Hallo,
möchte Euch von meiner Mimi erzählen, die ich gestern am benachbarten Haus, auf dem Bürgersteig, leblos vorgefunden habe!
1 1/2 Jahre wurde Sie und war ein Engel von einer Katze!!!!!!!!
Als der kleine Sohn meiner damaligen Freundin Mimi nach hause gebracht und auf Bett gelegt hat, konnte ich nicht glauben dass es schon 10 Wochen alt sein soll und habe deswegen nochmal bei der Familie vom Bauernhof nachgefragt, welche das Alter dann bestätigt hat.
Mit meiner Hand konnte ich sie umschließen, so klein war Sie.
Von der 1. Sekunde an war Sie wie ein Wirbelwind, der durch das ganze Hause fegte und nebenbei noch die anderen beiden ca. 1 1/2 jährigen Katzen aufmischte.
Wenn Sie dann nach stundenlangem Toben endlich einmal etwas müde wurde, kam Sie immer zu mir auf dem Schoß, oder auf meiner Brust.
Nach etwa 3 Monaten trennte ich mich von meiner Freundin und ich nahm das Kätzchen trotz Protest mit.
Da ich mit Wohnwagen handle und so auf die Schnelle keine Wohnung fand, bin ich kurzerhand auf mein Mietplatz in solch einem Caravan eingezogen.
Der Platz war praktisch auf dem Feld und somit bestand keinerlei Gefahr durch Autos für Mimi
In den 6 Monaten die wir im Wohnwagen miteinander verbracht haben, wurden wir sprichwörtlich ein Herz und eine Seele!
Während ich mit Reparaturen an dem Fahrzeugen beschäftigt war, genoss Sie die absolute Freiheit auf dem weitläufigem Areal
Es war schön zu beobachten wie Sie in der freien Umgebung aufging
Sie hatte bestimmte Eigenheiten an sich, wie wenn Sie zb. nicht mit etwas einverstanden war was ich sagte oder tat, schwang Sie den Kopf, vergleichbar mit dem eines störrischen Pferdes.
Oder das sanfte unaufdringliche kurze Miauen wenn wir kommunizierten
Sie war eine so sanfte, gutmütige Seele und gleichzeitig hochenergetisch und für jeden Spaß zu haben
Immer wenn ich mal für einen ganzen Tag unterwegs, ertappte ich mich dabei wie ich beim Rückweg, auf der Autobahn, immer schneller fuhr als sonst, weil ich Sie vermisste, aber auch gleichzeitig Sorge hatte.
Nach dem Rufen, lief Sie mir dann immer miauend entgegen und es war immer so als hätten wir uns seit einer Ewigkeit nicht gesehen
Nach etwa 6 Monaten habe ich eine Wohnung am Rand einer Kleinstadt bezogen und Mimi konnte sich auch dort einer weitläufigen Umgebung mit Feld und Wiese erfreuen.
Immer noch waren so gut wie jeden Tag zusammen und haben gespielt und geschmust.
Nach nicht einmal 8 Monaten bin ich von dort aus nach Wiesbaden, wegen Eigenbedarf des Vermieters gezogen.
Trotz anfänglicher Bedenken habe ich mich dafür entschieden weils hier für eine Großstadt sehr ruhig ist.
Auch hier hat Sie sich sofort eingewöhnt, doch leider habe ich die Gefahr unterschätzt, in dem glauben dass es sich um eine Einbahnstraße handelt, diese auch noch sehr abschüssig ist und generell sehr wenig Verkehr herrscht, habe jedoch dabei die Abzweigung außer Acht gelassen die das Risiko nochmal um einiges erhöht.
Ich lasse Sie abends um ca. 21 Uhr raus und hole Sie am nächsten Tag gegen Vormittag rein
Gestern ist Sie erst gegen 13 Uhr reingekommen und wollte unüblicherweise, keine 3 Stunden später wieder raus.
Vielleicht hat sie mitbekommen dass es draußen etwas geregnet hat und wollte draußen die Frische genießen, denn im 4. Obergeschoss kann es schon sehr unerträglich heiß werden.
Später um 23 Uhr als ich nochmal rausging um nach Ihr zu sehen und einen Happen zu übergeben, sah ich Sie schon nach wenigen Schritten auf der gegenüberliegenden Straßenseite, auf einer Distanz von etwa 30m am Fuße eines Eingangstreppenhauses.
Im 1. Moment erschlug es mich wie ein Blitz dass mit Ihr was nicht stimmt, weil es nicht der Ort war wo Sie sich so offen hinlegte, dann aber kam angesichts der drohenden emotionalen Zerstörung, die mein Gehirn innerhalb von Millisekunden simuliert hatte, sofort der Selbstschutz - Funke von einer Hoffnung, dass Sie vielleicht doch einfach nur da liegt.
Sie lag da, mein süßer Schatz, leblos, mit Blut aus dem Maul und einer Blutlache daneben.
Ich habe Sie genommen, nach oben gebracht und im Schlafzimmer auf dem Boden gelegt.
Über eine halbe Stunde habe ich non stop wie ein Schlosshund geheult.
Heute morgen bei Tagesanbruch habe ich mit meiner letzten Kraft, die mir noch nach einer ganzen Nacht Geheule übriggeblieben ist, ca. 200 Höhenmeter bewältigt und meine süße in einer ruhigen Feldwiese begraben
Als Ich bin dem Graben fertig war, konnte ich Sie nicht gehen lassen, denn Sie war in den letzten 1 1/2 Jahren doch mein Ein und Alles.
Bin relativ introvertiert, 1,93 und über 100 kg und geweint habe ich das letzte mal 2007 als mein Großvater gestorben ist, doch seit gestern bin ich ein absoluter Wrack und kann nicht mehr aufhören zu heulen
Dieses Wesen hat mir so viel Trost gegeben wie niemand anders, ich vermisse Meinen Engel so sehr, das ich drohe daran zu zerbrechen!
Ah Leute, passt doch bitte auf Eure Tiere auf, denn es kann so schnell gehen!
Während ich hier schreibe schaue ich instinktiv nach rechts neben mir, wo Sie immer gelegen hat, wie süß hat mein Spatz doch immer geschlafen
Sie war immer kleiner als eine Durchschnittskatze und sehr grazil
Mimi, ich vermisse dich Engelchen!