schieben, vom Schrank runterzuschmeißen, an den Gardinen zu klettern. Langweilt sie sich oder beschäftigt sie sich/spielt selbst?

Beispiel: Katze sitzt im Fenster und starrt raus. Langweilt sie sich und sehnt sich nach Freiheit. Oder beschäftigt sie sich und beobachtet?

Beispiel: Katze schläft viel/hängt viel rum/starrt auch mal Luftlöcher. Langweilt sie sich/ist sie depressiv oder ist das einfach ihr Charakter?

Wo hören echte Verhaltensstörungen auf und fangen Vermenschlichungen an?
Beispiel 1: Für mich eindeutig Langeweile, wenn das Verhalten plötzlich auftritt.
Draußen würde die Katze keine Gegenstände irgendwo herunterschmeißen.
Klettern wird sie schon.

Beispiel 2: Für mich auch eindeutig Langeweile.
Klar Katzen beobachten auch wenn sie draußen sind alles mögliche, aber sie agieren dann auch. Das was sie neugierig macht, können sie dann auch erkunden.
Die Wohnungskatze klebt weiterhin vor der Scheibe und kann evtl nicht einmal riechen, was sie rein optisch interessiert.

Beispiel 3: Für mich eine Depression und gleichzusetzen mit dem Menschen, der sich aufgegeben hat.
Diese Katze würde draußen sterben.

Ist es vermenschlicht, wenn man auf die natürlichen Verhaltensweisen der Katze eingeht und sich anschaut, was sie eigentlich den ganzen Tag lang tun?
Was macht die Katze in der Wohnung auf 60 Quadratmeter mit Hin-und-Wieder-Zugang zu etwas Frischluft, weil mal gelüftet wird?
Und was macht die Katze mit Zugang zum gesicherten Garten oder Freigang?

Für mich ist eine Katze in reiner Wohnungshaltung (ohne Balkon) gleichzusetzen mit dem Vogel im Käfig.

Liebe Grüße
Melanie
 
Nelly12

Nelly12

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Hast du schon mal darüber nachgedacht, Obelix einen Kumpel zu besorgen? Für mich klingt das schon typisch danach, dass ihm ein Raufpartner fehlt.
Der einzige Unterschied ist, das er Nelly in Ruhe lässt. Denn meist wird die Katze auch gepiesackt.
Daran gedacht habe ich schon, dennoch werde ich es nicht tun. Obelix und Nelly sind eine solch verschworene Einheit, kuscheln miteinandern, liegen zusammen, dass man kaum unterscheiden kann, wer wer ist. Wenn ich mit einer Katze zum TA gehe, sucht die Andere und wenn ich wiederkomme, wird sich begrüßt und abgeschleckt. Ich habe viel zu viel Angst, diese Einheit zu zerstören. Es könnte gut gehen, muss aber nicht. Ich hatte immer mindestens zwei Katzen, die dich akzeptierten und mein Traum war immer, zwei Katzen zu haben, die sich so lieben. Das Risiko mit einer Drittkatze ist mir zu groß.
 
virra

virra

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Wenn ihr z.B. von "sie langweilt sich" schreibt, wie äußert sich das konkret? Woher wisst ihr, dass sie sich tatsächlich "langweilt"?
Wenn Susi sich langweilt, fängt sie an in die Ecken zu gucken, an Sachen zu zupfen, die Tapete anzufassen. Die Wände angucken, sich dabei lang machen, als ob man im Winkel zw Decke und Wand etwas sehen könnte und dabei mauzen. Herumgehen und dabei kleine unglückliche oder jammernde Katzenlaute machen. Ankommen und mich anfassen oder anmauzen. Dauernd aufstehen ohne zur Ruhe zu kommen und herumwandern, als wenn sie was sucht, dann mit einem Seufzer aufgeben bis zur nächsten Runde. Deutlich mehr fressen als üblich. Nach erfolgloser Aktivität schlafen, aber sofort aufstehen und mir folgen, wenn ich in ein anders Zimmer gehe.

