Mein süßer Schatz...
Vor über einer Stunde bin ich hustend und röchelnd aufgewacht. Selbst im Schlaf ist schlucken und atmen gleichzeitig keine gute Idee. Und dann ist es heiß über mich gekommen. Ich habe faktisch den Zeitpunkt deines Todes verpasst. In 12 Stunden ist es ein Jahr her, dass ich -nach 1 1/2 Tagen verzweifelter Suche- erfahren habe, dass du angefahren und getötet wurdest. vor ca 24 Stunden war es ein Jahr her, dass es passiert ist. Vor 30 Stunden war es ein ein Jahr her, dass ich dir gesagt habe "heute nicht. Ich muss auch Mal schlafen." Und dich aus dem Schlafzimmer ausgesperrt habe.
Ein Jahr und trotzdem kann ich nicht deinen Blick vergessen, wie du vor der Tür saßt und mich verständnislos und sehnsüchtig angeschaut hast. Du wolltest doch bloß zu mir. Bloß bei mir sein. Bloß auf meinem Kissen mit mir kuscheln und bloß meine Nähe und dich um meine Frisur kümmern. Du wolltest bloß mich.
Und ich hab dich nicht gelassen, was zur Folge hat, dass du nie wieder zu mir kommen wirst um mich zu belagern, zu bekuscheln zu beschmusen.
Ich weiß nicht Mal mehr, wie du dich angefühlt hast, wie du gerochen hast, wie du miaut hast. Ich glaube, ich hatte dir nicht Mal mehr gesagt wie sehr ich dich liebe oder dass du vorsichtig sein sollst, ich hatte dich nicht Mal mehr ein letztes Mal gestreichelt, dir keinen letzten Kuss gegeben, dich nicht nochmal hochgenommen und durchgeflauscht. Nein. Ich habe dich einfach ausgesperrt. Weil ich schlafen wollte. Und damit habe ich dein Schicksal besiegelt.
Du fehlst mir so unendlich.
Ich brauche dich doch. Bei mir, auf meinem Schoß, in meinem Bett. Beim Baby, auf dem Babybauch. Es tut so sehr weh, dich nicht mehr bei mir zu haben. Du fehlst mir. Niemand ist wie du. Keine unserer Katzen und Kater hat mich je so geliebt wie du. Und wurde von mir so geliebt wie du....
Lülü war immer eine Papakatze, Zoe zu scheu, um eine besondere Liebe zu entwickeln, Bert ist ein Freigeist. Seine Liebe ist das draußen und Tamo liebt, wer Leckerli hat. Aber du mein kleiner, mein Moppi, mein Ernie, du warst mein Seelenverwandter, mein Herzenskater. Und das wirst du immer sein.
Ich vermisse dich. Es tut mir so unendlich Leid, dass ich dich ausgesperrt habe, dir nicht Mal mehr gesagt wie sehr ich dich liebe, dich nicht Mal mehr ein letztes Mal gestreichelt, dir keinen letzten Kuss gegeben habe, dich nicht nochmal hochgenommen und durchgeflauscht habe. Es tut mir so unendlich Leid, dass ich nicht mehr weiß wie du dich angefühlt hast, wie du gerochen hast, wie du miaut hast.
Während ich hier eingeschlossen in der Toilette um dich weine steht Tamoli im Flur. Er hört mich. Das Essen ist eklig. Die Frau ist wach. "Los gib mir was besseres!" Aber ich kann ihn gerade nicht zu mir lassen. Das ist unser Moment mein Ernie. Der soll nur für gehören. Sobald ich aufgehört habe zu weinen werden ich rausgehen und ihn kuscheln, wie ich dich hätte kuscheln sollen, in jener Nacht. Doch diese Tränen, die Tränen der letzten 1 1/2 Stunden sind für dich. Nur für dich bestimmt mein Schatz.
Ich habe dich vom ersten Moment geliebt und ich liebe dich und ich werde dich für immer lieben. Du bist tief verwurzelt in mir, in meinem Herzen und ich denke jeden Tag an dich und vermisse dich.
Bitte kleiner Moppi, Pass auf mich auf, pass auf das Baby auf von dort wo du bist. Und bitte, mein Liebling, warte dort am Ende des Regenbogens auf mich und deinen Papa. Irgendwann kommen wir. Irgendwann werde ich dich wieder halten und dann, dann werde ich so glücklich sein. Dann darfst du immer auf meinen Schoß und in mein Bett. Dann bist du wieder bei mir und ich bei dir. Dort wir du hingehörst! Zu mir und natürlich auch zu deinem Papa.
Du fehlst! Du fehlst mir so sehr.
In unendlicher Liebe
Deine Mama (mit Baby im Bauch)