Ist sie im normalen Modus, macht sie die aktiven Dinge draußen und ist drinnen total gechillt.
 
yodetta

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Moderator
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Zu virras Beitrag kann ich noch ergänzen, dass hier sogar Stunk (untereinander) gemacht wird, wenn das Wetter schlecht ist.
 
gwend0line

gwend0line

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Also ich bin der Überzeugung, dass meine Katzen keine "todunglücklichen" Katzen sind.

Charly war nach der Kastration ca. 6 Monate Freigänger, bevor er einen Autounfall hatte und ein Beinchen verloren hat. Ab dann gab es keinen Freigang mehr. Die erste Zeit hätte er sowieso nicht rausgedurft (Bei wurde versucht zu retten etc.pp. bis es amputiert wurde).
Nachdem er einigermaßen fit war, haben wir ihm einen Kumpel gegönnt und es ist gut so.

Bei Charly habe ich nie das Gefühl, dass ihm langweilig ist. Er hat aber halt seine Marotten. Er möchte z.B. immer hochgehoben werden, wenn man nach Hause kommt. Wenn er aus unempfindlichen Gründen miaut reicht auch hochheben und zusammen aus dem Fenster schauen.
Er spielt nur selten, Clickern ist eher sein Terrain.

Millhouse dreht hier voll auf, wenn er sich unterfordert fühlt. Dann wird mit der Angel gespielt und gut ist. Millhouse kann sich aber auch alleine beschäftigen (wenn er sein Spielzeug nicht gerade wieder verschlampt hat 🙄).
 
Ankaa

Ankaa

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"Dass man Kaninchen nicht alleine halten kann, erklärt sich von selbst"
Natürlich, trotzdem gibt es immer noch viel zu viele, denen es sich eben nicht von selbst erklärt, eben weil noch zuviele dieser Tiere in Einzelhaft leben und man meint (und ich zitiere da zb. meine Mutter, als ich ein Gehege für meine Kaninchen baute): Einzel- und Käfighaltung ist doch ok, sie kennen es ja nicht anders.
Aber ich schweife ab, sorry.
Da kann man aber konkret sagen: Kaninchen sind keine Einzeltiere, halt sie nicht alleine.

Bei Katzen liest man aber hingegen halt immer wieder von "unglücklich", "gelangweilt", "depressiv". Das sind menschliche Attribute (damit will ich nicht sagen, dass Katzen das nicht fühlen können!) und eben nicht selbsterklärend.
Ergänzung ()

Und da stellst Du jetzt keinen Unterschied zwischen gut und schlecht an.

Ein Mensch in guter Wohnzngshaltung hat eine große Wohnung die ihm nach geschmackvoll eingerichtet ist. Er kann wählen ob er liest, Fernseh schaut, ins Internet geht. Er hat ein Bett, eine Couch, eine schöne Leseecke, am besten noch einen Balkon zum in der Sonne sitzen. Er hat Freunde und Familie die er von und wieder sieht oder anruft, vielleicht sogar menschliche Mitbewohner.
Gegen so ein Leben ist überhaupt nichts einzuwenden.

Schlechte Wognungshaltung wäre eher.
Wenn Ein Mensch alleine in einer Einzimmerwohnung lebt. Tagsüber wird auf der Couch gesessen wo man nachts schläft. Es gibt kein Fernseher, kein Internet, keine Geschmackvolle Einrichtung sonder das was im Sozialkaufhaus gerade da war, Hauptsache praktisch. Dieser Mensch hat keine sozialen Kontakte und genau 10Bücher für die nächsten 15Jahre.
Nein, ich stelle keinen Unterschied zwischen gut und schlecht an, das steht mir nicht zu. Du hingegen wärtest von dir ausgehend. Wieso muss ein glücklicher Mensch automatisch eine große Wohnung haben? Es soll tatsächlich Menschen geben, die in einer kleinen Wohnung und ohne Fernsehr glücklich sind. Nicht jeder will menschliche Mitbewohner. Nur weil das nichts für dich wäre, heißt das nicht automatisch, dass es für alle anderen Menschen nichts ist.

Und das ist der Punkt. Wir nehmen unsere eigenen Sichtweisen und Erwartungen und nutzen dann zutiefst subjektive Worte wie "glücklich" oder eben "unglücklich".
 
abvz

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Patin
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Nein wie können es selbst entscheiden. Dass einem anderen Lebewesen aufgezwungen wird in minimalustischstem Stil zu leben ist falsch.

Und bitte Du willst mir nicht erzählen, dass ein Mensch mit den von mir zuvor genannten Bedigungen Glücklich ist.
Pick dir mal nicht nur Einzelheiten raus. Ich habe selbst 3Jahre in glücklich in einer Einzimmerwohung gelebt, dafür waren alle andwren Randbedingungen zum Ausgleich dieses Manko gegeben.
 
Ankaa

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Das Thema intellektuell anzugehen, wenn man nicht gerade Verhaltensforscher ist, finde ich schwierig.
Mea culpa. Ich bin Verhaltensökologe :oops:

Beispiel, warum ich mit solchen negativ belasteten Formulierungen (Buzz words) ohne Erklärung Probleme habe: Immer wieder hört/liest man von depressiven sich langweilenden Delphinen in Gefangenschaft, die lustlos nur im Kreis schwimmen.

Nur, dass diese Tiere bei dem beschriebenen Verhalten schlafen.

Aber die Menschen übertragen ihre eigenen Emotionen auf die Tiere. Das empfinde ich als gefährlich.

"Freiheit" ist ebenfalls so ein belastetes Wort. Tiere kennen dieses Konzept überhaupt nicht. "Wie würdest du dich fühlen, wenn du den ganzen Tag in einer kleinen Box leben müsstest?" - Vermenschlichung. Selbstverständlich geht nicht artgerechte Haltung gar nicht, aber man sollte da u.U. gelegentlich etwas unemotionaler rangehen.
Ergänzung ()

Nein wie können es selbst entscheiden. Dass einem anderen Lebewesen aufgezwungen wird in minimalustischstem Stil zu leben ist falsch.

Und bitte Du willst mir nicht erzählen, dass ein Mensch mit den von mir zuvor genannten Bedigungen Glücklich ist.
Pick dir mal nicht nur Einzelheiten raus. Ich habe selbst 3Jahre in glücklich in einer Einzimmerwohung gelebt, dafür waren alle andwren Randbedingungen zum Ausgleich dieses Manko gegeben.
Es drifted ab in nicht artgerechte Haltung und dass das ein no-go ist versteht sich von selbst :)
 
abvz

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Patin
3.769
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Es driftet überhaupt nicht ab. Wir erörtern aktuell was an Wohnungshaltung von Katzen zu verurteilen ist.

Da es nicht die Wohnunshaltung an sich ist sollte geklärt werden wann und warum es sich um "falsche" Wohnungshaltung handelt.
 
Ankaa

Ankaa

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Obelix hingegen scheint mir unausgelastet, selbst bei vielen Spieleinheiten in einer fast 170qm großen Wohnung. Er mault, versucht pausenlos Aufmerksamkeit zu erlangen, macht die Nacht für mich oftmals zum Tag.
Siehste. Wäre er das exakte Gegenteil, ruhiger und würde viel schlafen, nicht maulen und um Aufmerksamkeit buhlen, könnte dir schnell vorgeworfen werden, er hätte sich aufgegeben und wäre depressiv.

You can't win.
Ergänzung ()

Ist es vermenschlicht, wenn man auf die natürlichen Verhaltensweisen der Katze eingeht und sich anschaut, was sie eigentlich den ganzen Tag lang tun?
Stichwort "natürliche Verhaltensweisen".

Dazu eine Anekdote. Der Bruder unserer ersten Hündin, lebensfrohe durchgeknallte immer fröhliche und energiegeladene Golden Retriever deren Lebensinhalt ihr Will-to-please und apportieren ist, war das krasse Gegenteil von ihr. Ruhig, besonnen, langsamer. Er war kerngesund. Wurde artgerecht gearbeitet. Nur Spass hat es ihm nicht wirklich gemacht. Er hat es halt aus Gehorsam gemacht. Er war trotzdem ein glücklicher Hund, er hatte lediglich ein anderes Wesen und andere Ansprüche. Jemand, der ihn und seine Familie und deren Beschäftigung mit ihm nicht kennt würde schnell schlussfolgern, dass er sich nicht natürlich, retrievertypisch Verhält.

Zu deinem ersten Absatz, es ist absolut in Ordnung, die Worte zu benutzen. Du hast recht, sie sind halt Teil unserer Möglichkeit uns auszudrücken. Nur sollte man sie dann eben auch mal "definieren" und nicht davon ausgehen, dass schon jeder wisse, was damit gemeint ist. So wie ja jeder der seine Katze kennt auch sieht, ob es ihr gut geht .... auch diese Aussage finde ich schwierig bis gefährlich, weil eben da immer die subjektive eigene Erwartungshaltung mit reinspielt. Beispiel mit dem einsamen Kaninchen was es ja "eh nicht anders kennt".

Und nochmal, das sollte wirklich keine Provokation oder dergleichen sein. Mir begegnen diese Buzz words halt nur immer, bevorzugt in Wohnungshaltung/Freigangs-Diskussionen und ich weiß jedes mal wieder nicht, was ich mir darunter jetzt eigentlich vorstellen soll. Es hilft nicht, dass solche Diskussionen halt auch oft sehr emotional und subjektiv geführt werden.

Mea culpa, ich glaube es kommt der Wissenschaftler in mir durch.
 
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Tigerstern

Tigerstern

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Ich sage immer, Tiere leben von ihren Instinkten, ihrem Geruchssinn, dem Hörsinn, dem Sehsinn.
Geh mal raus ins Grüne und schließe die Augen. Oder halte Dir die Ohren zu und schau mal ins Gras, in die Bäume.
Da kann man im Gegensatz zu einer Wohnung schon von Reizüberflutung sprechen.
Oder umgekehrt im Gegensatz zu draußen kann man bei einer Wohnung von Reizarmut sprechen.
Beobachte mal eine Katze im Frühjahr draußen auf einer Wiese. Diese Katze wird selbst im Schlaf nicht 100% ruhig sein.
Eine Katze in reiner Wohnungshaltung kann kein Brettspiel spielen, kann keinen Film schauen, nicht im internet surfen, nicht mit anderen Katzen telefonieren, nicht basteln.
Eine Katze ist auf die Reize, die ihr der Mensch zur Verfügung stellt, angewiesen.

Es gibt Wohngebiete, da ist Freilauf nicht möglich. Es gibt Katzen, die es nicht anders kennen und noch nie draußen waren.
Ob sie regelrecht unglücklich sind, weiß ich nicht. Aber in dem Sinn artgerecht ist es sicher nicht.

Und zu den Delphinen in Gefangenschaft: Das sind Wildtiere, die kilometerlange Strecken schwimmen, die nicht 24 Stunden am Tag einer lauten Pumpe ausgeliefert sind, die nicht vor Langeweile im Planschbecken vergehen.

Wir müssen aufhören, die Tiere mit unseren menschlichen Augen zu sehen, da gebe ich Dir recht.
Aber Vermenschlichung ist auch, als Vollzeitberufstätiger eine Seniorenkatze zu adoptieren und zu sagen, die ist froh, daß sie ein warmes Plätzchen hat. Nur daß ein menschlicher Senior fernschauen kann, telefonieren, u. U. spazierengehen, menschlichen Besuch bekommt.
 
Ankaa

Ankaa

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Und zu den Delphinen in Gefangenschaft: Das sind Wildtiere, die kilometerlange Strecken schwimmen, die nicht 24 Stunden am Tag einer lauten Pumpe ausgeliefert sind, die nicht vor Langeweile im Planschbecken vergehen.
Das geht jetzt wirklich zu sehr ins Off-Topic, aber das sind die klassischen Argumente gegen Gefangenenhaltung und basierend auf emotionalen, vermenschlichten, verallgemeinerten und durcheinandergewürfelten Halbwahrheiten, die nicht wissenschaftlich begründet sind. Ich kann da gerne bei Interesse im Detail drauf eingehen, es ist mein Beruf (nein, ich arbeite nicht in einem Delphinarium ;) )
 

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